Aktivierung von Zivilschutzanlagen

Zivile bzw. nicht-militärische Schutzbauwerke und Anlagen des Kalten Krieges
Blubir
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Beitrag von Blubir » 13.01.2011 15:48

Also sind solche Anlagen nichts spontanes, sondern brauchen einen gewissen Vorlauf. Warscheinlich wie jeder Bunker/Schutzraum.

Etwas offtopic:
Aber wie erkennt man denn, das sich die Lage zuspitzt, um ein OK für die Bereitmachung solcher Räume zu geben?
Ich kenne da nur eine Sache aus den Geschichtsbüchern, die Kubakrise. War vor meiner Zeit, also kann ich da nicht mitreden.
Gruß
Björn

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 13.01.2011 16:23

Moin!

Wie Du selber schreibst, hat diese Frage mit dem Thema „Hannover“ nicht mehr direkt zu tun, daher habe ich sie mal abgetrennt.

Richtig – das Konzept der Zivilschutzanlagen in Westdeutschland ging davon aus, dass einer Krise eine Spannungszeit vorausginge – also eine Zeit, in der erkennbar ist, dass sich ein Konflikt anbahnt. Dein Beispiel, die Kubakrise, ist genau so etwas, aber auch die Berlin-Blockade oder der Mauerbau waren solche Zeichen. Man ging davon aus, dass man bis zu sechs Monaten Zeit haben würde, um die notwendigen Schritte einzuleiten, also eben auch die Zivilschutzanlagen einsatzbereit zu machen, Nahrungsmittel einzulagern, Personal auszubilden etc.. Lediglich in den Hilfskrankenhäusern sah das anders aus, hier war man auf 48 Stunden Aktivierungszeit eingerichtet bzw. hatte dies so geplant. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Mike

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Beitrag von Nabilianer » 13.01.2011 18:18

Ui 6 Monate ist doch recht lange.

Ich glaube in der Zeit hat man auch seinen eigenen Bunker gebaut...

roxel

Beitrag von roxel » 13.01.2011 21:17

Nur zum besseren Verständnis:

Geht es jetzt nur um Zeiten des "ZS" oder auch um "KatS"?


Gruß
Michael

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Beitrag von MikeG » 13.01.2011 21:35

Die Frage verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

Wir reden hier davon, wie eine Aktivierung der öffentlichen Zivilschutzbauten zeitlich ausgesehen hätte und das wäre im Prinzip vollkommen unabhängig davon gewesen, wer das nun gemacht hätte - LSHD, Feuerwehr, THW oder eine andere Organisation. Die Zuständigkeiten waren in unterschiedlichen Orten oft unterschiedlich geregelt, hinzu kommt die zeitliche Komponente, denn diese Zuständigkeiten haben sich u.U. auch mal geändert, darüber hinaus hat auch die Organisation des bundesweiten Katastrophen-/Bevolkerungs-/Zivilschutzes in Westdeutschland von 1955 bis heute mannigfaltige Veränderungen durchlebt. Aber das wäre nicht nur thematisch, sondern auch umfänglich ein anderer Thread...

Mike

roxel

Beitrag von roxel » 14.01.2011 08:03

Hallo Mike!

Meine Frage zielte auf die zeitliche Lage. Sorry, habe mich da nicht präzise genug ausgedrückt.


Gruß
Michael

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Beitrag von MikeG » 14.01.2011 13:13

Moin!

Das ist ein Konzept, das sich über die Jahrzehnte so entwickelt hat und den letzten Stand vor Mai 2007 darstellt. Natürlich gab es Variationen - so ging man Anfangs von vier, später von drei und spätestens seit den späten 60er Jahren von zwei Wochen Aufenthalt im Schutzraum aus, seit den späten 70er Jahren wurden aber auch immer mehr Anlagen für Kurzzeitaufenthalt (12-14 Stunden) gebaut. Das hatte natürlich auch den Hintergrund, dass das deutlich preiswerter ist und man sich einen späteren Ausbau offen ließ. So eine Anlage wäre sicher auch recht schnell einsatzbereit gewesen.

Du siehst, die Frage ist so einfach und pauschal kaum zu beantworten.

Mike

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Beitrag von Blubir » 14.01.2011 14:23

6 Monate? Das ist ja ne Ewigkeit. In 6 Monaten fließt aber viel Wasser die Weser runter. Wer kann denn jetzt voraus sagen, was im halben Jahr ist.

Wenn jetzt rauskommt, das der Iran in der Lage ist, Deutschland mit Atomwaffen anzugreifen, und die Dinger schon auf der Rampe stehen... Wäre für mich ein Anzeichen.

Welchen Sinn haben dann solche Anlagen, wenn man eine sooo lange Vornwarnzeit hat?

Doofe fragen, ich weiß :-)
Gruß
Björn

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Beitrag von MikeG » 14.01.2011 16:06

Wer das Forum aufmerksam liest, ist klar im Vorteil, denn dann hat er gelesen, dass die Innenministerkonferenz bereits im Mai 2007 beschlossen hat, das flächendeckende Schutzbauprogramm aufzugeben und seitdem nach und nach alle öffentlichen Zivilschutzanlagen aus der Bindung entlässt. Und dass die heutige Bedrohungslage (Terrorismus etc.) eine ganz andere und das Konzept des baulichen Schutzes in dieser Hinsicht recht wirkungslos erscheint, ist ja genau der Grund für die Aufgabe dieses Konzepts.

Nicht alles, was im Bereich des baulichen Zivilschutzes in den letzten fünfzig+ Jahren passiert ist, muss auch zwangsläufig heute noch sinnvoll sein. Die Voraussetzungen waren damals andere, sie ändern sich doch logischerweise im Laufe der Geschichte. Selbst unter Berücksichtigung dieser Prämisse war bestimmt nicht immer alles zu Ende durchdacht oder sinnvoll - im Gegenteil, da gab es manch Provisorium. Aber die Betrachtung eines geschichtlichen Fakts ohne Berücksichtigung des damaligen Gesamtkontexts oder gar vollkommen losgelöst davon und in heutige Rahmenbedingungen gestellt, ist wenig sinnvoll.

Mike

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Beitrag von internett » 14.01.2011 18:12

Vielleicht mal noch als weitere Anmerkung:

In Berlin gibt es eine MZA die so hergerichtet ist, dass sie den Ernstfall simuliert.
Planung: Aufenthalt 2 Wochen, Luftfeuchtigkeit nahe an Tropenniveau, Temperatur über 30°
Auf Grund sehr knapp bemessener Kalorien- und Wasserzuteilung kann man eigentlich in den 2 Wochen nur liegen oder sich ganz wenig bewegen.
Danach sollen Busse kommen um die Menschen abzuholen und in weniger verstrahlte Gebiete zu evakuieren.
Schutzwirkung: Bombe muss mind. 2 Kilometer entfernt fallen, angenommene Sprengkraft einer Hiroshima-Bombe.


Hm mal abgesehen davon, dass die meisten Atombomben der klassischen Atommächte die zigfache (100-1000) Sprengkraft der Hiroshimabombe haben und Schutzraumplätze nur für ca 10% der Bevölkerung zur Verfügung stehen (standen), würde ich mir doch ernsthaft überlegen, ob ich nicht lieber die folgende Variante wähle:

Wenn du einen Atompilz siehst, schau gut hin, sowas sieht man nur einmal im Leben.

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