US Honest John Raketen eher unbrauchbar gewesen?

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Red Baron
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Beitrag von Red Baron » 30.07.2018 16:00

Das es beim Abfeuern von Raketen zu Problemen kommt, wenn sich die Rakete nicht aus der Startschiene löst, kann man schön beim FK-Schiessen der Fregatte Sachsen in Norwegen sehen. Dank Sprinkleranlage halten sich die Schäden in Grenzen und es sind keine Verletzten oder mehr zu beklagen.
Das Video kann bei Youtube gesehen werden.

Gruss

Andreas

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TimoL
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Re: US Honest John Raketen eher unbrauchbar gewesen?

Beitrag von TimoL » 20.01.2020 03:50

Krakau hat geschrieben: 18.03.2018 20:24
TimoL hat geschrieben:Die Sache/ der Vorfall kann allein schon aus physikalischen Gründen nicht stimmen, bzw. nicht so wie hier geschildert passiert sein weil

1. nicht genügend Schubkraft vorhanden ist,
Moin!

Das stimmt so leider nicht. Die Schubkraft reicht gut aus um das Geschoss samt Träger LKW senkrecht und vermutlich auch unter 45° in den Himmel zu befördern.

Sicherlich nicht sehr weit und hoch, aber solange es die Befestigungsbolzen aushalten geht die Post ab... ;)

Rakete: MGR-1A nuklear Startgewicht: 2.640 kg (26 kN Gewichtskraft)

Raketenmotor X-202: durschnittliche Schubkraft 401 kN über eine Brenndauer von 5,2 Sekunden

LKW M-139C: 8.586 kg Leergewicht

Gesamtgewicht LKW + Rakete: 11.226 kg * 9,81 m/s2 = 110 kN Gewichtskraft

Aber ebend nach 5 Sekunden war alles vorbei.

Gruß Thomas
Ich habe da jetzt auch mal einem Physikprofessor (der kommt ursprünglich aus Deutschland und war acht Jahre bei den [vier] Raketenartilleriebataillonen die mit der MGM-52 Lance ausgestattet waren) an der TU Wien drüber gesprochen ob und in wie weit die Story mit dem "abgehobenen Werferfahrzeug" möglich/ realistisch ist.

Tatsächlich stimmt er den Angaben von Krakau weitestgehend zu!

Um in den "Himmel abheben" zu können hätte es allerdings einer Anlaufstrecke (> 10 Meter) und einer kleinen Unebenheit (ca. 3°, z.B. eine gleichmäßige Bodenwelle) bedarft.

Die darauffolgende Flughöhe und -weite wäre neben der zurückgelegten Strecke und der Unebenheit auch von den Witterungsbedingungen (Wind, Regen, Luftdruck, usw.) abhängig gewesen.

Aber selbst bei Idealbedingungen (kein Gegenwind, trockene und warme Luft) wären die "Flugleistungen" des Gespanns mit maximal 2 Meter Höhe und maximal 30 Meter Reichweite wohl eher ernüchternd gewesen und wohl auch mehr einem Überschlag als einem echten Flug gleichgekommen.
"Die einen kennen mich, die anderen können mich!"
- Konrad Adenauer (1876-1967), erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland 1949-1963 -

Padu
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Re: US Honest John Raketen eher unbrauchbar gewesen?

Beitrag von Padu » 05.02.2020 17:30

Hallo
ob die Honest John brauchbar oder unbrauchbar war kann ich nicht beurteilen, da ich nicht direkt mit dieser Rakete zu tun hatte. Als ich von 1974-1975 bei der 2./RakArt/Btl 112 in Delmenhorst (BarbaraKaserne) stationiert war, konnte ich bei einem Regimentschießen bei Munster (Lüneburger Heide) teilnehmen, hier wurde auch eine Honest John abgefeuert. Auch ich werde nie vergessen mit welchem Krach die Rakete startete und mich fast umwarf. Das Krach so eine körperliche Reaktionhervorrufen konnte, hatte ich noch nie erlebt. Aber schon in dieser Zeit spottete man über diese Rakete als eine veraltete und umständliche Raketentechnik, da aus den 50ziger Jahren.
Gruß
Padu

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Re: US Honest John Raketen eher unbrauchbar gewesen?

Beitrag von ELO » 06.02.2020 18:58

Padu hat geschrieben: 05.02.2020 17:30 Auch ich werde nie vergessen mit welchem Krach die Rakete startete und mich fast umwarf. Das Krach so eine körperliche Reaktionhervorrufen konnte, hatte ich noch nie erlebt. Aber schon in dieser Zeit spottete man über diese Rakete als eine veraltete und umständliche Raketentechnik, da aus den 50ziger Jahren.
Gruß
Padu
Auch ich durfte mal einen Abschuss erleben.
Die psyologische Wirkung war eine "ungeheuere" ;)
So werden sich auch die Engländer beim Beschuß mit einer V2 gefühlt haben!

Zum Unfall auf der Fregatte Sachsen: Schaden weit über 40 MILLIONEN €! Die Sprinkleranlage hat nicht wirklich etwas verhindert! :mrgreen:

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