HOW TO : PanoTools per PTGui

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fugaZi
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HOW TO : PanoTools per PTGui

Beitrag von fugaZi » 15.09.2004 20:14

Hallo an alle Panorama Interessierten!
Ich werde jetzt mal ein HOWTO zur Benutzung des Frontends "PTGui" schreiben. Hierbei steht "PT" für "PanoTools" und "Gui" für "graphical user interface" also "grafische Benutzeroberfläche". Womit wir auch schon beim Thema sind, denn die "PanoTools" des Professor Dersch haben ein hohes Potential, sind aber s*****e zu bedienen ;-) . Ursprünglich handelt es sich um Photoshop Plugins, die alle möglichen Korrekturen, Umrechnungen und Verzerrungen an Bildern ermöglichen. Zusätzlich gibt es ein paar sehr einfach gehaltene Programme die da heissen "PTEditor", "PTMorpher", "PTStitcher" usw. Zu finden im Internet nach einer kurzen Suche ist z.B. die PanoTools Version 2.6b1(z.B. hier http://www.path.unimelb.edu.au/~dersch/ ). Es geht hier, wie schon gesagt, aber nicht um die PanoTools, sondern um PTGui. Zu finden und als Trial downloadbar hier: http://www.ptgui.com. Dies ist ein sehr anschauliches Programm, mit dem die Funktionalität der PanoTools zur Panoramaerstellung nutzbar gemacht wird. Die folgende Beschreibung gilt prinzipiell auch für die sehr ähnlichen Programme "PTAssembler" und "Hugin".

Einstieg
Zuerst einmal "PTGui" herunterladen, installieren und beschnuppern.
Zusätzlich die PanoTools besorgen und in einen beliebigen Ordner entpacken. Sie müssen nicht weiter installiert werden, es sei den man will sie in Photoshop nutzen (dazu bitte Readme der PTs befragen). Einzige Handlung die wir erledigen müssen: die "pano12.dll" in das "C:\WINDOWS\system32" (oder ähnlich) Verzeichnis kopieren.
Anschliessend, falls nicht vorhanden, ein Panorama aus verschiedenen Einzelbildern fotografieren. Dabei sollten die Bilder mindestens 30% überlappen.
Ich nehme hierfür mal ein Minipano, bestehend aus diesen 3 Bildern:
Bild Bild Bild falschrum?!? egal!! ;-)
Wer meine Originalbilder zum Nachvollziehen haben will; bittaschen: http://www.develolabs.de/lp/pano.rar.

PTGui starten
Wir starten also zuerst einmal PTGui. Es öffnet sich ein Dialog, der auf die Trialversion hinweist und uns zwingt ein paar Sekunden zu meditieren, gefolgt von einem netten Assistenten, welcher seine Hilfe anbietet. Wollen wir aber nicht - wir wollen verstehen was wir tun, also weggeklickt. Dann sieht das Ganze ungefähr so aus:
Bild
Alles was wir tun müssen, ist die einzelnen Reiter von "Source Images" bis "Create Panorama" abarbeiten. Beginnen wir also mit den

Source Images
Hier geht es nur darum die benötigten Bilder in das Programm zu holen. Wie ihr das macht überlasse ich euch, ich ziehe sie einfach aus dem Ordner auf das Programmfenster.
Sogleich erscheint folgender Dialog:
Bild
Er zeigt uns, welche Kameraeinstellungen in den EXIF Daten der Bilder gefunden wurden und fragt ob wir sie übernehmen wollen. Sofern sie Sinn machen (und das tun sie bei meinen Beispielbildern) machen wir das.
Nun sieht das PTGui Fenster etwa so aus:
Bild
Wirklich viel gibt es auf dieser Ansicht nicht mehr zu tun - das Erkunden der unteren Schaltflächen überlasse ich euch :mrgreen: . Interessant ist vielleicht noch der "Correct"-Knopf unten rechts. Er öffnet die PanoTools direkt.

