Heute vor 75 Jahren...

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 09.11.2019 20:31

...nein, gestern vor 75 Jahren besuchte Feldmarschall Montgomery den Befehlshaber der amerikanischen 9. Armee Simpson in seinem Hauptquartier in Maastricht, um anschließend über Vaalserquartier nach Aachen zu fahren. Wahrscheinlich statteten sie dem amerikanischen Ortskommandanten (im heutigen Suermondt-Museu) einen Besuch ab. In Vaalserquartier machten sie einen Fotohalt an der Höckerlinie (s. Fortifikation 29 / www.interfest.de/index.php?option=com_c ... mitstart=2), ebenso am Kaiserplatz (der in der unmittelbaren Nähe des Suermondt-Museums liegt).
20191109_200358-1-1.jpg
Montgomery und Simpson am Kaiserplatz
VA Regimentsbauabschnitt A mit Montgomery und Simpson (2).jpg
Montgomery und Simpson an der Höckerlinie in Vaalserquartier
20191027_145431-1.jpg
Der Kaiserplatz 2019

Gruß, Thomas

P. S.: In Aachen fand zu keinem der von mir thematisierten historischen Ereignisse eine entsprechende Gedenkveranstaltung statt, allerdings gibt es im Couvenmuseum, im Zeitungsmuseum und im Centre Charlemagne (das als Stadtmuseum fungiert) Sonderausstellungen zum Kriegsende, zur Konvertierung der US-Kriegspropaganda in westdeutsche Nachkriegspresse und zur Nachkriegszeit statt.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 16.11.2019 08:47

...versuchten die britischen und amerikanischen Armeen im Rahmen der Operation Queen (und vieler weiterer Teiloperationen), die deutsche Abwehr auf breiter Front zu durchbrechen und die Rur zu überschreiten. Deutscherseits gingen die Kämpfe als 'Dritte Abwehrschlacht bei Aachen' in die Geschichte ein.

Nachmittags legte das britische Bomber Command die linksrheinischen Städte Düren, Heinsberg und Jülich mit 1200 Flugzeugen in Schutt und Asche, während die USAAF mit ebenso vielen Maschinen viele kleinere Ortschaften dem Erdboden gleichmachte. Der deutschen Abwehrkraft tat dies kaum Abbruch, denn aus Angst, die eigenen Truppen zu bombardieren, wurde eine breite Sicherheitszone vor die amerikanischen Linien gelegt, wodurch nur das Hinterland der deutschen Front getroffen wurde (die taktischen amerikanischen Bomber hießen bei den GIs auch 'American Luftwaffe'... ).

Auch das vorbereitende mehrstündige Artillerie-Trommelfeuer hatte nicht den erhofften Effekt, denn im dreiwöchigen Verlauf der Offensive konnte die deutsche Front zwar auf die Rur zurückgedrängt, aber nicht operativ durchbrochen werden. Nur kleinere Orte wie Mariadorf, Euchen, Puffendorf und Gressenich wurden an diesem Tag erobert.

Auch im Hürtgenwald erneuerten die Amerikaner ihre sinnlosen, aber verlustreichen Angriffe - die Rurtalsperren waren noch immer nicht in den Fokus der amerikanischen Heerführer gerückt (4. Abwehrschlacht im Hürtgenwald)!

Gruß, Thomas
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 17.11.2019 19:14

...wurden die Orte Hoengen, Warden und Bettendorf im zuge der alliierten Großoffensive zur Überschreitung der Rur befreit.

