Reste von NS-Symbolen als Fassaden- und Bauwerksverzierungen

Nichtmilitärische Zweck- und Repräsentationsbauten und -Projekte des Nationalsozialismus 1933-1945
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BVK
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Beitrag von BVK » 20.12.2012 19:05

:-) wieder dazu gelernt.

Danke!

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Buddelflink
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Beitrag von Buddelflink » 23.12.2012 21:57

Ich danke auch für die kurze Zusammenstellung, ich hatte mich damit noch nie befasst- was gleich eine neue Frage für mich aufwirft. Kein Bauwerk sondern eine Urkunde, auf dieser hat das "Federvieh" links und rechts 3 Schwingen und ist von einem Eichenkranz umrahmt. Gab es für die Darstellung dieser NS- Symbole eine Vorschrift, ein Gesetz oder was auch immer? Künstlerische Freiheiten wird der Verfasser bezüglich dieses Machtsymbols doch nicht gehabt haben, oder?

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kuhlmac
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Beitrag von kuhlmac » 24.12.2012 12:39

Buddelflink hat geschrieben:Ich danke auch für die kurze Zusammenstellung, ich hatte mich damit noch nie befasst- was gleich eine neue Frage für mich aufwirft. Kein Bauwerk sondern eine Urkunde, auf dieser hat das "Federvieh" links und rechts 3 Schwingen und ist von einem Eichenkranz umrahmt. Gab es für die Darstellung dieser NS- Symbole eine Vorschrift, ein Gesetz oder was auch immer? Künstlerische Freiheiten wird der Verfasser bezüglich dieses Machtsymbols doch nicht gehabt haben, oder?

BG
Andreas
Hallo, Andreas,

gabs alles. Klare Sache bei den Preußens usw. ;)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeswapp ... ozialismus

Da sind auch die Rechtsquellen zu genannt. Bei Urkundssiegeln wäre aber auch eine Abbildung sinnvoll. Ggf "großes Dienstsiegel"?

Grüße
"Wir essen jetzt Opa!" Satzzeichen retten Leben!

Mendoza
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Reste von NS-Symbolen

Beitrag von Mendoza » 03.04.2013 19:05

Hallo,

zum Thema Reste von NS-Symbolen möchte ich diesen Grabstein beitragen.
Er steht auf dem Friedhof von Oberndorf a. N.
Unter dem Stahlhelm sind die Reste eines Hakenkreuzes zu erkennen.
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wolfi
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Re: Reste von NS-Symbolen

Beitrag von wolfi » 04.04.2013 08:05

Mendoza hat geschrieben:
Unter dem Stahlhelm sind die Reste eines Hakenkreuzes zu erkennen.
Nicht mal mit sehr viel Phantasie.....

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kuhlmac
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Re: Reste von NS-Symbolen

Beitrag von kuhlmac » 04.04.2013 08:12

Mendoza hat geschrieben:..Stahlhelm sind die Reste eines Hakenkreuzes zu erkennen.
Leider nicht. Hast du eine Detailaufnahme?
"Wir essen jetzt Opa!" Satzzeichen retten Leben!

Maxtor1971
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Beitrag von Maxtor1971 » 04.04.2013 08:16

Moin,

wenn man sich eine Größe vostellt die etwas größer ist als der Helm,
und dann das ganze nur als Outlines dann gehts.

Gruß

Matze
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Mendoza
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Reste von NS-Symbolen

Beitrag von Mendoza » 04.04.2013 17:30

Hmmh.. scheint tatsächlich nicht ganz einfach zu sein. Maxtor1971 hat mit sehr viel Phantasie das Symbol erkannt.
Ich habs nochmal ´n bisschen deutlicher dargestellt... Guckst Du.

Vermutlich war das Hakenkreuz in der ursprünglichen Version erhaben eingemeisselt, und wurde nach dem Krieg einfach abgeschlagen.

Gruß
Jo
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bettika
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Re: ehem Marinenachrichtenschule Mürwik

Beitrag von bettika » 04.04.2013 19:26

bettika hat geschrieben:Hallo,
1934 entstand aus der Trennnung der Torpedo- und Marinenachrichtenschule, die neue Marinenachrichtenschule. 1937 entstanden dafür die neuen Kasernengebäude.1938 wurde für die mittlerweile in Marinenachrichtenschule Mürwik umbenannte Schule der Erweiterungsbau "Kaserne Deutschland" errichtet, der die Zufahrt zur späteren Fernmeldeschule, heute Schule Strategische Aufkärung, bildet.
http://beckh.tech.officelive.com/Docume ... FmS%29.pdf
Als krönender Abschluss ist weit sichtbar der Adler. Ob der Adler NS-Symbole erhielt, kann ich nur vermuten,denn unter den Krallen ist nichts mehr sichtbar.
Die "Kaserne Deutschland zugl. Torgebäude" ist wie die Gesamtanlage als Kulturdenkmal eingetragen.

