[hoffnungslos?] unbekannter Aufnahmeort eines Bahnhofs

Recherche, Diskussion und Klärung ungeklärter historischer Fotos
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Malefiz
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Beitrag von Malefiz » 20.05.2013 21:21

Ich hab mich bei dem eckigen mächtigeren Kirchturm an den Kirchturm von Hopfgarten (Weimar) erinnert gefühlt. Wenn man in Google Bilder die Kirchen Hopfgarten googelt findet man sehr ähnliche Bauwerke für beide Kirchen. Nun könnte se ja auch sein, dass die Kirche durch Krieg/Sozialismus so gelitten hat, dass Sie durch die Gemeinde nach Vermögen wieder restauriert wurde. Ich glaube der Bereich zwischen Erfurt und Weimar ist vielversprechend.

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Shadow
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Beitrag von Shadow » 03.06.2013 08:28

Der linke Turm, sei es nun eine Kirche oder ein Stadtturm...ist da in dem Bereich unterhalb der Haube eigentlich Fachwerk verbaut?

Shadow.

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Beitrag von Shadow » 06.06.2013 22:57

Ich hätte ja nun zuerst dem linken Turm den sakralen Charakter abgesprochen. Wenn ich aber das Rathaus in Falkenstein heran ziehe, dann bin ich mir bei dem rechen Turm auch nicht mehr sicher.

Shadow.

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redsea
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Beitrag von redsea » 24.06.2013 00:26

flori hat geschrieben:ja, du hast Recht. Nennt sich Perronsignal und ist definitiv bayrisch. (...)

Hallo flori,

sorry, aber ich bezweifel, dass es sich hier um ein Perronsignal handelt, da:

1. Die Flügel von Perronsignalen eine andere Form haben,

2. keine Laterne vorhanden zu sein scheint,

3. Perronsignale auf dem Perron stehen und nicht wie auf unserem Foto zu sehen, außerhalb des Bahnhofes an einem Bahnübergang,

4. Perronsignale je Gleis über einen Flügel verfügen der auf das Gleis gerichtet ist. Die auf unserem Foto zu sehende Einrichtung verfügt jedoch über zwei Flügel, von denen einer auf das Gleis, der andere vom Gleis weg gerichtet ist. Wenn es ein Perronsignal wäre, stünde es in dieser zweiflügeligen Ausführung für zwei Gleise, nämlich für ein rechts und ein links am Signal vorbeiführendes Gleis,

5. sehen wir an dieser eingleisigen Strecke am nächsten vermeintlichen Wärterhäuschen die gleiche zweiflügelig Einrichtung. Perronsignale waren jedoch keine Streckensignale.


Auch wenn auf dem Foto schon Telegraphenmasten zu sehen sind, könnte es sich bei dieser Einrichtung dennoch um einen optischen Eisenbahntelegraphen handeln. Diese sahen nicht nur genauso aus, sondern standen auch in Sichtweite, wie auf unserem Foto zu sehen, zueinander.

Viele Grüße

Kai

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Lacky
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Beitrag von Lacky » 24.06.2013 11:04

Moin Kai

redsea hat geschrieben:
3. Perronsignale auf dem Perron stehen und nicht wie auf unserem Foto zu sehen, außerhalb des Bahnhofes an einem Bahnübergang,

5. sehen wir an dieser eingleisigen Strecke am nächsten vermeintlichen Wärterhäuschen die gleiche zweiflügelig Einrichtung. Perronsignale waren jedoch keine Streckensignale.

Das ist soweit korrekt, allerdings muß ich dir widersprechen bei
redsea hat geschrieben: 4. Perronsignale je Gleis über einen Flügel verfügen der auf das Gleis gerichtet ist. Die auf unserem Foto zu sehende Einrichtung verfügt jedoch über zwei Flügel, von denen einer auf das Gleis, der andere vom Gleis weg gerichtet ist. Wenn es ein Perronsignal wäre, stünde es in dieser zweiflügeligen Ausführung für zwei Gleise, nämlich für ein rechts und ein links am Signal vorbeiführendes Gleis,

Ein Perronsignal war nicht unbedingt gleisbezogen und hatte, selbst wenn nur ein Gleis vorhanden war, immer zwei Signalflügel. Perronsignale waren die Vorläufer der späteren Ausfahrsignale und die Signalflügel galten jeweils für die Fahrtrichtung des Zuges.

Ein sehr schönes Bild nebst Erklärung findet sich hier


Gruß
Stefan
Mut ist oft ein Mangel an Einsicht, während Feigheit nicht selten auf guten Informationen beruht - Sir Peter Ustinov

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Beitrag von redsea » 24.06.2013 18:14

Hallo Stefan,

vielen Dank für Deine ergänzenden Ausführungen, denen ich grundsätzlich auch zustimme.

Anmerken möchte ich jedoch, dass man auf verschiedenen Seiten im Internet jedoch auch Informationen zu einflügeligen Perronsignalen findet, wie z.B. hier (KK1_bay_Perron_1flg - einflügeliges Signal). Allerdings bin ich der Meinung, dass eine tiefgreifendere Diskussion über die Funktion und Bedeutung von Perronsignalen nicht weiter zur Aufklärung des Fotos beiträgt.

Perronsignale wurden hier ja angesprochen, um den Aufnahmestandort des Fotos auf den bayerischen Raum einzugrenzen. Wenn aber schon durch meine Punkte 3. und 5. widerlegt wird, dass es sich hier um Perronsignale handelt, so wissen wir zumindest, dass wir unsere Suche nicht auf den bayerischen Raum beschränken können, zumindest nicht durch diese "Signaleinrichtungen", bei denen es sich, wie von mir schon angesprochen, auch um optische Telegraphen handeln kann.

Viele Grüße

Kai

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Beitrag von redsea » 24.06.2013 23:43

Shadow hat geschrieben:Der linke Turm, sei es nun eine Kirche oder ein Stadtturm...ist da in dem Bereich unterhalb der Haube eigentlich Fachwerk verbaut?
Hallo Thorsten,

ja, so sehe ich das auch. Zur Verdeutlichung habe ich die zu erkennenden Fachwerkbalken mal etwas hervorgehoben.

Viele Grüße

Kai
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Beitrag von Djensi » 25.06.2013 09:09

Moin,

Kirchen in dieser Bauweise befinden sich vor allem auch im brandenburgischen, der Kirchturm von Glienecke weist eine große Ähnlichkeit mit unserem Objekt auf.
http://userpage.fu-berlin.de/engeser/po ... necke.html

...die Suche geht weiter :-)

Grüße
Djensi

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Beitrag von Krakau » 29.06.2013 18:01

Mensch Djensi,
über Dorfkirchen bin ich nun wahrlich zu oft bei diesem Bild gestolpert. Das es sich bei der Ansicht nicht um ein Dorf handelt, dürft wohl eindeutig sein.

Gruß Thomas

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Beitrag von Djensi » 30.06.2013 20:17

@Krakau: Jaahaa, schon klar, dass es sich nicht (unbedingt) um ein Dorf gehandelt hat, es ging mir um die Bauweise der Kirche und weil der Suchschwerpunkt nun schon ziemlich weit im Süden lag.

Allerdings könnte auch die auf dem Foto abgebildete Örtlichkeit ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben und heute findet sich vieleicht eine Kirche ein Gutshof/Schloß mit Turm und wenige Häuser wieder, während eine frühere industrielle Bedeutung verschwunden und dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Viele Grüße
Djensi

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