Küstenverteidigung Langeoog

Luftverteidigung durch Flak und andere Fliegerabwehr, Scheinwerferstellungen, Scheinanlagen und ähnliche Objekte
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janne
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Re: Küstenverteidigung Langeoog

Beitrag von janne » 28.10.2020 12:38

Ich interpretiere die Daten etwas anders:

1942
Januar:
Tommy fliegen gerne über Langeoog, da hier nur 2 cm Flak944

-->Bis Januar '42 auf jeden Fall nur leichte Flak.

1944
Okober:
4 x 8,8 cm Geschütze in WHV für Langeoog eingetroffen

--> erst ab Oktober '44 schwere 8,8er Flak

Natürlich heißt es nicht, dass es nicht schon vorher schwere Flak gegeben haben könnte ;-)

Viele Grüße
jan

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niemandsland
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Re: Küstenverteidigung Langeoog

Beitrag von niemandsland » 28.10.2020 13:58

@ Janne

Die Interpretation beginnt im "Auge des Betrachters". ;-)

Für mich ist das erstmal eine gut gefüllte Schachtel voll mit Spekulatius.
Wie Du weißt: Bilder lügen nicht. Die Bilder bei NCAP von der Insel sind leider (sagen wir) unschön. Entweder braucht man ne Lupe um die Insel überhaupt zu erkennen oder es zeigt einfach nur nüscht. Aber mit Sicherheit gibt es auch schöne Luftbilder bei NCAP oder der Luftbild-DB. Danach hätte man dann was in der Hand.

In diesem Sinne...

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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Re: Küstenverteidigung Langeoog

Beitrag von OWW » 29.10.2020 19:38

Hallo,
ich hatte den Zeitraum der Verlegung auf Sommer 1940 datiert, aber auch nur Vermutung. Ausschlaggebend war der Geschütztyp, also Flak 18, der sicherlich eher früher als später noch eingesetzt wurde. Und die Verlegung nach Dänemark war der Hinweis für mich, dass man dort nach der Operation Weserübung die Verteidigung stärken wollte/musste - ggf. aus Bereichen, die schon relativ gut bestückt waren wie z.B. ostfriesische Küste mit marineflak auf Wangerooge, Borkum und rund um Emden bzw WHV. Nicht zu vergessen die Lw-Flak an den bzw. rund um die zahlreichen Fliegerhorste.
Gruß
Oliver

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niemandsland
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Re: Küstenverteidigung Langeoog

Beitrag von niemandsland » 30.10.2020 10:35

Moin Oliver,

ich habe mich in den vergangenen Tagen und Wochen immer mal wieder durch die KTBs der umliegenden Inseln geknabbert.
Irgendwo ist es doch eine sehr trockene Lektüre. Alarm hier Alarm da.. und achja, der Tommy war wieder mal da. ;-)

Aber was mir aufgefallen ist, war das 1940 mit der massiven Verstärkung des Marinehafens und des Umlandes von Wilhelmshaven begonnen wurde. Viele der Verlegungen enden dort. Dann zeigt bemerkt man die Verlagerung der Flak teilweise von Land (Küstenflak) auf Schiffe. Man gewinnt den Eindruck, das jetzt jedes kleine Schifflein (man könnte meinen hinunter bis zum Paddelboot) Schiffsflak erhält. Die Zahlen an der Küste brechen zu dieser Zeit ein. Lagen die Spitzen vor dem Beginn dieser Maßnahmen bei 222 (evtl. sogar noch höher) dann gingen bis zu 40 Geschütze ab, um dann erst Monate später wieder annährend der alten Wert zu erreichen, bis dieser dann im Frühjahr 1942 auf fast 300 Geschütze der leichten Flak aufgestockt wird.
Was aber auch deutlich wird (u.a. eine Firma die genannt wird, sind die Eisenwerke in Hannover) ist das die Lieferzahlen oder die Sollzahlen zu dieser Zeit schon kaum erreicht werden.
Und was auch auffällt, ist, das so ein wenig richtig Luftwaffe geschielt wird, ich habe ja vor einiger Zeit mal ein paar der Zahlen hier ins Unterforum gestellt. Da wird auch der Kriegsleitung vor Ort deutlich, das die Luftwaffe viel Weiter ist und die Marineflak am Land eher als Ameise vor dem Ameisenhaufen wirkte. Trotzdem ein interessantes Feld. Naja... und so schöne Statistiken hab ich in Luftwaffen-Dokumenten bisher nicht gefunden. Oder die waren einfach gründlicher darin, die Dokumente zu vernichten.

Interessant ist auf jedenfall die Insel Borkum und Wangeooge. Gerade Borkum ist in den ersten Jahren sehr stark an Abschüssen der Flak beteiligt. Was sich dann später im Verlauf des Krieges aufgrund der massiven Luftangriffe mit mehreren Hundert Flugzeugen alles etwas relativiert. Auffällig ist es trotzdem. ;-)

Insofern denke ich wird das in den kommenden Jahren ein spannendes Projekt.

Gruß aus Hannover
Guido Janthor
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