Sirenentest

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
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grisu1702 (†)

Beitrag von grisu1702 (†) » 17.06.2005 22:29

Der Landkreis Osterholz (OHZ) ist in vier Bereiche aufgeteilt worden, jede Woche wird am Samstag um 12.00 Uhr ein Bereich mit einer Probealamierung überprüft.

Alle vier Woche ist so jeden Gemeinde einmal dran .

Ausgelöst werden die Probealamierungen über die FeuerwehrTechnischeZentrale (FTZ).

dochiq

Beitrag von dochiq » 21.06.2005 17:08

Bei uns in Müden (Lüneburger Heide) ist jeden Samstag Punkt 1130 Sirenenprobe...

Matze
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Beitrag von Matze » 21.06.2005 17:55

Im Ammerland immer am ersten Tg des Monats um 12 Uhr Mittags.

MaSt
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Beitrag von MaSt » 21.06.2005 18:20

Oliver hat geschrieben:Hi,

also bin zwr jetzt nicht der Fachmann, aber es muss eine Fernüberwachung geben. Kann mich noch gut an die überregionalen Tests erinnern (da heulten zeitgleich alle Sirenen in der BRD) und da stand nirgendswo einer zum Horchen, wäre bei der damaligen Dichte von Sirenen auch schwierig gewesen.
Es gibt / gab keine Fernüberwachung, weder bei den Drahtgebundenen Warnamtsirenen noch bei den Funkausgelösten Feuersirenen (bzw der Kombination Draht/Funk)...
Es kam immer mal vor das Sirenen nicht angelaufen sind, sei es durch ausfall einer Leitung/Warngestell oder der Sirenenweiche, zur Erinnerung: es wurden normale Telefonleitungen genutzt und bei Auslösung wurde eine Frequenz draufmoduliert die erst die Sirenenweiche (entsprechende Telefon ausschalten und auf die Sirenensteuerung umschalten) und dann die Sirenensteuerung angesteuert hat.

Was die Funkalarmierung angeht : An der Sirene ist nur ein Empfänger, da sendet nichts.

Probealarme für die Feuerwehr haben auch nichts mit den ehem. Warnamtauslösungen zu tun, in Schleswig-Holstein (zumindest in den Landkreisen KI/RD/PLÖ/NMS/OH) sind die Sirenenfunkempfänger nur mit dem Doppeltonauswerter für "Feueralarm" ausgerüstet,d.h. es kann nur dieses Signal über Funk ausgelöst werden.Es wäre aber technisch Möglich die Empfänger auf andere Doppeltöne (für Probe,Katastrophenalarm,ABC-Alarm,Luftalarm,Entwarnung...) umzurüsten,das ist z.B. in Österreich gang und gebe und teilweise in EINIGEN Landkreisen in Deutschland zumindest für Katastrophen und Probealarm so gemacht worden.Wann/ob/wie ein Probealarm für die FW gemacht wird ist entscheidung der FW/des Landkreises.

Ist mir eh schleierhaft wieso man so lange an der Drahtgebundenen Alarmierung gehangen hat, vielzuviele Fehlermöglichkeiten, zu kostenintensiv und viel zu langsam (Vorlaufzeit von Stunden bis Tagen da z.T. erst Leitungen von der DBP geschaltet werden mussten)...

Die drahtgebundene Warnamtalarmierung war eh nur Augenwischerei, bei einem Raketenangriff wäre die Warnung dann 2 Tage später erfolgt,nur dann hätte es keinen mehr gegeben der hätte gewarnt werden können.Selbst wenn die Anlagen hochgefahren waren wäre es quasi unmöglich gewesen innerhalb von 15 minuten die Sirenen zu ziehen.Zudem war es selbst bei den Probealarmen erforderlich einen riesen Verwaltungsakt in Gange zu bringen eh das okay zum Auslösen kam.Hört sich ja alles toll an wenn man hier in Nostalgie verfällt und immer wieder liest wie toll das Warnsystem doch war, aber in der Praxis war es genausogut wie gar keins (auch wenn das einige hier jetzt nicht wahrhaben wollen...Geht doch mal in das Warnamtmuseum und lasst euch mal das Prozedere erklären, ich fühlte mich anschliessend ganz schön verar... über ein Warnsystem was nicht [zeitnah] warnen kann), insofern kein großer Verlust.Aber ich schweife ab...

