Neues Buch über die Produktionsgeschichte der Me 262

Fragen und Antworten zu Archiven, Literatur und anderen Quellen
Benutzeravatar
alex k.
Forenuser
Beiträge: 55
Registriert: 29.06.2012 17:34
Ort/Region: bei Pforzheim
Kontaktdaten:

Neues Buch über die Produktionsgeschichte der Me 262

Beitrag von alex k. » 28.10.2017 17:24

Hallo,

seit fast 10 Jahren habe ich mich mit der Produktionsgeschichte der Messerschmitt Me 262, dem ersten Düsenjäger der Welt, beschäftigt. Nun habe ich mich entschlossen, die Ergebnisse meiner Recherche in einem Buch zusammenzufassen und dieses zu veröffentlichen.

Durch die massierten Bombenangriffe der alliierten auf die deutsche Industrie und Flugzeugproduktion war man 1944/45 gezwungen, die Produktion dieses Flugzeugs zu dezentralisieren. Dies tat man, indem man im ersten Schritt leere Industriekomplexe belegte und im zweiten Schritt, durch den Jägerstab getrieben, die Produktion in Autobahn- und Eisenbahntunnels aufnahm. Man begann außerdem, neue verbunkerte Anlagen zu bauen. Zum Stuttgarter Raum kam Willy Messerschmitt durch seinen Schwager Prof. Georg Madelung, der die Forschungsanstalt Graf Zeppelin in Stuttgart Ruit leitete und im Steinbruch in Vaihingen/Enz Versuche mit dem Katapult der Fi 103 ("V1") durchführte. Diesen Steinbruch begann man auszubauen, man wollte ihn komplett überdachen um darin Teile für die Me 262 fertigen zu können. Geplant war ein Einzug im November 1944. Im nahe gelegenen Autobahntunnel Leonberg lief seit Juli 1944 die Tragflächenproduktion, im selben Monat beschloss man eine Endmontagelinie in Großsachsenheim einzurichten. Dazu trieb man in der Nähe des Fliegerhorstes vier Stollen in den Enzhang.

Nicht nur dieses, sondern so gut wie alle Produktionsstandorte werden in meinem Buch behandelt. Auch die Waldwerke Leipheim, Schwäbisch Hall, Obertraubling und Neuburg an der Donau werden mit teils unveröffentlichten Bildern und Luftaufnahmen beschrieben. Auch konnte ich ein weiteres, geplantes Waldwerk in der Nähe von Manching aufdecken, von dem zahlreiche Zeichnungen und Pläne erhalten geblieben sind. Weiterhin habe ich die politischen Verhältnisse dargestellt, wie es durch die Bombenangriffe 1943 und 1944 zur Bildung des Jägerstabes kam und wie dieser die Verlagerung der Flugzeugproduktion in Höhlen, Stollen und Großbunker vorantrieb. Ein weiteres Kapitel beschreibt die Geschichte der Firma Messerschmitt und dessen Gründer, Willy Messerschmitt.

Das Buch ist unter der ISBN 978-3-7450-3207-9 direkt beim Verlag Epubli als auch bei Amazon zu bekommen.

Gruß, Alex

________________________
http://me262.x19world.de

Benutzeravatar
EPmuc
Forenuser
Beiträge: 577
Registriert: 09.08.2014 15:30
Ort/Region: Südbayern

Beitrag von EPmuc » 28.10.2017 19:01

Die Vorschau bei epubli sieht schon mal nicht schlecht aus. Das könnte interessant sein.
Ich habe zwar schon einiges zu dem Thema, aber es dürfte eine gute Ergänzung sein.
Einen Käufer hast Du schon mal. :-)
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

Benutzeravatar
EPmuc
Forenuser
Beiträge: 577
Registriert: 09.08.2014 15:30
Ort/Region: Südbayern

Beitrag von EPmuc » 03.11.2017 14:00

Ich war so frei, Dein Buch auch im Flugzeugforum vorzustellen.
Da sind auch viele unterwegs, die das Thema interessiert.
https://www.flugzeugforum.de/threads/pr ... st-2478611
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

Benutzeravatar
alex k.
Forenuser
Beiträge: 55
Registriert: 29.06.2012 17:34
Ort/Region: bei Pforzheim
Kontaktdaten:

Beitrag von alex k. » 06.11.2017 21:40

Hallo EPmuc,

vielen Dank dafür. Ich habe mittlerweile auch eine kleine Seite erstellt: http://me262.x19world.de/ hier sowie auf der Seite von Epubli ist auch eine erweiterte Leseprobe verfügbar.

