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kleingaertner
 


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
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Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 11:55 Antworten mit Zitat

Hallo Thomas,

Die Stelle für den geplanten Hangarbau befindet sich hier: http://goo.gl/maps/LCnCK
Im Rahmen einer geführten Exkursion wurde auf die von Dir gesuchte Stelle hingewiesen. In GE wird diese aber nicht erkennbar sein, man sieht jedoch vom Waldweg aus eine entsprechende Vertiefung in der ansonsten topfebenen Umgebung.
Auch habe ich hier eine Übersichtskarte des Flugplatzes Biblis vor mir liegen, auf der u.a. auch der geplante Hangar an dieser Stelle eingezeichnet ist.(siehe "Geschichtsblätter des Kreises Bergstraße" Band 25.)

Darauf sieht man auch, dass die "Stockschneise", an der der Hangar gebaut werden sollte, die am besten preparierte Piste war, um Flugzeuge vom Flugplatz zur Autobahn zu bringen. In ihrem weiteren Verlauf Richtung Nordost, also Richtung Autobahn beschreibt die Stockschneise einen Bogen, der heute noch in GE bzw. Maps zu erkennen ist (Labels einschalten) http://goo.gl/maps/36rno
Ich vermute, dass sich an der Stelle des heuteigen Parkplatzes, also dort, wo die Stockschneise auf die Autobahn trifft, die von Dir gesuchte Rampe befindet. Ich werde mir das bei Gelegenheit mal vor Ort anschauen und berichten.

Beste Grüße
Marcus
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zulufox
 


Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 3211
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Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 13:26 Antworten mit Zitat

Hallo Marcus,

die Flugzeughalle Stockschneise Ecke Kohlschneise wurde nachweislich durch ein Luftbild fertiggestellt.

Die Flugzeughalle für die Arado 234 des Kommandos Hecht (Oberleutnant Sommer) befand sich aber nach seinen persönlichen Angaben an der Salzlackschneise Ecke Dachsbühlschneise. Die Fundamente der Halle sind heute noch zu sehen.
Die "Werfthalle" des Einsatzhafens befand sich ganz im Westen des Waldes, am Ostrand des Rollfeldes, zwischen Salzlackschneise und Merzelschneise. Überreste sind ebenfalls noch vorhanden.
Bislang habe ich westlich der L 3111 die Überreste von insgesamt neun Hallen gefunden.

Von diesen ominösen Rampen muss es eigentlich insgesamt acht gegeben haben. Vier kann ich durch das Luftbild nachweisen.
Das Zustandekommen ist leicht zu erklären, die Stockschneise, die Zimmerhügelschneise, die Langehügelschneise und die Tannackerschneise finden ja heute noch ihre Fortsetzung ostwärts der Autobahn. Ursprünglich führten bei allen vier Schneisen Brücken über die RAB. Diese wurden beim Ausbau der RAB zur Behelfsstart- und Landebahn gesprengt und beiseite geräumt.
Da die Brücken ja über die RAB führten, hatte man zu beiden Seiten Auffahrtrampen angeschüttet.

MfG
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Voransicht mit Google Maps Datei Biblis RAB.kmz herunterladen/in Google Earth öffnen
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Luftbild vom 24. März 1945 Bildmitte links die Halle, rechts die Autobahn mit 3 Rampen (Datei: Biblis RAB 1945 03 24.jpg, Downloads: 284) Reste der Arado-Halle an der Salzlackschneise (Datei: Biblis Halle 1 Salzlackschneise 2007 04 04.jpg, Downloads: 302) Teile der Reste der Werfthalle (Datei: Biblis Werfthalle 2003 02 23.jpg, Downloads: 204)
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zulufox
 


Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 3211
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Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 13:42 Antworten mit Zitat

Robin hat folgendes geschrieben:
Hallo,

Der Turm der heute Teil der amerikanischen Senderanlage war war früher der Tower des Flugplatzes.


Ergänzung zu dieser Aussage:

Auf den Einsatzhafen Biblis gab es bis zur Besetzung durch US-Heereseinheiten keinen "Tower".
Das gesamt Gebäude wurde für die Sendeanlagen errichtet.

