Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Vorbereitete Sperren, Sperranlagen und zugehörige Infrastruktur
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Wilhelm94
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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von Wilhelm94 » 09.07.2019 10:01

Hallo Kai,

schau mal unter www.Sperranlagen.de nach. Hier hab ich für den Bereich Bayern viele Sperranlagen dokumentiert.
Ja ich hab eine Liste über Sperranlagen aber darüber will ich hier jtzt nicht reden, höchstens über PN

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redsea
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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von redsea » 09.07.2019 19:07

Hallo Wilhelm,

die DOSPA ist mir natürlich bekannt und darin sind für den Bereich Hameln neben den von Dir erwähnten 3 Brückensperren noch eine weitere Brückensperre und zwei Trichtersperren aufgeführt.

Meine Frage nach der Art oder Herkunft Deiner "Liste" warf sich mir auf, weil Deine Aussage:
hab jetzt mal in meiner Liste der Sperranlagen im Bereich BRD nachgeschaut. Es gab in Hameln keine Sprengschächte.
Nur die 3 brücken waren für Sperrungen vorgesehen.
suggeriert, dass wenn eine Sperre nicht in Deiner Liste aufgeführt ist, es sie auch nicht gäbe oder gegeben hätte.

Da wir nun festgestellt haben, dass Deine Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, kannst Du sie mit den Daten die wir hier zusammentragen ja weiter füllen. ;-)

Danke für das "PN-Angebot", aber wir sollten hier die anderen Mitglieder nicht ausschließen. Wenn Du magst, kannst Du hierzu gerne öffentlich etwas schreiben, es nimmt Dir aber sicher auch niemand übel, wenn Du es nicht tust.

Anhängend noch eine kmz der Sprengschachtanlage auf der B 217, siehe auch DOSPA-Eintrag.

Viele Grüße

Kai
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Rex Danny
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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von Rex Danny » 11.07.2019 00:06

Hallo Kai,

zu dieser Liste sollte hier im öffentlichen Bereich nicht weiter eingegangen werden. Nur so viel, daß es nur zwei Personen gibt, die diese Liste haben.

Nun zum eigentlichen Thema. Der Schachtdeckel am Silo ist natürlich kein Sprengschachtdeckel, sondern nur ein verschraubarer Deckel, damit dieser bei Hochwasser der Weser nicht hochgedrückt werden kann.

Zum Thema "Sprengschächte in Hameln" möchte ich anmerken, daß Wilhelm und Du etwas aneinander vorbeigeredet haben. Du sprichst vom erweiterten Stadtgebiet Hameln mit den verschiedenen Ortsteilen, während Wilhelm sich nur auf den Stadtkern bezog.

Im Stadtkern waren tatsächlich nur die beiden Bundesstraßenbrücken sowie die ehemalige Eisenbahnbrücke über die Weser zur Sprengung vorgesehen. Damit hat Wilhelm Recht.

Im erweiterten Bereich kamen aber auch noch die von Dir geposteten Sprengschächte auf der Bundesstraße 217 bei Rohrsen hinzu. Damit hast Du dann Recht.

Aber es gab auch noch eine Sprengschachtanlage (Objekt-Nr. HM 0100) im Bereich der Zufahrt zum Ravelin Tented Camp der britischen Streitkräfte. Diese Sprengschachtanlage wurde bislang noch nicht dokumentiert. Es hat sie aber gegeben. Die ungefähre Lage befindet sich im beigefügten KMZ-File.

