Wer kann mir genaueres über.....Kurfürst 2...sagen !?

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
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EricZ
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Beitrag von EricZ » 12.01.2015 12:47

Moin,

Leif hat nicht geschrieben, daß sich die Richtfunkstation auf dem Gelände der LMuna 5/IV Oberndorf befunden hat!

Anderes Beispiel zur Verdeutlichung: Der letzte Gefechststand der Luftflotte Reich (Herold 8) befand sich in Missunde an der Schlei östlich von Schleswig. Erreichbar war die Stellung über die Richtfunkstation Ascheffel etwa 10 km südwestlich in den Hüttener Bergen.

Wichtig für die RV-Verbindung für Kurfürst 2 war daß die Verbindung zur RV-Knotenstelle Brocken sichergestellt war. Der optimale Standort für die RV-Relais bzw. Endstelle muß sich deshalb nicht zwangsläufig auf dem Gelände der Munitionsanstallt oder in unmittelbarer Nachbarschaft derselben befunden haben.

Gruß, Eric
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Godeke
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Beitrag von Godeke » 12.01.2015 15:09

Hallo Eric,

hast Du für Missunde eine genauere Ortsangabe? Ich mache da im Juni 1 Woche Fahrradurlaub und Kamerapirsch.
...und jetzt noch mal schnell zu www.thw-lueneburg.de , der aktuellen Seite mit News aus der wunderbaren Welt des Helfens! DAS Kriseninterventionsteam für Kinder und Jugendliche: www.kit-kj-lueneburg.de

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nordfriese
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Beitrag von nordfriese » 12.01.2015 17:09

Moin!

Leider habe ich das Buch von Herrn Niehaus nicht und somit kenne ich die Karte nicht.
Bei der Karte von K.O.Hoffmann, die Leif gepostet hat, sehe ich "im Bereich Weimar"
drei Richtfunkendstellen.

Zum einen Weimar selbst (was dort auch immer war (Flugplatz?)), dann "Kurfürst 2"
(zeitlich begrenzter Gefechtsstand des OKL) und Kleina (Jägerleitstellung Juno).
"Kurfürst 2" lag ost-süd-ost von Weimar. Kleina lag südlich von "Kurfürst 2". Auf GE
übertragen, kommt das auch in etwa hin. Siehe Bilder anbei...
Edelweiss hat geschrieben:...muss es sich aber um ein Richtfunkstützpunkt handeln.
Ich vermute mal, dass es sich nicht um einen "festen" Stützpunkt gehandelt hat. Das
ist ja das Schöne am Richtfunk. Fahrzeuge hinstellen, Mast aufbauen, ausrichten und
fertig...
Edelweiss hat geschrieben:Ob verbunkert oder nicht,es handelt sich bestimmt aber nicht
um eine Muna,die in euren Antworten genannt wurden ist.
Vom Brocken gab es auf der Hoffmann-Karte (Achtung! Stand: April/Mai 1945!) eine
kurze Richtfunklinie nach Stapelburg.
Vom 2. bis zum 9.April '45 war in Stapelburg der Gefechtsstand "Herold 4" der "Luft-
flotte Reich". ...und das Einzige, was es nach meiner Information in/bei Stapelburg
gab, war? Eine Muna... ;)

Gruss aus NF!
Rolf
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Beitrag von zulufox » 12.01.2015 18:13

Hallo Rolf,

in/bei Stapelburg gab es zumindest ab Ende 1944 auch einen Feldflugplatz (51° 55' 00" N 10° 41' 10" E)

bei Weimar käme der Fliegerhorst Nohra mit seinen großzügig ausgebauten Kasernenanlagen und dem etwas davon entfernten Rollfeld westlich von Ulla infrage.

Gruß nach NF
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Beitrag von EricZ » 12.01.2015 18:20

Hallo Jürgen,

und was ist mit dem Fliegerhorsten in Jena-Rödigen und Schöngleina?

@Godeke: nach Hoffmann befand sich der Gefechtsstand im Walde bei Missunde.
Das dürfte der Wald südwestlich von Missunde sein. Teile der Einheit wurden aber auf Fahrzeugen betrieben bzw. sollen sich in der Schule von Missunde befunden haben.

Grüße, Eric
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Beitrag von zulufox » 12.01.2015 20:19

Hallo,

um auf mein letztes posting zurückzukommen:

Eine RiFu-Strecke Brocken - Weimar (-Nohra) wäre wegen des Geländeschnittes schwierig gewesen, das hätte Probleme mit Geländehindernissen in der ersten Fresnelzone gegeben.

Eine realisierbare Strecke wäre die vom Brocken zur FuSZ 254 Eckartsberga gewesen. funkturm-bei-marienthal-t16651.html?hig ... kartsberga

Ähnliche Streckenführungen zu FuSZ gab es im Südbereich z.B. mehrfach.

@Eric,

zum Fliegerhorst Jena-Rödigen und zur Abstellfläche (oder auch Feldflugplatz) Schöngleina kann ich in diese Hinsicht nichts sagen.

