Standortmunitionsniederlage 533/1 und Standortschießanlage 452/1

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Luftdragoner
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Standortmunitionsniederlage 533/1 und Standortschießanlage 452/1

Beitrag von Luftdragoner » 19.03.2010 20:57

Ich bin auf der Suche nach zwei "lostplaces" der besonderen Art - sie konnten nämlich bislang trotz intensiver Suche nicht aufgefunden werden. Es gab sie aber erwiesenermaßen.

Bei dem einen Objekt handelt es sich um die Standortmunitionsniederlage 533/1. Diese muss sich im Raum Freiburg/Breisgau befunden haben.

Das zweite Objekt ist die Standortschießanlage 452/1. Diese müsste sich im Raum Worms/Mainz befunden haben.

Hat hierzu jemand Hinweise?

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darkmind76
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Beitrag von darkmind76 » 20.03.2010 06:52

Hm, bei Wackernheim in der Nähe des Flugplatzes Mainz-Finthen gibt es eine Schießanlage, die -wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe- halb Bundeswehr-/halb US-Armee ist/war.

Luftdragoner
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Beitrag von Luftdragoner » 20.03.2010 08:38

Wackernheim steht auch dringend im "Verdacht", es gibt allerdings etwas widersprüchliche Angaben dazu, ob die Schießanlage vor 1990 tatsächlich auch als Dienststelle der Biundeswehr geführt wurde. Es gibt allerdings auch keine Alternative zu dem Standort, jedenfalls keine bekannte.

palatinat
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Beitrag von palatinat » 05.05.2018 21:21

Hallo zusammen,

vielleicht kann man hierüber zur Standortmunitionsniederlage 533/1 fündig werden.

https://www.archivportal-d.de/item/6PZD ... 6SRMP6GOEP

Gruß aus der Pfalz

Pinguin der 2.
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Re:

Beitrag von Pinguin der 2. » 17.04.2019 10:43

Luftdragoner hat geschrieben:
20.03.2010 08:38
Wackernheim steht auch dringend im "Verdacht", es gibt allerdings etwas widersprüchliche Angaben dazu, ob die Schießanlage vor 1990 tatsächlich auch als Dienststelle der Biundeswehr geführt wurde. Es gibt allerdings auch keine Alternative zu dem Standort, jedenfalls keine bekannte.
Wurde sie. Ich war zu der Zeit Leiter der RAG Schießsport Mainz und habe selbst bis 1996 dort die Schießen beantragt.
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thomasbreitenbacher
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Re: Standortmunitionsniederlage 533/1

Beitrag von thomasbreitenbacher » 29.04.2019 18:37

Hallo,

ohne jetzt dem Vorschlag von palatinat gefolgt zu sein, die über 44 laufenden Metern Archivmaterial im Bundesarchiv zu sichten, um in diesem Konvolut eine Antwort auf die Frage zur StOMunNdlg 533/1 zu finden, spekuliere ich ein bisschen (macht auch mehr Spaß). Zumal im Falle der Einrichtungen / Standorte im ehemaligen VKK 533, wie bereits das Beispiel Achern in diesem Forum zeigt, einige Besonderheiten aufweisen.

Dies beginnt bereits bei der StOMunNdlg für den Standort Achern (die StOMunNdlg 533/2 in Renchen; Quelle "Die Bundeswehr 1989" von O.W. Dragoner). Die Ortsbezeichnung "Renchen" ist gebietsmäßig korrekt, wenngleich irreführend, da die Niederlage weit von Renchen und nur wenige Kilometer Luftlinie von der ehem. Markgraf-Ludwig-Wilhelm-von-Baden-Kaserne entfernt liegt. Dies liegt daran, dass sich die Niederlage auf dem Gebiet einer Exklave der Gemeinde Renchen, der sogenannten Maiwaldsiedlung, befindet.

Interessanter ist vielleicht die Tatsache, dass ein Pressetext aus 2005 (erscheint in google, wenn man "Munitionsdepot Achern" eingibt) den Eindruck hinterlässt, dass diese Liegenschaft erst 1984 in Betrieb genommen wurde. Hierzu passt auch deren Ausstattung mit 17 Munitionslagerhäusern modernerer Bautypen (und nicht mehr die herkömmlichen MLH 25 und / oder 50).
Unterstellt man, dass bereits vorher die Erfordernis einer StOMunNdlg für Achern bestand, gab es u.U. an anderer Stelle eine solche (und die könnte dann die 533/1 gewesen sein ?).
Fraglich ist jedoch, warum der Standort Achern mit einer überwiegend aus einem teilaktiven Transportbataillon bestehenden Belegung eine solche "opulente" StOMunNdlg bedurfte ? Rätselhaft.

