Trümmerbeseitigung in Hamburg

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
lutz1st

Beitrag von lutz1st » 24.07.2003 15:54

zu 1)
Wenn man vom Stadion auf den Wiesengürtel schaut ist rechts ein wals auf einem langgezogenem Hügel dieser besteht auch komplett aus Trümmerschutt, wenn man auf den Wegen etwas rumkratzt kommen auch noch Teile zum Vorschein...

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stegerosch
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Trümmerschutt-Beseitigung

Beitrag von stegerosch » 16.05.2008 18:29

Hallo Lacky

zu den Punkten 8c und 9 fallen mir evtl. der eine, oder andere Orte ein.
So soll zum Beispiel der Rodel-Berg in HH-Farmsen (Am Wiesengrund), laut Aussage meiner Mutter
aus Trümmerschutt bestehen.
Am Tegelweg, (Hamburg) gibt es einen Namen-Losen See, der im Gebiet der ehemaligen Kleingartensiedlung (KLGV569) Eichstück liegt. Hier gab es zum 2.Weltkrieg eine Flakabwehrstellung, und bis ins Jahr 1985 auch noch eine unterirdische Bunkeranlage, sowie einige andere Bauten, die nach den Kriege ebenfalls mit Trümmer-Schutt bedeckt wurden. Im Zuge der Planung, den Friedrich-Ebert-Damm zu verlängern, rückte der KMRD an und buddelte alles feinsäuberlich wieder aus. Mindestens einmal die Woche wurden dort Blindgänger in einem Spezial-Fahrzeug gesprengt. Einmal wurde das ganze Gebiet bis zum Berner-Heerweg (Hsr.: 69) evakuiert,
Jeden Tag war ich Damals vor Ort und schaute den Arbeitern (wenn möglich ) zu.
(Gebäude, Autos, Kleingeräte, Kameras, Gasmasken, Tassen-Teller.......war ein Paradies....irgentwieeeee)
Heut läßt sich dort nichts mehr finden, der KMRD war halt da.....aber alleine die ganzen Porzelan Reste sprechen für sich.
Und noch ein Gebiet. In HH-Großlohe befindet sich nahe den "Weg Großlohe" eine leichte Absenkung, in der mächtige Betonstücke liegen....... vielleicht ein evtl. Hinweis auf Trümmerschutt vergangener Tage.
Am Friedrich-Ebert-Damm höhe Hsr.: 202 war entweder einmal eine Müllhalde, oder auch dort wurden Schuttreste aus der Innen-Stadt hinbefördert.
ca. 1986 als dort das Hotel "Sylter-Hof" gebaut wurde, war ich an dem Aushub für dieses Hotel mitbeschäftigt.
Auf jeden Fall fand ich genau bei diesen Aushub-Arbeiten deine ganze Menge, Hausgebräuchliche reste.
Ein Bierkrug(Fund) ziert immer noch die Sammlung meines Vaters.

Lieber Gruß
Stephan

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klaushh
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ehem. Feuerstellung Farmsen der Flak

Beitrag von klaushh » 16.05.2008 21:38

Moin, moin!

Reste der Feuerstellug (wohl ein Unterstand und ein Fundament für eine Vierlingsflak) sprengte das THW am 19.10.1991 im Rahmen einer Übung.

Gruß
klaushh



PS: Bild berichtete am 21.10.91: ".....Auf dem Gelände um die ehemalige Flak-Stellung hatten Kampfmittel-Räumtrupps in den letzten Wochen viele alte Brandbomben, Granaten und Kriegswaffen gefunden....."
Bei Interesse für Bunker und unterirdische Bauwerke in Hamburg mal http://www.hamburgerunterwelten.de besuchen!

Tommi
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Beitrag von Tommi » 19.05.2008 17:06

Hallo,
zu 2.) Ich denke mal das sind die Müllberge an der Glashütter Landstraße.
Wurden früher auch als "Monte Klamotte" bezeichnet. Nach Erzählungen
sind die mit den Trümmern errichtet worden, und werden jetzt als Müllhalde genutzt.

Gruß Tommi
Wir bezahlen neue Erfahrungen so teuer - weil wir die Alten nicht verwehrten. G. Laub

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Beitrag von master » 19.05.2008 17:25

Hallo,

von Teilen der Nikolai-Kirche in der Haseldorfer Marsch habe ich auch vor Jahren etwas gelesen.
Es handelt sich wohl um Beimischungen zur Uferbefestigung des Dwarslochs.

Einem Wasserweg zwischen Elbe (bei Juelessand) und Haseldorfer Innenelbe.

