Brandbombenreste im Asphalt

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
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EricZ
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Beitrag von EricZ » 10.10.2005 13:11

Noch ein kleiner Hinweis:

Die Bomben sind nicht durch den Asphalt durchgeschlagen und stecken seit mehr als 60 Jahren darin. Die Stabbrandbomben sind im Laufe der letzten Jahrzehnte durch Frost, Wärme, Feuchtigkeit usw. wieder nach oben gewandert und haben den Asphalt von unter her aufgedrückt.

Grüße, Eric
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Ergebnis: Brandbombe!

Beitrag von EricZ » 10.10.2005 16:03

Moin Moin,

die Spekulationen, ob es sich um Brandbomben oder etwas anderes handelt haben ein Ende!!! :)

Gerade habe ich einen Anruf erhalten vom Ordnungsamt Duisburg.
Tenor: Wir haben heute mittag zusammen mit dem KMRD die Stelle aufgesucht. Dabei hat sich ihr Hinweis als richtig herausgestellt, daß es sich bei dem Relikt um den Rest einer Brandbombe gehandelt hat.

Gleichzeitig habe ich aber auch noch erfahren, daß im Süden der Stadt in "Kappes-Serm" auf den Äcker regelmäßig noch komplette Brandbomben gefunden werden und in einem weiteren Stadtteil ebenfalls noch derartige Relikte in der Straße zu entdecken sein sollen... :lol:

Grüße, Eric
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bfh

Re: Ergebnis: Brandbombe!

Beitrag von bfh » 10.10.2005 20:54

EricZ hat geschrieben:Moin Moin,

die Spekulationen, ob es sich um Brandbomben oder etwas anderes handelt haben ein Ende!!! :)

Gerade habe ich einen Anruf erhalten vom Ordnungsamt Duisburg.
Tenor: Wir haben heute mittag zusammen mit dem KMRD die Stelle aufgesucht. Dabei hat sich ihr Hinweis als richtig herausgestellt, daß es sich bei dem Relikt um den Rest einer Brandbombe gehandelt hat.


Grüße, Eric
Hallo Eric,


kannst Du in Erfahrung bringen, aus welchen Material die Brandbombenreste sind?


Grüße
Günter

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Beitrag von EricZ » 11.10.2005 07:52

Die Reste der Brandbomben bestanden/bestehen scheinbar vollständig aus Elektron, einer Aluminium-Magnesium-Legierung.

Ob es sich dabei um die 90/10 Mischung handelt, kann ich nicht sagen. Gefüllt waren die Brandbomben wohl mit Thermit (Eisenoxid plus Alupulver), welches ich noch als Brandsatz aus meiner frühen Experimentierphase kenne, ich meine damals habe ich den Römpp Raaf bemüht und unseren Apotheker gequält...

Eric
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Beitrag von hollihh » 11.10.2005 09:01

Der "Kopf" der Brandbomben besteht aus Stahl. Durch das höhere Gewicht des in Verbindung mit einem kleinen Leitwerk fielen diese Teile fast senkrecht nach unten und konnten so Dachziegel durchschlagen und blieben auf dem Dachboden liegen. Der Zündmechanismus befand sich am Fuß. Die Thermitfüllung war in Pellets oder Pillen innerhalb der Elektronhülle. Thermit brennt mit sehr hohen Temperaturen ab (ca. 2600 °) - ich glaube, man nimmt es noch heute, um Schienenstöße zusammenzuschweißen. Nach dem Entzünden des Thermits brannte die Hülle unter einem Funkenregen mit ab. Ich kann es zwar nicht mit 100%er Sicherheit sagen, aber die Stahlköpfe der meisten Stabbrandbomben hatten eigentlich kein "Loch" in der Mitte, sahen also nicht aus wie eine (Schrauben)mutter - eine Ausnahme bildeten wohl die Modelle mit Zerlegerladung. Bei den Bildern handelt es sich m.E. dann wohl nur noch um die "Köpfe" der Brandbomben, bei denen die Zerlegerladung bestimmungsgemäß funktioniert hat......
Die Zerlegerladung hatte mehr eine psychlogische Wirkung für die Entschärfer und Beseitiger, die Brandwirkung wurde eher beeinträchtigt.

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Beitrag von Ollie » 11.10.2005 09:18

hollihh schrieb:
Thermit brennt mit sehr hohen Temperaturen ab (ca. 2600 °) - ich glaube, man nimmt es noch heute, um Schienenstöße zusammenzuschweißen.
.

Stimmt genau, das so genannte aluminothermische Schweißen. Kann man des Öfteren in Städten mit Straßenbahnen bei zusehen, schönes Feuerwerk auf Nulllevel.

Grüße aus BÄRlin
Ollie
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(Ricarda Huch)

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Brandbombenreste im Asphalt

Beitrag von Pettersson » 11.10.2005 10:36

Hi Eric,

und wieder ein Rätsel gelöst :thumbup:

Haben die Kollegen vom KMRD die Hochfriertheorie bestätigen können ?

Salute,
Torsten

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Beitrag von EricZ » 11.10.2005 18:57

Hi Torsten,

die Hochfriertheorie wurde indirekt bestätigt durch die Aussage, daß auf Acker durch Witterungseinfluße, vor allem durch Frost Brandbomben ebenso wie Steine im Erdreich bewegt werden könnten und im Frühjahr dan von den Bauern regelmäßig auf dem Acker oder wenig darunter gefunden werden.

Grüße, Eric
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Beitrag von hollihh » 11.10.2005 19:57

EricZ hat geschrieben:Weitere Ergänzung: Von diesen Stabbrandbomben gehen laut KMRD grds. keine Gefahren aus; anders sieht es natürlich bei Phosphorbrandbomben und vor allem bei Sprengbomben aus.
Sorry, aber dieser Aussage kann man nur entschieden widersprechen (ich glaube auch nicht, dass sie so von einem verantwortlichen Mitarbeiter des KMRD getroffen wurde. Selbst teilabgebrannte Stabbrandbomben können immer noch eine funktionsfähige Zerlegerladung besitzen.

http://abu.urlnet.de/modules.php?name=N ... &sid=17936

"Hochfrieren" unter Asphalt/Teer geht eigentlich nicht, das funktioniert nur bei nassen Böden. Ansonsten müssten Berge von Steinen unter jeder Straße wachsen...

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Beitrag von EricZ » 12.10.2005 05:38

Moin,

Ob Du da entschieden oder wie auch immer widersprechen möchtest: Diese Antwort habe ich vom KMRD wie von mir wiedergegeben erhalten, basta! Zudem gehe ich davon aus, daß er ausschließlich den Straßenabschnitt mit seinen Brandbombenresten gemeint hat, zu dem er geordert wurde.
Der KMRD sollte nach meiner Einschätzung soviel Kompetenz besitzen, die "Lage" oder den Sachverhalt so zu beurteilen, daß die mir gegenüber gemachte Äußerung in diesem konkreten Fall zutrifft.


Ob diese Hochfrier-These auf sämtliche Arten von Straßen zutrifft, ist dann ein anderes Thema. Allerdings erlaube ich mir den ergänzenden Hinweis, daß es unter dem Bereich der Fundstelle durchaus feuchter ist, als in anderen Ecken der Stadt, nicht grundlos heißt dieser Bereich der Stadt Wasserviertel...vor langer, langer, langer Zeit floß im Bereich dieser Straßen einmal die Ruhr in den Rhein.

Grüße, Eric
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