Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Luftverteidigung durch Flak und andere Fliegerabwehr, Scheinwerferstellungen, Scheinanlagen und ähnliche Objekte
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niemandsland
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Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Beitrag von niemandsland » 24.10.2020 21:06

Moin,

in einem Buch über den Luftkrieg in Kiel habe ich gelesen, das bei einem Gewitter 21 Sperrballone verloren gegangen sind.
In einem Dokument aus einem alliierten Archiv wird über einen anderen Fall berichtet, wo 18 Sperrballone verloren gingen.

Meine Frage ist jetzt: kennt jemand noch weitere Beispiele?

Drohte bei Gewitter immer oder oft ein größerer Verlust an Ballonen bei den Luftsperrbatterien? Nun, es erscheint mir logisch, da die Ballone oft in einigen 100 Metern über dem Boden standen, da waren sie mit Sicherheit eines der ersten Ziele für einen Blitz. Aus diesem Grund stelle ich mir langsam die Frage, wie hoch waren die Verluste durch Gewitter, Sturm (Abrisse,...!) usw. ?
Und wie effektiv war der Einsatz dieser Waffe tatsächlich? Konnte eine Sperrabteilung tatsächlich eine taktisch und operativ gut eingesätzte leichte Flak-Abteilung ersetzen? Gab oder gibt es dazu Statistiken ???

Soweit...

Schönes Wochenende!

Gruß aus Hannover
Guido Janthor


PS: Die Quelle des Buches reiche ich gerne nach. Das Dokument entweder aus dem NARA oder GDiR muss ich selbst wieder raussuchen. Ich hab es irgendwo auf der Platte. ;-)
Ich suche private Aufzeichnungen/Tagebücher/Berichte von ehem. Luftwaffenhelfern (oder: sogenannte "Flakhelfer"), die im Einsatzbereich LGK XI (Norddeutschland) eingesetzt waren. Kontakt bitte via PN! Danke!

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Re: Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Beitrag von niemandsland » 25.10.2020 07:54

[Update]

Quelle: "Kiel im Luftkrieg 1939-1945, aus dem Tagebuch des Alarmpostens Detlef Boelck", Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte (Hrsg), Kiel, 1980, S.32

Aus dem Eintrag vom 22.12.1941:
In der Nacht tobte unter fürchterlichem Regen ein ziemlich heftiges Gewitter, durch das 21 Sperrballone, die in großer Höhe standen, verbrannten.
Gruß aus Hannover,
Guido Janthor
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Re: Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Beitrag von zulufox » 25.10.2020 09:47

Hallo,

zum Thema gibt es einen kleinen Band: "Die Geschichte der Militär-Ballone von 1794 bis zur Gegenwart" ISBN: 3 - 925 480 - 70 - 6.

Darin übrigens auch 2 Bilder vom Sperrballon-Einsatz zum Schutz der Hindenburgschleuse des Mittellandkanals bei Anderten.

MfG
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Re: Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Beitrag von niemandsland » 25.10.2020 18:09

zulufox hat geschrieben: 25.10.2020 09:47 zum Thema gibt es einen kleinen Band: "Die Geschichte der Militär-Ballone von 1794 bis zur Gegenwart" ISBN: 3 - 925 480 - 70 - 6.
@ zulufox

Danke für den Hinweis. Aber das Thema "Sperrballon-Einsatz" hatten wir doch schon an anderer Stelle behandelt.
Link: viewtopic.php?f=48&t=4707&start=33

Für mich ist die Frage interessant, ob das mit den Verlusten durch Gewitter, Stürme usw. öfters vorgekommen ist, als die mir bisher bekannten Fälle.

Ansonsten sind mir die Luftbilder bei NCAP zum Thema Luftsperrballon Einsatz (Kiel Holtenau, Brunsbüttel, Seelze, Anderten, Jena, usw.) bekannt, das reicht mir. Ich persönlich möchte nicht viel weiter in diese Thematik einsteigen. ;-) Flak an sich reicht schon!

Trotzdem Danke für den Hinweis. Vielleicht hilft es jemand andern weiter.

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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Re: Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Beitrag von HaVo79 » 26.10.2020 17:17

Hallo Herr Janthor,
bin mir nicht sicher ob es weiter hilft, in dem Buch" Die Luftverteidigung im Abschnitt Wilhelmshaven 1939-1945" von Friedrich August Greve, finden sich auf der Seite 262 folgende Informationen zu den Grenzen für einen Einsatz der Ballons:
Windstärke zwischen 6 und 7
Sturmgefahr
Gewitter und die Gefahr von Vereisung im Winter.
Dann wurden sie eingeholt und am Boden verankert. In Wilhelmshaven war die Luftsperrabteilung 206 der Luftwaffe zuständig.
Ballon-Verlustzahlen finden sich in dem Buch nicht.
Mit freundlichen Grüßen
V.Harms

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Re: Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Beitrag von zulufox » 26.10.2020 18:17

Guten Abend,

zu den "Umwelteinflüssen im weitesten Sinne" zählte natürlich auch das Abwehrfeuer der schweren Flak. Karl Friedrich Erhardt schildert das im Vorwort seines oben genannten Bändchens so:

Damals, 1943, als unsere Oberschulklasse geschlossen zu den Luftwaffenhelfern eingezogen und einer schweren 8,8 cm Flak-Batterie im Industriegebiet von Magdeburg zugeteilt wurde. Nicht weit von unserer Stellung entfernt, waren Sperrballone postiert, die überwiegend von weiblichem Personal, den Luftwaffenhelferinnen, bedient wurden. Es gab zwischen den beiden Einheiten hin und wieder auch mal so etwas wie "Spannungen". Immer dann nämlich, wenn wir auf die meist in Richtung Berlin fliegenden alliierten Bomberverbände mit Zeitzünder "Sperrfeuer" schossen, kam es vor, daß Geschoßsplitter auf die niedrig aufgelassenen Sperrballone herabfielen und dann die Ballonhüllen beschädigten. Derartige Beschädigungen mußten von den Helferinnen in oft mühevoller Arbeit repariert werden.. Wir 16-Jährigen nahmen diese Ballon-Mädels auch nicht ganz "für voll": Wir =schossen= ja, während die doch nur ihre Luftballons steigen ließen; und immer, wenn sie an unserer Stellung vorbeimarschierten, ertönte von und der Ruf: "Zack, zack, die Gummiflak".

MfG
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Re: Sperrballon-Verluste bei Luftsperrbatterien durch Umwelteinflüsse ?!??

Beitrag von niemandsland » 28.10.2020 08:26

Moin,

ich sag mal Danke für die Hinweise. Zwar nicht direkt Umwelteinflüsse :mrgreen: aber an die Splitter der Flak-Artillerie hab ich auch nicht gedacht. Insofern auf jeden Fall mal Danke für Zeit und Bemühungen.

Achja, vielleicht noch mal der folgende Hinweis: wenn sich bei Sturm ein oder mehrere Sperrballone losgerissen hatten, und am Ende noch ein langes Halteseil über den Boden zogen, wurden diese von der leichten Flak abgeschossen, weil die Gefahr bestand, das die Seile Stromleitungen runter rissen. So aus einem KTB entnommen. Ich weiß nur gerade nicht aus welchem. Ich habe in den vergangenen Tagen einfach zu viele Seiten gelesen, und nach Hinweisen auf Flak gesucht.

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