Nun zu den beiden von Dir geposteten Verdachtsstellen:
Die Stelle in der Kurve scheint aus vier Deckeln zu bestehen. Der Abstand dieser Deckel zueinander beträgt zwischen 28 Metern und 32 Metern, was für eine Sprengschachtanlage eher untypisch ist (normalerweise ca. 20 Meter zwischen den einzelnen Deckeln). Allerdings kenne ich eine Sprengschachtanlage bei Dir in der Nähe, deren Deckel ebenfalls einen wesentlich größeren Abstand zueinander haben (DOSPA 4450/ Objekt-Nr. MI 0011). Was mich aber an dieser Verdachtsstelle stört, ist die Nähe zu den Häusern. Die Lage der Schächte ist optimal und daher stellt sich die Frage, ob die Häuser beim Einbau der Deckel schon vorhanden waren oder aber erst wesentlich später gebaut wurden. Auf Google Earth sehen die Häuser von oben ziemlich neu aus, was bedeuten würde, es könnten tatsächlich Sprengschächte sein.

Die Stelle nördlich am Waldausgang kurz vor der ehemaligen Holtensen Rifle Range der Briten dürfte auch aus vier Deckeln bestanden haben, deren Abstand zueinander aber auch mehr als die normalen 20 Meter beträgt. Auch hier liegt ein Gebäude in unmittelbarer Nähe, was aber ein wesentlich geringerer ziviler Schaden wäre als in der Kurve. Auch hier schließe ich nicht aus, daß es sich um Sprengschachtdeckel handelt.

Eine genaue Beurteilung der beiden Verdachtsstellen kann ohnehin erst bei einer Vor-Ort-Inaugenscheinnahme erfolgen. Ich persönlich glaube, daß ein Besuch sich durchaus lohnen dürfte. Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich zwar in Hameln die bereits bekannten Objekte aufgesucht und dokumentiert habe, jedoch die von Dir gezeigte Straße damals nicht befahren habe. Ich gehe davon aus, daß mir die beiden Stellen sonst mit Sicherheit aufgefallen wären. Auch über die Anlage am Tent Camp habe ich erst später Kenntnis erlangt, daher auch hier bislang keine Dokumentation.

Abschließend noch ein Wort zu der Liste. Diese gibt einen Stand von 1992 wieder. Sollten die beiden Stellen also tatsächlich Sprengschachtanlagen sein bzw. gewesen und vor 1992 aufgegeben worden sein, sind sie in der Liste nicht enthalten, trotzdem aber noch vorhanden, weil nicht rückgebaut.

Grüße


Rex Danny
Trichtersperre Hameln.kmz
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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von Geograph » 11.07.2019 00:50

redsea hat geschrieben:
08.07.2019 23:44
Ich habe mal geschaut, wo ich eine solche Sperre einrichten würde und könnte da gleich an der ersten Stelle fündig geworden sein. Von den Schachtabdeckungen dort, sind mir ein paar recht auffällig angeordnet.

Kann das vielleicht jemand bestätigen?
Rex Danny hat geschrieben:
11.07.2019 00:06
Eine genaue Beurteilung der beiden Verdachtsstellen kann ohnehin erst bei einer Vor-Ort-Inaugenscheinnahme erfolgen. Ich persönlich glaube, daß ein Besuch sich durchaus lohnen dürfte.


Hallo, Kai und Rex Danny,

eine vorbereitete Sperranlage im Verlauf der Kreisstraße 1 zwischen Hameln und Holtensen kann ich – aus eigener Anschauung – nicht bestätigen.


Grüße,
GEOGRAPH

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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von Geograph » 11.07.2019 15:25

Fieldmouse hat geschrieben:
06.07.2019 21:00
…das hatten wir hier schon mehrmals an verschiedenen Stellen:
Hier wurde ein verschraubbarer gesicherter Deckel gebraucht,
der gegen Öffnen durch Überdruck von unten
oder durch Übersch wemmung mit drohendem Wegschwemmen
gesichert ist.
Keine Ahnung, wo wir das Thema hier schon hatten....
Sieht man öfters. :-)

Hallo,

anbei einige Beispiele ziviler Nutzungen der sogenannten »Sprengschachtdeckel«.


