Kaserne "Pulverschuppen" in Münster

Militärische Objekte und Anlagen ab 1945
therapist

Kaserne "Pulverschuppen" in Münster

Beitrag von therapist » 22.03.2004 20:26

Hallo!

Weiß jemand aus der verehrten Gemeinde, ob die Kasernenanlage "Pulverschuppen" in MS-Mauritz schon leer steht?

Nachdem die Fernmelder dort ausgezogen sind (rüber zur Kaserne an der M.-v.-Richthofen-Str.), war dort noch der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Münster untergebracht. Sind die noch dort oder ist die Anlage mittlerweile schon ein Lostplace? Zum Verkauf freigegeben ist sie übrigens schon.


Gruß,

Björn

Benutzeravatar
freshair
Forenuser
Beiträge: 32
Registriert: 27.06.2012 10:44
Ort/Region: Bochum

Kaserne "Pulverschuppen" in Münster

Beitrag von freshair » 05.10.2012 11:34

Hallo zusammen,

ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen. Nachdem ich hier schon Einiges über die "Eggerstedt-Kaserne" in Pinneberg lesen und auch sehen konnte, in der ich im Herbst 1977 meine Grundausbildung zum "Fernschreiber" absolvieren durfte, will ich mal schauen, ob es hier auch Leute gibt, denen der "Pulverschuppen" in Münster ein Begriff ist.

"Pulverschuppen" wurde die Kaserne genannt, in der das 1. Fernmelderegiment 11 der Luftwaffe untergebracht war (Münster stadtauswärts Richtung Handorf - Handorfer Str. direkt hinterm Kanal).

Das Gelände war relativ klein, da ja auch nur eine Kompanie untergebracht war. Neben dem Unterkunftsgebäude (die "Stuben" waren allesamt nach Ortschaften der verlorenen Ostgebiete benannt, wie z.B. Königsberg etc) gab es noch eine Waffenkammer, das Kantinengebäude, das Verwaltungsgenäude, ein Aufenthaltsgebäude mit Farbfernsehen :8): sowie ein Gebäude für die Kraftfahrzeuge. Neben uns Fernmeldern gabe es noch "Kabelaffen" :-) und Funker.

Das Kasernengelände wurde von einem privaten Wachunternehmen bewacht, darunter war ein echter Schotte (netter Kerl, kann mich aber an seinem Namen nicht mehr erinnern). Zu meiner Zeit hieß der Spieß Hauptfeldwebel Guddorf (der war sehr engagiert im Münsteraner Freilichtmuseum - was dazu führte, dass man dort auch mal "eingesetzt" wurde). Der Kompaniechef hieß Major Nagel und war ein ziemlich arroganter und eitler Fatzke.

Im Großen und Ganzen lebrte es sich dort ziemlich familiär. Während meines Aufenthaltes (01.1978 -12.1978) wurde der dortige Kantinenpächter zum ersten Mal Vater; ich glaube, die Familie wohnte sogar auf dem Gelände.

Mein Zugführer war damals Feldwebel Milinski oder Milewski (?); der war total in Ordnung. Überhaupt war die Kameradschaft ausgezeichnet. Wir Fernschreiber versahen unseren Dienst im Schichtbetrieb in einer anderen Kasern in Münster und wurden dorthin per Pendelbus gebracht und wieder abgeholt. Mit "normalen" Bundeswehr hatten wir nicht mehr viel zu tun.

Vielleicht gibt es ja hier den Einen oder Anderen, der sich ebenfalls erinnert.

Gruß aus Bochum


[edit: Thema an bestehenden Beitrag angehängt • redsea]

Benutzeravatar
kuhlmac
Forenuser
Beiträge: 2289
Registriert: 18.06.2005 12:42
Ort/Region: Hamm / Iserlohn

Beitrag von kuhlmac » 05.10.2012 13:30

Willkommen hier im Forum und in die Nachbarschaft im Pott!

Bestimmt hast du hier das schon gefunden?
Link

Ansonsten würden wir es begrüßen, wenn du dich hier vorstellen könntest.

Wir freuen uns schon auf interessante Beiträge und Fotos von dir.

Beste Grüße
"Wir essen jetzt Opa!" Satzzeichen retten Leben!

Benutzeravatar
Burki63
Forenuser
Beiträge: 7
Registriert: 01.06.2013 23:16
Ort/Region: Marl

Beitrag von Burki63 » 02.06.2013 00:47

Hallo freshair. Genau dieser Dein Beitrag hat mich zu diesem Forum geführt. ;) Ich habe im Frühjahr 1987 meine Grundausbildung als Funker in der Eggerstedt-Kaserne (gibt es meines Wissens nach nicht mehr) in Pinneberg absolviert. Also 10 Jahre nach Dir... Anschließend wurde ich, wie auch Du schon vor mir nach Münster ins 1.FmRgt.11 versetzt. Korrigieren muß ich Dich bei der Anschrift des Pulverschuppens: Richtig ist zwar Deine Wegbeschreibung (stadtauswärts Richtung Handorf hinterm Kanal), es war jedoch nicht die Handorfer, sondern die Warendorfer Straße. ;) Zu meiner Zeit waren nicht die Stuben, sondern die Gebäude nach Ortsnamen benannt (wie z.B. Haus Preußen...). Den besagten Schotten habe ich leider nicht mehr kennengelernt, aber HFw Guddorf ist mir noch ein Begriff! Was die Qualität der Kameradschaft angeht, so hat sich wohl in den zehn Jahren "zwischen uns" nicht viel geändert. Die andere Kaserne, die Du beschreibst, wo Ihr Euren Dienst versehen habt, war wahrscheinlich die selbe, in der ich meinen Dienst versehen habe; nämlich in der Manfred-von-Richthofen-Kaserne mitten in Münster. Bin mal gespannt, ob sich hier noch jemand findet, der im Pulverschuppen stationiert war..;)
Gruß aus Marl
Burkhard

