Splitterschutzzellen / Einmannbunker

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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Manfred

Beitrag von Manfred » 05.08.2002 21:41

Da ich etwas Zeit habe, vielleicht noch einige Dinge zu Sicherungsamaßnahmen an den GUS Objekten.
In den großen Objekten waren mehrere Einhaiten untergebracht.
Jede dieser Einheiten hat sich regelrcht eingemauert.
So war es den einfachen Soldaten unmöglich in seiner Freizeit
(falls er überhaupt welche hatte) einen Freund o.ä. in der andren Einheit
zu besuchen.
Die Objekte waren durch Posten gesichert und über einen
KPP (Kontroll Passier Punkt) erreichbar.

Also ein Objekt in einem Objekt.

Ein wichtiges Objekt war zum Beispiel der Knast .
Jede Einheit hatte seine Arrestzellen. Diese waren meist in der Nähe des KKP untergebracht.

Größere Einrichtungen hatten mehrere Zellen.Einen kleinen Hof
zum Freigang.
Das gesamte Objekt war mit Stacheldraht eingezäunt und auch mit
Verteidigunganlagen versehen (Wieder Objekt im Objekt).
Die größten Räume waren für die Wachmannschaften.
Die Zellen waren winzig.
Hier möchte ich nicht einmal 10 min verbringen. Klapppritschen
an den Wand. 3 x 3 m für 4 Leute.

In fast jedem Objekt wurde ein Bereich eingerichtet, wo die Soldaten
für den Wachdienst ausgebildet wurden.
Versehen mit Schautafeln , Nahkampfgeräten , Sportgeräten usw.
Es wurde in größeren Objekten ein Raum eingerichtet, wo man das ganze Objekt nachgestaltet hat.

Es waren richtige Wacheinheiten, die nichts anderes gemacht haben.


Besondere wichtige Objekte durch durch KGB Einheiten bewacht.

Hier haben wir Anschauungsmaterialen für den Bunkerbau , Stellungsbau
usw. gefunden.

Einer unserer größten Funde ist ein Orginalverteidigungsplan eines
Objektes. Hier ist festgelegt wo welche Stellung ist, Nachrichtenverbindungs mittel, Ausrüstung usw.

Als " Geheime Verschlußsache " eingestuft.


Es gab auch Objekte die mit einem elektrischen geladenen
Zaun versehen waren. (Kernwaffenlager)

Eine noch unklare Sache ist, was mit Hunden bewacht wurde.
Wir haben ein Objekt, wo nachweislich Hunde zu Bewachung eingesetzt wurden. Den Hunden hat man die Reißzähne mittels einer Zange
abgekniffen. Sinn dieser "Übung" war, wenn ein Hund beißt, sollten
große und tiefe Wunden entstehen. Wir haben 1994 2 Hunde
aus einem Objekt geholt. Einer war in einer Hundeaufzuchtanlage
eingesperrt. Der Käfig war mit Draht zugemacht.Der Hund war fast verdurstet.
Das Objekt war bereits geräumt. Ein weiterer Hund lief im Objekt umher.

In einer Ecke waren die erschossenen Hunde verscharrt. 10 cm
Erde deckte die Kreaturen zu.
In einem Feuerlöschteich wurde ein Hund gefunden, der ertränkt
wurde. Man hatte ihm einen Stein ans Halsband gebunden und ins
Wasser geworfen.

Es war ein Elend ,das alles zu sehen.

Wir hatten vor dem Abzug eigentlich dafür gesorgt, das Hunde und Katzen
an Tierheime übergeben werden konnte.

Ein Eisenbahner hat uns berichtet, das jedes Jahr ein Waggon
mit Hunden ins Objekt gebracht wurde. Diese wurden niemals
wieder gesehen.


In diesem Objekt haben wir Hundelaufleien gefunden. Diese waren
bis zu 75 m lang.
Es waren Stahlseile die an Schwellen befestigt waren.
Daran befand sich ein Kugellager. An diesem Kugellager befand sich
eine Kette, an dem der Hund angemacht war.

Das Objekt verfügt über einen Gleianschluß.


Soweit

Manfred

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 06.08.2002 00:10

Besten Dank für die ausführliche, interessante Erläuterung. So macht es richtig Spaß!

