Das Luftwaffen-Richtfunknetz im süddeutschen Raum

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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darkmind76
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Beitrag von darkmind76 » 15.01.2012 15:10

Der Salzkopf ist wohl auch Geschichte. Die Richtfunkantennen sind alle abgebaut, die Liegenschaft sieht verwaist aus. Die Schilder hängen zwar noch, aber sicher eher zur "Abschreckung". Die Bilder sind von gestern. Interessant ist, daß direkt hinter der Funkstation eine wichtige Pipeline samt LWL-Kabeln von Telekommunikationsunternehmen verläuft.

Zwei Zeitungsartikel gab es auch schon zur Aufgabe des Salzkopfes:

http://www.allgemeine-zeitung.de/region ... 637201.htm

http://www.allgemeine-zeitung.de/region ... 263506.htm
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 15.01.2012 20:20

Journalisten :x :megawut:

Lauschposten schreibt sich halt besser und wird allemal besser verstanden als weltabgeschiedene Unterkunft für die Betriebsmannschaft einer Richtfunk-Schalt- und Vermittlungsstelle.

Demnach muss es ja in der Bundesrepublik Deutschland noch schlimmer ausgesehen haben als in der DDR mit Mielkes Horchtrupps.

Zf :holy:
Friedrich Hebbel: Tagebücher:
"Es gibt nur eine Sünde, die gegen die Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte."

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bettika
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Beitrag von bettika » 15.01.2012 20:39

Hallo,
der Rest ist informativ und aufschlussreich

"Der Bund startete mit dem Abbau seines Ex-Militärgeländes auf städtischen Druck. Zehn Jahre dauerte das Hickhack zwischen Stadt und Bund. Denn der Standpunkt der Binger war: Eigentum verpflichtet. Wer Landschaft für Hallenbau nutzt, muss anschließend auch für den Rückbau sorgen - und die Kosten übernehmen"

Da fallen mir einige Standorte ein,die seit Jahren leerstehen und wo das wünschenswert wäre.

Grüsse
bettika
„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana

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darkmind76
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Beitrag von darkmind76 » 15.01.2012 21:52

Beim Suchen mit Google nach Salzkopf+Bundeswehr bekommt man u.a. diese PowerPoint-Präsentation als Suchergebnis - interessant ist Folie 5:

http://www.afcea.de/fileadmin/downloads ... kmer_2.ppt

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Simon
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Beitrag von Simon » 19.04.2013 11:04

Guten Morgen zusammen,

ist der ex-Standort Salzkopf gleich dem Standort Lauschhütte? Wenn nicht habt ihr damit die Stelle zwischen Stromberg und Bingen ;) Weitere RiFu Stellen um meinen Heimatort sind mir nämlich keine bekannt. Und in Stromberg selbst ist auch nix...

Auf dem Salzkopf lag übrigens auch BOS-Funk. Sollte m.W. auch immer noch der Fall sein.

Viele Grüße
Simon
...und noch etwas in eigener Sache: www.mach-mit-thw.de

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Cremer
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Beitrag von Cremer » 20.04.2013 22:07

@Simon,

die Standorte sind verschieden. Auf dem Salzkopf hat das Land einen eigenen Antennenträger, der nichts mit dem anderen der Nato/BW zu tun hat.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

Pionier77
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Hallo an alle Experten!

Beitrag von Pionier77 » 14.09.2013 16:36

Mich würde interessieren, wo in Feuchtwangen genau der Turm mit den Richtfunkantennen war. Auf den Luftbildern bei GE kann ich ihn nirgendwo finden. Wer kennt sich dort aus?
Vielen Dank schon mal, Tobi

der kleine Bazi
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Beitrag von der kleine Bazi » 15.09.2013 05:44

In Feuchtwangen war eine 12 Kanal Endstelle in der Kaserne, der Mast befand sich in dieser Liegenschaft.
Angefahren wurde diese von Elleneberg aus, wenn ich mich richtig erinnere.
Zuständig war in den Jahren 81 bis 87 die 8. /12 in Lauda.
Die 12 Kanal Enstellen waren personell recht dünn Besetzt.

