Munitionsanstalten

Rüstungsindustrie, Waffen- und Munitionsproduktion, Munitionsanstalten, Tanklager, Depots, U-Verlagerungen etc.
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 11.11.2017 10:09

Hallo Wilhelm94,

im Gelände der ehemaligen Luftmunitionsanstalt 2/XIII sind zumindest einige Straßen (Chemnitzer Straße, Breslauer Straße, Glauchauer Straße, Oberlungwitzer Straße, Karlsbader Straße) frei zugänglich. Da kann man noch einige Gebäude der Nicht-Lagerbereiche erkennen, die nach Kriegsende umgebaut wurden, um dort Flüchtlinge und Vertriebene unterzubringen.

MfG
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 22.11.2017 09:13

Hallo,

um die Frage nach der Luftmunitionsanstalt 2/XIII Neuendettelsau noch etwas zu ergänzen:

1998 gab es einen kleinen Band: "700 Jahre Neuendettelsau - Festschrift zur 700-Jahr-Feier 1298/1998" herausgegeben von Hans Rößler, Neuendettelsau.

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/A ... +700-Jahr-

Darin zwei Kapitel:
Von der Muna zur Augustana S. 187 - 197 und
Bomben oder Strümpfe? Gewerbeansiedlung in der "Muna" 1945-1956 S.196 - 210

Hans Rößler hat noch ein zweites Bändchen verfasst:

"Unter Stroh- und Ziegeldächern - Aus der Neuendettelsauer Geschichte" erschienen 1982
https://www.amazon.de/Unter-Stroh-Ziege ... 3865401104

Darin das Kapitel
Weiße Fahnen
Kriegsende in Neuendettelsau


MfG
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ThomasK
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Beitrag von ThomasK » 06.03.2018 13:45

Nach meiner Kurzvorstellung im entsprechenden Unterforum melde ich mich hier gleich mal mit einer Frage zu Wort:
Es war mir bisher nicht möglich, den Standort des Feld-Luftmunitionslagers 3/VIII festzustellen. Ich weiß im Grunde nur, dass es Ende Januar 1944 mit sofortiger Wirkung aufgelöst wurde. Weiß hier jemand mehr dazu?

In der langen Liste von Zulufox gibt es leider keinen entsprechenden Eintrag.

Eine weitere Frage habe ich bezüglich des vorangestellten Wortes "Feld": Wo genau war der Unterschied zwischen einem Munitionslager und einem Feld-Munitionslager? Mein eigener Lösungsansatz geht dahin, dass Feld-Munitionslager eher provisorisch ohne viel Mauern und Betonieren errichtet werden - auf Kriegsdauer oder für die Dauer eines Einsatzabschnitts und von vorneherein nicht für die spätere Nutzung im Frieden vorgesehen waren. Stimmt das so oder gibt es eine ganz andere Erklärung?

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zulufox
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Beitrag von zulufox » 06.03.2018 18:29

Hallo ThomasK,

da hast du aus zwei Gründen eine schwere Frage gestellt:

Feldmunitionslager 3/VIII bedeutet ja im "Regelfall", dass es das dritte Lager dieser Art war, das im Luftgau VIII aufgestellt wurde. Das Problem ist hierbei Luftgau VIII.
Der umfasste ursprünglich Schlesien, Sitz des Kommandos in Breslau. Der wurde später nach Krakau verlegt und dann später nach ...

Damit sind die Standorte von Einheiten, die in diesem Luftgau aufgestellt wurden, nicht immer nachzuvollziehen.

Feldmunitionslager wurden darüberhinaus oft nur zur Munitionslagerung für ganz bestimmte Zweck angelegt: Bevorratung für eine Offensive oder von Beutemunition oder ...

Ein schönes Beispiel für ein solches Feldmunitionslager 2/XIII, das behelfsmäßig auf dem Einsatzhafen Seligenstadt ostnordostwärts von Würzburg.

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Beitrag von ThomasK » 06.03.2018 23:29

Danke für deine Antwort! D.h. es wird wohl eher Zufall sein, wenn die gesuchte Info irgendwo in einem Dokument auftaucht.
Deinem letzten Satz fehlt das eine oder andere Wort, aber ich denke ich habe ihn mir gedanklich richtig fertiggestellt. Dieses Lager 2/XIII wurde also auch nur für einen bestimmten Zweck und eine gewisse Dauer errichtet?

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Munitionsausgabestelle 20/XI

Beitrag von Gerfried Eisen » 16.03.2019 18:43

Hallo allerseits,
eher durch Zufall bin ich auf Munitionslagerbunker gestoßen, von denen ich vermute, das sie zur Munitionsausgabestelle 20/XI gehören könnten.
Als Bauwerkstyp würde ich "H2b" oder "H2c" vermuten.
Ganz charakteristisch sind die 4 Ecktürme (die Bunker sind zwar gut mit Bäumen und Büschen bestanden, aber für den "fachkundigen" Blick gut zu erkennen...)

