Reichsnährstandssilos

Nichtmilitärische Zweck- und Repräsentationsbauten und -Projekte des Nationalsozialismus 1933-1945
Antworten
Johan

Reichsnährstandssilos

Beitrag von Johan » 18.01.2004 23:56

Fotos Hafen Leipzig Lindenau, näheres hier:

viewtopic.php?t=2655

(Thema vom Moderator geteilt)
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
Talpa
Forenuser
Beiträge: 354
Registriert: 21.05.2004 23:58
Ort/Region: Osnabrück

Reichsnährstandsilo

Beitrag von Talpa » 17.11.2005 02:51

Hallo Johann !!!
Geniale Fotos
Bei den Gebäuden handelt es sich um die sogenannten und im gesamten ehemaligen Reichsgebiet verbreiteten Reichsnährstandssilos
Gebaut wurden diese Gebäude ab 1935 von privaten/genossenschaftlichen Betreibern
Diese Betreiber konnten erhebliche finanzielle Zuschüsse in Anspruch nehmen, wenn als Gegenleistung auf die einheitlichen Baumuster zurückgegriffen wurde.
Diese Silos stehen immer an Wasserwegen.(Nehme sehr gerne andere Standorte auf)
Die Typenvielfalt ist gering.
So gibt es 2500t Silos und 5000t Silos als kombinierte Trocknungs und Lagergebäude, darüber hinaus entweder als Trocknungsgebäude
welches an den vielen Fenstern zu erkennen ist. Meist haben sie sieben Etagen Schüttböden, auf denen das Getreide zum Trocknen flach ausgebreitet wird.
Das zweite Gebäude ist dann das Eigentliche Silogebäude, mit den Silozellen, bis auf den Treppenaufgängen fensterlos,und immer dem Wasser zugewand.
Die Sliozellen sid aufgebaut wie ein Wabenstock.
Die Gebäudehülle ist aus Beton gegossen, und in den allermeisten Fällen ortsüblich gestalltet. Sprich Backsteinhülle oder verbutzt.
Um die Diskussion in dem Artikel "Bunker am alten Schlachthof" etwas zu relativieren: Diese Gebäude sind nicht Bombensicher.
Wohl aber Splittersicher.
Man muß bedenken, das erhebliche Lasten von innen auf die Aussenwand
drücken. Wenn man dieses bedenkt sind die Wämde nicht überdemesional.
Interresant wird es beim Dach: Die immer vorhandene Ziegeleindeckung ist nur eine Atrappe,darunter ist nicht nur ein Dachstuhl aus Beton,
sondern die gesamte Dachhaut ist eine geschlossene Platte.
Wohlgemerkt bei dem vorhandenen Sattldach.
Und gasdicht sind die Zellen, allerdings gedacht von Innen nach Aussen.
Wichtig zur Schädlingsbekämpfung.
Der gesamte Aufwand der in diesen Gebäuden steckt hatte nur ei einziges
Ziel : Schutz der Nahrungsmittel, denn ohne Mampf kein Kampf.
Und das wusste man auch schon 1935.

Eines haben diese Gebäude noch gemeinsam: Sie werden weniger.
Die Leistungsfähigkeit entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Deshalb weichn sie moderneren Anlagen, oder werden gar nicht mehr
genutzt, und verfallen. und da verfällt meistens auch das Umland,und dann werden sie wegsaniert.
Gut das heute in vielen Fällen die Abbruchkosten den Grünstückspreis übersteigt.

Ich habe schon eine kleine beschauliche Sammlung zu diesen Gebäuden
und will noch mehr wissen.
Zu gegebener Zeit kann ich dann Material bereitstellen, wenns mir jemand
ins Netz stellt.
Talpa

usedom31
Forenuser
Beiträge: 42
Registriert: 02.06.2004 21:55
Ort/Region: Berlin

Beitrag von usedom31 » 21.11.2005 21:27

Hallo talpa,

hast Du in Deiner Sammlung schon den Speicher der ehem. Humboldt-Mühle in Berlin-Tegel? Er wurde vor ein paar Jahren als Hotel ausgebaut, in die Silos wurden Decken eingezogen. Man übernachtet jetzt direkt im Getreidespeicher... das Ganze ist richtig schick und edel.

