Super-Würzburg?

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
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Deichgraf
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Super-Würzburg?

Beitrag von Deichgraf » 27.08.2004 11:02

Bei Arno Rose "Radikaler Luftkampf" heißt es auf Seite 267:
"Ab Beginn des Jahres 1944 versetzte ein Panorama-Gerät, eine Weiterentwicklung des bewährten Würzburg-Riesen, das etwa 40 Kilometer von Berlin in Tremmen im Havelland nach Nordwesten strahlte, die Leitstelle der 1. Flakdivision im Berliner Zoo-Bunker "Gustav" in die Lage, Impulse bereits aus dreihundert Kilometern Entfernung zu empfangen und auszuwerten."
Nun meine Fragen dazu:
1. Welches Gerät ist damit gemeint?
2. Welchen Tarnnamen hatte die Stellung?
3. Gibt es noch Spuren der Anlage?
Bis dann
Deichgraf

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Bart
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Beitrag von Bart » 27.08.2004 11:27

Moin Deichgraf,
1. Welches Gerät ist damit gemeint?
Warscheinlich das hier. http://www.radarworld.org/germany3.html
Ganz oben auf der Seite.
Welchen Tarnnamen hatte die Stellung?
Müsste eigentlich Trampeltier gewesen sein bedient von der 5. leichte Flugmelde Kompanie / LnReg 221.

Ein zweites Gerät stand in Werneuchen.

Gruß
Jens

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Panoramagerät bei Werneuchen

Beitrag von Pettersson » 31.08.2004 17:06

Hallo zusammen,

Bilder von den Resten des zweiten Panoramagerätes (also von dem Turm auf dem es installiert war) findet man hier:

viewtopic.php?t=3517&highlight=werneuchen

Wie die Stellung hiess weiss ich allerdings nicht (ob sie überhaupt einen Namen hatte).

Vielleicht weiss Leif mehr ?

Gruß,
Pettersson

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Leif
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Beitrag von Leif » 31.08.2004 22:12

Hallo.
Hier mal wieder einige Zeilen auf Hoffmann, Geschichte der LN, Band 2,1; Seite 300


Das Verfahren, welches die Fernübertragung der Funkmeßbilder ermöglichte, hatte den Decknamen "Landbrieftrager" Die Elemente des Anzeigebildes wurden einem Träger aufmoduliert und über Breitbandkabel oder Richtfunkstrecken übertragen.
Beim Tochterrohr wurden die Bildelemente durch Demodulation des Trägers wiedergewonnen und zum Aufbau des Tochterrohrbildes benutzt Die ersten Anlagen dieser Art erlaubten die Übertragung des Funkmeßbildes aus der Versuchs-Jagdschloßstellung "Trampeltier" bei Tremmen, westlich Berlin, und aus der Stellung 1 Ordnung Bär "A" (1/Ln Rgt 221) in Blumberg, ostwärts Berlin sowie der Stellung 2 Ordnung "Flamingo" (4 /Ln-Rgt 221 m Alt-Madlitz bei Parchim m den Gefechtsstand der 1. Flakdivision im Zoobunker Berlin.

Aus Trenkle Funkmeß Seite 74:

"Man baute daher einige Anlagen "Jagdschloß-Michael" (...)
Die Reichweite sollte 300 km betragen, die im Bau befindlichen Anlagen kamen jedoch nicht mehr zum Einsatz."

Aus Trenkle Funkmeß Seite 78:

"In der Zwischenzeit hatte die Fa. Lorenz (Dr. Messmer, Dr. Schnabel) auch die Weiterentwicklung des "Propeller", d. h. die ursprünglich als "Panorama L" bezeichnete Rundsichtanlage "Jagdhaus" im ersten Musterexemplar in Dergischow bei Zeesen errichtet, das um die Jahreswende 1944/45 den Betrieb aufnahm.
Der (auch für die höherfrequente Version des "Jagdschloß" vorgesehene) Gerätesatz überstrich den Bereich 175-230 MHz. Bei 300 kW Leistung wurde eine Reichweite von 300 km erzielt.
(...) Die auf einem runden Turm aufgesetzte Antenne (10 m x 11 m) bestand aus 2 versetzt gegeneinander angeordneten Parabolausschnitten, so daß eine Diagrammbreite von ca. 1° erreicht wurde. Oberhalb von dieser Anordnung war noch eine Antenne (wie bei FuMG 404) für Kennungsabfrage- und -Empfang angeordnet. Das Schirmbild wurde an ein zweites Sichtgerät übertragen, das sich im Zoo-Bunker in Berlin-Charlottenburg befand. 4 weitere Anlagen waren in Fertigung, bestellt waren 15. Die Anlage in Dergischow fiel in nur wenig beschädigtem Zustand
den Russen in die Hände und mußte vom deutschen Personal wieder betriebsfähig gemacht werden, wobei die Leistung angeblich sogar auf 750 kW erhöht wurde"


Irgendwie passt es nicht zusammen. Wie gut recherchiert ist denn das von Dir genannte Buch?
Die Anlagen haben eigentlich nicht viel Ähnlichkeit mit einem WÜ-Riese Gerät. In dem Jagdschloß-Michael sind einige Teile des WÜ verbaut, abre nicht die charakteristische Antenne...

Viele Grüße erst mal,
Leif

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Deichgraf
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Beitrag von Deichgraf » 01.09.2004 06:43

Leif hat geschrieben:Irgendwie passt es nicht zusammen. Wie gut recherchiert ist denn das von Dir genannte Buch?
Leif
Gute Frage. Es geht in diesem Buch vornehmlich um die Einsätze der Rammjäger und der Mistelgespanne - von daher richtet es sein Augenmerk eher auf Luftfahrtaktivitäten als auf Finessen der Radargeräte. Andererseits hab ich schon den Eindruck, als wenn der Autor weiß was er schreibt.

Guter Ansatz könnte Werneuchen sein. Leider liegt Tremmen westlich von Berlin, Werneuchen eher nordöstlich - also rund 50 km entfernt.
Bis dann
Deichgraf

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