Benutzeravatar
EricZ
Forenuser
Beiträge: 3462
Registriert: 06.05.2003 17:43
Ort/Region: Venloer Scholle

Beitrag von EricZ » 02.06.2013 19:56

Moin,

da mir der Name Pulverschuppen recht seltsam vorkam (war es der offizielle Name der Kaserne?) habe ich nach kurzer Suche folgendes gefunden:

http://wiki.muenster.org/index.php/Am_Pulverschuppen

http://wiki.muenster.org/index.php/Muni ... uritzheide

Interessante Vorgeschichte des Geländes.

Viele Grüße, Eric
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

BjörnT
Forenuser
Beiträge: 42
Registriert: 24.08.2012 16:46
Ort/Region: Münster/Westfalen

Beitrag von BjörnT » 02.06.2013 22:51

Ja, der "Pulverschuppen" hatte schon eine interessante Geschichte. Ich war von 1995 bis 2002 dort stationiert, beim Nachfolger der 1. und 8./FmRgt 11: dem Fernmeldesektor 112

Die Gebäude hatten Gebietsnamen: z.B. Haus Ostpreußen, Haus Pommern, Haus Brandenburg

Wenn man sich vorstellt, daß in dieser Kasernenanlage zu meiner Zeit nur etwa 25 Soldaten ihren Dienst taten und der Rest der Einheit (ca. 120 Mann) weit verstreut auf den Rifu-Stationen saß, ist es umso bemerkenswerter, daß wir eine eigene Truppenküche hatten. Ich glaube, nur wenige Kasernen hatten einen derartigen Service des Kochs, der uns tags zuvor fragte, wie denn Steak oder Schnitzel zubereitet werden sollten.... Weihnachtsfeiern fanden mit allen Soldaten und einem dreigängigen Weihnachtsmenü statt.

ja, es war schon irgendwie etwas Besonderes, im Pulverschuppen untergebracht zu sein.
Schön war die Zeit.


der Björn
Die Handgranate stellt erst eine Gefahr dar, wenn sie dick wird und Risse bekommt!

BjörnT
Forenuser
Beiträge: 42
Registriert: 24.08.2012 16:46
Ort/Region: Münster/Westfalen

Beitrag von BjörnT » 02.06.2013 22:58

Kleiner Nachtrag:

Ja, der offizielle Name der Kaserne hieß bis 1997: "Kasernenanlage Pulverschuppen"

Im Zuge einer neuen StAN wurde zum 01.07.1997 die Bezeichnunng in "Kasenenanlage Fernmeldesektor 112" geändert. Adresse war die Warendorfer Str. 263 in 48155 Münster.



der Björn
Die Handgranate stellt erst eine Gefahr dar, wenn sie dick wird und Risse bekommt!

Benutzeravatar
Burki63
Forenuser
Beiträge: 7
Registriert: 01.06.2013 23:16
Ort/Region: Marl

Beitrag von Burki63 » 03.06.2013 00:51

Hallo Björn! Sehr interessant zu lesen, wie es nach meiner Zeit im Pulverschuppen zuging. :) Was ich vergessen hatte zu erwähnen, ist, daß das 1.FmRgt11 bereits zu meiner Dienstzeit in FmSkt112 umbenannt wurde. Die Küche war übrigens schon damals sehr gut (allerdings wurden wir tags zuvor nicht gefragt, ob wir unser Steak blutig, Medium oder durch haben wollten. ;) ) Unsere Schicht bestand im übrigen damals aus "Funk", "Fernschreib" und "Fernsprech". In meinen letzten Dienstmonaten wurde die Funkstelle, deren letzter Leiter ich war, aufgelöst. Das war wohl der Anfang vom Ende.....

BjörnT
Forenuser
Beiträge: 42
Registriert: 24.08.2012 16:46
Ort/Region: Münster/Westfalen

Beitrag von BjörnT » 03.06.2013 09:19

Burki63 hat geschrieben:In meinen letzten Dienstmonaten wurde die Funkstelle, deren letzter Leiter ich war, aufgelöst. Das war wohl der Anfang vom Ende.....
Hallo!

Welche Funkstelle meinst Du denn?

Gruß,

der Björn
Die Handgranate stellt erst eine Gefahr dar, wenn sie dick wird und Risse bekommt!

Benutzeravatar
Burki63
Forenuser
Beiträge: 7
Registriert: 01.06.2013 23:16
Ort/Region: Marl

Beitrag von Burki63 » 03.06.2013 23:11

Unser Arbeitsplatz war ja in der Manfred-von-Richthofen-Kaserne. Dort befand sich damals auch die Funkstelle.
Gruß
Burkhard

Antworten