"Lichterstrassen" im Luftverkehr

Verkehrsgeschichte - Bauwerke der zivilen Luftfahrt
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Toliman
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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von Toliman » 09.02.2021 02:24

Gab es an der Strasse von Maichingen nach Döffingen unmittelbar östlich der Hochspannungsleitung Hoheneck-Herbertingen bei 48.7224 N 8.9552 E auch ein derartiges Leuchtfeuer? Besagtes Objekt, welches 1983 abgerissen wurde, kann man erkennen, wenn man besagtes Gebiet mit https://www.leo-bw.de/web/guest/karte-v ... eliefkarte auf maximaler Zoomstufe betrachtet.

Im Übrigen: wie weit waren Scheinwerfer auf kleinen Türmen üblich, um Luftverkehrshindernisse wie Sendemasten (zusätzlich) zu kennzeichnen? Ich weiß, dass es derartige Anlagen beim einstigen Deutschlandsender III und beim RCN Konstantynow gab. Vielleicht aber auch an anderen Orten? Wenn ja, wo?

JohannT
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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von JohannT » 13.02.2021 12:32

heba hat geschrieben: 04.02.2021 00:00 Hallo Johann,

das Leuchtfeuer "Weseler Wald" stand auf der Nachtflugstrecke "Altenlünne - Wesel (Rheinberg) - Köln" und hatte (laut Merkblatt) die WGS84-Koordinaten 51 42 24.1 N 06 44 39.3 E (Potsdam: 51 42 29 N 06 44 42 E). In Google Earth ist von dem Leuchtfeuersockel nichts mehr zu sehen.

Gruß
Henry
Danke für deine Antwort. Ich bin mittlerweile im Bundesarchiv fündig geworden. Unter der Referenz RL 6/255 ist eine Auflistung aller Nachtfeuer mit Standortangaben, Lichtzeichen, Masthöhen und Leuchtreichweite vom Stand 1936. Die Koordinate dort stimmen nicht ganz mit deinen überein, annährend reicht mir aber diese Positionsangabe um festzustellen, dass dort wohl keine Fundamentreste mehr zu finden sind.

Liebe Dank!

Johann
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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von MikeG » 13.02.2021 21:38

Moin!

Die Koordinaten sind natürlich nicht WGS84, sondern Potsdam - daher rührt mit Sicherheit der größte Teil der Abweichung...

Mike

JohannT
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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von JohannT » 05.04.2021 16:47

Ich habe nun ein Video zum Thema "Nachtflug" auf meinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Dabei verweise ich auch auf diesen tollen Thread hier im Forum.

https://youtu.be/rkivf8MLNUo

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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von Käptn Blaubär » 08.04.2021 21:10

Moin!
Ein ganz netter ebay-Fund: Ein Zigaretten-Sammelbild aus 1931.
Sammelbild_Tempelhof_1.jpg
Sammelbild_Tempelhof_2.jpg
Viele Grüße
Michael
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Das Leben ist kurz, behauptet man.
Ansichtssache, sage ich. Die einen sind kurz, die anderen sind lang, und manche sind mittel.
Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.
(Walter Moers, Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär)

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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von Toliman » 28.10.2021 01:10

Wo waren die letzten Leuchtfeuer für nächtliche Überlandflüge in Betrieb? Gibt es irgendwo noch Länder, welche derartige Anlagen nutzen?
Zumindest der Umstand, daß in mancher AIP eine derartige Rubrik noch vorgesehen ist (wenn sie auch logischerweise keine Einträge enthält, siehe https://aro.lfv.se/Editorial/View/57/ES_ENR_4_5_en ), läßt so etwas durchaus vermuten.

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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von Djensi » 29.10.2021 15:52

Moin,

Mike hat in seinem Beitrag vom 27.04.2020 aus einer Schrift zitiert.
Darin steht, dass ab 1940 diese Lichterstraßen durch Funksignale abgelöst wurden.

Gruß

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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von Toliman » 31.10.2021 03:20

Aber wie war die Situation in anderen Ländern? Welches Land hat zuletzt diese Lichtsignale eingestellt?

Auerhahn
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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von Auerhahn » 30.09.2022 18:07

Hallo, hier meine "Entdeckungen" zu Leuchtfeuern im Raum zwischen Nordhorn und Osnabrück, hier Halverde.

Da mich schon als Kind interessiert hat, was es zu der Zeit mit den Resten eines Gittermastes und umliegenden Betonbrocken an einem heute nicht mehr existierenden Verbindungsweg in der Bauerschaft Westerbauer in Halverde für eine Vorgeschichte gibt, habe immer schon nach Infos dazu gesucht.
Dieser genannte Verbindungsweg an dem noch Obstbäume standen, führte von der heutigen St.-Josef-Str., etwa gegenüber der Zufahrt von Hs.-Nr. 3, über die Fläche zur jetzigen Str. „Am Leuchtturm“.