Gruß, Alex

Benutzeravatar
EPmuc
Forenuser
Beiträge: 577
Registriert: 09.08.2014 15:30
Ort/Region: Südbayern

Beitrag von EPmuc » 12.11.2017 21:40

Kurzer Eindruck vom Buch:
Mir persönlich gefällt es recht gut. Die einzelnen Zuliefer- und Montagewerke sind einigermaßen ausführlich beschrieben. Dass die Beschreibungen nicht mehr in die Tiefe gehen, ist wohl dem Umfang geschuldet. Es sind einige (zumindest mir unbekannte) Bilder, auch Luftbilder, in dem Buch.
Einige U-Verlagerungen waren mir zwar bekannt, aber ohne dass ich Genaueres darüber wusste. Andere kannte ich noch gar nicht.
Insgesamt hat sich der Kauf aus meiner Sicht gelohnt.
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

Benutzeravatar
EPmuc
Forenuser
Beiträge: 577
Registriert: 09.08.2014 15:30
Ort/Region: Südbayern

Beitrag von EPmuc » 24.11.2017 12:56

Das Buch hat im Flugzeugforum durchaus Anerkennung gefunden :thumbup:
Da dürfte es einige Käufer gefunden haben.
Eine Frage, bzw. Anmerkung zu dem Plan v. Stauffen auf Seite 185:
Das kann ja nicht der endgültige Plan sein, oder?
Von der Endmontage, die sich links oben befand, ist nichts eingezeichnet. Sollte dem so sein, könnte man ja bei einer eventuellen zweiten Auflage im Text zu dem Plan darauf hinweisen.

Eugen
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

Benutzeravatar
alex k.
Forenuser
Beiträge: 55
Registriert: 29.06.2012 17:34
Ort/Region: bei Pforzheim
Kontaktdaten:

Beitrag von alex k. » 24.11.2017 13:59

Hallo Eugen,

vielen Dank für die positive Kritik.

Alle Pläne von Messerschmitt die ich gefunden habe und die teilweise auch in meinem Buch veröffentlich sind, spiegeln nicht sehr gut die realen Gegebenheiten vor Ort wieder (siehe beispielsweise Gauting - der Plan basiert auf einem Mtt.-Dokument, oder auch Manching, was allerdings nicht ausgeführt wurde). Warum das so ist entzieht sich meiner Kenntnis. Die Zelte für Bereitstellung und die Montage in "Stauffen" waren tatsächlich so hintereinander angeordnet wie es auf dem Plan zu erkennen ist, allerdings ist die Lage auf dem Plan nicht exakt wieder gegeben. Ebenso passen die Waldabschnitte rund um das Waldwerk nicht zur Realität. Der Plan ist datiert auf den 1.12.1944, begonnen wurde mit der Produktion dort bereits im Oktober 1944. Möglicherweise wollte man die exakte Lage so verschleiern.

Gruß, Alex

Franz Ferdinand
Forenuser
Beiträge: 16
Registriert: 06.12.2016 21:07
Ort/Region: Oberösterreich

Messerschmitt - Verlagerungsstandort Suben, Oberösterreich

Beitrag von Franz Ferdinand » 24.11.2017 17:01

Hallo Alex, kommt in deinem Buch auch der Messerschmitt - Verlagerungsstandort im Gefängnis Suben vor?

http://www.unterirdisch-forum.de/index. ... -oÖ.13510/

Benutzeravatar
alex k.
Forenuser
Beiträge: 55
Registriert: 29.06.2012 17:34
Ort/Region: bei Pforzheim
Kontaktdaten:

Beitrag von alex k. » 24.11.2017 22:50

Hallo,

nein, leider ist mir zu Suben nichts bekannt...

Sehr interessanter Thread, vielen Dank für den Link! Suben und Wels habe ich bisher noch nicht beleuchtet. Wohl aber Obernzell. Die Produktionsstätte befand sich in Gebäuden an der B388 nach Untergriesbach, direkt neben dem Eckerbach. Ich habe sogar einen Lageplan des Werkes gefunden, der im Buch abgedruckt ist. Die Rümpfe wurden in zwei Teilen auf Taktstraßen hergestellt, das Vorderteil in 19, das Mittelteil in 21 Takten. Vom Fertigungskreis Regensburg wurden 2036 Rümpfe hergestellt, in Obernzell davon etwa 1000, etwa genauso viele kamen aus Mauthausen.

Gruß, Alex

Franz Ferdinand
Forenuser
Beiträge: 16
Registriert: 06.12.2016 21:07
Ort/Region: Oberösterreich

Beitrag von Franz Ferdinand » 25.11.2017 20:49

Hallo Alex, Danke für die ausführliche Info.
Lg

Antworten