[2018-05-24] Komplikationen bei Entschärfung eines Blindgängers in Dresden

Luftschutzbunker, zivile Bunkeranlagen und Schutzbauwerke des 2. Weltkriegs
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kuhlmac
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Beitrag von kuhlmac » 27.05.2018 15:26

Mal ergänzend hierzu:
Stroh mag ja ganz gut dämmen, aber 2012 in Schwabing hat man das ja auch benutzt - mit verheerenden Ergebnissen, so dass man Jahre später noch damit zu tun hatte. Habe mich just an einen Artikel in der SZ erinnert:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/pro ... -1.3369766
Hier soll plötzlich der Eigentümer ggf. für den Blindgänger haftbar sein - und folgerichtig ging der Streit zum BGH. Ob er da noch liegt, weiss ich allerdings nicht.
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niemandsland
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Beitrag von niemandsland » 27.05.2018 20:28

Tag auch!
kuhlmac hat geschrieben:Stroh mag ja ganz gut dämmen, aber 2012 in Schwabing hat man das ja auch benutzt - mit verheerenden Ergebnissen, so dass man Jahre später noch damit zu tun hatte.
Genau das ist der Punkt. Wie ich schon schrieb, ich habe auch keine Alternativen. Aber wenn ich schon Stoffe verwende, die den Druck der Explosion abfangen oder mindern sollen, so wäre ich jetzt davon ausgegangen, das man etwas nicht brennbares verwendet. Wie gesagt: das hat nichts mit Kritik an den Sprengmeistern zu tun, die können nur verwenden, was sich bewährt und/oder erlaubt ist.

Andererseits... es wurden viele Bomben mit der Raketenklemme entschärft, ohne das etwas passiert ist. Möglicherweise hat die Bombe tatsächlich vorzeitig umgesetzt. Egal... es wird sicher eine Untersuchung geben und vielleicht erfährt man danach mehr. Entscheidend ist, das die Bombe keine Gefahr mehr darstellt und gut. Für mich ist das Thema erledigt.

Gruß aus Hannover
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bettika
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Beitrag von bettika » 28.05.2018 08:17

kuhlmac hat geschrieben:Mal ergänzend hierzu:
Stroh mag ja ganz gut dämmen, aber 2012 in Schwabing hat man das ja auch benutzt - mit verheerenden Ergebnissen, so dass man Jahre später noch damit zu tun hatte.
Hallo ,
Auch hier tauchte die Frage auf, warum das Stroh nicht gewässert wurde.
War die Entscheidung richtig, die Bombe ausgerechnet mit leicht entzündlichem Stroh zu dämmen? „Stroh ist ideal, um die Detonationswelle abzuschwächen und die Geschwindigkeit der Splitter zu bremsen“, sagt Sprengmeister Heil. Um die Detonationswelle nach oben zu lenken, wurden außerdem Schweißsand, Sandsäcke und Matten herangeschafft – insgesamt 100 Tonnen.....
..
Auch von oben drohte Gefahr: Wäre das Stroh, das die Bombe bedeckte, durch Regen nass – und damit schwer geworden – wäre die Druckwelle nach unten statt nach oben entwichen. Sie hätte einen tiefen Krater gerissen und dabei wohl die Fundamente der umliegenden Häuser beschädigt. Und: „Wenn das Stroh nass ist, wird aus einem Flugfeuer ein schweres Geschütz, das Mauern durchschlagen kann“, so Branddirektor Fiebach.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/in ... 98a8f.html
Grüsse
Beate
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Beitrag von niemandsland » 28.05.2018 18:32

@ bettika

^^ Danke für die letzten Zeilen.
Die Frage ist bestimmt hundertfach aufgetaucht (man lese nur die Kommentare unter einigen Zeitungsartikeln!). Nur entsprechende Antworten fanden sich nicht. Und ich neige nicht dazu, nur mal eben ein paar Seiten zu überfliegen. Ich habe schon die Datenkraken google und Co, bemüht. Da kam aber nichts. Nochmals Danke. ;-)

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Beitrag von bettika » 28.05.2018 18:58

Hallo,
Ein alternatives Verfahren ist die Verdämmung der Bombe mit Wassersäcken,
Wie in Leipzig-Wahren eingesetzt http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker ... Donnerstag

Dazu ein Patent von 2013/2014 https://encrypted.google.com/patents/EP3004793B1?cl=de

Grüsse
Beate
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