Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Fliegerhorste, Militärflugplätze, Ausweich- und Notlandeplätze und zugehörige Anlagen
Antworten
isch
Forenuser
Beiträge: 262
Registriert: 16.05.2010 15:35
Ort/Region: Weißenfels
Kontaktdaten:

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von isch » 24.05.2019 08:36

Hallo,

könnte der einbahnige AB - Abschnitt nicht der NLP östlich von Stettin sein. Die Fahrbahn sieht mir nach RAB aus.

Benutzeravatar
redsea
Moderator
Beiträge: 4718
Registriert: 24.10.2006 15:35
Ort/Region: Ostwestfalen-Lippe

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von redsea » 24.05.2019 17:20

Hallo isch,

ich habe mir gestern noch alle mir bekannten NLPs in Ostdeutschland und auf dem Gebiet des heutigen Polen in GE angeschaut und konnte zu keinem eine Übereinstimmung mit dem Drehort des Videos finden.

Ich dachte zunächst auch an AB, habe den Gedanken aber auf Grund der asphaltierten Straßen/Wege im Wald und des Gesamteindruckes wieder verworfen. Die kurzen Betonplatten des Ausbaus (Verbreiterung) der Straße im Vordergrund wurden häufig zum Bau von Panzerringstraßen auf Übungsplätzen eingesetzt.

Daher denke ich, dass dieser Teil des Films auf einem TrÜbPl aufgenommen worden ist.

Viele Grüße

Kai

isch
Forenuser
Beiträge: 262
Registriert: 16.05.2010 15:35
Ort/Region: Weißenfels
Kontaktdaten:

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von isch » 24.05.2019 19:39

redsea hat geschrieben:
24.05.2019 17:20
Hallo isch,

ich habe mir gestern noch alle mir bekannten NLPs in Ostdeutschland und auf dem Gebiet des heutigen Polen in GE angeschaut und konnte zu keinem eine Übereinstimmung mit dem Drehort des Videos finden.

Ich dachte zunächst auch an AB, habe den Gedanken aber auf Grund der asphaltierten Straßen/Wege im Wald und des Gesamteindruckes wieder verworfen. Die kurzen Betonplatten des Ausbaus (Verbreiterung) der Straße im Vordergrund wurden häufig zum Bau von Panzerringstraßen auf Übungsplätzen eingesetzt.

Daher denke ich, dass dieser Teil des Films auf einem TrÜbPl aufgenommen worden ist.

Viele Grüße

Kai
aber wozu dient dann die Straßenmarkierung??

Benutzeravatar
redsea
Moderator
Beiträge: 4718
Registriert: 24.10.2006 15:35
Ort/Region: Ostwestfalen-Lippe

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von redsea » 24.05.2019 22:53

Hallo isch,

eine Straßenmarkierung schließt ja nicht aus, dass sich die Straße im Bereich eines TrÜbPl befindet.

Ich habe mich allerdings auch noch andere Dinge gefragt, wie z.B.:

Die Fahrbahn hat sehr lange Mittellinien in kurzen Abständen zueinander. Gibt bzw. gab es im Bau ziviler Straßen auch so lange Mittellinien?

Die Fahrbahn besteht aus 2 Reihen Betonplatten und wird um drei Reihen erweitert (verbreitert). Hat man auf diese Art Straßen auf AB-Breite erweitert?

Die Fahrzeuge benutzen nicht die rechte Richtungsfahrbahn, sondern die linke Gegenfahrbahn. Wenn es sich um eine öffentliche Straße handelt, müsste diese für den Zeitraum in der sie für die Verlegung der Fahrzeuge genutzt wurde für den öffentlichen Verkehr gesperrt gewesen sein. Macht man dies, nur weil die Straße für ein paar Minuten von militärischen NFZs benutzt wird?

Der Abzweig der Straße die in den Wald führt hat mit seiner Gabelung übrigens militärischen Charakter. So werden häufig Zufahrten zu militärischen Zwecken angelegt.

Ich bestreite übrigens nicht, dass es sich nicht um eine Autobahn (im Bau) handeln könnte, nur sieht mir das Ganze eben eher nach einem militärisch genutzten Gelände aus.