Kümmern wir uns aber um etwas wichtigeres:
Die Lens Settings
Hier sind sie schon:
Bild
Alles was wir hier sehen und ich beschreibe kann natürlich auch verändert werden. Dies ist aber entweder nicht nötig, da schon richtig aus den EXIF Daten abgeleitet oder wird später durch das Programm selber erledigt. Wir müssen erstmal nur verstehen, worum es geht. Also der Reihe nach:
- lens type
Mit welcher Art Objektiv wurde fotografiert?
In den meisten Fällen ein normalabbildenes Objektiv = Normal(rectilinear). Es sind auch andere Einstellungen möglich z.B. für Fisheye Objektive oder für schon vorhandene Panoramen.
- hor. field of view / focal length / focal length multiplier
Diese drei Werte hängen unmittelbar miteinander zusammen. Der "Multiplier" gibt das Verhältnis der Größe des CCD Chips zum Standard-Kleinbildformat (36mmx24mm) an und ist besser bekannt als "Verlängerungsfaktor" (Bei Canon 10d und 300d z.B. ca. 1,6). Hier, bei meiner Uralt-Olympus war er tatsächlich 5,4! Die anderen beiden Werte dürften bekannt sein: der (horizontale) Bildwinkel und die Brennweite. Dies hier ist die tatsächliche Brennweite; den entsprechenden Kleinbild-Brennweiten-Wert erhält man durch Multiplikation des Verlängerungsfaktors mit der Brennweite. Hier sind das (damals immer sehr ärgerlich!) ca. 35mm (5,4 x 6,6).
Jetzt wird es spannender (advanceder ;-) ):
- lens correction parameters
Die Werte a, b und c haben es in sich. Wie genau sie funktionieren sprengt etwas den Rahmen (vielleicht hole ich das noch nach; je nach Interesse), deshalb nur soviel: der wichtigste unter ihnen ist b. a und c sind mehr für das Feintuning interessant. Deshalb ist es auch durchaus sinnvoll, im weiteren Verlauf zuerst nur b zu verändern und a und c später mit einzubeziehen.
Alle drei Werte dienen zur Korrektur der Objektivverzerrungen wie z.B. Tonnen- oder Kissenverzerrungen. Je einfacher/billiger ein Objektiv ist, umso mehr Verzerrungen weisst es in der Regel auf. Noch schlimmer sind Zoom-Objektive. Und am Schlimmsten, man ahnt es schon, sind die 10-fach Zoom 100-Euro Kompaktkamera Plastiklinsen, die so nett raus- und reinfahren ;-) . Aber man (bzw. PTGui und der Optimizer) kann fast alles rausrechnen.
- image shift / shear
Und auch die Werte d, e, g und t sind zur Verzerrungskorrektur gedacht. d und e helfen aus der Objektivmitte verschobene Bilder zu korrigieren, während g und t "Scherverzerrungen" beheben können.
- individual parameters
Und zuletzt noch die Supermöglichkeit der PanoTools / PTGui :
man kann auch Bilder unterschiedlicher Herkunft, Formate, Zoomeinstellung usw. zusammenstitchen! Während der Aufnahme das Zoom versehentlich verstellt? Kein Problem! oder schon mal daran gedacht das "Bodenloch" eines fertigen Panoramas mit einem Einzelbild zu füllen? Geht auch! Ich werde es zwar hier nicht weiter behandeln, aber es bieten sich viele interessante Möglichkeiten...
Wir haben jetzt also eine ungefähre Vorstellung, was hier so gemeint sein könnte - also weiter zum nächsten Reiter:

