Der "RUHRSTAB" in Kettwig

Militärische Objekte und Anlagen des 2. Weltkriegs (und 1933-1945)
Gast

Beitrag von Gast » 18.03.2009 20:27

Der Flieger hat geschrieben:
EricZ hat geschrieben:Was soll aber der "Planungsstab Rohland" gewesen sein, war das eventuell der Deckname für den Ruhrstab?
Der "Stab Rohland" war der Aufgabenbereich "Eisen und Stahl" des Ruhrstabs, benannt nach seinem Leiter Walter Rohland.
Ralf hat geschrieben:das der Ruhrstab seinen Sitz in Kettwig hatte, kann ich mir schwer vorstellen....
Im August 1943 bezog der Ruhrstab das Haus Flick (= Charlottenhof = St. Altfrid) in Kettwig. Der Stab Rohland war im Schloss Landsberg untergebracht.

Grüße, Thomas

"Auf der Rötsch" in Kettwig war nicht nur das Haus Flick der "Charlottenhof", hier hatte auch der "Kanonen-Müller" genannte Chefkonstrukteur der "Dora" seine Villa. Auf diesem Grundstück steht heute die Fachklinik Rhein-Ruhr, in der nähe kann man mit viel Phantasie noch Flakstellungen MG-Nester ausmachen.

Grüße
bennispapa1950

Ralf
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Beitrag von Ralf » 18.03.2009 22:13

Nach langer Zeit tut sich was...müßte mal neu "sortiert" werden.

Sag mal, dann kennst Du das Fachklinik-Grundstück auch von früher?

Erzähl mal zu der Gegend....
Gruß Ralf

Gast

Beitrag von Gast » 19.03.2009 19:03

Ralf hat geschrieben:Nach langer Zeit tut sich was...müßte mal neu "sortiert" werden.

Sag mal, dann kennst Du das Fachklinik-Grundstück auch von früher?

Erzähl mal zu der Gegend....
Hallo Ralf,
Leider kenn ich das Grundstück nicht von früher, müsste mal eine meiner Nachbarinnen fragen die 10 Jahre älter ist als ich. Unterhalb des Grundstücks am Hang neben dem Ausflugslokal Seeblick sollen noch ehemalige MG- oder Flakstelunngen erkennbar sein. Was den "Charlottenhof" betrifft hat mir ein Nachbar erzählt, dass es einen unterirdischen Fluchtgang von dort bis zur Ruhr geben soll, wo der beginnt und endet kann ich aber nicht sagen. In den letzten Jahren ist auf dem Grundstück der ehem. Flick Villa sehr viel gebaut worden, so dass der obere Zugang zu dem Gang nicht mehr zu finden ist, auch am Ruhrufer dürfte der Ausgang schwer zu finden sein. Interessant ist auch sich die Gegend mal in GE anzusehen, etwa östlich vom Charlottenhof (jetzt Jugendhaus St. Altfried des Bistums Essen) sind kreisrunde Gebilde zu erkennen über deren Funktion (Flakstellung zum Schutz der Flick Villa) ich mir nicht im Klaren bin, diese liegen auf privaten Grund also nicht unbedngt zugänglich. Interessant ist auch der Höseler Wald rund um Schloss Landsberg, dort sind entlang der S-Bahnlinie S6 in Richtung Höseler Tunnel noch Schützengräben auszumachen. Wenn Du mal in der Gegend bist empfehle ich Dir eine Wanderung rund um Schloss Landsberg zu machen, auch das Ruhrgebiet hat landschaftlich schöne Seiten.

Gruss
bennispapa

Ralf
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Beitrag von Ralf » 19.03.2009 20:53

Nun, der Charlottenhof hatte einen LS-Bunker....er ist aber wohl entfernt?Weiss ich nicht genau.
Aber im Wege der Baumassnahmen hörte ich davon

Das Grundstück bzw das "darunter" der Fachklinik hat mein Interesse...auch hierzu gibts HörenSagen.


Mit mehr Anhaltspunkten würde ich gerne mehr machen...

Recht haste, das Ruhrgebiet ist schön ...als Essener Jung ist Kettwig für mich aber fast Ausland.
Gruß Ralf

Gast

Beitrag von Gast » 20.03.2009 13:08

Ralf hat geschrieben:Nun, der Charlottenhof hatte einen LS-Bunker....er ist aber wohl entfernt?Weiss ich nicht genau.
Aber im Wege der Baumassnahmen hörte ich davon

Das Grundstück bzw das "darunter" der Fachklinik hat mein Interesse...auch hierzu gibts HörenSagen.


Mit mehr Anhaltspunkten würde ich gerne mehr machen...

Recht haste, das Ruhrgebiet ist schön ...als Essener Jung ist Kettwig für mich aber fast Ausland.
Hallo Ralf,

leider bin ich kein Experte in Bezug auf militärische Anlagen des 2.WK. Auf Lostplaces bin ich nur durch Zufall über die Suche nach Relikten der Eisenbahn gestoßen. Hier in und um Kettwig gibt es in den Wäldern noch Reste von Schützengräben zu sehen, aber die verschwinden mehr und mehr. Auch die Augenzeugen die Hinweise auf Anlagen/Bauwerke aus der Kriegszeit geben könnten werden immer weniger, eine gute Quelle könnte der Geschichtskreis um Dr. Engelhardt sein. Hier in Kettwig muss es unterhalb vom "Sommersberg" eine unterirdische Produktionsanlage für Munition gegeben haben. In meinen Kindertagen der 50er/60er Jahre war der Zugang noch gut erhalten es gab dort ein großes zweiflügeliges Tor innerhalb einer Betonwand im Berg, die Betonwand war in Tarnfarben gestrichen ebenso die oberirdischen Gebäude, man konnte im Umkreis noch jede menge kreisrunde Plättchen aus Bakelitt finden, die älteren Leute erzählten, dass es sich um Zünderteile von Granaten handelte. Wahrscheinlich gibt es diesen Ort noch immer, ich habe mich oft gefragt was hinter dem Tor im Berg wohl zu sehen ist, dieses Rätsel habe ich nie lösen können.

