Unterirdischer Flugplatz

Fliegerhorste, Militärflugplätze, Ausweich- und Notlandeplätze und zugehörige Anlagen
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zulufox
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Re: Unterirdischer Flugplatz

Beitrag von zulufox » 01.08.2020 11:36

LB# hat geschrieben: 31.07.2020 23:58 Bereits die deutsche Luftwaffe benutzte stark geschützte Bunker auf Flugplätzen.

Ein Beispiele war in Lärz (Rechlin-Lärz) bis 1945 in Benutzung. Zur Sprengung 1945 wurden die Mistel-Flugzeuge, eine starke Holladungsbomben, eingesetzt.
Nach 1945 wurden überall Flugzeugebunker errichtet.

Mit freundlichen Grüssen
Lorenz
Hallo Lorenz,

um nur etwas richtigzustellen:

Die Halle in Lärz (im Bild sind links die Überreste zu sehen)
Lärz Wartungshalle von 1945 mit sowj. FSB.jpg
war als Montage- und Wartungshalle für die "Strahler" geplant. Sie war bei der Besetzung von Lärz durch die Rote Armee am 2. Mai 1945 noch im Rohbau, insbesondere waren noch keine Schiebetoren eingehängt. Die Rote Armee soll dann auf dem Gelände des Platzes vorhandene Sprengköpfe für "Mistel-Flugzeuge" auf das Dach transportiert und danach gezündet haben.
Lärz Wartungshalle 1993 11 02 B 6.jpg
So zeigte sich die Halle im Jahr 1993.

Bei der Luftwaffe sollten wohl auch einige Plätze mit Flugzeug-Schutz-Bauten ausgestattet werden. Mir ist allerdings trotz aller an mich herangetragenen Gerüchte nur ein unvollendeter auf dem ehemaligen Fliegerhorst Brandis bekannt.
Brandis LB 1944.jpg
Auf dem Ausschnitt der Luftaufnahme aus dem Sommer des Jahres 1944 ist dieser am linken Bildrand ziemlich unten zu erkennen.
Brandis Me 163 FSB 1993.jpg
Dieses Bild aus dem Jahr 1993 zeigt den unvollendeten FSB vom Boden aus. Deutlich zu sehen, dass die Öffnung nach der Besetzung des Platzes durch Rotarmisten zugemauert wurde. Die schon fertiggestellten Lagerfundamente des Dachbogens im vorderen Teil sind aber zu erkennen.

MfG
Zf :holy:
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LB#
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Unterirdischer Flugplatz Lärz

Beitrag von LB# » 08.08.2020 12:58

Hallo ZULUFOX,

in Lärz war ich vor über 25 Jahren, als das spätere Museum noch ganz am Anfang war. Man erzählte von dem riesigen gesprengten Flugzeugbunker. Hin gehen durften wir aber nicht.
Heute ist es recht einfach, den Standort zum Beispiel mit Google Earth zu finden. Wegweiser "Zum Bunker" gab es natürlich nicht.
Weder Internet noch irgendwelche Bücher über Rechlin Lärz gab es.
In "J. Zapf, Flugplätze der Luftwaffe Band 5 " wird auf diesen Bunker auf Seite 138 eingegangen.
Bei " C. Regel, Die Erpobungsstelle Rechlin" in "Flugerprobungsstellen bis 1945" wird auf Seite 84 die Fertigstellung angegeben, allerdings wurden Tore nicht geliefert. Für Umbau - und Wartungsarbeiten soll dieser Bunker aber intensiv genutz worden sein.

Der Bunker wurde vor etwa 25 Jahren so beschriben, dass er bis zum Abzug der Luftwaffe genutzt wurde. ob es dabei nur um die ME 262 oder andere besonders zu schützende Dinge ging, blieb zukünftigen Untersuchungen überlassen.

Mit freundlichen Grüssen

Lorenz

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