MfG
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Standort der Sendeanlagen 1945: platte Wiese (Datei: Biblis Sendeanlage 1945.jpg, Downloads: 286) Dieselbe Ecke auf dem Satellitenbild von 2009 (Datei: Biblis Sendeanlage 2009.jpg, Downloads: 284)
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kleingaertner
 


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 173
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Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 15:53 Antworten mit Zitat

Hallo Zulufox,

vielen Dank für die Aufklärung bezüglich der Halle, insbesondere für das entsprechende Luftbild! Ich denke, dieser "Beweis" dürfte auch für den Leiter der kürzlich stattgefundenen Exkursion sehr interessant sein. icon_wink.gif Fundamente dieser Halle (offensichtlich die einzige in Autobahnnähe östlich der L3111) scheinen aber nicht mehr zu existieren, deshalb wohl auch die Annahme, dass damals nur ein Aushub stattfand.

Die von den von Dir beschriebenen Reste der 9 Hallen westlich der L3111 sind mir ebenfalls bekannt, ebenso der Justierstand inkl. noch vorhandener Verzurrösen und Fundamente eines Beobachtungsturms in unmittelbarer Nähe.

Noch nicht ganz klar ist mir die Bedeutung des "Bogens" am östlichen Ende der Stockschneise. Anhand des mir vorliegenden Plans ist dieser aufgrund der Darstellung von höherer Qualität als die restlichen Wege in diesem Bereich, weshalb ich ihm eine besondere Bedeutung zukommen lassen würde.
Klar ist, dass sämtliche Brücken über die RAB gesprengt werden mussten, um diese als Startbahn zu nutzen, aber kann man wirklich davon ausgehen, dass alle Auffahrten danach auch als Rampe benutzt wurden? Immerhin hätten diese auch entsprechend abgeflacht werden müssen, um auf Autobahn-Level zu kommen.

Viele Grüße
Marcus
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zulufox
 


Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 3211
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Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 20:07 Antworten mit Zitat

kleingaertner hat folgendes geschrieben:
Die von den von Dir beschriebenen Reste der 9 Hallen westlich der L3111 sind mir ebenfalls bekannt, ebenso der Justierstand inkl. noch vorhandener Verzurrösen und Fundamente eines Beobachtungsturms in unmittelbarer Nähe.


Hallo Marcus,

interessant, die Fundamente dieses "Beobachtungsturms" such ich schon seit einiger Zeit, denn an der Stelle soll sich nach Angaben von Erich Sommer ein Tornado-Peiler befunden haben. Und die Dinger werden gerne mit "Beobachtungstürmen" verwechselt.

kleingaertner hat folgendes geschrieben:
Noch nicht ganz klar ist mir die Bedeutung des "Bogens" am östlichen Ende der Stockschneise. Anhand des mir vorliegenden Plans ist dieser aufgrund der Darstellung von höherer Qualität als die restlichen Wege in diesem Bereich, weshalb ich ihm eine besondere Bedeutung zukommen lassen würde.


Besondere Bedeutung hatte das "Ding" halt als "Wendeschleife": Über den nördlichen Ast konnten die Flugzeuge zur Autobahn hin geschleppt werden, über den südlichen Ast lief anscheinend der Schlepp zurück zu den Abstellplätzen.

kleingaertner hat folgendes geschrieben:
Klar ist, dass sämtliche Brücken über die RAB gesprengt werden mussten, um diese als Startbahn zu nutzen, aber kann man wirklich davon ausgehen, dass alle Auffahrten danach auch als Rampe benutzt wurden? Immerhin hätten diese auch entsprechend abgeflacht werden müssen, um auf Autobahn-Level zu kommen.


Ich habe ja den Begriff "Rampe" extra in Anführungszeichen gesetzt, die hatten mit dem Übergang auf die RAB nichts zu tun, das waren reine Auffahrtrampen für die Brücken. Aufgerollt auf die Autobahn wurde im Bereich des heutigen Parkplatzes "Jägersburger Wald" von dem Bogen aus.

Ob es etwa im Bereich der heutigen Brücke der Mannheimer Straße über die Autobahn einen weiteren Übergang von der RAB zur Kohlschneise gab, kann ich bisher noch nicht belegen. Es scheint mir aber wahrscheinlich und zumindest Gerüchte darüber haben ich schon gehört.