Grüße,
GEOGRAPH
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Zuletzt geändert von Geograph am 11.07.2019 15:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von Geograph » 11.07.2019 15:26

Hallo,

die verschließbaren Abdeckungen von Straßenspreng-, Steck- und Minenzellenschächten sind mit einer einheitlichen Verschlusskappe R2" versehen. »Zivile« Schächte sind oft ebenfalls mit dieser Verschlusskappe R2" ausgestattet, häufiger jedoch mit einer anderweitigen Verschlusskappe (vgl. Anhänge). Die betreffende Schachtabdeckung am Getreidesilo in Hameln besitzt eine »zivile« Schlusskappe (siehe Beitrag 1).


Grüße,
GEOGRAPH
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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von redsea » 11.07.2019 23:46

Hallo Rex Danny und Geograph,

danke für Eure Ergänzungen. Wenn Geograph diese Stellen allerdings bereits in Augenschein genommen hat, macht eine weitere Besichtigung wohl keinen Sinn mehr.
Rex Danny hat geschrieben:
11.07.2019 00:06
[...] Abschließend noch ein Wort zu der Liste. Diese gibt einen Stand von 1992 wieder. Sollten [...] Stellen also tatsächlich Sprengschachtanlagen sein bzw. gewesen und vor 1992 aufgegeben worden sein, sind sie in der Liste nicht enthalten, trotzdem aber noch vorhanden, weil nicht rückgebaut. [...]
Dies trifft aber nur dann zu, wenn die Bundeswehr auch über den Rückbau oder nicht Rückbau einer Sprengschachtanlage informiert wird, was offensichtlich nicht immer der Fall zu sein scheint:

"Gemeindevertreter Rainer Bork fragt an, ob bei der Erneuerung des Speckenweges die Bundeswehr unterrichtet worden sei. In der Straße liegen noch Sprengschächte der Bundeswehr; sie hatte darum gebeten, um im Zuge von Baumaßnahmen diese zu beseitigen. Bürgermeister Schrock erklärte - da ihm dieser Schriftverkehr nicht
bekannt war -, dass das nicht geschehen ist."

Quelle: Niederschrift
über die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung der Gemeinde Escheburg
am Dienstag, dem 29.06.2010


Viele Grüße ;)

Kai

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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von Geograph » 12.07.2019 10:40

redsea hat geschrieben:
11.07.2019 23:46
Wenn Geograph diese Stellen allerdings bereits in Augenschein genommen hat, macht eine weitere Besichtigung wohl keinen Sinn mehr.

Hallo, Kai,

ich kenne die betreffende Kreisstraße 1 zwischen Hameln und Holtensen seit über 30 Jahren und mir sind beim Befahren keinerlei vorbereitete Sperranlagen aufgefallen.


Grüße,
GEOGRAPH

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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von DeltaEcho80 » 29.07.2019 11:32

Ich habe das an anderer Stelle schon mal geschrieben:

Meine Frau war bis zum vergangenen Jahr in der Baustoff-Abteilung eines großen bayerischen Warenhauses beschäftigt und hat dort Großbaustellen wie Autobahnen usw. kalkuliert.

Diese Schachtdeckel mit der viel zitierten Schraube in der Mitte werden auch heute noch produziert (auf Anfrage) und bei Bauvorhaben eingesetzt. Unter anderem da (wie hier schon beschrieben), wo man die Schächte gegen Wasserdruck usw. sichern muss.

Dass es einen Unterschied in den Schraubmechanismen gibt, war mir nicht bekannt. Muss ich sie mal fragen.
"Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart" (J.W.von Goethe)

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Re: Hameln - Sprengschacht direkt am Getreidesilo?

Beitrag von thokos » 12.08.2019 20:27

redsea hat geschrieben:
09.07.2019 19:07
Anhängend noch eine kmz der Sprengschachtanlage auf der B 217, siehe auch DOSPA-Eintrag.

Viele Grüße

Kai
Könnte mir bitte jemand diese Sperre erläutern? Wozu war die denn an dieser Stelle gut?

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