Panorama Settings
Hier gibt es tatsächlich auch etwas einzustellen, aber erstmal der Blick auf das ungefähre Aussehen:
Bild
Unter file format wählen wir mal JPEG, um ein wenig Platz zu sparen, setzen dafür aber die quality auf 100. Alles mehr oder weniger klar, hoffe ich. Die projection ist da schon nicht ganz so klar. Alles was nicht vollsphärisch ist, also nicht ganz "rumgeht" und nicht ganz nach oben und unten "geht" projeziert man am besten "rectilinear"; so auch meine 3 Beispielbilder. Wenn es doch ganz "rumgeht", unsere Aufnahmen also den horizontalen Kreis voll abdecken (volle 360°) nehmen wir "cylindrical". Und bei vollsphärischen Panoramen, also mit Decke und Boden (wo hab ich das bloss schon mal gesehen??? ;-) ), benutzen wir "equirectangular".
Warum überhaupt "projizieren" ?
In aller Kürze: wir drehen bei Panoramaaufnahmen die Kamera quasi um den Mittelpunkt einer Kugel. Egal ob wir die komplette Kugel oder eine Ausschnitt daraus wiedergeben wollen (auf dem Bidschirm, Drucker etc.), müssen wir die gewölbte Innenfläche der Kugel irgendwie "plätten", da das Ausgabemedium ja flach ist - das macht die Projektion. Es ist also ähnlich wie bei Landkarten: die einzig (fast) wahre Darstellung der Erde oder Ausschnitte von ihr ist der Globus. Ansonsten verwendet man "Kartenprojektionen".
Zurück zum Thema: wir stellen also "rectilinear" ein und legen über die Werte field of view (hor.) und (vert.) den Bildausschnitt fest, den unser Panorama abdeckt. Dabei steht hor für horizontal und vert für vertraulich... Nein Quatsch, war nur ein kleiner Test, ob hier schon jemand schläft :mrgreen: . vert steht natürlich für vertikal. Wir wissen nun nicht so genau, welchen Bereich unsere Bilder abdecken - also wird geschätzt: nochmal schnell beim Reiter "Lens Settings" geschaut; aha, da steht was von ca. 40° horizontalem Bildwinkel. 3 Bilder nebeneinander mit Überlappung - sagen wir mal 90° horizontal. In die Höhe müsste es mehr als 40° sein - hm, hm, hm - sagen wir 60°. Korrigieren kann man später noch.
Die weiter unten stehenden Werte lassse ich mal wieder aus. Nur soviel: die "feather width" gibt die Breite des Überblendungsbereichs zwischen den einzelnen Bildern an. Je grösser der Wert, umso weicher der Übergang - ich habe diesen Wert deshalb mindestens auf 100. Try it, if you like...
So nebenbei könnten wir unser Projekt mal speichern - man weiss ja nie...

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um ein interessantes Extra vorzustellen:
den Panorama Editor
Ihr könnt ihn über WINDOW > PANORAMA EDITOR oder einfach mit STRG+E öffnen. Er ist entweder als Extrafenster zu sehen oder wird im PTGui-Fenster mit angezeigt. Da er bei zweiterer Variante allerding die Reiter nach weit unten verbannt (auch wenn er nicht angezeigt wird!), sollte man ihn wohl besser aus dem Programmfenster herausziehen und da belassen. Und so sieht er aus:
Bild
Seine Funktionen:
Unter MODE finden wir folgendes
Bild
- edit individual images
Erlaubt einzelne Bilder zu verschieben oder zu drehen
(Funktioniert nur, wenn ein Bild ausgewählt ist oder die Funktion "select image under mousepointer" aktiv ist - siehe unten.)
- edit entire panorama
Verschiebt oder dreht alle Bilder auf einmal.
- set center point
Legt durch Mausklick den Mittelpunkt des Panoramas fest.
select image under mousepointer
Wählt im "edit individual images"-Modus automatisch das Bild unter dem Mauszeiger zum Bearbeiten aus.
Wenn letztgenannte Funktion nicht ausgewählt wurde, muss man vorher oben links
Bild
das zu bewegende Bild auswählen.

Es geht weiter mit EDIT
Bild
- fit panorama
legt die Blickwinkel des Panoramas, die wir vorhin unter "panorama settings" geschätzt haben, anhand der hier angeordneten Bilder automatisch fest. (Macht also erst Sinn, wenn wir unsere Bilder ungefähr richtig verteilt haben.)
- center panorama
Zentriert unser Panorama automatisch.
- numerical transform...
erlaubt die manuelle Eingabe von Werten, um die das Panorama dann bewegt wird.

