Betonschiffe und "Transporterflotte Speer"

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
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Käpt´n Blaubär
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Beitrag von Käpt´n Blaubär » 27.01.2009 17:28

Moin!
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift industrie-kultur findet sich auch ein Beitrag über Betonschiffe, insbesondere die aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und die heute noch vorhandenen Exemplare.
http://www.industrie-kultur.de
Gruß,
Michael
Das Leben ist kurz, behauptet man.
Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel.
Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.
(Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär)

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Käpt´n Blaubär
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Beitrag von Käpt´n Blaubär » 28.01.2009 13:51

Moin!

Zu den Fragen von petzolde ein paar Auszüge aus dem o.g. Artikel:
petzolde hat geschrieben:Viel Armierung, dicht aufeinander liegend, und relativ wenig Beton. Hätte man vielleicht doch gleich ein Stahl-Schiff bauen sollen?
"Trotz Armierungen in mehreren Lagen wurden allein beim Stahl etwa 30 Prozent weniger gebraucht."
petzolde hat geschrieben:Hat jemand mal davon gelesen, wieviel Wasser durch Risse, Undichtheiten, Poren in die Laderäume drang? Was wurde überhaupt mit Betonschiffen transportiert?
"Ende 1942 wurde folgendes Bauprojekt aufgelegt: 17 Motortankschiffe (3.200 bis 3.780 Tonnen Tragfähigkeit), sieben Frachtdampfschiffe (3.400 tdw), 36 Küstenmotorschiffe (Kümos) beziehungsweise „Seeleichter Wiking Motor“ (300 tdw) und 48 Binnengüterschiffe (1.160 tdw). Doch nur ein Teil wurde davon gebaut."

Und zur "Capella" im Schifffahrtsmuseum Rostock:
"Alle Räume des Schiffes blieben bis heute trocken."

Gruß,
Michael
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bettika
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Transporterflotte Speer

Beitrag von bettika » 13.07.2012 08:06

Deichgraf hat geschrieben:Hat jemand darüber hinausgehende Informationen zur "Transporterflotte Speer" "?
Hallo,
der Teil der Frage "Transporterflotte Speer" ist etwas zu kurz gekommen :mrgreen:
Über den Zusammenhang NSKK und OT Todt schrieb Franz Seidler "NSKK und OT Todt im 2.Weltkrieg" (1984 Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte) http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1984_4.pdf
"Seit Mitte 1942 besaß die Organisation Todt auch eine eigene Flotte. Sie erhielt den
Namen „Transportflotte Speer" und hatte ursprünglich die Aufgabe, als Binnenflotte
die Versorgung Berlins mit Kohle und anderen Rohstoffen über das Flüsse- und Kanalnetz
zu bewerkstelligen. Als ihr auch die Versorgung der OT-Einsatzgruppe Wiking in Norwegen übertragen wurde, übersiedelte der Stab nach Groningen, weil in den Niederlanden Schiffsmaterial und ausgebildetes Binnenschifferpersonal zur Verfügung stand. Einsatzleiter war Großkapitän Seyd. Der Umfang der Transportflotte Speer wuchs bis auf etwa 10 000 Mann. Ihr oblagen die Materialzufuhr und der Gerätetransport für alle Baustellen in Dänemark und Norwegen. Ein Großteil des Personals rekrutierte sich auch aus norwegischen Seeleuten, die in der Speer-Schule in Sandefjord ausgebildet und geschult wurden"


eingeflossen in http://de.wikipedia.org/wiki/Transportkorps_Speer

Grüsse
bettika
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MDZ
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Beitrag von MDZ » 10.12.2012 01:22

Hallo zusammen,

Durch Google bin ich auf diese schöne und schon sehr umfangreiche Sammlung zum Thema Betonschiffe gestoßen.
Selber beschäftige ich mich schon seit gut 30 Jahren mit dem Thema Betonschiffe und auch Transportflotte Speer.
Sagen möchte ich nur kurz das die Transportflotte Speer 150 Schiffe des Typs Wiking in Holland, Norwegen, Deutschland sowie Ungarn und Griechenland in Bau gegeben hat und alle mit so tolen Namen wie GOTTHARD, EDELHARD, WOLFHARD usw. benannt hat. Die Namen FLEISS, TREUE, UNVERZAGT usw. wurden erst 1945 nach Verkauf der Schiffe teils wenige Tage vor Kriegsende vergeben.

