Grenze DDR / Gebiete westlich des Eisernen Vorhangs

Bauliche Infrastruktur der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und des Eisernen Vorhangs
Antworten
Thunderhorse
Forenuser
Beiträge: 281
Registriert: 21.07.2006 13:41
Ort/Region: Bayern

Beitrag von Thunderhorse » 05.07.2007 22:19

In dem Waldbereich no Hönebach, einstiges Hoheitsgebiet der DDR, der an die Ortsverbindungsstraße heranreicht, befand sich eine sogenannte Wurfschneise der HA I der Staatssicherheit.
Ideales Gelände für solch einen Zweck, da dort die Straße unmittelbar am Grenzverlauf entlang lief (Leitplanke) und die Sperranlagen weiter zurück errichtet worden waren.

Battle6
MfG. TH

petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 05.07.2007 22:52

Bin vor ein paar Tagen bei Großensee längs gekommen. Am Nordrand von Großensee gibt es eine Unterführung unter der DB aus zwei eiförmigen Tunnelröhren, eine für den Feldweg, eine für einen Bach. Das müßte der Zugang zum DDR-Gebiet nördlich der Bahnstrecke gewesen sein. Wie war diese Unterführung gesichert? Tor? Ggf. mehrere Tore hintereinander? Postenhäuschen, ständig mit Posten besetzt?

Südwestlich von Großensee gab es einen weiteren DDR-Zipfel, an dessen Südseite ebenfalls eine westdeutsche Straße lag. Auch eine MfS-Schleuse?
Oder war das hier nur ein eingezäuntes Waldgebiet?

gruß EP

Thunderhorse
Forenuser
Beiträge: 281
Registriert: 21.07.2006 13:41
Ort/Region: Bayern

Beitrag von Thunderhorse » 06.07.2007 15:31

Dauert ein bisschen, muß erst mal die Karte wieder studieren.
Alles hat man nicht im Kopf.

Battle6
MfG. TH

Thunderhorse
Forenuser
Beiträge: 281
Registriert: 21.07.2006 13:41
Ort/Region: Bayern

Beitrag von Thunderhorse » 10.07.2007 22:01

Hi petzolde,

wenn ich mich richtig erinnere, dann war die Unterführung nicht mit Toren gesichert.
Hatte auch nicht die Form von Röhren, sondern war quadratisch gebaut. Möglich dass diese nach der Grenzöffnung im Zuge von Instandsetzungsarbeiten ausgetauscht wurde, oder Deine Unterführungen später eingebaut wurde?
Kannst Du die Lokation eventuell mit Foto näher bezeichnen?

An der von mir beschrieben Stelle war der GSSZ war dort angelehnt an die eingezäunte Bahnlinie und quert etwas nördlicher die Straße in Richtung no.. Dort war ein Gassentor. Die Unterführung war sicherlich mit R-67 oder anderen Signalmitteln gesichert.
Nördlich an der Bahnlinie, auf Höhe der Unterführung, aber im Schutzstreifen befand sich auch über lange Jahre ein Betonbunker für zwei Grenzsoldaten.

Theoretisch war es denkbar dass sich an jeder prädestinierten Stelle der Grenze eine Schleusungsstelle befunden hat.
Das von dir beschriebene Waldstück, mit der daran verlaufenden Straße war ebenfalls eine solche Stelle.

Battle6
MfG. TH

petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 10.07.2007 23:23

Leider keine Fotos zur Hand; ich werde aber nochmal in topographische Karten schauen.
Die Unterführung unter der DB besteht aus zwei "klassischen" ovalen Tunnelröhren, direkt nebeneinander liegend. Ostseitig (geographisch, nicht politisch) der Feldweg, westseitig ein in Halbschale gefaßter Bach. Alter des Bauwerks: wohl 100 Jahre, oder auch älter.
gruß EP

Benutzeravatar
Handlampe
Forenuser
Beiträge: 465
Registriert: 03.12.2002 15:44
Ort/Region: Donauwörth

Beitrag von Handlampe » 10.07.2007 23:40

Zum Thema Schleusen:
In der Nähe von Lehesten kann man im Bereich eines Schieferbruchs durch einen längerem Gang die Grenze unterqueren (zu mindestens ging dies bis vor ein paar Jahren)
Den bayerischen Grenzschützern waren diese Stellen bekannt.

petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 10.07.2007 23:49

Was passierte denn, wenn jemand aus diesem Gang auf der Westseite herauskam? Oder hineinging?
Gab es auf der DDR-Seite einen Ausgang?
gruß EP

Benutzeravatar
Handlampe
Forenuser
Beiträge: 465
Registriert: 03.12.2002 15:44
Ort/Region: Donauwörth

Beitrag von Handlampe » 11.07.2007 17:57

petzolde hat geschrieben:Was passierte denn, wenn jemand aus diesem Gang auf der Westseite herauskam? Oder hineinging?
gruß EP
Laut meinem Gesprächspartner: nichts. Werde aber mal noch mal nachfragen, da unser Gespräch schon eine Weile her ist.
petzolde hat geschrieben: Gab es auf der DDR-Seite einen Ausgang?
gruß EP
Im Osten war der Eingang, den wir damals genutzt haben.

Thunderhorse
Forenuser
Beiträge: 281
Registriert: 21.07.2006 13:41
Ort/Region: Bayern

Beitrag von Thunderhorse » 11.07.2007 18:52

Im Bereich Frankenwald gab es mindestens 4 Schleusungsstellen.

Battle6
MfG. TH

petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 12.07.2007 21:54

Wozu eigentlich Schleusungsstellen für im Westen tätige Ost-Agenten? Die konnten doch problemlos per Bahn oder Auto eine "Transitfahrt nach Berlin" antreten, um dann nach dem Passieren der letzten West-Kontrolle im Osten an der Grenzstation ihre dortigen Kontaktpersonen zu treffen... Oder sehe ich das zu einfach?
gruß EP

Antworten