Es fehlt noch PROJECTION ("Help" spare ich mir mal ;-) )
Bild
- rectilinear
- cylindrical
- equirectangular
Spätestens hier fällt uns doch etwas auf, oder !?
Das hatten wir schon mal! Und zwar unter "panorama settings"!
Und weil das so ist, spare ich mir die Erklärung :mrgreen: . Dafür gibt es etwas anders zu sagen. Versucht mal folgendes:
Legt PTGui-Fenster und PanoramaEditor-Fenster so auf eurem Bildschirm zurecht, dass ihr beide Fenster beobachten könnt. Nun
wählt ihr, falls inzwischen verändert, den Reiter "Panorama Settings" aus und bearbeitet einmal Werte wie zum Beispiel "projection", "field of view" (beide) oder "feather width". Alle Änderungen seht ihr gleichzeitig auch im PanoramaEditor-Fenster. Bis auf "feather width" geht das auch in die andere Richtung. Schön nicht? Und so anschaulich 8) .
Die Slider verändern übrigens, wie ihr vermutlich schon bemerkt habt, die "field of view" Werte.
Fast alle eben beschriebenen Befehle gibt es im unteren Bereich den PanoramaEditors noch einmal als Icons.
Das war die erste Beschreibung des PanoramEditors. Am besten gleich offen lassen, es geht gleich nach dem nächsten Reiter hier weiter...

Den Reiter Crop können wir überspringen. Man kann hier Bilder beschneiden. Nützlich wenn zum Beispiel starke Abschattungen im Randbereich auftreten, die später im Panorama zu sehen wären.

Nächster wichtiger und interessanter Reiter ist Image Parameters
Bild
Man kann hier wieder fast alles verstellen. Das meiste macht das Programm oder seine Hilfsmittel aber selber. Der Reihe nach:
- yaw / pitch / roll
Diese Werte beschreiben die Position der einzelnen Bilder im Panorama. Wenn ihr im PanoramaEditor nicht verschoben habt, stehen diese Werte alle noch auf Null. Ich hoffe jedoch, ihr habt fleißig probiert und alles ist verstellt! Dann stellt doch nun einmal alles wieder auf Null, indem ihr in die einzelnen Felder klickt und "0" eingebt. Beobachtet dabei den PanoramaEditor - wieder sehr anschaulich :thumbup: .
Die restlichen Parameter
dürften vom Reiter "lens settings" bekannt sein. Sie lassen sich nur verändern, wenn ihr unter "lens settings" die entsprechenden Kontrollkästchen angehakt habt.
Bild
Als Anfänger lassen wir das aber erst einmal bleiben :holy: .

So! Halbzeit!
Ich mach jetzt mal 'ne kleine Pause und ihr könnt ja noch ein wenig rumspielen. Bis hierher ging es mehr um die Bedienung, und die sollte für den nächsten Abschnitt klar sein. Dann kommen wir nämlich zu den eigentlichen Funktionen des Programms und wie wir damit arbeiten können.

...

Na dann, weiter gehts!

Bevor wir zum nächsten Reiter kommen, positionieren wir unsere Bilder mit Hilfe des PanoramaEditors erst einmal grob. Hierbei können wir immer mal auf den (noch ausgewählten?) Reiter "image parameters" schauen und werden merken, wie sich die Änderungen dort niederschlagen. Durch Anklicken und Halten eines Bildes kann dieses verschoben werden. Halten wir zusätzlich noch die STRG-Taste gedrückt, können wir das Bild drehen. Nicht vergessen: "edit individual image aktivieren", sonst schieben wir das ganze Panorama in der Gegend herum.
Es sollte am Ende ungefähr so aussehen:
Bild

Nun der nächste Reiter:
Control Points
Bild
Hier kommen wir nun zu den wirklich wichtigen Dingen: den Kontrollpunkten!
Mit diesen können wir dem Programm (und das dann später den PanoTools) sagen, wie die Bilder zusammenpassen. Hierfür suchen wir in sich überlappende Bildpaaren Punkte, die in beiden Bildern identisch sind und markieren diese.
Wir wählen links und rechts ein Bildpaar aus, das wir bearbeiten möchten - hier z.B. Bild 0 und Bild 1.
Wichtig ist noch, das unten links unter "CP Type" "Normal" ausgewählt ist und die Funktion "Auto" Bild (vorerst) NICHT aktiviert ist.
Dann setzen wir im linken Bild den ersten Punkt. Ist unten links die Funktion "Jump" aktiviert (roter Kreis unten), springt der "Lupencursor" nach kurzer Zeit ins andere Bild hinüber. Falls nicht machen wir das eben selber.
Jetzt sehen wir ungefähr das:
Bild
Den selben Punkt, den wir eben markiert haben (ich habe die Graffiti-Pfeilspitze gewählt - siehe kleines Kreuz und Fadenkreuz in der "Lupe" im linken Bild) suchen wir jetzt im anderen Bild auch und markieren ihn durch anklicken. Die kleinen Kreuze können durch wiederholtes anklicken und halten der Maustaste in ihrer Lage noch korrigiert werden.
Nach getaner Arbeit haben wir unser erstes Kontrollpunktpaar:
Bild
Gut zu erkennen an den beiden kleinen Nummernkästen mit der "1" darin.
Ebenso setzen wir nun weitere Kontrollpunkte. Sagen wir insgesamt drei. Natürlich nicht alle auf einem Haufen, sondern gut (sinvoll) verteilt - ungefähr so:
Bild
Zur Info: den 3. habe ich auf einen kleine weißen Fleck gesetzt.

