Zivilschutz in der DDR?

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
Lasse
Forenuser
Beiträge: 419
Registriert: 29.06.2002 17:33
Ort/Region: Kiel

Re: Zivilschutz in der DDR?

Beitrag von Lasse » 14.11.2021 15:57

Hallo,
ich weiß, der Faden ist etwas älter. In Görlitz gibt es eine Plattenbausiedlung mit Bauten die an Belüftungsbauten erinnern. Außerdem sind dort immer mal wieder quadratische Metalldeckel im Boden, die mit einem großen Vierkant verschlossen sind. Wenn ich mal wieder da bin, könnte ich Fotos nach liefern.
Kann mir jemand sagen, wo im Keller eines Plattenbaus der Zugang zum Bunker ist? Dann wüsste ich auf was ich noch achten muss.
"Siehst Du einen Atompilz: Schau gut hin, Du bekommst so etwas nie wieder zu sehen."

Benutzeravatar
Michael aus G
Forenuser
Beiträge: 410
Registriert: 01.03.2003 21:44
Ort/Region: OTH

Re: Zivilschutz in der DDR?

Beitrag von Michael aus G » 15.11.2021 00:05

Kommt darauf an was für ein Plattenbau das ist. Ich selbst wohne im WBS70(5 Etagen). Dort waren die Keller durch Wanddurchbrüche miteinander verbunden. Die Kellerboxen selbst waren nur aus einfachen Kiefernholzgittern, konnten also schnell rausgeworfen werden. In einigen Abstand verlief die Versorgungsrohre der Zentralheizungsversorgung in Kollektorgängen(3mx3m) die alle 50m einen Zustieg von oben hatten. Man konnte darin das ganze Viertel ungesehen durchqueren. Für uns Kinder damals ein Abenteuerspielplatz. Einen direkten gangbaren Zugang zu den Kellern gabs aber nicht. Bei den größeren Hochhäusern waren immer nur 2 Eingänge im Keller und in einem der höheren Stockwerke verbunden. Im Keller gabs für jeden Eingang einen kleinen Raum der eine Unterdruckklappe hatte. Die Zugangstüren waren so einfache Luftschutztüren mit 2 Sperrriegeln.

Die Kindergärten waren bei uns auch einheitlichen Bautyps. Alle wurden bis 1988 mit einer sogenannten "Schwerlastdecke" gebaut. Davor war auch ein niedriges quadratisches Bauwerk (5mx5m) gefüllt mit Kies, daß ich heute als primitiven Filter deuten würde. Waren ebenfalls mit einer eigenen Küche und Personal versehen. Schulen waren auch einheitlichen Bautyps, hatten aber keine eigene Essensversorgung. Dafür aber einen Raum voll mit einfachen Klappbetten aus Holz, wie sie auch im Kindergarten für die Mittagsruhe verwendet worden. Bei uns im Haus war ein Telfonverteilerknoten. Dazu gabs ne Paßstelle, eine Außenstelle der Kripo und das Büro des Abschnittsbevollmächtigten(ABVs) aka Kontaktbereichsbeamter. Letzters war für uns Jungs ungünstig... ;)

Nebenan gabs auch einen Bautyp einer Baracke. Die wurde als Altstoffannahmestelle genutzt. Das Besondere, die hatte eine eigene Heizungsanlage.Hab den Bautyp aber auch schon bei eine KEL gesehen. Dortige Verwendung: Materiallager für den Bunker und wahrscheinlich im Einsatz als Lagebaracke.
Gib mir genügend Schubkraft und ich bringe dir ein Klavier zu fliegen!

Antworten

Zurück zu „Kalter Krieg - Zivilschutz & Zivilverteidigung“