MfG
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kleingaertner
 


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 173
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Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 21:21 Antworten mit Zitat

zulufox hat folgendes geschrieben:

Hallo Marcus,

interessant, die Fundamente dieses "Beobachtungsturms" such ich schon seit einiger Zeit, denn an der Stelle soll sich nach Angaben von Erich Sommer ein Tornado-Peiler befunden haben. Und die Dinger werden gerne mit "Beobachtungstürmen" verwechselt.


Hallo Zf,

im Anhang findest Du ein Bild eines der 4 Fundamente (quadratisch in einem Abstand von geschätzten 5m angeordnet) und den Standort.

Der Vollständigekeit halber noch je ein Bild vom "Verzurrplatz" und einer dazu gehörenden Öse.

Wäre interessant, mehr über den Tornado-Peiler zu erfahren.

Beste Grüße
Marcus
 
Voransicht mit Google Maps Datei Turmfundamente.kmz herunterladen/in Google Earth öffnen
Dieser Dateianhang steht nur registrierten Nutzern zur Verfügung.
eines der 4 Turmfundamente in Nähe des Schiessstandes (Datei: P1030977.JPG, Downloads: 159) Betonplatte, auf der die Flugzeuge zwecks Justage der Bordkanonen festgezurrt wurden. Schiessstand im Hintergrund durch Bäume verdeckt (Datei: P1030139.JPG, Downloads: 178) Verzurröse (Datei: P1030138.JPG, Downloads: 157)
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kleingaertner
 


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 173
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Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 23:30 Antworten mit Zitat

zulufox hat folgendes geschrieben:
über den südlichen Ast lief anscheinend der Schlepp zurück zu den Abstellplätzen.


Kann man also davon ausgehen, dass auch auf der RAB gelandet wurde? In Anbetracht der geringen Breite wäre doch eine Landung auf dem (unbefestigten) Flugfeld die sichere Variante gewesen, oder?
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zulufox
 


Anmeldungsdatum: 02.10.2006
Beiträge: 3211
Wohnort oder Region: In der Nähe des Urpferdchens

Beitrag Verfasst am: 02.11.2012 23:45 Antworten mit Zitat

Hallo Marcus,

a) danke für die Info zum Standort des Peilers (weiteres folgt).

b) Auch eine Landung auf der Autobahn ist sicherer als eine auf einem weichen Rollfeld. Und das trifft besonders auf die 262 und die 234 zu.

MfG
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kleingaertner
 


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 173
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Beitrag Verfasst am: 04.11.2012 22:28 Antworten mit Zitat

zulufox hat folgendes geschrieben:
Hallo Marcus,

die Flugzeughalle Stockschneise Ecke Kohlschneise wurde nachweislich durch ein Luftbild fertiggestellt.


Ich war heute an besagter Stelle unterwegs und habe auch entsprechende Reste der Halle gefunden. Es handelt sich zwar nicht um die Art Fundamente, wie man sie von den anderen Hallen kennt, aber immerhin ein paar abgebrochene Eckpfeiler sind noch übrig. Auffällig ist, dass um die Halle herum noch sehr deutlich die Spuren der Planierarbeiten zu sehen sind und zwar in Form von Aufschüttungen, die auch im Hintergrund des beigefügten Bildes zu sehen sind.

Beste Grüße
Marcus
 
Abgebrochener Eckpfeiler der Flugzeughalle an der Ecke Stockschneise/Kohlschneise. Im Hintergrund die Aufschüttungen. (Datei: P1040097.JPG, Downloads: 130)
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kleingaertner
 


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 173
Wohnort oder Region: Heppenheim

Beitrag Verfasst am: 15.11.2012 21:55 Antworten mit Zitat




Unter dem o.g. Link findet man eine ca. 45-minütige Reportage über die Arado 234.
Besonders interessant im Zusammenhang mit dem Flugplatz Biblis sind die Szenen ab ca. 00:32:05, in denen Erich Sommer über seinen Einsatz in Biblis berichet und in denen (wenn ich mich nicht täusche)Originalaufnahmen aus Biblis zu sehen sind.

Viel Spaß beim Gucken
Marcus
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