Alle von uns gesetzten Kontrollpunkte werden uns unten rechts in der rot markierten Tabelle angezeigt.
Ebenso wie beim ersten Bildpaar verfahren wir nun mit dem noch verbleibenden Bildpaar: Bild 1 und Bild 2. Als kleines Extra aktivieren wir aber vorher die "Auto"-Funktion! Dadurch sucht PTGui den von uns gewählten Kontrollpunkt im Nachbarbild automatisch. Je nach unserer vorherigen Positionierung der Einzelbilder im PanoramaEditor mit mehr oder weniger Erfolg... ;)
Das Ergebnis könnte so aussehen:
Bild

Die weiteren Funktionen in dieser Ansicht sind mehr oder weniger selbsterklärend bzw. nicht so wichtig - bis auf eine Sache!
Da ist noch die Möglichkeit unter "CP Type" entweder "vertical line", "horizontal line" oder "new line" einzustellen. "New line" sagt mir auch noch nicht wirklich etwas (irgendeine neue "Extra-Sache" aus den PanoTools) - wichtig ist aber vor allem die "vertical line" Einstellung, dazu später mehr...

Unsere Kontrollpoints sind nun alle gesetzt und wir können zum nächsten Reiter wechseln:
Optimizer
Und da wir ja verstehen wollen, was wir bzw. PTGui und PanoTools machen, setzen wir zuerst einmal das "Interface" von "simple" auf "advanced" :shocked: - (Was hat viele Knöpfe... ;-) )!
Nun denn, keine Angst und erst einmal schauen:
Bild
Es ist eigentlich sehr einfach. Wir können durch anhaken der einzelnen Felder beeinflussen, welche Parameter für welche Bilder durch den Optimizer beeinflusst werden sollen und welche Kontrollpunkte er dafür benutzten soll.
Die Frage ist also: Was wollen wir, dass der Optimizer tut? Alles optimieren, schon klar. Ich habe es gerade einmal versucht: man könnte alles anhaken (bis auf die beiden "shears") und es kommt etwas Vernünftiges heraus. Das ist aber nicht immer so und man lernt auch nichts dabei. Also machen wir es in mehreren Schritten (vorher noch einmal das Projekt speichern - man weiss ja nie...):
1. Bilposition optimieren
Wir setzen die Haken wie folgt:
Bild
und drücken den "Run Optimizer" Knopf. Es erscheint eine Meldung ähnlich dieser
Bild
in der wir gefragt werden, ob wir die Änderungen, die der Optimizer vorschlägt, übernehmen wollen. Ja, wollen wir, also "OK" anklicken.
Wen es interessiert, der kann mal in der Ansicht "image parameters" und/oder im PanoramaEditor schauen, ob sich etwas verändert hat. Je genauer unsere Positionierung vorher war, umso weniger Änderungen gab es gerade eben.
Wir können zum Spaß auch noch einmal die Bilder im PanoramaEditor verschieben, so dass sie gar nicht mehr zusammenpassen. Einen "Optimizer-Run" später paßt es wieder!
Noch ein Hinweis: lassen wir ein Bild in den Feldern unangehakt, so ist es quasi verankert und wird nicht bewegt. Es werden nur die anderen, ausgewählten Bilder bewegt. Dies entspricht der "Anchor Image" Auswahlmöglichkeit im "Simple Interface" (schnell mal umschalten und nachschauen!?).
Also: bei mir hieß es im Optimizer-Dialog etwas von "not bad" - mal sehen ob wir das noch besser können:
2. Entzerrung optimieren
Wir lassen in den Feldern "yaw", "pitch", "roll" und "use control points of" alles wie gehabt angehakt und starten 3 weitere Optimizer Läufe. Den ersten mit Haken an "Field of View", den zweiten mit Haken an "Field of View" und "b" und den dritten mit Haken an "Field of View", "a", "b" und "c". Während dieser drei Durchläufe beobachten wir die Meldungen, die der Optimizer ausspuckt.
Damit wir nicht zulange warten müssen, können wir den Optimizer nach ca. 1000 Iterationen per Druck auf den "Cancel"-Knopf unterbrechen
Bild
und die Änderungen übernehmen. Zuviel Iterationen schaden aber natürlich nicht :-) .
Hier eine Übersicht über die drei Durchläufe:
Bild
Bild
Bild
Das war's! Viel besser wird es nicht werden. Aber für die Tatsache, dass ich damals "von nichts 'ne Ahnung hatte" und "halt mal drei Bilder aus der Hand" gemacht habe ohne mich um "NodalPoints" oder sontwas zu kümmern ist das schon ziemlich gut.

