Aufstellung FJgWachKdo/FJgDstKdo

Militärische Objekte und Anlagen ab 1945
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turul
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Re: Aufstellung FJgWachKdo/FJgDstKdo

Beitrag von turul » 13.10.2020 13:56

Und warum sollten die Kennzeichen unkenntlich gemacht werden, wenn diese Fahrzeuge am Tag der offenen Tür öffentlich präsentiert werden und fotografiert werden konnten?
Man kann es auch übertreiben!

HW
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Re: Aufstellung FJgWachKdo/FJgDstKdo

Beitrag von HW » 14.10.2020 18:56

Hallo,
die zivilen Kfz hatten alle Wechselkennzeichen, in der Regel aus der Gegend, wo sie ggf. eingesetzt werden. Bei Ausstellungen wurde, so sollte es jedenfalls sein, das Y-Kennzeichen angebracht, was auch jedes Kfz hatte.

Gruß
HW

HW
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Re: Aufstellung FJgWachKdo/FJgDstKdo

Beitrag von HW » 14.10.2020 19:28

Jetzt wo die Tage kürzer werden und die Witterung auch nicht mehr zum Sonnenbaden einläd, werde ich mal schauen, welcher Bereich als nächster bei den FJgWachKdo/FJgDstKdo bearbeitet wird. Entweder der ehem. Wehrbereich III, später Wehrbereich II (Nordrhein-Westfalen - NRW) oder die ehem. Wehrbereiche VII und VIII (neue Bundesländer) bzw. dann Wehrbereich III ohne Mecklemburg-Vorpommern (der wurde Wehrbereich I Küste).
NRW hatte auch anfangs eine größere Anzahl von FJgWachKdo bzw. FJgDstKdo, in der Stadt Essen im Ruhrgebiet z. B. gab es sogar 2 FJgDstKdo, Essen Süd in der Ruhrland-Kaserne in Essen-Kupferdreh, schön gelegen an der Ruhr am Baldeneysee und Essen Nord in der Gustav-Heinemann-Kaserne in Essen-Kray.
Oder wem ist schon bekannt, dass es für kurze Zeit in Bad Düben nördlich von Leipzig Feldjäger gab, selbst elebt, war so um 1992/1993. Ich war beruflich in Bad Düben und sah einen Feldjäger Opel Kadett mit taktischem Zeichen der Feldjäger aus Mainz. Ich dachte, was machen die "Mänzer" denn in Sachsen? Zwei Stabsunteroffiziere der Feldjäger führten eine Kfz-Kontrolle bei Bundeswehr-Kraftfahrzeugen durch. Ich habe die beiden angesprochen, nachdem ich mich auch ausgewiesen habe. Im reinen sächsischem Dialekt wurde mir geantwortet: Wir sind von hier, nur der Streifenwagen ist von den Feldjägern aus Mainz. Die Kaserne der Feldjäger war in Bad Düben in der Dübener Heide, die Heide-Kaserne. Ich kannte nur die Kaserne der Luftverteidigung, wo seit 1992 der Bundesgrenzschutz die Belegung hatte.
Feldjäger in Bad Düben habe ich nur ein einziges Mal in den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen gefunden und zwar nur auf einer Karte aus den 90er Jahren, wo die Feldjäger in den neuen Bundesländern aufgeführt waren.

Viele Grüße
HW

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turul
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Re: Aufstellung FJgWachKdo/FJgDstKdo

Beitrag von turul » 15.10.2020 07:02

In Bad Düben in der Heidekaserne, Alaunwerkweg war 1991 bis Mitte 1992 das FJgBtl 701 bzw. dessen Vorkommando mit Stab und 1. Kompanie stationiert. Hauptnutzer der Kaserne war das ABCABwBtl 705, das aus dem vorher in dieser Kaserne liegenden Bataillons Chemische Abwehr 3 und des Detonometrie- und Aufklärungsbataillons 3 der NVA entstanden war.
Im Herbst 1992 nach Renovierung der Unterkünfte in Leipzig-Gohlis im Viertelsweg (spätere Theodor-Körner-Kaserne) verlegten Stab und 1. dorthin. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die offizielle Aufstellung des Bataillons.
Die 2. /FJgBtl 701 (heute 9./FJgRgt 1) war/ist ebenfalls in Leipzig, in der General-Olbricht-Kaserne.

