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Einsatzhafen Kohlenbissen

Im Jahre 1937 wurde bei Kohlenbissen, einer winzigen Siedlung ganz in der Nähe von Munster in der Lüneburger Heide, ein Einsatzhafen eingerichtet. Zunächst wurde die Heidefläche gerodet, mit Erde eingeebnet und mit Gras bepflanzt. Am Bau beteiligt war u.a. die Luftwaffenbaukompanie 59/XI. Es sollte aber doch bis 1941 dauern, bis der Platz und die dazugehörigen Gebäude bezogen werden konnten, erst im Sommer 1942 wurde er das erste Mal angeflogen. Damals war der Platz von militärischen Einrichtungen nur so umringt. Die Kampfstoff-Fabriken im Nordosten, Munsterlager im Osten, Truppenübungsplätze im Norden und Süden, Die Luftmunitionsanstalt Oerrel im Südwesten und die Munitionsanstalt Dethlingen im Südosten. Eigentlich erstaunt diese Tatsache, da sie ja die gesamte Gegend als Angriffsziel wesentlich attraktiver machte und die Erfolgschanchen eines Angriffs deutlich steigerte. 

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Das Reichsautobahn-Rasthaus Chiemsee

Die immer stärkere Verbreitung des Automobils führte besonders in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu ganz neuen infrastrukturellen Erfordernissen. Ein Auto benötigt einen ganz anderen Straßenbelag als die Pferdekutsche und statt des Ausspanns brauchte man nun Tankstellen. Die höheren Geschwindigkeiten führten bald zu dem Wunsch nach kreuzungsfreien Autostraßen – den Autobahnen. Adolf Hitler griff diese bereits vor 1933 entstandenen Ideen und Pläne auf und begann, sie propagandagerecht in die Realität umzusetzen. Entsprechend der nationalsozialistischen Idee des „Heimatschutzes“ führte man die Trassen durch die landschaftlich schönsten Gebiete des damaligen Reiches. Entlang der Strecken der neuen Reichsautobahn entstanden Tankstellen und Rasthäuser, an denen die Reisenden sich und ihre Fahrzeuge versorgen konnten.

 

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Projekt JLT - Die Aufklärungstürme des Heeres

Nach der Tschechienkrise - damals beendeten 600.000 Soldaten aus der UdSSR, der DDR und Ungarn mit Gewalt die Reformpläne in der CSSR - forderte die Bundeswehr drei "grenznahe fernmeldeelektronische Aufklärungsstellen". Dieser "ortsfeste Systemanteil" mit dem Projektnamen JLT sollte die bis dahin meist mobilen Operationen ergänzen bzw. ablösen. Da einige der geplanten Standorte bereits von der Luftwaffe beansprucht wurden, einigten sich die beiden Waffengattungen darauf, daß das Heer in den bestehenden und geplanten Luftwaffen-Anlagen einige Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekäme.

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Kraftwerk Hamburg-Tiefstack

In den Anfangsjahren der Elektrifizierung in Hamburg errichteten die 1894 gegründeten Hamburgischen Electricitäts-Werke HEW zunächst dezentral mehrere kleine Kraftwerke. Bis 1913 wurden vier Kraftwerke mit zusammen 28.450 KW Leistung gebaut. Bereits ab 1910 begann man aber mit der Planung eines neuen, weitaus größeren Kraftwerkes. Mit einer Leistung von 60.000 bis 80.000 KW sollte es die ausreichende und sichere Versorgung des gesamten hamburgischen Staatsgebietes gewährleisten. Im Jahr 1914 konnte mit den Bauarbeiten auf einem Gelände am Moorfleeter und Tiefstackkanal begonnen werden, 1917 wurde die erste Dampfturbine in Betrieb genommen. Nach dem Endausbau im Jahre 1925 verfügte das Kraftwerk Tiefstack über 24 Kessel und 5 Turbinen mit zusammen 85 MW Leistung, die jedoch aufgrund technischer Probleme und ständig nötiger Reparaturen an den Kesselanlagen nur selten auch tatsächlich erreicht wurden.

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Bombenabwurfplatz Fassberg

In der Nähe des Fliegerhorstes Fassberg wurde im Jahr 1936 auf einer teilweise bewaldeten Heidefläche von zunächst etwa 420ha ein Bombenabwurfplatz für Versuchs- und Übungszwecke des Fliegerhorstes (hauptsächlich Zementbomben-Abwürfe) eingerichtet. Hierfür gab es mehrere große Zielkreise und hauptsächlich aus Erdwällen und Gräben nachgebildete Ziele: Eine Fabrikanlage, ein Barackenlager und sogar einen Schiffskörper.

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WIFO-Tanklager Hitzacker

Die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft mbH (Wifo) mit Sitz in Berlin wurde vom Deutschen Reich im August 1934 zum Zwecke der Beschaffung, Bevorratung und des Transports strategischer Rohstoffreserven für den Kriegsfall gegründet. Offizielle Aufgabe des Unternehmens war "die Errichtung und der Betrieb von Versuchs- und Forschungsanlagen zur Förderung von Industrie und Handel". Gesellschafter waren die Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG, Berlin mit 16.000 RM Anteil am Stammkapital und die I.G. Farbenindustrie AG, Frankfurt mit 4.000 RM Anteil. Projekte der Gesellschaft gab es im gesamten Reichsgebiet. Bis zum Ende des Tanklager-Bauprogramms Mitte 1942 hatte die Gesamtkapazität der WIFO-Tanklager rund 1,5 Millionen m³ Kraft- und weit mehr als 100.000m³ Schmierstoffe erreicht, darüber hinaus verfügte die WIFO über große Tankkapazitäten für andere Stoffe, über mehr als 38.000 Kesselwagen und 35 Schiffe. Am Kriegsende arbeiteten reichsweit rund zehntausend Mitarbeiter für die Gesellschaft.

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