Feuersteinsender

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
flugschüler
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Beitrag von flugschüler » 17.04.2012 05:14

Hallo,
hätte nicht gedacht das, das von mir aufgeworfene Thema so viel Resonanz hervorruft. Steindorf hatte für mich eine ganz andere Bedeutung. Die Norddeutschen Dornierwerke sollen unter diesen Decknamen einen Ausweichbetrieb gehabt haben. Deshalb habe ich im Bundesarchiv nach diesen Begriff geforscht und habe für mich leider nur dieses gefunden.
Zangendorf 2 und Zangendorf 3 müssen sich nicht zwingend in Oesterreich befunden haben. Bei Zangendorf 2 tauchte der Ort Itzehoe auf aber kein hinweis auf den tatsächlichen Instalationsort. Für Zangendorf 3 wurde der Ort Blaubeuren erwähnt da saß aber nur die Bauleitung.
Wenn die Angelegenheit sich im Luftgau III abgespielt hätte, wurde ich mehr Ergeiz an den Tag legen(zu meiner Entschuldigung).
Gruß Uwe

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zulufox
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Beitrag von zulufox » 17.04.2012 10:07

flugschüler hat geschrieben:Hallo,
hätte nicht gedacht das, das von mir aufgeworfene Thema so viel Resonanz hervorruft. Steindorf hatte für mich eine ganz andere Bedeutung. Die Norddeutschen Dornierwerke sollen unter diesen Decknamen einen Ausweichbetrieb gehabt haben. Deshalb habe ich im Bundesarchiv nach diesen Begriff geforscht und habe für mich leider nur dieses gefunden.
Gruß Uwe
Hallo Uwe,

sicher mit dem Decknamen Steindorf?

Nach:
Busjan, Béatrice; Schubert, Corinna
Flugzeugbau in Wismar – Erinnerungen an die Norddeutschen Dornier-Werke
Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar; 1. Auflage 2005; ISBN: 3 – 00 – 017272 - 6
Seite 31ff
hatte der Einflugbetrieb (später auch Endmontage Fw 190) der NDW in Perleberg den Decknamen "Firma Steinwerk".

MfG
Zf :holy:
Friedrich Hebbel: Tagebücher:
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Manhartsberg - "Zangendorf 4"

Beitrag von josef » 17.04.2012 21:21

Hallo Freunde,
besten Dank für die weiteren Infos!

Man sollte halt öfters "herumgoogeln" und bei Tante "Wiki" nachsehen, da tauchte bei der gestrigen (16.04.2012) Ergänzung zum Thema "Manhartsberg" auch ein Hinweis zu "Zangendorf 4" auf :-)
-> http://de.wikipedia.org/wiki/Manhartsberg

Werde demnächst einige Fotos von einer Begehung aus ca. 2001 einstellen, muss die Bilder aber erst heraussuchen und scannen, stammen ja noch aus der guten alten "Analogzeit"...
Ein paar Bilder gibt es bei http://www.geheimprojekte.at/t_manhart.html In diesem Bericht wurde der damalige Kenntnisstand lt. LAD1/Pressedienst Land Niederösterreich; 27.5.2005 eingearbeitet.

Die Auf- oder Umrüstung der bestehenden Funkstation am Manhartsberg zum Störsender im Rahmen des "Geilenbergprogrammes" ca. Mitte bis Ende 1944 ...? scheint plausibel! Lagen doch wichtige Raffinerien in relativ geringer Entfernung zum Standort "Zangendorf 4":

Siehe auch "Geilenbergprogramm in Österreich": http://www.geheimprojekte.at/b_geilenb.html

Entfernung - Luftlinie:
Raffinerie Moosbierbaum 28 km
Raffinerien im Raum Wien 45 - 75 km

sowie die "Ofen-Anlagen":
Statzendorf 25 km
Spitz an der Donau 30 km
Weitenegg an der Donau 45 km
Petzenkirchen an der Erlauf 50 km
Hauskirchen sowie das Erdölrevier um Zistersdorf 50 - 60 km
Türnitz 65 km

Noch kurz zu Kolmegg in der Steiermark "Zangendorf 1":
bei Kolmegg stand noch Lassnitzhöhe
Lassnitzhöhe ist ein paar km entfernt - Bahnstation.

Den Sinn eines "Störsenders" fürs "Geilenbergprogramm" kann ich mir in dieser Gegend nur wegen der Ein- bzw. Abflugrouten der Bomber der 15. US-Luftflotte bei Angriffen auf die Ölziele im Donauraum von bzw. zurück zu den Plätzen im Raum Foggia über die Süd- u. Oststeiermark vorstellen. Anlagen der Mineralölwirtschaft gab es dort nicht.

lg
josef

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Manhartsberg - "Zangendorf 4"

Beitrag von josef » 19.04.2012 14:09

Hallo,
im Forum >unterirdisch.de< gibt es ebenfalls einen Thread zur "Funkstation Manhartsberg" aus 2007:
http://www.unterirdisch-forum.de/forum/ ... php?t=5190

Damals erwähnte ich in meinen Beiträgen den mir seit 2000 bekannten Decknamen "Zangendorf 4" nicht, da mir ein Zusammenhang der Funkanlage Manhartsberg mit dem "Geilenbergprogramm" absurd erschien :?