Mike

Manfred

Beitrag von Manfred » 06.08.2002 20:49

Ich habe versprochen über besonders gesicherte Objekte der GUS
Streitkräfte zu berichten.
Ein Objekt davon ist das Kernwaffenlager Linda - Stolzenhain.

Dieses Objekt wurde , wie bereits angeführt, durch eine KGB - Einheit bewacht.

Die Anlage selbst wurde durch eine NVA Baueinheit errichtet.
Es erfolgte lediglich der Bau der beiden Bunker.
Es sind Zwillingsbunker.
Der Innenausbau wurde durch die russischen Einheiten durchgeführt.
Damals wurden sie noch GSSD genannt. Das heißt :
Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Aber nun zu eigentlichen Sicherung.

Das gesamte Objekt war mit einen 2 Meter hohen Stacheldrahtzaun
umgeben. Das war der äußere Zaun.
Am äußeren Zaun war ein KPP. Dieser war ständig mit Posten besetzt.
Aus dem Wachgebäude führte ein unterirdischer Gang zu einer betonierten Verteidigungsstellung.

Die Zufahrt führte zum Wohnbereich für die Offz. und zu den Kasernen.
Desweiteren waren hier die Heizung , Fuhrpark , Tankstelle usw.
untergebracht.

Zwischen den äusseren Zaun und dem eigentlichen Objekt befinden sich im Wald Verteigungsstellungen. Es sind meist vorgefertigte Betonteile,
die eingegraben wurden.

Das eigentliche Objekt war durch einen weiteren KPP gesichert.
Nur über diesen war ein Zutritt möglich.
Die Sicherung erfolgte durch einen doppelten Stacheldrahtzaun.
Davon war der innere Zaun unter Hochspannung gesetzt.
Der KKP hatte auch eine Fahrzeugschleuse.

Zwischen dem äußeren und inneren Zaun war eine ca 10 m breiter
Kiesstreifen.

Unmittelbar hinter diesem Zaun waren Verteidigungsanlagen. Diese waren gut getarnt und aus Beton gefertigt.

Direkt an den Bunkern waren nochmals Einmannstellungen.
Diese ziehen sich wie ein Ring um die Bunker.

Die Bunkereingänge waren nochmals mit Schießscharten gesichert.
Diese befinden sich unmittelbar über den Türen.
Auf den Bunkern waren nochmals Wachtürme. Diese waren massiv gepanzert.


Leider habe ich keine möglichkeit Bilder hochzuladen.
Dann wäre die Beschreibung etwas anschaulicher.


Gruß

Manfred

oliver1

Beitrag von oliver1 » 16.08.2002 23:24

[quote="oliver1"]Moin
In Hamburg Billbrook ist im Moment ein ein Mann Bunker offen zu sehen.

Nun isser wech.......16.8.02 ca16.15 Uhr

Gruß Oliver

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klaushh
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Beitrag von klaushh » 19.08.2002 09:37

Moin!
Wo war er denn in Billbrook?
Gruß
Klaus

oliver1

Beitrag von oliver1 » 19.08.2002 18:19

hallo

wo der bunker stand kannst du hier ein paar seiten weiter vorne lesen.


gruß oliver

Odin

Beitrag von Odin » 26.08.2002 18:31

Moin Leute,

Ich bin mir zwar nicht 100% sicher,aber ich glaube gegenüber dem
Containerdepot in der Halskestrasse eine ganze Menge dieser Bunker gesehen zu haben.
Leider hatte ich noch keine Zeit dieses genauer zu erforschen.
Auf der S-Bahn Strecke Richtung Poppenbüttel kann man auch einen sehen.

TomRiddle

Beitrag von TomRiddle » 24.07.2003 15:11

Moin

vielleicht interressiert es ja noch:

Im Zuge des Baus der Linie zum Flughafen ist auch eine Schutzzelle zwischen Gleisen im Aufahrtbereich Ohlsdorf Richtung Norden gut sichtbar.

Gruß Tom
Zuletzt geändert von TomRiddle am 25.07.2003 08:02, insgesamt 2-mal geändert.

lutz1st

Beitrag von lutz1st » 24.07.2003 15:46

am Strand vor unserem Bootshaus an der Süderelbe (direkt neben der "alten harburger Elbbrücke" lag immer einer, aber der ist irgendwie verschwunden...
falls ihn jemand sehen sollte ....

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 24.07.2003 17:28

Das war ein Röhrenbunker zu Zivilschutzzweckern.

Mike

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