Der hier genannte Name ARBEIT ist mir ganz neu, passt gut dazu, aber ich habe nicht den geringsten Hinweis dazu finden können.

Sollte der Schreiber oder ein Leser etwas dazu wissen wäre ich sehr dankbar.

Die beschrieben Liste der Betonschiffe in http://www.industrie-kultur.de

Habe ich trotz mehrfachen Sucheingaben nicht finden können.

Ich wäre für Hilfe sehr dankbar,

Eine schöne vorweihnachtliche Woche


Theo

hollihh
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Betonschiff

Beitrag von hollihh » 10.12.2012 20:42

Moin,

passt wahrscheinlich nicht zur Transporterflotte Speer, aber immerhin:

2012 ist mir dieses Exemplar in Cannes vor die Linse gekommen - bin leider nicht näher herangekommen...
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Beitrag von bettika » 01.02.2013 19:01

Käpt´n Blaubär hat geschrieben:Moin!
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift industrie-kultur findet sich auch ein Beitrag über Betonschiffe, insbesondere die aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und die heute noch vorhandenen Exemplare.
http://www.industrie-kultur.de
Gruß,
Michael
Hallo Michael,
an dem Artikel bin ich auch interessiert.
Obwohl die Zeitschrift ihre Ausgaben online gestellt hat, kann ich Ihn weder unter 2008/12 noch 2009/1 finden, oder sind die Artikel nur teilweise eingestellt?
Grüsse
Beate
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Betonschiff "Riverboat"

Beitrag von bettika » 03.02.2013 20:52

Lacky hat geschrieben:Im Lübecker Klughafen liegt noch ein komplettes Betonschiff und wird als Disco genutzt. Bis vor ca. 8 Jahren lag das Teil direkt am Holstentor und nannte sich Riverboat. Nach einem Besitzerwechsel erfolgte die Verlegung und ein Namenswechsel (leider weiß ich nicht mehr, wie sich der Kahn heute nennt).
Hallo,
heute heißt es als ital. Restaurant "Riverboat at the seaside" http://www.ristorante-seaside.de/ und liegt im Klughafen an der Kanalstr.

Zur Entstehung ist nur wenig bekannt http://www.myspace.com/riverboatluebeck/blog/360920750
"Fest steht, dass das Schiff 1942 in Holland gebaut wurde und zwar von der Firma Dyckerhoff & Widmann...Dieses Schiff oder dieser Schwimmkörper, wie es korrekt heißen muss, denn es verfügte nie über einen eigenen Antrieb, wurde ausschließlich geschleppt und sollte schweres Kriegsgerät über den Kanal bringen. Dazu kam es zum Glück nie!
Nach dem Krieg verwendete man das Schiff wohl als schwimmendes Getreidelager, und am Anfang seiner Lübecker Geschichte wohnten Flüchtlinge und Vertriebene auf ihm..."


Für die Geschichte, daß das "Riverboat" für Munitionstransporte verwendet wurde, wie man sich in Lübeck erzählt, habe ich keinen Beleg gefunden .