Gruß, Thomas

P. S.: Wer sich mit der Schlacht im Hürtgenwald näher befassen möchte, sei mit der folgenden, wenn auch unvollständigen Literaturliste bedient:

Ella Bieroth: Der Zweite Weltkrieg – die Schlacht im Hürtgenwald. In: Heinrich Koch (Hg.): Zweifall. Wald- und Grenzdorf im Vichttal. 2. erw. Aufl. Stolberg Eigenverlag 1968, S. 110-192
Sven Carlsen: Deutsche Luftwaffenfestungsbataillone 1944. Aufstellung und Verbleib an der Westfront. 2., überarb. Aufl. Aachen: Helios o.J. (Erstauflage 2010)
Edgar Christoffel: Krieg am Westwall 1944/45. Das Grenzland im Westen zwischen Aachen und Saarbrücken in den letzten Kriegsmonaten. Trier: Verlag der akademischen Buchhandlung Interbook 1989
Heinz Günther Guderian: Das letzte Kriegsjahr im Westen. Die Geschichte der 116. Panzer-Division Windhunddivision 1944-1945. Sankt Augustin: SZ Offsetdruck 1994
Gevert Haslob: Ein Blick zurück in die Eifel. Schicksalsweg der 89. Infanteriedivision. Emmelshausen: Condo 2000
Adolf Hohenstein und Wolfgang Trees: Hölle im Hürtgenwald. Die Kämpfe vom Hohen Venn bis zur Rur September 1944 bis Februar 1945. 2. Aufl. Aachen: Triangel 1981
Franz Joseph Küsters: Der Zweite Weltkrieg zwischen Maas und Rur. Nach einer Serie der „Aachener Nachrichten“. Aachen: Meyer & Meyer 1995
Charles B. MacDonald: The Siegfried Line Campaign. Washington: Center of Military History-United States Army 1993 (United States Army in World War II-The European Theater of Operations)
Ders.: The Battle of the Huertgen Forest. Washington: Lippincott 1963
Rainer Monnartz: Hürtgenwald 1944/45. Militärgeschichtlicher Tourenplaner. Aachen: Helios 2008
Nissel: als unbekannter Soldat in der Eifelschlacht
Baptist Palm: Hürtgenwald. Das Verdun des Zweiten Weltkrieges. Vossenack: Eigenverlag 1984
Wingolf Scherer: Westwall 1944/45. US-Angriffe und vergeblicher Widerstand im Großraum Aachen und in der Eifel. Aachen: Helios 2010
H. Jürgen Siebertz: Höhe 554. Die Kämpfe an der ersten Westwall-Linie im Abschnitt Roetgen-Lammersdorf und um den Paustenbacher Berg Herbst 1944. Aachen: Helios
Stolberger Heimatverein (Hg.): Feuersturm über Stolberg. Die Leiden der Zivilbevölkerung von Anfang September bis Ende November 1944. Nach Aufzeichnungen, Tagebüchern und persönlichen Erinnerungen zusammengestellt von Karl Schleicher. Stolberg: Eigenverlag 1994 (Beiträge zur Stolberger Geschichte Band 22)
Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik (Hg.): Hürtgenwald 1944-1945. Aachen: Eigenverlag 2008 (Ein militärhistorischer Streifzug durch die Euregio Maas-Rhein Bd. X)
Dies.: Hürtgenwald 1944-1945. Skizzen, Karten, Tabellen. Aachen: Eigenverlag 2011 (Ein militärhistorischer Streifzug durch die Euregio Maas-Rhein Anlagenband X)
Matthias Thömmes: „Die Amis kommen!“. Die Eroberung der Eifel durch die Amerikaner 1944/45. Aachen: Helios 2000
Peter Többicke: Hürtgenwald. Militärgeschichtlicher Reiseführer. Hgg. von Horst Rohde und Robert Ostrovsky. Hamburg, Berlin, Bonn: Mittler und Sohn 1999
Wolfgang Trees: Schlachtfeld Rheinland. Das Ende des Krieges zwischen Maas und Rhein September 1944 bis März 1945 in Bilddokumenten. Aachen: Zeitungsverlag Aachen 1976
Ders.: Schlachtfeld zwischen Maas und Rhein. Das Ende des Zweiten Weltkrieges September 1944 bis März 1945. Wie es damals war. 2. Aufl. Aachen: Triangel 1995
Charles Whiting: The Battle of Hurtgen Forest. Staplehurst: Spellmount 2000 (Band 4 der Spellmount Siegfried Line Series)
Ders.: West Wall. The Battle for Hitler's Siegfried Line September 1944 to March 1945. Staplehurst: Spellmount 2007 (Band 1 der Spellmount Siegfried Line Series)
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 18.11.2019 08:14