Viele Grüße

Kai

Benutzeravatar
Shadow
Moderator
Beiträge: 2777
Registriert: 03.08.2007 22:44
Ort/Region: Hamburg

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von Shadow » 25.05.2019 11:10

Für den Abgleich zur Klärung möchte ich zunächst auf einen deutlichen perspektivischen Fehleindruck hinweisen. Sowohl die Anflugszene bei 0:20 in dem Video als auch diese Aufnahme, die unzweifelhaft unter der südlichen Brücke aufgenommen in der selben Richtung aufgenommen ist, zeigt einen deutlichen Linkschwenk der Fahrbahn, der in der GE-Ansicht kaum wahrnehmbar ist.

Das bringt mich zur Zeitmarke 3:13, wo am rechten Bildrand eine Gabelung von dem Waldweg nach rechts in den Wald verschwindet, von deren gesamter Konstruktion Kai annimmt, sie würde militärisch aussehen. In der Aufnahme sieht es so aus, als wenn diese Gabelung nur "einen Steinwurf" von der eigentlichen mutmasslichen Autobahn entfernt ist. An der heute am nördlichen Ende vorhandenen Querung der Autobahn gibt es auf der Westseite eben so eine Gabelung in den Wald, die allerdings nach GE-Vermessung tatsächlich ca. 160m von der Autobahn entfernt ist. Man möge sich bitte nicht durch diese perspektivische Verkürzung der Bodenaufnahmen täuschen lassen.

Wirklich hilfreich wäre die Information, wann dieser betreffende Autobahnteil tatsächlich im Vollausbau mit vier Spuren fertig gestellt worden ist oder vielleicht vorher teilweise für den öffentlichen Verkehr zweispurig genutzt worden ist. Bisher habe ich nur eine sehr vage Aussage in Wikipedia zu einer Fertigstellung dieses Abschnittes (Wittstock-AD Havelland) gefunden, die sagt "in den 70ern". Der NVA-Film zeigt am Ende einen Hinweis auf eine Produktion 1983.

Abschliessend dann zu all den Einwänden, die Kai hat in Richtung von fahren auf der falschen Spur, militärischem Aussehen von Zufahrten und Sperrung des öffentlichen Verkehrs für militärische Anlässe usw.: Diese Autobahn gehört zu meinem ersten realen Kontakt mit der DDR, noch unter Transitbedingungen ein Jahr vor Grenzöffnung. Auch wenn der Abschitt Wittstock-AD Havelland tatsächlich ein paar Jahre älter ist als der Teil von Wittstock bis zur "Zonengrenze", das Ganze war baulich aus einem Guss und mein sehr verkürzter aber bleibender Eindruck damals war "einen tollen militärischen Flugplatz mit Strassenverbindung von Westdeutschland nach Berlin" haben dort westdeutsche Steuergelder finanziert. Das hatte nichts gemein mit dem, was man aus westdeutscher Sicht von Strassenbau kannte. Jede Panzerstrasse, die ich im folgenden Jahrzehnt auf westdeutschem Gebiet gesehen habe war baulich wertvoller. Die gesamte A24 wurde von ostdeutschen Unternehmen gebaut und teilweise vom Westen finanziert. Sie trug für mich damals aber die Handschrift eines rein militärischen Zweckbaus und liess keinerlei Massstäbe von zivilen Stassenbau nach westlicher Vorstellung erkennen.

Thorsten.

Benutzeravatar
Shadow
Moderator
Beiträge: 2777
Registriert: 03.08.2007 22:44
Ort/Region: Hamburg

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von Shadow » 25.05.2019 16:06

Insgesamt eine Produktion aus der Abteilung "Was wir alles haben und was wir alles können", wie sie wohl von jeder Streitkraft produziert werden.

Zur Zeiteingrenzung:
Die Flogger der NVA, soweit ich die Kennzeichen identifizieren konnte, gehörten sämtlich zum JG-9 aus Peenemünde und sind dort im Sommer 1978 zugelaufen.
Entscheidender sind die AN-26. Die im Film zu sehende "371" findet sich auch in der Wikipedia mit einer Indienststellung am 11.Dezember 1980 bei der Transportfliegerstaffel 24 in Dresden-Klotzsche.
Am Ende des Filmes steht der Copyright-Hinweis 1983. Da die Filmaufnahmen sicher nicht nach Wintereinsatz aussehen, liegen wir also im Zeitfenster 1981 bis max. 1983.