Ebenfalls rätselhaft ist der Anblick weiter südlich bei Offenburg, nämlich des nördlichen der beiden Munitionslager im Gottswald nordwestlich von Offenburg (die südliche Liegenschaft ist das schon häufig thematisierte ehem. französische dépôt d'armée 58). Wer sich diese nördliche Liegenschaft auf Google Earth betrachtet, wird mir zustimmen, dass deren Planung / Bau nie und nimmer von den französischen Streitkräften bestritten wurde. Diese Liegenschaft sieht einer idealtypischen Bundeswehr-Standortmunitionsniederlage "wie aus dem Gesicht geschnitten", was auch durch die vorhandenen, in GE bei genauem Hinsehen zu erkennenden, MLH 25 / 50 unterstrichen wird. War das dann die StOMunNdlg 533/1, die irgendwann aufgegeben und den französischen Streitkräften übergeben wurde ?
Eine Standortmunitionsniederlage dieser Größenordnung macht für Offenburg (wo meines Wissens nie Bundeswehreinheiten stationiert waren) noch weniger Sinn wie für Achern. Oder war Offenburg die Niederlage für Achern bis die neue und günstiger gelegene StOMunNdlg bei Achern 1984 in Betrieb genommen wurde ?

Genug spekuliert für heute, mein Forscherdrang ist geweckt und ich bleibe an den Fragen dran.

Viele Grüße, Thomas.

HW
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Re: Standortmunitionsniederlage 533/1 und Standortschießanlage 452/1

Beitrag von HW » 07.05.2019 16:06

Hallo,
zu StOMunNdlg Renchen/Achern "Rätselhaft Ausstattung Mun-Lagerhäusern":
Auf dem Internetauftritt des BND war vor einigen Jahren zu lesen, dass geplant war im Fall eines Krieges den BND von Pullach nach Achern in die Kaserne zu verlegen. Ggf. war, wie auch beim Funkverkehr (Fm-Dienststelle Achern), eine Lagerung von Munition anbedacht. Björn hat ja auch mal geäußert, dass für den BND in Pullach Munition im Munitionsdepot Hohenbrunn gelagert war.

Gruß
HW

Björn
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Re: Standortmunitionsniederlage 533/1 und Standortschießanlage 452/1

Beitrag von Björn » 10.05.2019 10:30

Jup - so ist es.

Ich kann mir diverse "Auffälligkeiten" bei Liegenschaften, Dienststellen und Einheiten im Raum Achern/ Renchen auch nur im Zusammenhang mit dem BND erklären - und dann gibt es auf einmal einen Sinn :-)

HW
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Re: Standortmunitionsniederlage 533/1 und Standortschießanlage 452/1

Beitrag von HW » 23.05.2019 19:14

Hallo,
zu dem geschilderten Sachverhalt vom User thomasbreitenbacher ist mir folgendes eingefallen, betriffft zwar jetzt nicht Achern ist aber eine ähnliche Klärung eines bis dahin unbekannten Umstandes. Auch hier gab es dann einen Sinn.
Die Heeresflieger sind aus Oberschleißheim im Jahr 1981 verlegt worden. So, wie mir von einem ehem. Piloten gesagt wurde, ein Teil nach Roth und ein Teil nach Penzing. Auf dem Flugplatz gab es aber einen eingezäunten Bereich, den ich jetzt einmal als Technicschen Bereich mit großen Kfz-Hallen für LKW einstufe. Obwohl die Bundeswehr 1981 Oberschleißheim verlassen hatte, wurde dieser Bereich Mitte der 80er Jahre immer noch bewacht. Ich kann mich daran erinnern, dass bei einem Flugtag hier noch grau uniformierte Zivilwachen, wie sie z. B. früher auch bei der Bundeswehr gegeben hat, diesen Bereich bewachten.

Vor 10 bis 15 Jahren habe ich bei einer Modellbauausstellung in der Flugwerft ein Gespräch mit einigen Herren, die auch die Ausstellung besuchten, gehabt. Wir kamen von dem Modellbau auf die Flugwerft und dann auch auf die Heeresflieger zu sprechen. Mir ist der Umstand der Bewachung wieder eingefallen und habe nach dem Grund gefragt, warum Jahre nach Verlegung der Heeresflieger immer noch ein Bereich eingezäunt ist und bewacht wird. Einer der Herren sagte mir, dass er früher bei der Heeresflugplatzkommandantur 204 war und dieser von mir angesprochene Bereich auch für die Bundeswehr tabu war. Sie durften in diese Hallen, die auch immer verschlossen waren, nicht hinein. (Hintergrundinfo: War auch kein Bereich der Fliegerstaffel des BGS).
Später habe ich dann erfahren, dass auch der BND in Schleißheim vertreten war.

Grüße
HW

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