Heeresverpflegungsämter

Nichtmilitärische Zweck- und Repräsentationsbauten und -Projekte des Nationalsozialismus 1933-1945
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redsea
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Re: Heeresverpflegungsämter

Beitrag von redsea » 24.01.2020 18:05

Hallo Beate,

da vermutest Du richtig: BILD Dir Deine Meinung. ;-)

Viele Grüße

Kai

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Zwackelmann
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Re: Heeresverpflegungsämter

Beitrag von Zwackelmann » 11.07.2020 11:42

Hallo zusammen,

Ich bin im Zusammenhang mit einer anderen Recherche auf das Heeresverpflegungsamt Aachen gestoßen, es lag in Aachen-Forst, Freunder Weg und geriet bei einem Luftangriff am 14. Februar 1943 in Brand.

Gruß, Thomas!
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Re: Reichsnährstandssilos

Beitrag von tobias » 14.09.2021 03:22

Direkt am mittellandkanal und an der A2..
In Hannover an der Hansestrasse.
Da ich leider lange nicht aktiv war hab ich vergessen wie ich die placemarks setze
https://goo.gl/maps/uLaLzqnU3Rwrc6qm9


https://earth.app.goo.gl/?apn=com.goog ... rmysfU7A
Mit Google earth kann man mehr erkennen:)

https://www.google.de/amp/s/aboutcitie ... kanal/amp
Zuletzt geändert von redsea am 14.09.2021 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag an bestehendes Thema angehängt

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Heeresverpflegungsamt Hannover

Beitrag von redsea » 14.09.2021 21:27

Hallo Tobi,

Deinen Beitrag zum HVA Hannover habe ich vom Thema Reichsnährstandssilos hier her verschoben.
talpa hat geschrieben: Hallo!
Hannover Nordhafen: Leider nur noch als Rudiment vorhanden, dh.
zwei Silospeicher, ein Bodenspeicher.
Die Silos werden noch als solche genutzt, der Bodenspeicher beherbergt eine Spedition.
Ansonsten ist das Gelände abgeräumt, und ich habe das Gefühl auf kurz oder lang folgt der Rest, sprich Schotter für Holland.
Diese Anlage habe ich aber nie als Heeresverpflegungshauptamt angesehen,
sondern immer dem Reichsnährstand zugerechnet.

Das Gelände findest Du "eingeklemmt" zwischen VW und Conti, bzw Kraftwerk, dierekt am Mittellandkanal.
Nach dem Krieg wurde das ehem. HVA zunächst von den Briten als Cold Store 80 Supply Depot Hannover genutzt und später vom Futtermittelhersteller Rhenania Allgemein und der Haupt-Genossenschaft Hannover.

Die angehängten Fotos sind aus August 2008 und September 2010. Damals waren die Schriftzüge RHENANIA ALLGEMEIN und HAUPT-GENOSSENSCHAFT HANNOVER an den beiden Silospeichern noch vorhanden und noch gut lesbar und die Silospeicher, wie man auf den Fotos der Verladeaktivitäten erkennen kann, zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch in Betrieb.

Viele Grüße

Kai
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Re: Heeresverpflegungsamt Hannover

Beitrag von tobias » 17.09.2021 00:08

wo ist der unterschied zwischen einem Nährstandsilo und einem Verpflegungsamt? das eine wird militärisch genutzt das andere für die Zivilbevölkerung? gerade im WWK müsste die Grenzen doch da fließend gewesen sein oder?

Ein wenig makaber finde ich es dass diese Silos direkt vor der Tür und in Sichtachse des Conti KZs lagen und die Insassen zT an Hunger verstorben sind.
Zuletzt geändert von redsea am 17.09.2021 19:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Überflüssiges Vollzitat entfernt

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Re: Heeresverpflegungsämter

Beitrag von redsea » 17.09.2021 18:59

Hallo Tobi,

die Unterschiede zwischen Reichsnährstand und den HVA’s zur Versorgung des Heeres, haben wir im Thema Reichsnährstandssilos sehr ausführlich diskutiert und dokumentiert.

Siehe u.a. die Beiträge von Baum und Talpa und einige weitere.