Damit bleibt die Frage, ob der Abschnitt zwischen Wittstock und Havelland wirklich schon "aus den 70er" Jahren stammt oder wie der Ausbauzustand dort zwischen 1981 und 1983 war.

Thorsten.

isch
Forenuser
Beiträge: 262
Registriert: 16.05.2010 15:35
Ort/Region: Weißenfels
Kontaktdaten:

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von isch » 25.05.2019 18:02

Hallo nochmals,

Die Strecke Berliner Ring - Rostock wurde immer zweibahnig mitte der 1970er Jahre eröffnet. In der DDR gab es keine einbahnigen Abschnitte als Neubau, (nur die bekannten Reichsautobahnen). Kann mich noch daran erinnern das wir da immer mal wieder abfahren mussten da die AB noch nicht fertig war.
Der Abschnitt AD Wittstock bis Hamburg wurde 1981/82 eröffnet.

Mir geht es aber um die kurze Szene bei 3:13 bis 3:23 (da danach gefragt wurde). Hier würde ich meinen das das der polnische NLP sein könnte (östlich von Stettin, nach der AS Hornskrug auf der Landstraße 142).
Leider kenn ich keine Quelle wo man Bilder aus den 1980 von den NLP finden könnte.

Wer möchte kann sich hier die genauen Eröffnungsjahre der A19/24 suchen.
http://www.autobahn-online.de/geschichte.html

Benutzeravatar
Shadow
Moderator
Beiträge: 2777
Registriert: 03.08.2007 22:44
Ort/Region: Hamburg

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von Shadow » 25.05.2019 18:53

An meine Ausführungen von vorhin schliesse ich dann hier mal an mit der Zusammenfassung der Übung, deren Details über beteiligte Einheiten ich vorhin mühsam zusammengesucht habe und nenne das Aufnahmedatum der Produktion: 27.April 1982.

http://www.luroko.de/einsatz/ab/ab.html

Und ein wenig Plauderei von der Front: https://www.flugzeugforum.de/threads/be ... ost-224456 :mrgreen:

Thorsten.

cebulon66
Forenuser
Beiträge: 645
Registriert: 18.08.2003 20:24
Ort/Region: LG'er Heide

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von cebulon66 » 17.06.2019 10:42

Gem. dem Artikel "Das Flugplatznetz der DDR" (Flug Revue 11/1996, S. 36-39) fand die Übung auf dem ABA Netzeband am Di, 05.09.1982 zw 10 und 16 Uhr (geplant) statt. Der Übung wird dort detailliert beschrieben (in diversen Zeitabschnitten).
Neben dem JG-9, TS-24, THG-34 nahm das 33. IAP aus Damgarten teil. Der ABA wurde jedoch schon um 15 Uhr wieder freigegeben.

Gem. dem Buch "Stahlbeton, Gras und Bahnbefeuerung" (Thomas Bußmann, 2011, S. 183) fand die Übung jedoch im April 1984 statt (MiG-23/JG-9 und MiG-23 einer sowjet. Einheit). Aber das Buch enthält so einige Unstimmigkeiten ...


Die Übung lief tatsächlich 1982 ab. Aber war das nun im April (gem. LUROKO) oder im September (gem. FR) ?? Oder waren es gar zwei Übungen?
Der FR-Bericht beruht auf einem Gedächtnisprotokoll eine Zeitzeugen/Teilnehmers der NVA.
Zumindest die Unterlagen von LUROKO beziehen sich auf April 1982.
Der ABA Netzeband war seit 1978 bekannt.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

cebulon66
Forenuser
Beiträge: 645
Registriert: 18.08.2003 20:24
Ort/Region: LG'er Heide

Re: Autobahnnotlandeplätze (NLP-Str)

Beitrag von cebulon66 » 17.06.2019 12:40

cebulon66 hat geschrieben:
17.06.2019 10:42
Gem. dem Artikel "Das Flugplatznetz der DDR" (Flug Revue 11/1996, S. 36-39) ...
Muss heissen: FLIEGERREVUE ...
Autor war der ehem. GL der NVA, Klaus-Jürgen Baarß https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-J%C ... Baar%C3%9F

Antworten