...wurden durch den alliierten Vorstoß zur Rur die Orte Beggendorf, Siersdorf und Würselen befreit. Bei Puffendorf tobte seit dem Vortag die für beide Seiten verlustreiche 'Panzerschlacht bei Puffendorf'.

Die Briten begannen weiter nördlich ihre Offensive unter dem Namen 'Operation Clipper' zur Eroberung von Geilenkirchen.

Im Hürtgenwald gelingt den Amerikanern die Besetzung der Wegespinne 'Five Points' zwischen Roter und Weißer Wehe.

Gruß, Thomas
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 19.11.2019 10:58

...erzielten die Alliierten einige Erfolge im Rahmen ihrer Ruroffensive: die Orte Dürboslar, Schleiden, Setterich und Süggerath werden ebenso befreit wie einige Ortsteile von Eschweiler.

Der zwei Monate währende Kampf um Stolberg endete am 19. 11. 1944 mit der Besetzung des Donnerberges, um den die letzten drei Tage hart gekämpft worden war. Zurückgebliebene Kampfmittel stellten dort noch lange Gefahren für die Bevölkerung dar.

Im Hürtgenwald wird die ausgeblutete 28th von der 8th Division abgelöst. Die dortige Operation zur 'Flankensicherung' der Ruroffensive bleiben weiterhin erfolglos und verlustreich für beide Seiten, der 1st Lieutenant Paul Boesch (28th Div, 109th Infantry) beschreibt den ablösenden Kameraden das Kampfgebiet als "reine, unverdünnte Hölle"...

Gruß, Thomas
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 20.11.2019 19:54

...wurde im Zuge der alliierten Ruroffensive Gereonsweiler befreit; auch Geilenkirchen fiel an die alliierten Truppen. Weiter südlich endete der sechswöchige Kampf um Würselen; die Stadt galt als zu 78% zerstört.

Im Hürtgenwald waren für die US-Truppen nur lokale Erfolge zu erzielen: Gut Wenau bei Stolberg-Schevenhütte und die Laufenburg im Wenauer Forst wurden erreicht.

Gruß, Thomas
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 21.11.2019 22:04

...hat die alliierte Ruroffensive Aldenhoven und einige unbedeutendere Orte erreicht.

Im Hürtgenwald gab es keinen bedeutenden Fortschritt trotz andauernder harter Kämpfe und massiven amerikanischen Artilleriebeschusses.

Gruß, Thomas
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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Bertill » 26.11.2019 21:30

Moin Thomas, bitte Schau mal dieses Link an.

https://www.omroepzeeland.nl/tv/program ... 0-Gevolgen

Mit freundliche grusse,
Bertill.

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Re: Heute vor 75 Jahren...

Beitrag von Zwackelmann » 04.12.2019 18:41

...griffen US-Streitkräfte erstmals die Rurtalsperren an, deren Besitz die sichere Durchquerung der Rurebene ermöglichte. Da sich die Amerikaner aber nur auf Luftangriffe beschränkten, blieb der Erfolg aus. Bodenangriffe auf die Dämme fanden vorerst nicht statt, so dass die Wehrmacht genug Zeit hatte, die Grundablässe vor Ankunft der Amerikaner zu sprengen. Der Rurübergang wurde dadurch um etwa zwei Wochen verzögert. So verlängerte sich nicht nur die ziellose Schlächterei im Hürtgenwald, sondern auch der verlustreiche Kampf um die Rurfront.

Gruß, Thomas
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