Bevor wir hier die gleiche Diskussion erneut führen und dieselben Fakten darlegen, arbeite Dich doch einfach mal durch das besagte Thema Reichsnährstandsilos. Sollten sich Deine Fragen damit nicht beantworten oder sich neue bei Dir auftun, kannst Du sie dann gerne dort mit Bezug auf den entsprechenden Beitrag stellen.

Irgendwo in dem Thema haben wir auch Bezug auf die Arbeit von Frau Angelika Oelgeklaus genommen, in der sich u.a. Erläuterungen wie folgende finden:
Die Wehrmacht als Bauherr

Die zentrale Planung und Steuerung bei der Errichtung von Reichstypenspeichern für das Heer und den Reichsnährstand


Die Speichergebäude der im gesamten Deutschen Reich gegen Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zeitgleich entstandenen Heeresverpflegungsämter wurden nach einheitlichen und typisierten Bauplänen erstellt. Die Bauplätze für die Verpflegungsanlagen des Heeres und für die Getreidespeicher des Reichsnährstandes, die der Versorgung der Bevölkerung dienten, wurden von den obersten Reichsbehörden nach strategischen und logistischen Gesichtspunkten ausgesucht und festgelegt. Die Nähe zu Wasserwegen, Eisenbahnlinien und Verkehrsknotenpunkten bestimmte die Standortwahl für die Speichergebäude. Die Wehrmacht baute somit zielgerichtet ihre eigene Infrastruktur auf.
Bei diesen Gebäuden, die der Einlagerung von Getreide dienten, handelt es sich um normierte sog. Reichstypenspeicher, auch Reichsgetreidespeicher bzw. Reichsgetreidesilos genannt.

Das Ende 1938 unter Mitwirkung der Reichsstelle für Wirtschaftsausbau ins Leben gerufene „Programm für den beschleunigten Bau von Getreidelagerräumen“ forcierte die Errichtung von neuen Speichergebäuden anhand von reichszentral entwickelten Bautypen. Mit deren Ausführung wurden jeweils lokale Bauunternehmen beauftragt.

Ausgehend von der Versorgungssituation der Zivilbevölkerung und der Soldaten am Vorabend des Zweiten Weltkrieges zeichnet der Beitrag die Entwicklungsstufen dieses Bautyps nach und fokussiert insbesondere die Baupolitik der Wehrmacht und des Reichsnährstandes im Hinblick auf die agrar- und militärpolitischen Ziele der NSDAP.
Quelle: Institut für vergleichende Städtegeschichte


Ich hoffe ich habe Dir hiermit ein wenig weiterhelfen können.

Viele Grüße

Kai

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Re: Heeresverpflegungsämter

Beitrag von tobias » 18.09.2021 01:31

Cool vielen Dank für deine Antwort :)

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Re: Heeresverpflegungsämter

Beitrag von Talpa » 19.09.2021 09:02

Zur Anlage Hannover,

Natürlich ist das Objekt klar ein Heeresverpflegungsamt und damit eine Anlage der Wehrmacht.
Im oben eingebrachten Zitat hatte ich das noch als fraglich dargestellt.
Die Ansicht das es anders sein könnte entstammt den Anfängen meiner Recherchen die mit eben diesen Objekt als Impusgeber begonnen hatte.
Ansonsten wie redsea bereits geschrieben hat beide Rubriken lesen. :thumbup:
Taktik ohne Technik ist hilflos,
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Re: Heeresverpflegungsämter

Beitrag von Landvogt1756 » 19.09.2021 15:17

Moien,
Neues Heeresverpflegungsamt Trier Metternichstrasse, erbaut ab 1937/38, bei einem Luftangriff durch amerikanische A-20 am 7. Oktober 1933 schwer beschädigt (36 Tote). Nach dem Krieg durch die frz. Armee wieder aufgebaut und bis 1999 als Versorgungsamt Commissariat de Armee verwendet. Enthielt u.a. die Offiziersbäckerei und das Lager für die Offiziersbettwäsche. Im Zuge der Konversion zunächst gastronomische Nutzung und eine gläserne Schuhfabrik, heute Gastrobetrieb und Hauptsitz der Abfallbeseitigungsgesellschaft.
h.

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