Nun schnell nochmal das Projekt speichern und weiter zum
Reiter Preview
Wir wählen als "width" ca. 300 und als "height" ca. 180. Vorgegeben waren bei mir 327 und189. Das ist ungefähr ein Zehntel der erreichbaren/sinnvollen Kantenlänge.
Unter "include images" sollte alles angehakt sein (logisch) und dann können wir auch schon auf den "Preview"-Knopf drücken.
Aber, oh Schreck, was ist das?! :crazy:
Na ja, nicht so schlimm, es steht ja alles da: PTGui kan "PTStitcher" nicht finden (gehört zu PanoTools). Wir schliessen die Fehlermeldung und das "PTGui Stitcher"-Fenster, öffnen die OPTIONEN unter TOOLS im PTGui Fenster, und tragen auf dem Reiter Directories & Files den richtigen Pfad zur PTStitcher Application ein. Könnte z.B. so aussehen "D:\PanoTools\PTStitcher.exe".
Da PTGui zum Anzeigen der Previews und Panoramen auch noch die Pfade zu einem Bildbetrachter benötigt, tragen wir diese unter Viewers auch gleich mit ein. Dies kann z.B. dreimal "C:\Programme\QuickTime\QuickTimePlayer.exe" sein.
Dann "OK" drücken und nocheinmal den "Preview"-Knopf versuchen. Diesmal sollte es geklappt haben.
Hier mein Ergebnis:
Bild Bisschen schief, oder was?!
Das kann bei euch durchaus besser aussehen, zeigt uns aber eine Sache: wir haben einen Teil einer Kugel ausgeschnitten und diesen auf ein Rechteck abgebildet. Die Bilder scheinen auch gut zu passen. Wir haben PTGui aber nicht gesagt, wo oben und unten in der Kugel ist! Deshalb ist das Panorama mehr oder weniger schief.
Lösung:
Panorama ausrichten
Es gibt zwei einfache Möglichkeiten eine Kugel (ein Panorama) auszurichten: entweder definiert man einen Horizont (egal wo, egal wie lang, hauptsache exakt) oder man definiert mindestens zwei Vertikalen (diese dürfen nicht nahe beieinander und sich nicht gegenüber liegen - ideal ist ein Winkel von 90° zwischen ihnen).
Meistens findet man den Horizont nur sehr schwer. In unserem Fall gar nicht. Also suchen wir uns zwei Vertikalen, die möglichst weit auseinander liegen.
In PTGui funktioniert dies wie folgt:
Wir wählen wieder den "Control Points"-Reiter und wählen links und rechts DASSELBE Bild. Hier z.B. Bild 1. Weiterhin ändern wir den "CP Type" auf "vertical line" und setzen ein Kontrollpunktpaar. Diesmal aber nicht an dieselbe Stelle in beiden Bildern, sonder an zwei unterschiedliche Stellen, die aber beide auf einer Vertikalen liegen. So sollte es dann in etwa aussehen:
Bild
Das Ganze wiederholen wir für die zweite Vertikale im Bild 2:
Bild
Ich habe übrigens nicht die einfachere Laterne genommen - so etwas ist gerne schief ("gerade" bei Russen :? )