Jan

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Maeks
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Beitrag von Maeks » 21.06.2005 19:39

MaSt hat geschrieben:
Die drahtgebundene Warnamtalarmierung war eh nur Augenwischerei, bei einem Raketenangriff wäre die Warnung dann 2 Tage später erfolgt,nur dann hätte es keinen mehr gegeben der hätte gewarnt werden können.Selbst wenn die Anlagen hochgefahren waren wäre es quasi unmöglich gewesen innerhalb von 15 minuten die Sirenen zu ziehen.Zudem war es selbst bei den Probealarmen erforderlich einen riesen Verwaltungsakt in Gange zu bringen eh das okay zum Auslösen kam.Hört sich ja alles toll an wenn man hier in Nostalgie verfällt und immer wieder liest wie toll das Warnsystem doch war, aber in der Praxis war es genausogut wie gar keins (auch wenn das einige hier jetzt nicht wahrhaben wollen...Geht doch mal in das Warnamtmuseum und lasst euch mal das Prozedere erklären, ich fühlte mich anschliessend ganz schön verar... über ein Warnsystem was nicht [zeitnah] warnen kann), insofern kein großer Verlust.Aber ich schweife ab...

Jan
Mich würde mal interessieren was du mit hochfahren der Anlage meinst. Wenn du die Hochlesitungssirenen meinst, so liegst du falsch die waren immer funtionsbereit. Da mußte nichts hochgefahren werden.Ich habe mit Augenzeugen geredet die mir erzählt haben, das die Sirenen sogar bei Blitzschlag losgegangen sind. Ein Landwirt hat mit dem Pflug sogar eine Sieren ausgelöst als er das Steuerkabel abgerissen hat.

Schöne Grüße
Maeks

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Beitrag von Baum » 21.06.2005 20:52

schön, dass wir mal wieder ein wenig zum Thema zurückgefunden haben, denn die Frage war nicht, wann und wie oft wurde die Freiwillige Feuerwehr von Kleinkleckersdorf probehalber alarmiert, sondern wie wurde die einwandfreie Funktion der Sirenen im Probebetrieb für den V-Fall/Zivilschutz-/Katastrophenfall kontrolliert.
Dass der bürokratische Aufwand großwar/ist, zeigt sich ja auch daran, dass die Termine rechtzeitig in den Tageszeitungen und allen lokalen Amtsblättern angekündigt werden müssen.

Baum

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Beitrag von MaSt » 22.06.2005 11:48

Maeks hat geschrieben: Mich würde mal interessieren was du mit hochfahren der Anlage meinst. Wenn du die Hochlesitungssirenen meinst, so liegst du falsch die waren immer funtionsbereit. Da mußte nichts hochgefahren werden.Ich habe mit Augenzeugen geredet die mir erzählt haben, das die Sirenen sogar bei Blitzschlag losgegangen sind. Ein Landwirt hat mit dem Pflug sogar eine Sieren ausgelöst als er das Steuerkabel abgerissen hat.
Hallo,
gemeint ist die Warnamttechnik, es lief nämlich nicht wie beim Lichtschalter : Knopf drücken und die Sirenen laufen an.

Mit Hochfahren der Anlage meine ich die Zeit zwischen Einschalten der Warnamtstechnik (Verstärker einschalten [Das war alles 50er Jahre "KlickerKlacker Technik",nicht viel mit Transistoren sondern tausende Relais],Aufschalten auf das Telefonnetz etc.) bis das Lämpchen "Bereit" aufleuchtet und das waren min. 5 min !
Wie gesagt es wurden Telefonleitungen genutzt die ,solange das Warnamt sich aufgeschaltet hat, nicht mehr zum Telefonieren nutzbar waren.Viele Fernkabel waren auch nur angemietet und mussten extra von der DBP umgeschaltet werden (und das ging nicht in 5 min sondern brauchte ein paar Tage vorlaufzeit!).Wenn das Warnnetz aufgeschaltet war waren nicht nur die Sirenen auslösebereit sondern auch die sog. Warnstellen (Lautsprecher) die in verteitigungswichtigen Betrieben und Behörden angebracht waren aktiviert (In der Regel lief dann ein Endlos-Tonband "Hier spricht Warnamt XY, bitte bleiben Sie am Gerät" o.ä.).

Der sehr vereinfachte Ablauf:
1.) Sicherstellen das Aufgeschaltet werden darf/kann (Alle Leitungen verfügbar ? Klären mit DBP) : ca. 1-5 Tage
2.) Einschalten der Anlage/Aufschalten auf das Telefonnetz:
ca. 5-15 min.
3.) Absetzen der Warndurchsagen/Auslösung der Sirenen:
sofort
4.) Abschalten der Anlage: Sofort

Mit Sicherheit wäre das Warnamt in einem Konfliktfall dauernd aufgeschaltet gewesen, aber bei den nicht unwahrscheinlichen Fall eines Überraschungsangriffs mit Raketen/Überschall Bombern hätte keine rechtzeitige Warnung erfolgen können...

