Brandbombenreste im Asphalt

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
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EricZ
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Brandbombenreste im Asphalt

Beitrag von EricZ » 13.09.2005 21:19

Moin,

am Tag des offenen Denkmals gab auch in Duisburg verschiedene Veranstaltungen, die unter dem Themeschwerpunkt Krieg und Frieden standen.

Dabei gab es eine Führung, die auch durch das Wasserviertel in der Innenstand ging. Dort finden sich noch heute Reste von Brandbomben, die im alten Asphalt sichbar sind.

Hat jemand schon mal davon gehört, daß es so etwas auch in "seiner" Stadt gibt?

Grüße, Eric
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petzolde
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Beitrag von petzolde » 13.09.2005 22:12

hi EricZ,
hast du ein Bild davon?
Ist das so zu sehen, oder nur beim Straßenaufbruch?
gruß EP

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Beitrag von EricZ » 14.09.2005 10:25

Moin,

Klar: Bilder muß ich in den kommenden Tagen aber erst machen und dann hier nachreichen.

Mich hat dieser mir bis vor etwa zwei Wochen so nicht bekannte Aspekt aber mehr oder weniger aus den Schuhen gehauen. Brandbombenreste im Asphalt. Vielleicht nicht so spektakulär wie die Funde explosiver Bomben, aber trotzdem spannend.

Grüße, Eric
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Beitrag von EricZ » 16.09.2005 09:36

Moin,

habe heute eine Antwort per mail bekommen
Hallo Herr Zeppenfeld,

ich habe gerade gesehen, dass die Brandbomben in der Fuldastraße Thema in Ihrem Forum sind. Ich bin zwar nicht der Entdecker dieser Spuren (die Ehre gebührt Herrn Bovexxx, der mich darauf aufmerksam machte), aber ich habe mit meinen Stadtführungen wohl als erster öffentlich drauf hingewiesen.

Zu dem Thema, warum die Bomben jetzt zu Tage treten: Ich vermute, dass sie hochfrieren. Das kennt man von Archäologischen Funden und Steinen auf Äckern: Durch Frost rutschen Objekte nach oben und drücken sich durch die Oberfläche. Ich denke übrigens, dass eine schnelle Dokumentation hilfreich wäre, denn durch die Presseartikel könnte ja die Stadt aufmerksam geworden sein. Vielleicht wird die Straße ja dann in nächster Zeit gemacht. Dann könnte im übrigen auch geklärt werden, ob das wirklich Brandbombenreste sind. Vielleicht sind wir da auch alle einem Irrtum ausgesessen.

Grüße

Marc Olejniczak

________________________________
Stadt Duisburg
Wenn hier wieder besseres Wetter ist, werde ich schnell Bilder machen und diese auch hier nachreichen.

Grüße, Eric
Zuletzt geändert von EricZ am 16.09.2005 09:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Pettersson
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Brandbombenreste

Beitrag von Pettersson » 16.09.2005 09:40

Hi Eric,

also die Geschichte mit dem Hochfrieren ist möglich.

Warte nicht zu lange mit den Fotos, die Strassenbauer können manchmal sehr fix sein und wenn dann evtl. noch ein mögliches Gefährdungspotential gesehen wird ........

Gruß aus dem Süden,
Torsten

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Beitrag von EricZ » 16.09.2005 19:37

Moin Moin,

vorhin die Bilder gemacht, auf geht´s:
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Beitrag von EricZ » 16.09.2005 19:39

Teil 2:

Man denkt zuerst, daß es sich nur um Frostschäden im Asphalt handelt:
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Beitrag von EricZ » 16.09.2005 19:46

Teil 3

Damit Ihr nicht glaubt, ich habe nen Stich nun zwei Detailaufnahmen. Wenige Momente nach der Aufnahme dieser Bilder bin zum Einkaufen in einem anderen Stadtteil gewesen, wo mir ebenfalls diese markanten Risse im Asphalt zu finden sind.

Duisburg zählte allerdings auch zu den Städten, wo gigantische Mengen an Stabbrandbombern runtergeworfen wurden.
Chancen auch woanders solche Relikte zu finden bestehen nach meiner Einschätzung vor allem auch in anderen Städten, die ähnlichen Bombardements ausgesetzt gewesen sind. :lightup:

Beste Grüße, Eric
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Beitrag von Oliver » 16.09.2005 20:18

Hi Eric,

kann es sein dass auf dem Ende der mutmaßlichen Stabbrandbome etwas steht? Meine auf Deinem letzten Foto so was wie Schrift zu erkennen.

Aus Nürnberg ist mir so was nicht bekannt, mag aber auch daran liegen dass es im WK II noch viel Kopfsteinpflaster gab, dass mittlerweile durch normalen Asphalt ersetzt wurde.

Gruß
Oliver

hollihh
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Beitrag von hollihh » 16.09.2005 20:57

Ich muß zugeben, daß ich leichte "Verständnisprobleme" mit der Brandbombentheorie habe.

Steine "frieren" tatsächlich hoch, daß passiert meist auf nassen oder feuchten Böden. Wenn das Wasser gefriert, hebt sich der ganze Boden mitsamt Steinen. Nach dem Tauen senkt der Boden sich aber nicht gleichmässig, Sand und Erde um den Stein sinken zuerst wieder herunter, weil sie schneller antauen bzw. werden von Niederschlägen runtergespült oder geweht. Das kann natürlich auch mit anderen "massigen" Körpern passieren, man kennt das auch bei Blumenzwiebeln... soweit die Theorie. Aus dem Asphalt müssten dann neben den Brandbombenresten auch jede Menge Steine wachsen...

Die überwiegend vonden Engländern abgeworfene Stabbrandbombe war der Typ INC 4lbs (ca. 1,7 kg) die auch als Mk IV bzw. V (brannte schneller) bezeichnet wird. Diese ist tatsächlich sechseckig, ca. 50 cm lang und mit einem Stahlkopf versehen (wie in Teil 3) war, der als Beschwerung diente, hinten hatte das Teil eine Art Leitwerk. Gefüllt war das Ganze mit Thermit. Stabbrandbomben ließen sich im Gegensatz zu Phosphorbomben relativ leicht löschen, man warf sie einfach aus dem Haus, warf Sand darüber oder stopfte sie in einen Eimer Wasser. Um das zu verhindern, wurde ein kleiner Teil mit Zerlegerladung versehen, die detonierte. Dadurch war die Brandwirkung zwar reduiziert, die psychlogische Wirkung beim Beseitigen war aber sehr hoch. Stabbrandbomben sind heute noch hochbrisant und immer ein Fall für den Kampfmittelräumdienst. Das ist auch mein zweites Argument : Es ist ja nicht auszuschließen, das Brandbombenblindgänger im Bereich der Straße gefallen und beim Eindringen in den Boden verlöscht sind - warum wurden die Teile dann nicht geräumt ?
:?:

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