Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort

Verkehrsgeschichte - Bauwerke der Bahn, U-Bahn, S-Bahn etc.
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Fieldmouse
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Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort

Beitrag von Fieldmouse » 15.02.2021 15:50

Hallo Forum,
ich wußte gar nicht, daß es so etwas gibt: Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort
In Freiburg fiel mir ein großes Gebäude in Herdern auf, es liegt direkt an der Bahnstrecke nach Norden.
1934 erbaut, bis 1980 als Waisenhaus genutzt, danach Studentenwohnheim Händelwohnheim.

https://www.alemannische-seiten.de/deut ... erdern.php
Zitat: "Das Eingangsportal in der Händelstraße zeugt bis heute von dem Zeitgeist der 1930er. Eine Frau und zwei Kinder stehen am Eingangsportal. Sie wurden vom Bildhauer Erich Kottenroth geschaffen und spiegeln die gesellschaftlichen Werte der damaligen Zeit. Diese Figurengruppe zeigt auf der einen Seite die zu ersetzende Mutter, die streng und zugleich behütend auf den Betrachter wirkt.
...
Die Reichsbahn hatte das Heim 1934 für die Kinder von Bahnmitarbeitern eingerichtet. Das Gebäude entstand parallel zu den Bahngleisen der Rheintalbahn in der Händelstraße. Später wurde der Eisenbahner-Waisenhort auch für andere Kinder geöffnet. Seit den 1970er nahm die Zahl der Kinder zu, zeitweise wurde das Gebäude Heimat für Flüchtlinge aus Krisenregionen in Asien. Anfang der 1980er zogen die letzten Heimkinder von der Händelstraße in kleinere Wohnhäuser entlang der Haydnstraße Freiburg um. Heute ist das lang gezogene Gebäude ein Wohnheim für Studierende"


https://www.freiburg.de/pb/1421674.html

Die verantwortliche Stiftung gibt es immer noch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftung_ ... Waisenhort

Vielleicht kennt jemand noch weitere Gebäude aus der Ära?

Leider keine Innenaufnahmen, Fotoqualität könnte auch besser sein.
Weitere Bilder: Händelwohnheim Freiburg googeln.
Gruß Fm.
20210214_103310 (900x1600).jpg
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Re: Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort

Beitrag von Fieldmouse » 15.02.2021 17:03

Der Künstler, der den Eingangsbereich geschaffen hat, heißt nicht Erich Kottenroth,
sondern Ulrich Kottenrodt.
Steht hier drin: https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Kottenrodt
Fm.

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Re: Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort

Beitrag von Fieldmouse » 16.02.2021 15:43

Habe noch etwas recherchiert:
Es gab 3 EWHs :
Freiburg (1934-1980) si. ob.

Lindenberg/Allgäu (1936-2003)
https://www.pressreader.com/germany/sch ... 6988602280
jetzt Sprachschule

Zinnowitz (1927-1991)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kindersan ... Steinfurth
Leerstand/tlw. abgebrannt, daneben liegt das Haus Mövennest, betrieben von Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW)

Gruß Fm.

ehem. Eisenbahn-Waisenhorte.kmz
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bitti
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Re: Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort

Beitrag von bitti » 16.02.2021 21:11

Leerstand/tlw. abgebrannt, daneben liegt das Haus Mövennest, betrieben von Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW)
Das Heim gehört auch zum EWH. Das BSW taucht da jetzt mit auf, da EWH und BSW zusammengeführt wurden zur Stiftungsfamilie BSW & EWH. Das Haus wurde 1997 erbaut.

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Re: Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort

Beitrag von flori092000 » 16.04.2021 12:19

Moin,
ich glaube das Heim in Lindenberg/Allgäu wurde auch zur Kinderverschickung genutzt.
Mein Vater war Bundesbahnbeamter und ich war einige Wochen im Winter 1975 - 1976
nach Lindenberg verschickt. Ich glaube das lief damals über das BSW.
Mal sehen, vielleicht finde ich darüber noch etwas auf Muttis Dachboden.

Gruß
Jens

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Lacky
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Re: Reichsbahn-/Eisenbahn-Waisenhort

Beitrag von Lacky » 17.04.2021 11:41

Moin erstmal!

Ach ja, der Eisenbahn-Waisenhort - den dürfte wohl jeder etwas ältere Eisenbahner kennen. Wenn zu Bundesbahnzeiten etwas nicht ganz so lief, wie es in den Vorschriften stand, z.B. wenn beim rangieren ein Wagen plötzlich mit einer Achse neben dem Gleis stand oder ein Zug aus Versehen mal auf die falsche Strecke geschickt wurde, dann hieß es vom Dienststellenleiter meist nur "Pack 20 DM in die Kasse vom Waisenhort und die Sache ist gegessen" - eine Spendendose stand praktischerweise immer auf dem Schreibtisch vom Chef. Das dürfte so einiges auf das Konto der Stiftung gespült haben - heute undenkbar.

Und Flori 092000 dürfte sich auch richtig erinnern, die Stiftung kümmert sich um viele Belange der Eisenbahner-Kinder. Dazu gehören unter anderem Kuren, Kinder- und Jugendfreizeiten oder auch Zuschüsse zur Schul- und Berufsausbildung oder Studium.

Gruß
Stefan
Mut ist oft ein Mangel an Einsicht, während Feigheit nicht selten auf guten Informationen beruht - Sir Peter Ustinov

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