Hallo zusammen,
ich bin neu hier im Forum und lese schon seit einiger Zeit interessiert mit.
Ich beschäftige mich aus persönlichem Interesse mit historischer Infrastruktur, insbesondere mit Schutzbauten und Anlagen im Umfeld von Bahn- und Verkehrseinrichtungen.
In der Nähe der S-Bahn-Station Neubiberg bin ich auf ein Bauwerk gestoßen, das nach Bauform und Ausführung eindeutig als Schutzbauwerk einzuordnen ist. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Notausgang einer unterirdischen Schutzanlage. Ein Foto habe ich beigefügt.
Bemerkenswert ist, dass sich dieses Schutzbauwerk in einem öffentlichen und stark frequentierten Bereich befindet. Umso mehr hat es mich gewundert, dass ich bislang keinerlei weiterführende Informationen zu dieser Anlage finden konnte.
Daher meine Frage an die Runde:
Ist dieses Schutzbauwerk jemandem bekannt, und gibt es Informationen zur Geschichte, Nutzung oder zum Bauzeitraum der Anlage?
Zusätzlich hätte ich noch eine allgemeine, eher technische Frage aus Interesse:
Weiß jemand, ob Notausstiege solcher Schutzanlagen konstruktiv grundsätzlich nach innen (also nach unten) öffnen, oder ob es auch andere Konstruktionslösungen gab?
Vielen Dank im Voraus für jede Information oder jeden Hinweis.
Viele Grüße
Gavko
Schutzbauwerk / Notausstieg nahe S-Bahn Neubiberg (München)
Schutzbauwerk / Notausstieg nahe S-Bahn Neubiberg (München)
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
- MikeG
- Administrator
- Beiträge: 8826
- Registriert: 07.05.2002 14:38
- Ort/Region: Bispingen
- Kontaktdaten:
Re: Schutzbauwerk / Notausstieg nahe S-Bahn Neubiberg (München)
Moin!
Könntest Du die Ortslage bitte etwas genauer beschreiben, damit die Zuordnung besser möglich ist? Die Identifikation als Notausstieg passt jedenfalls...
Mike
Könntest Du die Ortslage bitte etwas genauer beschreiben, damit die Zuordnung besser möglich ist? Die Identifikation als Notausstieg passt jedenfalls...
Mike
Re: Schutzbauwerk / Notausstieg nahe S-Bahn Neubiberg (München)
Hallo Gavko,
bzgl. Deiner Fragen zur Geschichte, Nutzung oder zum Bauzeitraum der Anlage, würde ich mich direkt an die Bahnbediensteten dort wenden, die Dir sicherlich die eine oder andere Frage zu dem Schutzraum beantworten können. Manchmal ermöglichen sie einem sogar, mal einen Blick in den Schutzraum zu werfen.
Wenn es sich um einen Schutzraum für Reisende und/oder Betriebspersonal handelt, ist es mehr als nur verständlich, dass sich der Notausstieg in einem öffentlichen und stark frequentierten Bereich befindet.
Was die Öffnungsrichtung der Notausstiegsklappen betrifft, so gibt es unterschiedliche Varianten. Zum einen welche die nach außen, bei vertikalen Notausstiegsschächten also nach oben, zu öffnen sind und andere, was eher die Regel ist, die nach innen, also nach unten zu öffnen sind.
Konstruktiv waren die nach außen zu öffnenden Klappen einfacher zu gestalten. Diese waren gegen Aufhebeln nach innen mit einer einrastbaren Stange gesichert. Diese Konstruktion hatte jedoch den Nachteil, dass sie zunächst nur mit großem Kraftaufwand vom Schachtinneren aus mittels der Stange zu öffnen waren. Später hat man im Deckel Federn eingesetzt, die das Eigengewicht des Deckels kompensiert haben. Allerdings blieb noch der Nachteil, dass der Deckel sich nur sehr schwer oder auch gar nicht öffnen ließ, wenn sich außen auf ihm Gegenstände (z.B. Trümmer) befanden.
Bei dem von Dir hier dargestellten Notausstiegsschacht, handelt es sich augenscheinlich um einen kombinierten Notausstieg-Luftfilterschacht. Das heißt, der Schacht unter dem Deckel ist mit Sand befüllt, der die angesaugte Außenluft filtert. Am unteren Schachtende befindet sich eine weitere Notausstiegsklappe und sogenannte Sandfallklappen, mittels derer der Sand, um durch den Schacht aussteigen zu können, aus dem Schacht in Auffangräume abgelassen werden kann.
Im Thema Bunker unter Bahnhöfen findest Du noch weitere Informationen.
Wie Mike schrieb, wäre eine Zuordnung sehr hilfreich, um Deinen Beitrag ggf. an das verlinkte Thema anhängen zu können.
Viele Grüße
Kai
bzgl. Deiner Fragen zur Geschichte, Nutzung oder zum Bauzeitraum der Anlage, würde ich mich direkt an die Bahnbediensteten dort wenden, die Dir sicherlich die eine oder andere Frage zu dem Schutzraum beantworten können. Manchmal ermöglichen sie einem sogar, mal einen Blick in den Schutzraum zu werfen.
Wenn es sich um einen Schutzraum für Reisende und/oder Betriebspersonal handelt, ist es mehr als nur verständlich, dass sich der Notausstieg in einem öffentlichen und stark frequentierten Bereich befindet.
Was die Öffnungsrichtung der Notausstiegsklappen betrifft, so gibt es unterschiedliche Varianten. Zum einen welche die nach außen, bei vertikalen Notausstiegsschächten also nach oben, zu öffnen sind und andere, was eher die Regel ist, die nach innen, also nach unten zu öffnen sind.