Optimizer - again...
So, jetzt noch einmal von vorne. Zuerst nur die Bilposition optimieren (siehe oben).
Danach sieht mein PanoramaEditor-Fenster so aus:
Bild
Wir wollen unser Bild natürlich in der MItte haben, also drücken wir auf "Center Panorama" Bild und erhalten in etwa das:
Bild
Sieht gerade aus? Ist es aber nicht! Wir haben stürzende Linien!
Also noch einmal den Optimizer wie eben bemüht und es kommt etwas Ähnliches wie dieses dabei heraus:
Bild
Und das ist gut so! Denn hier sind alle Bunkerkanten wirklich gerade!
wir erweitern jetzt noch den Bildwinkel unseres Panoramas (entweder mit den Schiebereglern im PanoramaEditor oder unter "Panorama Settings") bis wir in etwa das hier erhalten:
Bild
Bei mir sind das 100° mal 110° - dafür ist aber "alles drauf". Warum aber ist das Panorama so verzerrt? Ganz einfach: ich habe damals ohne viel Hintergrundwissen "drauf los geknippst" und dabei die Kamera ziemlich schief (schräg nach oben) gehalten ohne mir klar zu sein das sowas Verzerrtes dabei herauskommen MUSS. Die Verzerrung ensteht IMMER, da sie dem Kugelausschnitt entspricht. Das Bild selbst ist aber überhaupt nicht verzerrt oder schief! Der Bunker ist absolut gerade abgebildet!!!
Hätte ich das gewußt, hätte ich beim Fotografieren mehr Fläche abgedeckt, um im Nachhinein das Ergebnis besser "beschneiden" zu können...

Und nun das FINALE (endlich):
Der Create Panorama Reiter
Ganz einfach:
Einmal auf "Set optimum size drücken", checken ob alles ungefähr so aussieht:
Bild
Euren Pfad (inklusive Dateiname) auswählen und "Create Panorama" anklicken.

Und nach ein wenig Zeit und durch mich schon erledigtes Zurechtschneiden gibt es als Belohnung das hier:
Bild
Originaldatei (unbeschnitten) gibt es hier: http://www.develolabs.de/lp/pano_final.jpg = 2,4MB

Oben fehlt halt leider etwas, da ich ungünstig fotografiert hatte. Ihr dürft das natürlich gerne besser machen 8) .
Trotzdem noch eine kleine Kritik:
Dem Perfektionisten fallen leichte Doppelbilder auf. Am Schlimmsten ist (bei mir) diese Ecke hier:
Bild
Durch mehr Kontrollpunkte an passender Stelle und einem Trick sollte das vermieden werden können - hierzu also folgende kleine Bildergeschichte:

1. Schritt: weitere Kontrollpunkte
Bild

2. Schritt: Optimieren

3. Schritt: Ergebnis überprüfen
Bild
Na ja, etwas besser.

4. Schritt: mal DIES HIER versuchen!
Bild

5. Schritt: Optimieren

6. Schritt: Ergebnis überprüfen und staunen!
Bild

Hiermit ist jetzt aber Schluß!
Der Rest ist viel Erfahrung und Experimentierfreudigkeit.
Wer Fragen hat, braucht sich naturlich nicht scheuen: fragt einfach :-) .

Viel Spaß beim Ausprobieren und gebt mal ein wenig Feedback (verständlich geschrieben? u.ä.)

Gruß, fugaZi
Zuletzt geändert von fugaZi am 16.09.2004 18:07, insgesamt 11-mal geändert.
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Bart
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Beitrag von Bart » 16.09.2004 08:56

Moin fugaZi,

super Beitrag! :thumbup:

DANKE!!!

Wilm

Beitrag von Wilm » 16.09.2004 18:59

Dem schließe ich mich an !!!

Super gemacht, bringt Laune es heute am Abend gleich mal auszuprobieren.


Es grüßt

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 20.09.2004 01:01

Hannes - ich liebe Dich :mrgreen:

Ein Super-Beitrag!

Mike

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