In einem Zeitungsartikel der Ibbenbürener Volkszeitung vom 4. Dez. 1987 wurde zu einem abgebildeten Leuchtfeuermast gefragt, wer von den Lesern weitere Informationen zu diesem Foto gebe könnte. Da ich zu dem Zeitpunkt Möglichkeiten hatte, Informationen zur Stromversorgung solcher Leuchtfeuer zu bekommen, bin ich darauf gestoßen, dass es Leuchtfeuer bzw. Luftfahrtfeuer an der Luftfahrtstrecke Hannover-Amsterdam unter anderen in Blumenhorst, Barenaue, Achmer, Halverde, Brandlecht und Ohne gegeben hat. Somit war die Herkunft der Überreste des Gittermastes und der Betonbrocken geklärt.
Der Standort des Leuchtfeuers war etwa 5-10m von der heutigen St.-Josef-Str. entfernt. Die Inbetriebnahme des Leuchtfeuers erfolgte Mitte April 1930 durch die „Niedersächsischen Kraftwerke AG Osnabrück“. Nachträglich wurden auf den elektrischen Anschlüssen noch Blitzschutzeinrichtungen nachgerüstet, lt. eines Schreibens der „Signaldienst für Luftverkehr GmbH“ Berlin.

Der Zeitungsausschnitt der „Ibbenbürener Volkszeitung“ vom 04.12.1987 in dem das Foto (s. Anhang) zu sehen ist, geht im Text irrtümlich von einer Zeppelinrouten-Befeuerung aus, die hier natürlich nicht gemeint ist, was ich an entsprechender Stelle kundgetan habe.

In einem Schulaufsatz der nach 1930 verfasst wurde, mit dem Titel „An der Luftlinie Hannover-Amsterdam“, kann man folgendes dazu lesen:
Auf dem Westerbauer steht der 20 Meter hohe Fliegerleuchtturm. Er ist ein Eisengerüst, und auf der obersten Plattform ist der Scheinwerfer montiert. Der Strahl ist zweiarmig, der obere Teil des Scheinwerfers dreht sich. Dadurch gibt es Blitzlicht. Bei Dunkelheit fliegt der lange Strahl über die Bäume und erleuchtet die Spitzen. Manche Leute können nachts nicht schlafen wenn der Leuchtturm von Zeit zu Zeit das Zimmer erleuchtet. Zur Mitternachtszeit hört man ein Brummen und ein Flugzeug kommt geflogen. Man sieht die roten und grünen Lichter und dann ist es vorbei. Halverde liegt an der Luftlinie Hannover-Amsterdam. Da kam die Lufthansa auf den Gedanken, in Halverde einen Leuchtturm zu bauen. 1930 kam ein Flugkapitän nach Halverde und kaufte beim Bauern Ahaus ein Grundstück. Dort wurde der Leuchtturm aufmontiert.

Hier noch einen Ausschnitt aus der Broschüre „Lufthansa newslink“ Ausgabe 25, Dezember 2003
Artikel: Pionierleistungen im Zeichen des Kranichs
Auch am Boden geschieht dafür Entscheidendes. Im Jahr 1927 wird in Berlin die Signaldienst für Luftverkehr GmbH gegründet. Sie hat die Aufgabe, den Flugverkehr sowohl bei Nacht, als auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen, durch Befeuerungsanlagen sicherzustellen. Noch im selben Jahr befinden sich auf der gesamten Strecke Berlin-Hannover sogenannte Hauptfeuer mit einer Reich-weite von 25 bis 30 Kilometern sowie Zwischenfeuer mit einer Wirkung zwischen fünf bis sieben Kilometern. Zünd- und Löschuhren, eingestellt auf angegebene Betriebszeiten, schalten die Gasfeuer für die festgesetzte Brenndauer automatisch ein.

Außerdem existieren 2 Artikel zur „Geschichte der Flugsicherung“, einmal bis 1935 und zum anderen bis etwa 1944, verfasst von Hauptfeldwebel Dieter Alt vom Amt für Flugsicherung der Bundeswehr.
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aflubing
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Re: "Lichterstrassen" im Luftverkehr

Beitrag von aflubing » 30.09.2022 19:32

Hallo Auerhahn,
im Bundesarchiv gibt die Archivalie RL 6/255 auf Blatt 25 Informationen zum Flugstreckenfeuer Halverde.
Gruß Aflubing (NG)

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