Thomas

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Djensi
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Re: Trümmerschutt-Beseitigung

Beitrag von Djensi » 20.05.2008 10:10

stegerosch hat geschrieben:Und noch ein Gebiet. In HH-Großlohe befindet sich nahe den "Weg Großlohe" eine leichte Absenkung, in der mächtige Betonstücke liegen....... vielleicht ein evtl. Hinweis auf Trümmerschutt vergangener Tage.
Am Friedrich-Ebert-Damm höhe Hsr.: 202 war entweder einmal eine Müllhalde, oder auch dort wurden Schuttreste aus der Innen-Stadt hinbefördert.
ca. 1986 als dort das Hotel "Sylter-Hof" gebaut wurde, war ich an dem Aushub für dieses Hotel mitbeschäftigt.
Auf jeden Fall fand ich genau bei diesen Aushub-Arbeiten deine ganze Menge, Hausgebräuchliche reste.
Ein Bierkrug(Fund) ziert immer noch die Sammlung meines Vaters.

Lieber Gruß
Stephan
Moin,

wenn man sich mit den Dokumentationen der Stadtteilgeschichte befasst, stellt man fest, dass immer irgendwo eine Leiche im Keller liegt, sprich: irgendwo in jedem Stadtteil Trümmerschutt abgelegt wurde.

zu Großlohe: Hier handelt es sich um eine ehemalige Kies-/Sandgrube, in die später Bauschutt verbracht wurde.

zum Friedrich-Ebert-Damm: Der südliche wie nördliche Teil sind große Ziegeleigruben gewesen. In diesem südlichen Bereich wurden z.T.per Lorenbahn Trümmer aus der Stadt eingebracht.

Es ist auch gängige Praxis gewesen, Trümmer zunächst an einem geeigneten Ort abzulagern, um sie später für Auffüllzwecke an anderen Stellen weiterzuverwenden. Freiwerdende Kapazitäten wurden dann wiederum mit Hausmüll aufgefüllt. So weiß man heute nur um viele Verdachtsflächen, nicht aber ob da nun Hausmüll, Industriemüll oder nur Trümmerschutt eingelagert ist.

Es grüßt
Djensi

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Schräbergarten

Beitrag von stegerosch » 24.05.2008 20:56

Hallo Forums-Freunde
Ein Gebiet ist mir auch noch bekannt, denke ich zumindest.
Haldesdorferstraße/ Barmwisch (Hamburg) , dort sind einige Klein-Garten-Anlagen gelegen.
Genau dort besaß ich mal einen "Schreber-Garten".
Immer wenn ich dort die Erde umgrub, fand ich so einiges, unter anderem auch Münzgelder vergangener Tage.
Meine Mutter erzählte mir, das dort auch Müll aus Vorkriegs-Tagen(auch nach 1945) hin verbracht wurde, da dieses Gebiet zu seiner Zeit, ein Sumpf-bzw Moor- Terrain war.
Lieber Gruß
Stegerosch

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Re: Trümmerschutt-Beseitigung

Beitrag von Volkiwolf » 28.06.2008 15:23

stegerosch hat geschrieben:Hallo Lacky

zu den Punkten 8c und 9 fallen mir evtl. der eine, oder andere Orte ein.
So soll zum Beispiel der Rodel-Berg in HH-Farmsen (Am Wiesengrund), laut Aussage meiner Mutter
aus Trümmerschutt bestehen.
Moin,

genau auf dem "Berg" waren wir auch immer rodeln und ich weiß nur von Erzählungen, die auf eine Nutzung als Müllberg hinweist.

Wahrscheinlich handelt es sich jedoch wirklich um einen Mix aus Müll und Schutt, da wir dort damals auch immer recht große Steine aus der Erde ausgebuddelt haben, die auf Schutt hindeuten lassen.

Grüße
Marc

Gast

Hamburger Trümmerschutt

Beitrag von Gast » 08.07.2008 19:54

Also als vierjähriger Knabe bin ich mit meinem Vater gern mitgefahren. Mit seinem LKW hat er die gemahlenen Klinker transportiert.
Gemahlen wurden sie Sandfein für Gehwege und Tennisplätze. Haselnussgrösse für Fahrwege. Man glaubt garnicht wie gross der Bedarf war.
Erklärt vielleicht die Diverenz bei der gesamten Schuttmenge.
Gruss von wissen

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Re: Trümmerbeseitigung in Hamburg

Beitrag von xmanni » 06.12.2022 15:31

Moin,
mir fällt noch spontan der Aschberg in Hamburg Hamm ein.
Außederdem sind Trümmer an den Bahngleisen zwischen Hasselbrook und Hauptbahnhof für die Bahndämme benutzt worden. Diese lagen zwar immer schon höher, ich habe als Kind dort viel gebuddelt und so einige Hausstände ausgegraben.

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