Krückau-Verteidigungslinie: Stecksperre und Trichtersperren

Vorbereitete Sperren, Sperranlagen und zugehörige Infrastruktur
Antworten
Deichgraf63
Forenuser
Beiträge: 464
Registriert: 19.04.2013 12:05
Ort/Region: Hamburg

Beitrag von Deichgraf63 » 12.07.2015 09:55

Hallo,
nochmals zur Erinnerung, auf den Standorten von Rex Danny ist genau der Punkt neben dem Krückauwehr samt Brücke angegeben.
Falls ich Zeit habe, frage ich hier gerne beim zuständigen Bauamt Barmstedt nach, ob das tatsächlich die vermuteten Relikte sind.
Möglicherweise gibt es über diese Art Anlagen dort noch Unterlagen.
Wäre ja auch mal wissenswert, wo beispielsweise die Stecksperre Austraße gelagert war.
Da wir inzwischen das Jahr 2015 haben, dürften auch die "Abschlußkästen" in der Mehrzahl bereits verschwunden oder zugewachsen sein.
Ansonsten bitte fair bleiben, "meine vielen Vermutungen" waren wohl alle richtig.
Ferndiagnosen ohne Jahrzehnte lange Kenntnis der Örtlichkeiten, Stichwort angebliche Kanaldeckel Langeln Vossmoorstraße, können schnell daneben gehen.
Was haben sich hier einige Schreiber mit langen Ausführungen aus dem Fenster gelehnt.

Ich warte immer noch gespannt auf die Antwort, wie denn so ein kleiner Metallbolzen der verschraubten Deckel der TNT Ladung im Schacht messbaren Widerstand entgegen setzen soll: Funkstille.
Irrtümer sollte man dann auch mal zugeben, finde ich.

MfG Deichgraf63

Benutzeravatar
redsea
Moderator
Beiträge: 4873
Registriert: 24.10.2006 15:35
Ort/Region: Ostwestfalen-Lippe

Beitrag von redsea » 12.07.2015 11:38

Deichgraf63 hat geschrieben: [...] Da wir inzwischen das Jahr 2015 haben, dürften auch die "Abschlußkästen" in der Mehrzahl bereits verschwunden oder zugewachsen sein. [...]
Hallo Deichgraf63,

sorry, aber irgend wie kommt mir das jetzt auch nach "winden wie ein Aal" vor.

"Dürften" ist ja nun kein Synonym für "sind". Aber ich schließe aus Deiner Aussage mal, dass Du keinen von Dir vermuteten Sprengschacht mit einem noch vorhandenen Abschlußkasten belegen kannst, was von mir auch nur ein gutgemeinter Rat war, um die Diskussionen um nicht belegte Sprengschächte hier nicht noch weiter ausufern zu lassen.

Zugewachsen hindert übrigens nicht am Fotografieren und einfach so "verschwunden sein", na ja, dazu sage ich jetzt mal nichts. Ich habe zumindest bei allen rückgebauten bzw. entwidmeten, da man bei entfernter Schachtabdeckung und neuer Teerschicht von außen ja nicht beurteilen kann, ob auch der Schacht tatsächlich rückgebaut worden ist, immer noch die Abschlußkästen vorgefunden, auch wenn man sie erst freilegen musste.

Wenn Du Antworten erwartest, solltest Du auch Fragen stellen. Ich habe übrigens nicht behauptet, dass "so ein kleiner Metallbolzen der verschraubten Deckel der TNT Ladung im Schacht messbaren Widerstand entgegen setzen soll". Mir wurde es seit meiner Bw-Zeit immer so dargestellt, dass der kraftschlüssig mit dem Schacht verbundene Deckel Teil des funktionierenden Systems ist, damit der gezündete, oberste Sprengkörper alle darunter befindlichen Sprengkörper bis auf den untersten Sprengkörper durchzünden kann und die Energie aller in den Schacht eingebrachten und dann so gezündeten Sprengkörper in alle Richtungen wirken kann.

Für mein bescheidenes, maschinenbautechnisches Verständnis ist dies absolut logisch nachvollziehbar, denn wie sollte bei offenem Schacht oder nicht kraftschlüssig verbundener Schachtabdeckung (was bei einer Abdeckungsmasse von "nur" 150 kg einem offenen Schacht gleich käme), der oberste Sprengkörper alle darunter befindlichen Sprengkörper bis nach unten durchzünden können? Meinem Verständnis nach würde der Großteil der Energie des gezündeten obersten Sprengkörpers nach oben zur offenen Schachtöffnung (Wirkrichtung ohne Widerstand) und nicht nach unten (gegen Widerstand) wirken. Ich wage auch zu behaupten, dass sich dies rechnerisch auch nachweisen läßt.

Aus diesem Grund schreibt die HDv auch vor, dass vor dem Zünden des obersten Sprengkörpers a) die Traverse einzubringen ist und b) der Schachtdeckel einzusetzen und zu verschließen ist.

