Marine Reserve Lazarett Schafstedt

Zwangsarbeit, Fremdarbeiter-, Konzentrations- und Kriegsgefangenenlager (STALAG, DULAG etc.) und deren Außenlager
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Töpferberg
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Marine Reserve Lazarett Schafstedt

Beitrag von Töpferberg » 01.10.2014 18:07

Wer hat Informationen zu diesen Themen.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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bettika
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Beitrag von bettika » 01.10.2014 20:42

Hallo Töpferberg,
herzlich willkommen :-)
Es ist hilfreich sich kurz vorzustellen und die Informationen zum Thema die Dir bereits vorliegen, darzustellen.
Bei Schafstedt, das Thema und der Artikel von Dürkop bekannt? da steht was zum Thema Marine-reserve Lazarett .

Grüsse
Beate
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

Töpferberg
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Marine Lazarett Schafstedt

Beitrag von Töpferberg » 02.10.2014 06:50

Hallo bettika, Du hast ja Recht! Also leg ich mal los.

Das Gebiet östlich der Gemeinde Schafstedt gehört zum Kreis Rendsburg und zwar zum früheren Lütjenbornholt und Großenbornholt. Heute ist es die Gemeinde Bornholt. Auf diesem Gebiet wurde wahrscheinlich schon vor dem 2. Weltkrieg ein mit Ziegeln gemauertes Lager errichtet. Heute gibt es nur noch eine Baracke davon. Unklar ist, wer die Gebäude zu welchem Zweck erbaut hat und wie diese genutzt wurden. Klar ist, das diese Anlage im 2. Weltkrieg als Ausweichkrankenhaus des städt. Krankenhauses Kiel benutzt worden ist und auch nach Kriegsschluss noch weiter geführt wurde. Aber auch hiervon ist nichts bekannt.
Bei diesem Lager könnte es sich um das Marine-Ersatz Lazarett Schafstedt handeln. Aber auch hierüber ist nichts wesentliches zu finden. Im Netz findet man Hinweise auf Zwangsarbeiter in Bornholt. Das ist natürlich vage, weil diese Ortschaften damals noch getrennte Wege gingen.
Eine Schulklasse aus Hademarschen versucht die große Anzahl von Todesfällen aus dem 2. Weltkrieg, die in den Kirchenbüchern aufgeführt werden, zu ergründen und ich helfe bei der Recherche.
Gruß Töpferberg

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bettika
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Beitrag von bettika » 02.10.2014 19:56

Hallo Töpferberg,
so ein Projekt will ich gerne unterstützen.
Mein Kenntnisstand resultiert am Interesse am Marinetanklager Schafstedt,
und dem Artikel von Dürkop.Auch wenn ich Deinen Antwort nicht entnehemn konnte, ob schon bekannt , einige Zitate:
Erst nach der Frostperiode im März ließen sich die umfangreichen Erdarbeiten und die Armierungsarbeiten für die Betonwerke fortsetzen. Dazu verlegten meistens Kriegsgefangene
aus dem Osten rund 20 Kilometer lange Lorenbahngleise vom Hohenhörner Hafen bis hin zu den Sandbzw.Kiesentnahmestellen im Reichswald. Für die Tanklager-Mannschaft, es handelte sich durchweg um kriegsuntaugliche ältere Mariner, wurden Unterkünfte und Verpflegung
in dem drei Kilometer entfernten Marine-Reserve-Lazarett bereitgestellt. Zusätzlich errichtete dort ab 1941 das Nachschubressort sechs Arbeitsdienstbaracken
. Es handelte
sich um einen Standardtyp auf festem Fundament für Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter und Dienstverpflichtete....

Besonders bunt setzten sich ab 1942 bis Ende 1943 die Arbeiterrotten zusammen, als südlich vom Barackenlager auf der Wiese ein Zeltdorf mit rund 250 russischen Kriegsgefangenen zusätzlich entstand. Auffallend viele arbeitswillige Weißrussen wurden im Sommer im Tanklager eingesetzt. Andere Russen, die im Lager am Dorfausgang nach Tensbüttel in einer Baracke untergebracht waren, mußten auf Bauernhöfen in der Umgebung helfen. Anfangs unter strenge Aufsicht gestellt,dann aber auch selbständig, bedienten die auffallend großen Russen die Lorenbahn...

....Vielmehr kam es vor, daß er von den Bahnhöfen in Burg und Albersdorf auch Kriegsgefangene
abholte. Sein Sohn Hinrich erinnerte sich 1990 an die Erzählungen von seinem Vater Johannes, daß viele der halb verhungerten Russen so entkräftet Dithmarschen erreichten,daß Gewalt wiederum angewendet werden mußte, um sie auf die Transporter zu verladen. Hinzu kamen starke Ausfälle durch die einseitige Ernährung durch Kohlsuppen und durch starke körperliche Arbeit. Denn Kies, Sand und Steine wiegen schwer auf einer großen Schaufel bei zwölf
Stunden langer Arbeit am Tag. Und der Aushub für die langen Verbindungsgänge zwischen den Tanks war Handarbeit.

Im MTB http://lib.byu.edu/collections/german-maps/
ist das Lager eingezeichnet
Mich würde interessieren wo die Kiesgruben und der Reichswald waren.

Es wäre schön ,wenn Du uns am Ergebnis Eurer Recherchen teilhaben lässt.

Grüsse
Beate
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