Konstruktiv waren die nach außen zu öffnenden Klappen einfacher zu gestalten. Diese waren gegen Aufhebeln nach innen mit einer einrastbaren Stange gesichert. Diese Konstruktion hatte jedoch den Nachteil, dass sie zunächst nur mit großem Kraftaufwand vom Schachtinneren aus mittels der Stange zu öffnen waren. Später hat man im Deckel Federn eingesetzt, die das Eigengewicht des Deckels kompensiert haben. Allerdings blieb noch der Nachteil, dass der Deckel sich nur sehr schwer oder auch gar nicht öffnen ließ, wenn sich außen auf ihm Gegenstände (z.B. Trümmer) befanden.
Bei dem von Dir hier dargestellten Notausstiegsschacht, handelt es sich augenscheinlich um einen kombinierten Notausstieg-Luftfilterschacht. Das heißt, der Schacht unter dem Deckel ist mit Sand befüllt, der die angesaugte Außenluft filtert. Am unteren Schachtende befindet sich eine weitere Notausstiegsklappe und sogenannte Sandfallklappen, mittels derer der Sand, um durch den Schacht aussteigen zu können, aus dem Schacht in Auffangräume abgelassen werden kann.
Im Thema Bunker unter Bahnhöfen findest Du noch weitere Informationen.
Wie Mike schrieb, wäre eine Zuordnung sehr hilfreich, um Deinen Beitrag ggf. an das verlinkte Thema anhängen zu können.
Viele Grüße
Kai
Re: Schutzbauwerk / Notausstieg nahe S-Bahn Neubiberg (München)
MikeG hat geschrieben: 19.01.2026 20:57 Moin!
Könntest Du die Ortslage bitte etwas genauer beschreiben, damit die Zuordnung besser möglich ist? Die Identifikation als Notausstieg passt jedenfalls...
Mike
Abend,
vielen Dank für die sehr schnelle Rückmeldung.
Zur genaueren Lokalisierung habe ich die entsprechende KMZ-Datei im Anhang beigefügt. Sie lässt sich direkt in Google Earth öffnen und sollte die Position eindeutig klären.
Mit freundlichen Grüßen
Gavko
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Re: Schutzbauwerk / Notausstieg nahe S-Bahn Neubiberg (München)
Guten Abend Kai,redsea hat geschrieben: 19.01.2026 21:03 Hallo Gavko,
bzgl. Deiner Fragen zur Geschichte, Nutzung oder zum Bauzeitraum der Anlage, würde ich mich direkt an die Bahnbediensteten dort wenden, die Dir sicherlich die eine oder andere Frage zu dem Schutzraum beantworten können. Manchmal ermöglichen sie einem sogar, mal einen Blick in den Schutzraum zu werfen.
Wenn es sich um einen Schutzraum für Reisende und/oder Betriebspersonal handelt, ist es mehr als nur verständlich, dass sich der Notausstieg in einem öffentlichen und stark frequentierten Bereich befindet.
Was die Öffnungsrichtung der Notausstiegsklappen betrifft, so gibt es unterschiedliche Varianten. Zum einen welche die nach außen, bei vertikalen Notausstiegsschächten also nach oben, zu öffnen sind und andere, was eher die Regel ist, die nach innen, also nach unten zu öffnen sind.
Konstruktiv waren die nach außen zu öffnenden Klappen einfacher zu gestalten. Diese waren gegen Aufhebeln nach innen mit einer einrastbaren Stange gesichert. Diese Konstruktion hatte jedoch den Nachteil, dass sie zunächst nur mit großem Kraftaufwand vom Schachtinneren aus mittels der Stange zu öffnen waren. Später hat man im Deckel Federn eingesetzt, die das Eigengewicht des Deckels kompensiert haben. Allerdings blieb noch der Nachteil, dass der Deckel sich nur sehr schwer oder auch gar nicht öffnen ließ, wenn sich außen auf ihm Gegenstände (z.B. Trümmer) befanden.
Bei dem von Dir hier dargestellten Notausstiegsschacht, handelt es sich augenscheinlich um einen kombinierten Notausstieg-Luftfilterschacht. Das heißt, der Schacht unter dem Deckel ist mit Sand befüllt, der die angesaugte Außenluft filtert. Am unteren Schachtende befindet sich eine weitere Notausstiegsklappe und sogenannte Sandfallklappen, mittels derer der Sand, um durch den Schacht aussteigen zu können, aus dem Schacht in Auffangräume abgelassen werden kann.
Im Thema Bunker unter Bahnhöfen findest Du noch weitere Informationen.
Wie Mike schrieb, wäre eine Zuordnung sehr hilfreich, um Deinen Beitrag ggf. an das verlinkte Thema anhängen zu können.
Viele Grüße
Kai
Sollte ich mich trauen, frage ich die Mitarbeiter der Station direkt nach - wer weiß, vielleicht gibt es spannende Einblicke
Auch herzlichen Dank für die sehr detaillierte und aufschlussreiche Erklärung zum Aufbau und zur Funktionsweise des kombinierten Notausstieg- und Luftfilterschachts.Und Vielen Dank auch für den Tipp mit dem Thema „Bunker unter Bahnhöfen“. Ich werde dort auf jeden Fall noch etwas stöbern und weitere Informationen sammeln.
Die KMZ-Datei mit der exakten Position des Schachts habe ich bereits im vorherigen Beitrag angehängt, damit die Zuordnung nun eindeutig möglich sein sollte.
Grüße
Gavko