Viele Grüße

Kai
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Deichgraf63
Forenuser
Beiträge: 464
Registriert: 19.04.2013 12:05
Ort/Region: Hamburg

3 Schachtdeckel unverschraubt Straße Pumpkies in Alveslohe

Beitrag von Deichgraf63 » 15.04.2016 11:49

Meine Fotos stammen vom 11.07.2015.
Die Straße Pumpkies wird recht wenig befahren und hat eine Brücke über die Pinnau.
An dieser Brücke gibt es östlich der Pinnau einen und westlich zwei Schachtdeckel.
Im Gegensatz zur Pinnaubrücke Ellerauer Straße etwas weiter nordostlich, wo sich immer noch 3 Schächte mit verschraubten Deckeln befinden gibt es bei der Pumpkies Brücke keine verschraubten Deckel.
Mal schauen, was die "Experten" dazu sagen...
MfG Deichgraf63
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
Wilhelm94
Forenuser
Beiträge: 126
Registriert: 07.05.2011 12:57
Ort/Region: Westheim

Beitrag von Wilhelm94 » 15.04.2016 12:38

Hallo Deichgraf63,

es ist die Sperre SE 0139, Deckel wurden ausgetauscht gegen normale.

Die andere angesprochene Sperre ist die SE 0138 mit 3 Schächten Original.

gruß günther

Deichgraf63
Forenuser
Beiträge: 464
Registriert: 19.04.2013 12:05
Ort/Region: Hamburg

Beitrag von Deichgraf63 » 15.04.2016 14:14

Hallo,
wozu erfolgte der Deckeltausch?
Ich vermute mal, man hat das auf unbedeutenden Nebenstraßen gemacht, um die nach wie vor notwendigen Inspektionen der Schächte einfacher durchzuführen, stimmt das?
Hier weiter am Anfang des Beitrages wurde ja bezweifelt, dass es sich bei Schächten mit "normalen" Deckeln um (ehemalige)Sprengschächte handelt, wie in Langeln Voßmoorstraße.
MfG

Deichgraf63
Forenuser
Beiträge: 464
Registriert: 19.04.2013 12:05
Ort/Region: Hamburg

Beitrag von Deichgraf63 » 03.07.2017 20:12

Hallo,
ein Link zu einer Bilderserie in der KN zu der Arbeit der Wallmeister in Schleswig-Holstein:
http://www.kn-online.de/Bilder/Bilder-S ... -Arbeit#p1
Immerhin sieht man hier, wie das innen aufgebaut war. Und dann das gewaltige Schräubchen für den Deckel, was nach der These einiger User hier die Druckwelle des TNT im Boden halten sollte. Halte ich für wenig glaubhaft. Das TNT hätte sicher sogar einen Panzer weggepustet, wenn der auf dem Schacht gestanden hätte.
Ich nehme mal an, die Schächte befinden sich in Nähe der alten Levensauer Hochbrücke? Die Weiche und Brücke dort sehen so aus.
Was mich wundert, am NOK sind die Schächte mal südlich und mal nördlich des Kanals in die Verkehrswege eingebaut worden, zumindest was die Fährstellen betrifft.
MfG

OLe
Forenuser
Beiträge: 27
Registriert: 01.05.2007 18:15
Ort/Region: Preetz

Beitrag von OLe » 03.07.2017 22:53

Deichgraf63 hat geschrieben:Hallo,
ein Link zu einer Bilderserie in der KN zu der Arbeit der Wallmeister in Schleswig-Holstein:
http://www.kn-online.de/Bilder/Bilder-S ... -Arbeit#p1
Sehr interessante Bilder.
Hat die KN dazu auch einen Artikel veröffentlicht? Ich konnte nichts finden.

Benutzeravatar
bettika
Forenuser
Beiträge: 1888
Registriert: 15.07.2010 22:19
Ort/Region: Flensburg

Beitrag von bettika » 04.07.2017 07:53

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Deichgraf63
Forenuser
Beiträge: 464
Registriert: 19.04.2013 12:05
Ort/Region: Hamburg

Beitrag von Deichgraf63 » 04.07.2017 08:32

Hallo,
ein KN Bericht von 2014: http://www.kn-online.de/News/Nachrichte ... en-Krieges Von 2016 gibt es noch einen Bericht von der Bundeswehr, nach unten scrollen: http://www.streitkraeftebasis.de/portal ... ine_tasse/ Was mich wundert: Die Häuschen für die Aufbewahrung des TNT sind praktisch nicht zu finden oder perfekt getarnt gewesen. Ich habe da noch nichts entdeckt.
Ergänzung Jetzt gibt es auch noch einen neuen Artikel zu den Bildern in der KN: http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-N ... en-Krieges
MfG
Zuletzt geändert von Deichgraf63 am 04.07.2017 10:41, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Wilhelm94
Forenuser
Beiträge: 126
Registriert: 07.05.2011 12:57
Ort/Region: Westheim

Beitrag von Wilhelm94 » 04.07.2017 10:01

Hallo viel des Sperrstoffes für die Sperranlagen waren in den Standort- oder Korpsmunitionsdepots eingelagert.
Bei uns in Bayern gab es in den Wäldern auch zahlreiche SpMH ganz unauffällig versteckt.

Antworten