MfG
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Beitrag von Cremer » 12.01.2015 23:14

@Jürgen,

Es ist Abhängig in welchem Frequenzbereich sich die RiFu sich befanden.
Ich hatte oder besser das Ministerium des Innern und für Sport Rheinlandpfalz im 2m Bereich, also so um die 160 MHz, für den Datenfunk auf der obersten Netzebene u.a. Rifu von Mainz (Uniklinik) direkt nach Daun auf den Scharteberg, Südwestfunkträger auf 202m Höhe aufgebaut. Eine Beugung in diesem Frequenzbereich über Bergrücken (Hunsrück) ist möglich. Im 500 MHz-Bereich ginge dies schon nicht mehr. Es war also keine Sichtverbindung gewesen.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

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Beitrag von EricZ » 13.01.2015 11:01

Moin,

@Jürgen

1. Ich habe die beiden damals militärisch genutzten Flugplätze in Jena nur erwähnt, weil mir bislang aufgefallen ist, daß FuSZ regelmäßig im Umfeld von Fliegerhorsten installiert waren. Rolf (nordfriese) kann mich hier sicherlich korrigieren oder einige sachdienliche Ergänzungen geben.

2. Die erste Fresnelzone...
Bislang habe ich mich mit Beugungszonen überhaupt nicht beschäftigt. Mir fällt nur folgendes zu diesem für die Übertragung von Funksignalen wichtigen Berechnungsmodell ein: Bei einer Höhe des Brockens von 1142 m NHN und einer Dominanz über das Umland bis zum 225 km entfernten Fichtelberg frage ich mich, ob es auf dieser Richtfunkstrecke mit dem nur noch "hügeligen" Umland zu relevanten Einschränkungen kommen kann - wenn, dann vermutlich nur auf den letzten Kilometer von der RV-Relais-Station bis zur RV-Endstelle.

Hoffmann erwähnt in Bd. 2 II, S. 330, daß zur Planung von Richtfunkstrecken tausende erforderlicher Geländeschnitte von Genst. 7 (später Chef NVW) angelegt wurden.

Grüße, Eric
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Beitrag von Cremer » 14.01.2015 00:04

Hallo Eric,
Es kommt primär auf die Frequenz drauf an. Im 2m Band sind Beugungen durchaus möglich, also die Welle schaut über einen Berg hinweg.
Man muss einen Schnitt legen, um Sichtverbindung festzustellen. Heute gibt es sehr gute Berechnungsprogramme um Fresnelzonenfreiheit festzustellen. Dann kommt es auch drauf an, wo die Fresnelzone geschnitten wird, am Sender, am Empfänger oder in der Mitte. Kritisch sind immer Berührungen am Sender oder Empfänger. Siehe die Abhandlung von Thote und uns (Rolf und mir)bzgl. Der RiFu-strecken Berlin, Brocken, über Breslau Ceverna Hora nach Wien und weiter nach Salzburg und Zugspitze. Wolfgang hat da sehr gute Arbeit geleistet.
Früher musste man eben sehr viele Geländeschnitte machen, haben wir Fernmelder auch gelernt.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

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Beitrag von zulufox » 14.01.2015 09:56

Hallo Gerd und der Rest ;) ,

Michael- und Rudolf-Geräte arbeiteten m.W. auf Frequenzen um die 500 MHz (also Wellenlänge von ca. 50 - 60 cm). Das Problem mit der Hindernisfreiheit liegt nicht nur darin, dass keine Hindernisse in die 1. Fresnel-Zone hineinragen sollten, es hängt freundlicherweise auch noch von der Polarisierung der Antennen ab und auch, ob die Funkwellen nicht von Hindernissen gespiegelt werden.

Zwei Beispiele:
Die 6./FmRgt 12 Karlsruhe Dragonerkaserne hatte Anfang der 70er eine Richtfunk-Übungsstrecke von Maxau zur Dragonerkaserne. Mit dem zirkular polarisierten FM 12/800-Rifu-Satz klappte die Verbindung hervorragend, mit 120/5000 um's Ver... nicht, obwohl man vom Mast aus mit dem Fernglas die Antenne der Gegenstelle sehen konnte.

Im zivilen Bereich gab es Ende der 60er Probleme mit der Rifu-Strecke München - Wendelstein, über die die dortigen Sender fernversorgt wurden. Zunächst stand die Münchner Antenne in Freimann an der Isar, da klappte alles gut. Dann wurde die Antenne auf den Olympia-Turm umgesetzt und es kam zu verschiedenen Zeiten zu Betriebsbeeinträchtigungen, mal war das Bild vom Wendelstein her schlecht, mal der Ton bis zum völligen Ausfall.
Erst nach langen Erkundungen stellte man fest, dass diese Phänomene auf der Rifu-Strecke Olympiaturm - Wendelstein entstanden. Diese schrammte knapp am Seehamer See vorbei und der Wasserspiegel des Sees führte bei einer bestimmten Höhe dazu, dass die von der Wasseroberfläche reflektierten Funkwellen mit einer solchen zeitlichen Verzögerung an der Empfangsantenne eintrafen, dass es zu einer Überlagerung und dadurch zu einer fast vollständigen Auslöschung des gesendeten Signals kam.

Bei der Strecke Maxau - Dragonerkaserne haben wir dann auch festgestellt, dass offensichtlich ein Hochhaus knapp neben der Sichtlinie zu diesem Effekt der Signalauslöschung geführte hatte. Eine relativ geringe Änderung des Antennenstandortes in Maxau schaffte in diesem Fall Abhilfe.

MfG
Zf :holy:
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