Für einen Beitrag fertigte ich eine unmaßstäbliche Lageskizze der bei den Begehungen 2000 und 2001 vorgefundenen Fundamentreste an -> Nachweis der 2 Stk. Stahltürme:
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Beitrag von EricZ » 19.04.2012 17:52

Hallo Josef,

vielen Dank für die weiteren Informationen zum Manhartsberg, die den allermeisten aus diesem Forum nicht bekannt sein dürften, da nicht alle zugleich auch im Nachbarforum www.unterirdisch-forum.de/forum/index.php angemeldet sein dürften. :thumbup:

Viele Grüße nach Niederösterreich, Eric
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

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Fotos FuSZ Manhartsberg

Beitrag von josef » 14.05.2012 21:47

Hallo,
war heute im Niederösterr.Landesarchiv-Landesbibliothek in St.Pölten und sah mich auch zum Themenkreis "Manhartsberg" um. Leider keine neuen Erkenntnisse, zumindest aber 2 Fotos aus der "Zeitschrift für Heimat- und Regionalkunde des Waldviertels und der Wachau - >Das Waldviertel<, Heft 3/2005":

In einem Artikel über hölzerne Vermessungstürme in der Vor- und Nachkriegszeit am Plateau des Manhartsberges (537 m) wird kurz das Thema "Funkstation der LW" angeschnitten.

Nachstehend ein Textauszug über die Funkstation:
Anfang 1940 wird die Pyramide des Jahres 1932 (Anm.: Hölzerner Vermessungsturm, errichtet 1932) abgetragen, denn die Luftwaffe errichtet auf der Hochfläche des Manhartsberges eine Funkstation. Nordöstlich der abgetragenen Pyramide erbauen einheimische Arbeitskräfte unter reichsdeutscher Führung in massivem Beton ein unterkellertes Maschinenhaus, ein Wasserreservoier (heute noch gut sichtbar!), einzelne gemauerte Häuser als Unterkünfte für die Besatzung und 2 viereckige eiserne, 52 Meter hohe Funktürme. Das Baumaterial wird von der "Silbernen Eiche" mit einem Schrägaufzug auf das Gipfelplateau gebracht. Die elektrische Energie kommt mit einer Freileitung von Eggendorf auf den Berg, das letzte Stück mit einem Erdkabel; die Telefonleitung hängt von Eggendorf her an den Bäumen. Für die Wasserversorgung schlägt man in der Nähe der Station einen Brunnen, allerdings ohne auf das kostbare Nass zu stoßen. Als Lösung des Problems bringt man dann mit Pferdefuhrwerken das Wasser zum Reservoir.
Was sich auf dieser Station tatsächlich abspielt, ist der einheimischen Bevölkerung im Grunde unbekannt!
(Anm.: Sperrgebiet).

Dann wird noch berichtet, dass die Gebäude gesprengt wurden und die beiden Stahlmasten 1949 demontiert wurden.

Bild 1: 1940 (FuSZ)
Bild 2: Demontage eines Gittermastes 1949
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nordfriese
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Beitrag von nordfriese » 30.05.2012 14:54

Moin!
flugschüler hat geschrieben:Bei Zangendorf 2 tauchte der Ort Itzehoe auf, aber kein Hinweis auf den tatsächlichen Instalationsort.
Eigentlich wollte mich OWW auf eine eventuelle Funksendezentrale hinweisen,
aber ich erinnerte mich an die Aussage vom flugschüler. Nach Absprache mit
OWW denken wir, dass seine Mail hier besser hinpasst. :-)
"Hallo Rolf,
bei einer Archivrecherche bin auf eine mir unbekannte Anlage im Osten von
Itzehoe gestoßen. Sie wurde in den Nachkriegsakten Luftwaffen-Funkstelle
oder auch Relais-Station genannt. Sie war 1944 in Bau (Erweiterung ??),
bestand aus diversen Baracken, 7 größeren Bunkern und mehreren Holzmasten
mit Betonsockeln.
Das Gelände ist heute überbaut..."

Der Bereich nennt sich "Lübscher Brunnen" und wurde, allerdings in einem
anderen Zusammenhang, hier bereits erwähnt:
(ganz oben von Martin100)
viewtopic.php?t=2281&start=40

Gruss aus NF!
Rolf
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