NDBs in der Militärluftfahrt

Fliegerhorste, Militärflugplätze, Ausweich- und Notlandeplätze und zugehörige Anlagen
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Toliman
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NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Toliman » 21.08.2025 16:27

Welche Bedeutung haben oder hatten NDBs in der Militärluftfahrt seit den 1970er Jahren? Während der Flugplatz Ramstein anscheinend seit den 1980er Jahren anscheinend keine NDBs mehr besitzt, wurde anscheinend in Spangdahlem im Jahr 2021 eine derartige Anlage errichtet, welche vermutlich den ehemaligen AFN-Mittelwellensender als Sendegerät nutzt. Zumindest läßt dies das Bild auf https://earth.google.com/web/@49.960056 ... authuser=0 vermuten, denn vom einstigen AFN-Mittelwellensender wurde ein Erdkabel zu einem umzäunten Platz verlegt, auf den sich ein Teleskopmast befindet. Dieser trägt wie man auf https://www.google.de/maps/@49.9587254, ... FQAw%3D%3D sehen kann, eine Schirmantenne, was für eine NDB-typische Verwendung spricht.
Also muss hier eine Sendeanlage für den Frequenzbereich zwischen Lang- und Mittelwelle entstanden sein. Gibt es irgendeine weiter entwickelte Version des NDBs, die diesen Frequenzbereich nutzt?

Egon
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Re: NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Egon » 27.12.2025 12:49

Man kann zB. bei www.skyvector.com nach Anlagen jeglicher Art gucken.
Dort ist für Spangdahlem kein NDB verzeichnet.

Militärplätze nutzen primär TACAN Anlagen für die Anflüge der Fighter. (Oder eben Radar Anflüge, PAR/SRE)
Wenn natürlich Plätze auch viel von Transportern genutzt werden, oder auch zivilen Maschinen dann gibt es auch meist eine ILS Anlage.

NDB ist de facto out, ein Relikt der Nachkriegszeit könnte man fast sagen.
Erfüllt in keinster Weise mehr die Anforderungen welche an die heutzutage nötige Genauigkeit herankommen würden.
Aber dafür ist es „günstig“ gewesen.

Toliman
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Re: NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Toliman » 27.12.2025 22:32

Und wozu soll die in meinem Eingangsposting beschriebene Anlage, die offenbar den einstigen MW-Sender des AFN als Sendegerät und eine Schirmantenne als Antenne nutzt, sonst sein? Mir fällst sonst noch DGPS ein, aber reicht in der Flugnavigation nicht das normale GPS aus? Es gibt aber auch die sogenannte Funkbeschickung, das sind NDBs, die nur bei Bedarf aktiviert werden.

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Re: NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Egon » 05.01.2026 07:57

Keine Ahnung, jedenfalls kann es kein NDB sein.

Es gibt weder einen „Funkbeschickung“ noch Sender die umgemodelt oder sonstwas wurden.
Sollte es eine ähnliche Antenne sein könnte es sich um einen anderen Mittelwellensender handeln, einen Radiosender oder sonstwas.
Natürlich könnte man den dann meist mit einem NDB Empfänger tunen, aber er taugt eben nicht zur Navigation weil er weder flugvermessen, dafür zugelassen, von einer Flugsicherung betrieben oder sonstwas ist.
Auch gibt es kein amtliches Kartenmaterial hierzu.
Es gab schon Fälle in denen „Rodeopiloten“ irgendwelche Mittelwellensender für privat gebastelte Anflugverfahren genutzt haben, allerdings illegal und nicht selten endete dies im Acker oder in der Leichenhalle. ;)

NDB standen auch nicht zufällig herum oder „weil da gerade schon ein anderer Sender war den man hätte nutzen können“.

Und GPS alleine reicht eben gerade nicht, weil die Abdeckung zB. jederzeit durch Veränderung der Satelliten Position beeinträchtigt werden könnte usw.

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Re: NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Toliman » 06.01.2026 00:05

Nun, die Anlage könnte in dem Frequenzband arbeiten, in dem auch NDBs betrieben werden.

Warum sollten Militärs nicht in der Lage sein, selbst ein NDB sachgerecht zu errichten? Wenn sein Signal keine anderen Funkdienste stört, wäre dies doch durchaus möglich. Vielleicht kann mal jemand einen Bandscan im Bereich zwischen 250 kHz und 520 kHz in Spangdahlem machen. Ob man was auffälliges empfangen kann?

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Re: NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Egon » 07.01.2026 00:35

Natürlich könnten sie das machen, tun sie aber nicht.

Weil ein NDB Anflug ein sehr ungenauer Anflug ist und es keinen Sinn macht.

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Re: NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Toliman » 17.01.2026 02:33

In wie weit gibt es temporäre NDBs oder NDBs, die nicht in den einschlägigen Tabellen auftauchen? Zu Beginn der 1990er Jahre ware zweitweise in der Nähe von Stuttgart ein NDB aktiv, welches sich vermutlich auf dem Areal der Patch-Barracks befunden hat. Später war ein NDB aktiv, welches am Standort des Drehfunkfeuers Luburg betrieben worden sein könnte. Auch dieses NDB verschwand nach einiger Zeit.
Um das Jahr 2000 konnte ich ein NDB-Signal in Mühlacker auf der Frequenz 868 kHz empfangen. Gut, das dürfte die erste Oberwelle gesehen sein, so dass die Sendefrequenz 434 kHz betragen haben müßte. Als Sendestandort kam nur die Sendeanlage des SWR in Frage, was auch meinen Beobachtungen entsprach.
Dieses NDB war anscheinend in keiner Tabelle verzeichnet und die Existenz eines NDBs auf dem Areal der Sendeanlage wurde vom SWR abgestritten. Ich kann mir sonst keinen Ort in der Nähe von Mühlacker vorstellen, wo das NDB-Signal hätte herkommen sollen.

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Re: NDBs in der Militärluftfahrt

Beitrag von Egon » 17.01.2026 09:16

Um es hier endgültig klarzustellen:

Es gibt keine „irgendwie geheimen“ NDB.
Egal ob zivil oder auf einen wie auch immer gearteten Platz bezogen.
Schon gar nicht im Zusammenhang mit Rundfunkanstalten oder Sendeanlagen sonstwelcher Art.

Die Anlagen können natürlich auch temporär als Zwischenlösung bei zB. Wartungsarbeiten für VOR Anlagen erstellt werden und natürlich werden die dann auch per NOTAM veröffentlicht.
Früher hab es auch an VOR Standtorten NDB an gleicher Stelle, das ist aber Geschichte.

Das Militär wird nicht alles für jedermann veröffentlichen, aber in Zeiten von GPS brauchen die keine NDB mehr.

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