Aus der Liegezeit in den 50'ern an der Puppenbrücke ein Foto http://www.ln-online.de/Lokales/Fotostr ... 50er-Jahre

Grüsse
bettika
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Betonschiff Redentin

Beitrag von bettika » 03.02.2013 21:18

Anonymous hat geschrieben:Ich möchte heute mal kurz das Betonschiff in Wismar-Redentin vorstellen. Ein wahrscheinlich einzigartiges Stück Geschichte, zumindest ist mir kein zweites auf Grundgelaufenes Betonschiff in Deutschland bekannt, das man auch noch besehen kann.
....
Zur Geschichte des Schiffes ist eigentlich nur bekannt das es zum Ende des WKII gebaut wurde, und beim ausschleppen auf Grund lief. und jeglicher Bergungsversuch fehl schlug.
mfg Sandro
Hallo,
über die Geschichte des Betonschiff vor Redentin ist ein Artikel in der Wismar-Zeitung 10/2010 erschienen http://www.wismar-zeitung.de/2010.html

"....Nach Wismar kamen zwei fertige Schiffsrümpf aus Beton im März 1945, als die Kriegsfront sich immer mehr von Osten nach Westen verlagerte. Hergestellt wurden diese in Ostswine am Stettiner Haff und, um sie vor den heranrückenden Russen zu retten, vom Schlepper Hermann Kiersch nach Wismar bugsiert. Die beiden Betonrümpfe erhielten zunächst in der Nähe des damaligen Dornierhafens am Haffeld ihren Ankerplatz. Im Mai und Juni 1945 wurden Teile der ehemaligen Luftwaffenversuchsanstalt Tarnewitz geräumt und dazu wurde ein Betonrumpf, mit Munition beladen, unweit davon in der Ostsee versenkt.

Der andere Rumpf blieb ungeachtet liegen. Als die britischen Truppen Wismar verließen, vergaßen sie den Betonschiffsrumpf in Wismar, von wo er nun an die Kai des seit 1944 stillgelegten Seegrenzschlachthauses gelegt wurde....

Wegen der mangelnden Wartung zeigten sich am Rumpf des Betonschiffes erste Risse und das Schiff zog sehr viel Wasser.
Man suchte nun entweder einen neuen Einsatzort oder einen Plan zur Vernichtung des Schiffes. Beides erwies sich als äußerst schwierig und so kam 1962 die Idee einer Wismarer Fischerei- Produktionsgenossenschaft zur Nutzung als Wellenbrecher in der Redentiner Bucht gerade zur rechten Zeit und ein Schlepper verholte das Betonschiff dorthin und versetzte es bei hohem Wasserstand auf Grund.."


Grüsse
bettika
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Betonschiff "Ulrich Finsterwalder"

Beitrag von bettika » 06.02.2013 11:58

Hallo,
in Polen ist noch das Wrack des Betontankers "Ulrich Finsterwalde" zu finden
"Im seichten Wasser des Dabie-See liegt das Wrack des Betonschiffs „Ulrich Finsterwalder“ auf Grund. Das Schiff war 1944 für den Transport von synthetischem Treibstoff der Chemischen Werke in Pölitz gebaut worden. Im März 1945 wurde es bei einem Bombenangriff beschädigt. Nach dem Krieg wurde es abgeschleppt und sollte – wie das Schwesterschiff Karl Finsterwalder – versenkt werden. Am nördlichen Rand des Dabie-Sees lief es dann auf Grund"
http://tantower.wordpress.com/2013/01/1 ... dabie-see/
weitere Bilder http://www.grafschlaf.de/web0/expedition_020.html

Ulrich Finsterwalder war der Erfinder der Schalenbauweise für Betonschiffe
Link
link Betonschiffe unter "1942"

Finsterwalder war auch Leiter des von @dieselpeter beschriebenen
betonschiffe-und-transporterflotte-speer-t681.html
1942 gegründeten "Sonderausschuss Betonbau"

Grüsse
bettika


[edit: "Link Betonschiffe unter 1942" berichtigt • redsea]
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nordfriese
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Beitrag von nordfriese » 06.02.2013 16:58

Moin!

Auf GE ist die "Ulrich Finsterwalder" schön zu sehen...
Schaltet mal die Panoramio-Bilder ein, sind ein paar schöne Bilder dabei...

Gruss aus NF!
Rolf
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