[hoffnungslos?] unbekannter Aufnahmeort eines Bahnhofs

Recherche, Diskussion und Klärung ungeklärter historischer Fotos
Antworten
Fraschra
Forenuser
Beiträge: 31
Registriert: 28.02.2008 22:26
Ort/Region: Plettenberg

Beitrag von Fraschra » 18.03.2012 13:46

Baderbahn hat geschrieben:Guten Abend Jungs,

Ein Guter Freund von mir meinte, auf dem Bild eine "31" oder "81" auf der Bude zu erkennen.

http://baderbahn.ba.funpic.de/images/un ... 9kreis.jpg
Hallo Zusammen,
ich sehe da eher eine "37" oder eine "97", ist auch die Meinung anderer die sich den Ausschnitt angesehen haben.

Lg aus dem Sauerland

Benutzeravatar
Krakau
Forenuser
Beiträge: 927
Registriert: 29.12.2007 23:14
Ort/Region: Krakau Polen
Kontaktdaten:

Beitrag von Krakau » 19.04.2012 00:08

Moin,
eine harte Nuss - mittlerweile bin ich zu der Ansicht gekommen es ist eine Collage von Recklinghausen und Rinteln. :hellau:

Die Türme sind am vielversprechensten. Die sind so einmalig, dass sie noch nirgends gemeinsam aufgetaucht sind.

Die Suche geht weiter...

Gruß Thomas

jmlp
Forenuser
Beiträge: 128
Registriert: 21.12.2006 12:17
Ort/Region: Wuppertal

Beitrag von jmlp » 19.04.2012 09:08

Vielleicht hilft es ja weiter: Diese spezielle Form der welschen Haube des rechten Turms mit Laterne wird auch "Thüringische Haube" genannt.

Benutzeravatar
Krakau
Forenuser
Beiträge: 927
Registriert: 29.12.2007 23:14
Ort/Region: Krakau Polen
Kontaktdaten:

Beitrag von Krakau » 19.04.2012 14:08

Hallo jmlp,
könntest Du noch mal den genauen Unterschied zwischen Welscher und Thüringischer Haube verdeutlichen? Die meisten Treffer ähnlicher Türme erhielt ich mit "spätbarocker Turmaufbau".
Weil laut der Eisenbahner soll das Ganze ja irgendwie in Bayern verortet sein...

Gruß Thomas

jmlp
Forenuser
Beiträge: 128
Registriert: 21.12.2006 12:17
Ort/Region: Wuppertal

Beitrag von jmlp » 19.04.2012 20:24

Die Thüringische Haube ist m.W. eine Sonderform der Welschen Haube, bei der auf der Dachglocke noch eine Laterne aufgesetzt ist. Auf der Laterne kann dann noch eine kleinere Haube aufgesetzt sein.

jmlp
Forenuser
Beiträge: 128
Registriert: 21.12.2006 12:17
Ort/Region: Wuppertal

Beitrag von jmlp » 27.04.2012 11:30

Ich will mal die für mich relevanten Hinweise etwas zusammenfassen:

1. Das Perronsignal wurde von den Königlich Bayerische Staatseisenbahnen erfunden und im Prinzip nur in deren Streckennetz verwendet. Es wurde 1876 eingeführt

-> In Betracht kommt das ganze Streckennetz in Bayern, das zweitgrößte in dieser Zeit im Deutschen Reich. Auf http://www.kbaystb.de/ ist eine gute Übersicht über Strecken und Bahnhöfe gegeben.

2. Die Haubenform der beiden Türme ist von der Thüringschen Art. Diese war natürlich auch außerhalb Thüringens zu finden, aber je weiter weg von Thüringen, desto seltener wurde sie gebaut.

-> Das Streckennetz in Oberfranken verdient also besondere Beachtung. Auf DSO war man der Ansicht, die Strecke sähe recht neu aus, was den Zeitraum auf 1876 und später festlegen würde.