Grüsse
bettika
Hallo,
die Schule für Strategische Aufklärung klärt die Besucher mit einer Info-Tafel im Eingangsbereich über den Hintergrund des Adlers auf.(Dank an @OWW für den Hinweis :-) )
Der Text wurde vom MGFA (Militärgeschichtliches Forschungamt)erstellt. Wegen der Bedeutung im Kontext auch für andere Kasernen einige Auszüge:

"Bei dem über dem Torhaus angebrachten Adlersymbol handelt es sich um ein entnazifiziertes Hoheitsabzeichen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Es ist in der aktuellen Gestaltung strafrechtlich unbedenklich...

Zur Zeit des Nationalsozialismus verband man das Symbol des Adlers mit dem Hakenkreuz. Eine Verordnung von 1936 definierte als Hoheitszeichen des Reiches das Hakenkreuz im Eichenkranz und einen Adler mit geöffneten Flügeln, nach rechts blickend auf dem Eichenkranz. Die NSDAP verwendete ebenfalls einen Adler, jedoch mit nach links gewandtem Kopf. Das Hakenkreuz war zur zeit des Nationalsozialismus das dominierende Symbol. Es wurde bereits auf dem Reichsparteitag von 1935 zum NSDAP-Emblem und Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Deutschland sowie seiner Heeres- und Marinestreitkräfte bestimmt („Das Reich führt als Sinnbild seiner Hoheit das Hoheitszeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“).
Die künstlerische Ausgestaltung von Wehrmachtskasernen - etwa durch Fassadenmalereien oder Skulpturen - geht zurück auf einen von Propagandaminister Joseph Goebbels 1934 initiierten Erlass, wonach bei allen staatlichen und speziell militärischen Hochbauten des Reiches grundsätzlich ein angemessener Prozentsatz der Bausumme für die Erteilung von Aufträgen an bildende Künstler und Kunsthandwerker ausgegeben werden musste. Die meisten der ab 1934 erbauten neuen Wehrmachtkasernen erhielten somit eine künstlerische Ausgestaltung des nationalsozialistischen Hoheitszeichens. Dazu gehörte in der Regel eine stilisierte Adlerskulptur, die ein Hakenkreuz in den Klauen hält und mitunter um das Errichtungsdatum ergänzt wurde. Besonders häufig traten sie im repräsentativen Eingangsbereich einer Kaserne auf, von wo sie demonstrativ in den innermilitärischen Raum wiesen. Somit demonstrierten die meist in Stein gehauenen oder auch aus Bronze, Beton oder Sichtklinker gearbeiteten Skulpturen die Zweckbestimmung der Gesamtanlage....


[ Das Symbol des Adlers im aktuellen Kontext
Die Adlerskulptur ist ein bildhafter Überrest deutscher Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Nur mehr ganz wenige haben sich wie hier an Gebäuden der Bundeswehr erhalten (in Flensburg z. B. befindet sich ein weiteres Exemplar an der Außenwand eines Gebäudes der Marineschule Mürwik, ehemalige Sportschule). Ursprünglich zur Demonstration und Repräsentation des Bedingungsgefüges von Wehrmacht und Nationalsozialismus geschaffen, sind sie heute aufgrund ihrer Veränderungen (Tilgung des Hakenkreuzes und/oder Applizierung des Wappens einer Bundeswehr-Dienststelle) Zeugnisse eines historischen Wandels. Sie sind Erinnerungszeichen an einem historischen Ort und zugleich in ihrer veränderten Gestalt an einem weiterhin militärisch genutzten Gebäude als Lesezeichen für die Stellung von Streitkräften in einer Diktatur bzw. einer Demokratie zu verstehen und somit für die historisch-politische Bildung von äußerst großem Nutzen. Auch lassen sich darüber Fragen über Kontinuität und Diskontinuität deutscher Streitkräfte in der Mitte des 20. Jahrhunderts stellen und beantworten. Die Kasernenanlage in Flensburg ist zudem in die Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragen.
Somit ist einer aus welchen Gründen auch immer vorgebrachten Reversibilität ein Riegel vorgeschoben. Ganz in dem Sinne, dass unter Denkmalen Kunstwerke und bauliche Anlagen verstanden werden, die als einzelne Objekte oder als Mehrheit bzw. übergreifende Struktur abgeschlossene Epochen belegen, sind diese Adlerskulpturen auch in der Zukunft für das Verstehen von Gesamtzusammenhang und Zweckbestimmung der Kasernen in Vergangenheit und Gegenwart von entscheidender Bedeutung
"

Eine begrüssenswerte Information

Grüsse
bettika
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

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Shadow
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Beitrag von Shadow » 05.04.2013 03:39

Guten Morgen,

kurzer Zwischenruf zu dem Grabstein in Oberndorf:
Ich hatte auch Schwierigkeiten, das gesuchte Symbol zu erkennen. Das wurde dann durch die nachbearbeiteten Bilder von Maxtor und Mendosa ja möglich. Beide Bilder haben damit ihren Zweck erfüllt und insbesondere auf Mendozas nachgreichter Detailvergrösserung ist meiner Meinung nach genug zu erkennen. Ich habe deshalb die ursprüngliche Deutlichkeit der Nachbearbeitung entschärft. Wir müssen an dieser Stelle nicht gelangweilten Mitmenschen die Angriffsfläche bieten hier dem Forenbetreiber oder den Nachbearbeitern unnötigen Ärger zu bereiten.

Zurück zum Thema.

Shadow.

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