Gruß
usedom31

petzolde
Forenuser
Beiträge: 2103
Registriert: 05.09.2004 14:03
Ort/Region: Münster

Beitrag von petzolde » 21.11.2005 22:31

Wer Speicher dieser oder ähnlicher Bauart mit Beton-Spitzdach ik Umbau sehen will, sollte sich beeilen. Im Rheinau-Hafen in Köln sind derzeit Gebäudeteile entkernt und werden zu Wohnbauten umgerüstet. Danach sieht es dann nicht mehr aus wie Kornlager.
gruß EP

Benutzeravatar
Talpa
Forenuser
Beiträge: 354
Registriert: 21.05.2004 23:58
Ort/Region: Osnabrück

Speicher

Beitrag von Talpa » 24.11.2005 16:45

Hallo usedom 31,
hallo petzsolde !!!
Schade komme jetzt gerade beruflich aus Neuss, wäre ja nur ein Katzensprung bis Köln gewesen.
Den Speicher hätte ich liebend gern auf Film gebracht.
@ usedom 31: Nein das Hotel in Berlin kenne ich nicht, wohl aber
Umbauten in anderen Städten.
Ist in meinen Augen die zweitbeste Lösung, in betrieb ist es halt schöner


Talpa

PS: Das Wort "SILO" ist bei uns aus dem spanischen übernommen.
Da werden alle möglichen Gebäude so genannt (mit dem entspr. Zusatz)
"Silo" alleine, ist bedeutungsgleich mit unserem Silo.
Die Spanier haben es aber angeblich aus dem grichischen.
Was hat es bei denen zu Bedeuten?

Benutzeravatar
Käpt´n Blaubär
Forenuser
Beiträge: 1218
Registriert: 25.05.2002 22:34
Ort/Region: Hamburg-Wandsbek

Re: Reichsnährstandsilo

Beitrag von Käpt´n Blaubär » 24.11.2005 23:27

Talpa hat geschrieben:Ich habe schon eine kleine beschauliche Sammlung zu diesen Gebäuden
und will noch mehr wissen.
Moin!
Dazu gehören auch die Rethe-Speicher im Hamburger Hafen (eigenes Foto habe gerade nicht zur Hand, deshalb hier KLICK! - im unteren Drittel) und der Speicher am Hafen in Dömitz/Elbe.
Schönen Gruß
Michael
Das Leben ist kurz, behauptet man.
Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel.
Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.
(Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär)

Benutzeravatar
Käpt´n Blaubär
Forenuser
Beiträge: 1218
Registriert: 25.05.2002 22:34
Ort/Region: Hamburg-Wandsbek

Beitrag von Käpt´n Blaubär » 24.11.2005 23:32

Zu den Rethe-Speichern noch ein Zitat aus dem Hafenführer Hamburg von Ralf Lange und Henning Rademacher, Zeise Verlag 1999:

"Die östlich angrenzende Gruppe der fünf Getreidesilos an der Rethe datiert dagegen aus der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre, wie sich unschwer an der heimatlichen Bauweise - rote Backsteinfassaden und Satteldächer - ablesen läßt. Aus Luftschutzgründen standen die Silos in einem größeren Abstand zueinander. Erst in der Nachkriegszeit wurden die Lücken mit weiteren Silos gefüllt."
Das Leben ist kurz, behauptet man.
Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel.
Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.
(Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär)

Benutzeravatar
patchman
Forenuser
Beiträge: 481
Registriert: 05.01.2005 11:00
Ort/Region: Pankow

Beitrag von patchman » 25.11.2005 00:26

Hier zu dem von Johan als "Speicher4" gezeigten Silo mal ein paar Innenaufnahmen
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

www.berliner-unterwelten.de

Benutzeravatar
Käpt´n Blaubär
Forenuser
Beiträge: 1218
Registriert: 25.05.2002 22:34
Ort/Region: Hamburg-Wandsbek

Re: Reichsnährstandsilo

Beitrag von Käpt´n Blaubär » 31.08.2006 22:03

Käpt´n Blaubär hat geschrieben: und der Speicher am Hafen in Dömitz/Elbe.
Moin!

Hier nun auch noch das Foto dazu und ein paar Details:
Stahlbetonbau mit Backsteinfassade
Baujahr 1938
Länge 28 m, Breite 15,50 m, Höhe 25 m
bis ca. 1990 Nutzung als Getreidespeicher
Quelle: Verein Technisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern e.V. (Hrsg).: Technische Denkmale und Sehenswürdigkeiten in Westmecklenburg, Schwerin 2002

Schönen Gruß
Michael
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Das Leben ist kurz, behauptet man.
Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel.
Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.
(Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär)

Benutzeravatar
Djensi
Forenuser
Beiträge: 1873
Registriert: 28.08.2003 22:25
Ort/Region: Hamburg

Beitrag von Djensi » 01.09.2006 10:54

Befinden sich in Bad Oldesloe nicht auch so einrucksvolle Backsteinspeicher der Fa. Ströh?

Gruß Djensi

Antworten