-> Die beiden Türme müssen nicht zwangsläufig zu Sakralbauten gehören, einer könnte auch profan sein, z.B. ein Stadt- oder Rathausturm. Die Haube kann heute anders gestaltet sein. Zwei Türme sind aber so oder so ein Indiz für ein Mittelzentrum, weniger für ein kleineres Dorf.

3. Die Fabrik besitzt einen eigenen Gleisanschluss mit min. zwei eigenen Gleisen, hatte also einen großen Bedarf an Rohstoffen oder einen großen Produktaustoss.

-> In Frage kommen Zuckerproduktion, Glas- oder Keramikproduktion, ev. eine sehr große Mühle oder Ziegelei. Solche Fabriken sind für den Ort domierende Wirtschaftsbetriebe und müssten vielfältige Spuren in der Überlieferung hinterlassen haben, falls sie nicht sogar noch heute in irgendeiner Form existieren.

4. Auf DSO will einer österr. K.u.K. Wagenmaterial identifiziert haben.

-> Alle vorherigen Überlegungen waren für die Katz' :-)

Benutzeravatar
Cremer
Forenuser
Beiträge: 898
Registriert: 23.02.2010 11:26
Ort/Region: Bad Kreuznach
Kontaktdaten:

Beitrag von Cremer » 27.04.2012 11:44

@jmlp

Du hast da noch die Fernmeldefreileitungen (mindestens 3 Leitungspaare)außer Acht gelassen. m.E. kann man damit auch in den Zeitraum von 1870 bis 1900 eingrenzen.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

Benutzeravatar
argus
Forenuser
Beiträge: 248
Registriert: 19.10.2005 17:59
Ort/Region: Nürnberg

Gaswerk

Beitrag von argus » 28.04.2012 14:30

Liebe Rätselfreunde!

Ich halte das mehreckige Fabrikgebäude für einen Gasometer.
(Vergl. z.B. Wien Simmering)

Auf der von AndPre77 eingestellten Bildvergrößerung ...signal.jpg,ist - mittig-
neben dem Signal,auch eine Gaslaterne zu erkennen.

In das Suchgebiet würde ich auch Grenzgebiete im Ausland(Tschechei / Schlesien) mit einbeziehen. Es kann sich um eine Stadt handeln, welche bis 1945 deutsches Siedlungsgebiet war und traditionelle Handelsbeziehungen zu Bayern und Österreich hatte.

Gruß!

argus

Benutzeravatar
Shadow
Moderator
Beiträge: 2734
Registriert: 03.08.2007 22:44
Ort/Region: Hamburg

Beitrag von Shadow » 28.04.2012 19:08

Moin,
als ich Gasometer las habe ich gedacht "so ein Quatsch", aber nach Durchsicht von ein paar Vergleichsbildern...vielleicht.
Ich hätte da ein paar Beispiele zum abfliegen, auch wenn man sie heute vielleicht nicht mehr in GE sieht. Der Sprung zum Abschnitt "Bayern" lässt sich leider nicht korrekt verlinken, bitte einfach bis dahin durchrollen.

Shadow.

Benutzeravatar
argus
Forenuser
Beiträge: 248
Registriert: 19.10.2005 17:59
Ort/Region: Nürnberg

Zwischenspeicher

Beitrag von argus » 28.04.2012 19:47

Hallo Shadow!

Was mich etwas stört, ist daß die Gleise nicht bis zum "Gaswerk" führen.
Ein solches benötigt viel Kohle, welche dann zu Koks verschwelt wird.
Eine Kokerei erkenne ich auch nicht.
Kohlehalden sehe ich auch nirgends.

Dagegen steht für mich jedoch fest, dass es sich um einen Gasometer handelt.
Vielleicht ein Zwischenspeicher und nicht der Ort der eigentlichen Gaserzeugung?
Gab es damals so etwas, haben wir Fachleute im Forum?

Gruß!
argus

Antworten