Flugplatz Sembach

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redsea
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Re:

Beitrag von redsea » 09.11.2025 22:28

Firefighter112 hat geschrieben: 22.10.2007 22:57[...] meines Wissens hatte die Base keinen Anschluss an das CEPS. [...]

Hallo Sebi,

basierte diese Aussage auf dem damaligen Stand Deiner Recherchen oder lag Dir ein Dokument vor, aus dem hervor ging, dass die Base nicht in das CEPS eingebunden gewesen sein sollte?

Anhängend ein Ausschnitt einer NATO-CEPS Karte Stand 1960. In den mir vorliegenden CEPS-Dokumenten ist die Anbindung von Sembach Airfield an die Ltg.Nr. 6-01 auch in den Folgejahren weiter dokumentiert; soweit ich die Dokumente bisher gesichtet habe erstmalig 1956 und letztmalig 1987. In jüngeren Unterlagen habe ich dann keine weiteren Informationen mehr dazu finden können. In Flächennutzungs-, Bauleit- und sonstigen Plänen und Karten von Sembach, die ich bisher gefunden habe, konnte ich die Leitung (Abzweig) zum Sembach Airfield noch nicht ausmachen. Auch die mir bekannten Leitungen innerhalb des Airfields geben mir dazu keinen Aufschluss.

Viele Grüße

Kai
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HBrunn
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Re: Flugplatz Sembach

Beitrag von HBrunn » 19.11.2025 22:10

ich habe jetzt noch mal kurz auf die neuen Bebauungspläne geschaut.
Dort ist die Rede von einer "NATO-PIPELINE", die parallel zur Lindbergh-Allee verläuft und in der Nähe des Kreisels im Westen eine Stich nach Norden macht.

"4.0 Hinweis zur stillgelegten NATO-Pipeline
Der Ausbau gereinigter und verfüllter Leitungsteile der ehem., stillgelegten NATO-Pipeline im
Geltungsbereich des Bebauungsplans, die aus technischer Sicht im Boden verbleiben kön-
nen, kann durch den Grundstückseigentümers nur auf eigene Kosten durch eine nach § 19
LWG zugelassene Fachfirma durchgeführt werden. Die Leitungsenden sind an den Grund-
stücksgrenzen fachgerecht zu verschließen. Erforderliche Genehmigungen nach der LBauO
sind vom jeweiligen Eigentümer einzuholen."

Also war da wohl ein Anschluß vorhanden. Auf neueren Flächennutzungplänen der VG Enkenbach-Alsenborn sieht es aber tatsächlich so aus, als hätte da nie etwas existiert.

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EricZ
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Re: Flugplatz Sembach

Beitrag von EricZ » 20.11.2025 07:30

Moin!

Weiß jemand welchen Zwecken die "Betonhörner" an der Seite der Shelter dienen, an denen sich die Abgasauslässe befinden?

Grüße, Eric
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Re: Flugplatz Sembach

Beitrag von radar » 20.11.2025 10:09

Hallo Erik,
wie du schon richtig geschrieben hast, sind es die Strahlabweiser, wenn die Triebwerke schon im Shelter gestartet werden. Die gleiche Bauart findet man zum Beispiel auch bei den Briten in Upper Heyford.
Gruß
Radar

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Re: Flugplatz Sembach

Beitrag von EricZ » 24.11.2025 08:08

Herzlichen Dank für die Klarstellung, radar! :thanx:
Solche "Hörner" an Gebäuden sind keine Alltagsarchitektur - auch nicht an HAS.

Grüße, Eric
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

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redsea
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Re: Flugplatz Sembach

Beitrag von redsea » 27.11.2025 22:37

Hallo HBrunn,

dass die AFB Sembach ins CEPS eingebunden war, ist seitens der NATO ja hinreichend dokumentiert; sowohl die Anbindung an sich wie aber auch Länge, Abnahmemengen etc..

Bei der von Dir angesprochenen Pipeline:
HBrunn hat geschrieben: 19.11.2025 22:10[...] Dort ist die Rede von einer "NATO-PIPELINE", die parallel zur Lindbergh-Allee verläuft und in der Nähe des Kreisels im Westen eine Stich nach Norden macht. [...]
handelt es sich um eine reine On Base Pipeline vom östlich gelegenen On Base Tanklager aus kommend (siehe im Anhang grün dargestellter Verlauf), die nicht direkt mit dem CEPS verbunden ist. Hier halte ich die Bezeichnung "NATO-PIPELINE" im Bebauungsplan für etwas irritierend.

Bei dem “im Westen Stich nach Norden“ gehe ich von einem weiteren Entnahmepunkt auf der Base aus.

Die lt. NATO-Angaben 3.599 m lange Anbindungsleitung an die NATO-Pipeline führte vom östlich gelegenen Tanklager, heute Windenergieanlage und Solarpark, zunächst Richtung Norden und dann nördlich von Sembach nach Westen zur eigentlichen NATO-Pipeline:
Nach Norden führt eine stillgelegte Treibstoffpipeline (Fläche 101 gemäß Übersicht KoAG). Auch hier ist die Sanierung abgeschlossen, bei Tiefbauarbeiten kann aber ggf. ein Rückbau erforderlich werden (Fläche H2 im Bebauungsplan).
Quelle: Begründung mit Umweltbericht zum Bebauungsplan „Windenergieanlage HF Windkraft“

Mittlerweile konnte ich den Verlauf der Anbindung an die NATO-Pipeline anhand älterer Flächennutzungspläne:

FNP Blattabschnitt 1 Sembach 1997

FNP Blattabschnitt 2 Neuhemsbach West 1997

auch entsprechend lokalisieren (siehe im Anhang rot dargestellter Verlauf).

Eine Pipeline vom RLP/RLS (Railway Loading Point/Railway Loading Station) östlich des Klostergutes Hahnerhof zum On Base Tanklager ist dort jedoch nicht verzeichnet. Auf die damalige Existenz einer solchen Pipeline lassen jedoch Berichte wie dieser schließen:
[...] Insgesamt ist somit der Ausbau der Bundesstraße 48 zwischen Enkenbach und der Kreisgrenze bei der Kläranlage abgeschlossen. Er wurde in den vergangenen Jahren in mehreren Teilabschnitten umgesetzt. Der Ausbau war nur in Teilabschnitten möglich, weil insbesondere im jetzt abgeschlossenen Bereich die Beseitigung von Bodenverunreinigungen, die von einer Pipeline zum ehemaligen Flugplatz Sembach stammten und unmittelbar neben der Bundesstraße lagen, lange umstritten war.

Die Bodenverunreinigungen konnten jetzt im Zuge der Arbeiten an der Straße im Auftrag des Kreises Kaiserslautern beseitigt werden.
Quelle: Pfalz Express | Radwegelücke bei Enkenbach-Alsenborn geschlossen – Bodenverunreinigungen beseitigt


Viele Grüße

Kai
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