Das FJgBtl 701 wurde vor allem mit personeller und materieller Unterstützung der FJgBtl 740, 750 und 760 sowie der SFJgStDst aufgestellt. Der erste Bataillonskommandeur, OTL Zimmer, war vorher Kommandeur FJgBtl 740. In jeder Kompanie gab es einen Kader aus "West-Soldaten" (ca. 10 - 15 % der Personalstärke), die Masse der Soldaten kam aus der NVA. Die wenigsten der aus der NVA übernommenen Soldaten hatten eine vergleichbare Vorverwendung bei der NVA (Streifendienst, Kommandantendienst). Als ich 1992 die 2./FJgBtl 701 in Leipzig übernahm, hatte ich einen einzigen ehem. NVA-Soldaten, der aus einer FJg-ähnlichen Verwendung bei der NVA kam. Ansonsten war alles vertreten: sehr viele Fernmelder, aber auch Panzerjäger, Pioniere, Mot.Schützen, Angehörige des Wach- und Sicherstellungsbataillons usw.

Viele Dienstposten wie KpFw, TVB u.ä. waren damals doppelt besetzt, mit einem "West-"Soldaten, der einen "Ost-"Soldaten anlernen sollte. Der Zeitaufwand war aber leider oft vergebens, weil irgendwann der berühmte blaue Brief kam, mit dem die Mitarbeit des betreffenden EX-NVA-Angehörigen bei der Stasi mitgeteilt wurde, was die sofortige Entlassung zur Folge hatte.

Die KpChefs waren damals alle aus dem Westen, bei den Zugführern gab es pro Kompanie einen Bw-Offizier, die anderen waren ehemals NVA. Dabei hatten die Kompanie bis zu acht Offiziere, weil viele NVA-Offiziere zunächst für zwei Jahre übernommen worden waren und irgendwo eingesetzt werden mussten.

Der Stab dagegen bestand bei der Aufstellung des Btl 1992 größtenteils aus NVA-Offizieren. Der S 3 des Btl (ex NVA) wurde dann Ende 1993 in einer Hau-Ruck-Aktion zum Kdr FJgBtl 740 gemacht, obwohl alle die ihn aus seiner NVA-Zeit kannten, davor gewarnt hatten. Er war in Mainz auch nicht lange Kommandeur, weil dann auf einmal seine Beziehungen zur Staatssicherheit bekannt wurden und er auch fristlos gehen durfte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben ehemalige Kameraden von ihm aus der NVA, die nicht in die Bundeswehr übernommen wurden, hier entsprechende Hinweise an die Personalführung gegeben.

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Re: Aufstellung FJgWachKdo/FJgDstKdo

Beitrag von Henning » 17.10.2020 21:23

redsea hat geschrieben: 12.10.2020 20:52 Interessant auch die aufgeführte Ausstattung als: "Verdeckte Behördenausstattung". Das Fahrzeug trug eine blaue Rundumleuchte mit Magnetfuß.
genau das ist ja die "verdeckte Behördenausstattung":
Eine abnehmbare blaue Kennleuchte, verdeckt eingebautes Einsatzhorn, Funkvorbereitung. Kann man bei allen großen Herstellern ganz regulär ab Werk kaufen. Jedenfalls als Behörde. (und auch, wenn man glaubhaft macht eine Ausnahmegenehmigung für Sondersignal zu haben bzw. zu bekommen; ich hatte mal den entsprechenden Katalog von Audi in der Hand...)

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