Das Gelände wurde und wird seit 1945 permanent nachgenutzt.
Bis 1945 von der NVA und nach 1989 von der Stadt Rostock.

Wie eine Anlieferung erfolgte, kann ich nur vermuten (die Bahnstrecke Rostock - Bad Doberan verläuft in unmittelbarer Nähe -- es ist aber nichts mehr zu erkennen, was auf einen Bahnanschluss hinweisen würde -- es wurde einfach zu viel gebaut, umgebaut, abgerissen, überbaut...)

Falls jemand noch etwas mehr weiß, immer her damit -- aber immerhin stehen die Bunker noch :8):


[edit: Beitrag an bestehendes Thema angehängt • redsea]
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Geschichte ist etwas, das vielleicht im Grunde erst geschrieben werden kann, wenn alles so lange vorbei ist, dass niemand mehr lebt, der ein aktuelles Interesse daran hat, wie es gewesen sein sollte.
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Luftwaffendienstvorschrift 450

Beitrag von Gerfried Eisen » 05.07.2019 10:30

Hallo allerseits,
ich bin bei meinen Recherchen über den folgenden link gestolpert...

http://michaelhiske.de/Wehrmacht/Luftwa ... tSeite.htm

Vorschrift für das Verwalten der Munition bei der Truppe

Teil 2 enthält die Dienstvorschrift für Lufthaupt- und Luft-Munitionsanstalten (Stand Juli 1941)
Im Anhang 29 ist eine Liste der Standorte enthalten...

Die Hauptseite ist im übrigen ein wahrer Schatz an Dienstvorschriften...
Viel Spaß damit!
Viele Grüße, Euer Geri
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Re: Munitionsanstalten

Beitrag von christianCH » 10.09.2019 22:06

Munas sind überhaupt nicht mein Gebiet. Trotzdem wüsste ich gerne, weshalb die Muna Neu Tramm 1. hier nirgends erwähnt wird und 2. in der Folge auch keine Zuordnung zu finden ist.

Neu Tramm war ja von Bedeutung bei der Montage der V1-Reichenberg.

Wäre schön, wenn jemand Klärung schaffen könnte. Leider findet sich auch im bekannten Werk von Jochen Tarrach Ein Hauch von „Tausend Jahren“ dazu kein Hinweis.
Gruss, christianCH

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Re: Munitionsanstalten

Beitrag von redsea » 11.09.2019 21:13

Hallo Christian,

dann schließe ich mich gleich noch mit einer 3. Frage zur Muna Neu Tramm an:

Auf der von wobo in einem anderen Thema verlinkten Seite: Neu Tramm Schein-Dorf voller Geheimnisse 1938-2006 heißt es:
1938: Beschlagnahme des Geländes durch die Standortverwaltung Salzwedel zum Bau einer „Heeresmunitionsanstalt" […]
In meinen Unterlagen habe ich Tramm / Neu Tramm als Luftmunitionsanstalt mit dem Kommentar: “Tramm/Neu Tramm (1941-23. April 1945) Herstellung FI-103, V1, A4-V2 und Reichenberg Gerät Fieseler Fi-103R (bemannte V1 oder V4)“ verzeichnet. Leider hatte ich mir damals die Quelle dieses Kommentares nicht notiert.

Deshalb meine Frage in die Runde: War Tramm / Neu Tramm Luft- oder Heeresmunitionsanstalt?

Viele Grüße

Kai

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Re: Munitionsanstalten

Beitrag von christianCH » 11.09.2019 22:55

Hallo Kai,

der Begriff dürfte aus dem Buch von Tarrach stammen, wo er auf Seite 9 auch schon «Heeresmunitionsanstalt» verwendet.
Für mich ist das aber suspekt, war doch die Fi 103 das Projekt der Luftwaffe und das A4 dasjenige des Heeres. Dass jedoch Neu Tramm etwas mit dem A4 zu tun gehabt haben soll, lese ich in deinem Kommentar zum ersten Mal.
Umgekehrt scheint die Muna aber gemäss Tarrach als dritter Standort neben Hitzacker und Dragahn ab 1938 durch das Heeresbauamt II gebaut worden zu sein. Munition wurde da aber scheinbar nicht hergestellt.
Ab Frühjahr 1942 wird eine Funktion als Versorgungslager für die Luftwaffe erwähnt.

Auf Seite 22 taucht dann auf einmal der Begriff «Luftmuna» auf und ab Mitte Dezember 1943 soll die Montage von V1 begonnen haben.

Ist es möglich, dass die Muna zwar als Heeresmunitionsanstalt gebaut, dann aber wegen anderweitiger Nutzung künftig als Luftmunitionsanstalt verwaltet und betrieben wurde?
Wie geschrieben, habe ich von der Organisationsstruktur von Munas keine Ahnung. So oder so müsste der Standort aber eine Zuordnung und damit eine Nummer gehabt haben.
Gruss, christianCH

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