T3Doka
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Richtfunkstation Burg (Berg)

Beitrag von T3Doka » 02.01.2015 14:13

Servus,
ich war auf der Burg (ein Berg oberhalb Albstadt - Onstmettingen) von 3/91 bis 12/91 stationiert.
Zu dieser Zeit der Fernmeldesektor 123.
Die vielen lokalen Diskussionen waren gut in einem Ordner dokumentiert, in der Planungsphase 1975 gab es einen Zeitungsartikel (Zollernalbkurier oder Schwärzwälder Bote), in der von der Angst der Stationierung von Atomraketen berichetet wurde.

Meinen Angaben nach war der Betonmast 42 m hoch, damit war man knapp über 1000 m und die Sicht somit über die Südalb hinweg grandios.

Der Trupp bestand noch zu Teilen aus Zeitsoldaten, die schon auf dem Plettenberg stationiert war und ich glaube auch am Illmensee.
Daher ging die Trasse Südöstlich auch über Illmensee (damals nur noch ziviles Schutzpersonal) und weiter zum Höchsten sowie Nördlich Richtung "Würzburg", könnte bei Feuchtwangen gewesen sein (die nächtlichen Noteinsätze waren logischerweise immer bei Nebel und viele Detailinformationen wurden uns Wehrpflichtigen vorenthalten bzw. erst Vorort gesagt ...).

Zu guter letzt: das "Anwesen" war ein Traum, das jeden vom Alpenverein vor Neid erblassen ließ
wunderbar in die Bergkuppe eingelassen, ganz zu schweigen vom darunter liegenden Atombunker. Ebenfalls die Garagen für die Mannschafts- und Einsatzbusse sowie Zubehör.
Separat noch die Räume für das zivile Wachpersonal.
Platz hatten meiner Erinnerung locker 100 Mann; es gab 3x 6er Zimmer für uns Wehrpflichtige und weiß der Teufel wieviele Doppel- und Einzelzimmer (mit eigenem Bad!) für die Zeit- und Berufssoldaten.
Wie gesagt, ein Traum, wenn man dann zu 3 eine Wochenendschicht hatte.

Viele Grüße
Andreas

HW
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Beitrag von HW » 07.01.2015 16:58

Hallo,

ergänzend noch zum Beitrag von T3Doka, die komfortablen Hundezwinger für die Wachhunde wurden noch nicht erwähnt. Aber zur Station selbst. Auf dem Plettenberg bei Schömberg (südlich von Balingen und westlich von Messstetten) war eine Richtfunkstation, die als Provisorium errichtet wurde und auf Grund der Lage öfters Probleme machte (so wurde mir berichtet). Also wurde eine neue hoch gelegene Örtlichkeit gesucht. Der Berg Burg bei Albstadt mit einer Höhe von 970 Meter wurde auserkoren. Allerdings stieß dieses nicht bei jedem Bürger von Albstadt auf Gegenliebe. Es kam zu Bürgerversammlungen mit Vertretern der Luftwaffe und auch unter Teilnahme eines Parlamentarischen Staatssekretärs im BMVg. Ein Kompromiss war, dass der Bau sich in das Landschaftsbild einfügen musste. Auch die Fernmeldemasthöhe wurde reduziert auf nur 40 Meter. So wurde Ende 1981 mit dem Bau begonnen. 1983 stand der 40 Meter hohe Schleuderbetonmast und 1985 wurde die Richtfunk-Schalt- und Vermittlungsstelle "Burg" übernommen. Plettenberg wurde abgeschaltet. Angeblich hätte eine weitere Reduzierung der Masthöhe, also unter 40 Meter, die Station Burg in Frage gestellt. Es mussten ja die Stationen Hornisgrinde, Dullenwang, Dietenwengen, Messstetten und Ilmensee erreicht werden.

Dazu wurde mir noch berichtet, dass es im nahen Messstetten 2 Richtfunkstationen gab, eine Station konnte aber angeblich von "Burg" nicht auf direktem Wege erreicht werden und wurde über die 2. Station geleitet. Ich habe das Mal auf einer Karte mit Höhenzügen überprüft, es könnte stimmen. Heute ist Messstetten Vergangenheit. In der Kaserne in Messtetten sind jetzt Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak und Serbien untergebracht.

Gruß
HW

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