Der Warndienstartikel wird ja gerade erweitert, vielleicht liessen sich da ja noch mal ein paar mehr technische Details einbringen, Herr Lipski vom Warnamtsmuseum hat mit Sicherheit Unterlagen die das ganze Prozedere anschaulich machen können.

Zu den Fehlauslösungen einzelner Sirenen :
Klar das ist immer möglich durch Überspannungen,Teilweise hatte auch nicht jede Sirene eine Warnamtsansteuerung sondern es gab eine Warnamtsansteuerung und eine Funkansteuerung (FW) z.B. in einer Feuerwache und diese Steuerung hat dann über eine normale 2 Drahtleitung eine oder mehrere Abgesetzte Sirenen direkt angesteuert (dort war dann nur ein Schütz/Relais vorhanden), wenn man so eine Leitung kurzschliesst (z.B. mit dem Pflug unglücklich zerschneidet) laufen die Abgesetzten Sirenen natürlich so lange wie der Kurzschluss besteht.

Jan

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Beitrag von skyper » 25.06.2005 19:18

Zu den Fehlauslösungen einzelner Sirenen :
Ich weis von einigen ehemaligen älteren Kollegen, das die Telefonleitung Vermittlungsstelle zum Teilnehmer nicht extra gekennzeichnet war ... also ein Techniker beim prüfen von Leitungen schonmal durch einen Kurzschluß oder Erdschluß die Sirene zum Anlaufen brachte...

Die Sirenen wurden über einen Übertrager auf normale analoge Hauptanschlüsse mit aufgeschaltet, zusätzlich hatte diese "Weiche" auch noch einen Anschluß für Erde. Ich erinnere mich das ältere Kollegen mir erzählt haben, das die Auslösung durch B-Ader gegen Erde erfolgte... aber das war alles vor meiner Zeit.

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Beitrag von MaSt » 25.06.2005 22:27

skyper hat geschrieben: Die Sirenen wurden über einen Übertrager auf normale analoge Hauptanschlüsse mit aufgeschaltet, zusätzlich hatte diese "Weiche" auch noch einen Anschluß für Erde. Ich erinnere mich das ältere Kollegen mir erzählt haben, das die Auslösung durch B-Ader gegen Erde erfolgte... aber das war alles vor meiner Zeit.
Falls du die Kollegen noch mal fragen könntest wäre das toll, soweit ich das behalten habe hat die Weiche den Telefonanschluss "echt" abgeschaltet (Relais das mit einer aufmodulierten Spannung umgeschaltet wurde,die Spannung lag solange an wie das Warnamt aufgeschaltet war) und dann wurde die Sirene getacktet...

Ich weiss auch noch das Techniker beim Rückbau der ZS-Steuerung in der lokalen Feuerwache für "merkwürdige" Sirenensignale gesorgt haben (eben weil besagte Ader hinter der Weiche gegen Erde kam) :-)

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Beitrag von skyper » 26.06.2005 01:12

MaSt hat geschrieben:
skyper hat geschrieben: Die Sirenen wurden über einen Übertrager auf normale analoge Hauptanschlüsse mit aufgeschaltet, zusätzlich hatte diese "Weiche" auch noch einen Anschluß für Erde. Ich erinnere mich das ältere Kollegen mir erzählt haben, das die Auslösung durch B-Ader gegen Erde erfolgte... aber das war alles vor meiner Zeit.
Falls du die Kollegen noch mal fragen könntest wäre das toll, soweit ich das behalten habe hat die Weiche den Telefonanschluss "echt" abgeschaltet (Relais das mit einer aufmodulierten Spannung umgeschaltet wurde,die Spannung lag solange an wie das Warnamt aufgeschaltet war) und dann wurde die Sirene getacktet...

Ich weiss auch noch das Techniker beim Rückbau der ZS-Steuerung in der lokalen Feuerwache für "merkwürdige" Sirenensignale gesorgt haben (eben weil besagte Ader hinter der Weiche gegen Erde kam) :-)
Bei meinen Eltern steht eine Sirene noch auf dem Dach, im Keller hängen die Steuergeräte... vom Übergabepunkt der Post (Apl) ging ein Kabel ab zur Telefonanlage und eines direkt zur Weiche neben dem Steuerkasten... heute sitzt da nur noch eine Leere Dose ohne Technik drin....(am Apl wurde nichts umgeklemmt, aktive Technik wie Relai etc. waren nicht in der Dose drin, nur ein Übtrager und evtl. nen Widerstand/Kondensator oder so)... mit den Fragen wird etwas schlecht, da ich nicht mehr bei der Firma bin, aber in zwei Wochen werd ich mir die Schaltpläne zur Sirene genauer anschauen...

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