Gruss
bennispapa

Ralf
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Beitrag von Ralf » 20.03.2009 20:45

bennispapa1950 hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:Nun, der Charlottenhof hatte einen LS-Bunker....er ist aber wohl entfernt?Weiss ich nicht genau.
Aber im Wege der Baumassnahmen hörte ich davon

Das Grundstück bzw das "darunter" der Fachklinik hat mein Interesse...auch hierzu gibts HörenSagen.


Mit mehr Anhaltspunkten würde ich gerne mehr machen...

Recht haste, das Ruhrgebiet ist schön ...als Essener Jung ist Kettwig für mich aber fast Ausland.
Hallo Ralf,

leider bin ich kein Experte in Bezug auf militärische Anlagen des 2.WK. Auf Lostplaces bin ich nur durch Zufall über die Suche nach Relikten der Eisenbahn gestoßen. Hier in und um Kettwig gibt es in den Wäldern noch Reste von Schützengräben zu sehen, aber die verschwinden mehr und mehr. Auch die Augenzeugen die Hinweise auf Anlagen/Bauwerke aus der Kriegszeit geben könnten werden immer weniger, eine gute Quelle könnte der Geschichtskreis um Dr. Engelhardt sein. Hier in Kettwig muss es unterhalb vom "Sommersberg" eine unterirdische Produktionsanlage für Munition gegeben haben. In meinen Kindertagen der 50er/60er Jahre war der Zugang noch gut erhalten es gab dort ein großes zweiflügeliges Tor innerhalb einer Betonwand im Berg, die Betonwand war in Tarnfarben gestrichen ebenso die oberirdischen Gebäude, man konnte im Umkreis noch jede menge kreisrunde Plättchen aus Bakelitt finden, die älteren Leute erzählten, dass es sich um Zünderteile von Granaten handelte. Wahrscheinlich gibt es diesen Ort noch immer, ich habe mich oft gefragt was hinter dem Tor im Berg wohl zu sehen ist, dieses Rätsel habe ich nie lösen können.

Gruss
bennispapa
Moin,

entsprechende Kontakte zum Geschichtskreis bestehen....

Ich glaube, die Zünderfabrikation von Krupp war seinerzeit ausgelagert...nach Kettwig.

Die hatten aber wohl auch in einer Scheidtschen Fabrik produziert.

Allerdings, Sommersberg hat heute noch die Strukturen, welche gut zu erkennen sind.
Oder nicht mehr?Ich war lange nicht dort.

Und als Nachkriegsnutzung war hinter dem Tor das DRK mit nem Lager

Rein würde ich also auch mal gerne...wir könnten ja mal was machen.-Schaun wir mal....
Gruß Ralf

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Der Flieger
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Beitrag von Der Flieger » 22.03.2009 11:48

bennispapa1950 hat geschrieben:Interessant ist auch sich die Gegend mal in GE anzusehen, etwa östlich vom Charlottenhof (jetzt Jugendhaus St. Altfried des Bistums Essen) sind kreisrunde Gebilde zu erkennen über deren Funktion (Flakstellung zum Schutz der Flick Villa) ich mir nicht im Klaren bin, diese liegen auf privaten Grund also nicht unbedngt zugänglich.
Ich hab soeben mal ein bißchen geschaut, konnte besagtes Grundstück aber leider nicht finden. Welches genau meinst du?

Grüße, Thomas

kapl

Beitrag von kapl » 22.03.2009 11:54

bennispapa1950 hat geschrieben:eine gute Quelle könnte der Geschichtskreis um Dr. Engelhardt sein.
Und hier ist sogar ein Ansprechpartner von dem Verein ;)
http://www.museumsfreunde-kettwig.de/
Ruhig konkrete Fragen an mich via PN und ich wir reden dann bei unseren Sitzungen drüber...

Übrigens, wusstet ihr, dass das Wasser der sogenannten "Türkenquelle" von dem Stollen des ehemal. Charlottenhofes/Flick Villa gespeist wird?


Was Landsberg betrifft, da ist das hist. Archiv in Thyssen-Krupp nat. der Ansprechpartner.
http://www.thyssenkrupp.de/de/konzern/g ... ve_t1.html

Funkmess123

Beitrag von Funkmess123 » 23.01.2010 02:18

Unterhalb der "Türkenquelle" direkt an der Ruhr gibt es eine gemauerte Öffnung ähnlich einer Grotte im Berg die mit einem Eisengitter verschlossen ist. Seitlich davor befindet sich eine in das Ufer gebaute kleine Mauer. Ähnlich einem Steg. Als Kind habe ich immer gedacht, dass das wohl eine Art Bootsgarage sei. Vor diesem Hintergrund könnte das auch der Ausgang des Stollens sein. Von der gegenüberliegenden Ruhrseite kann man das gut erkennen. Interessanterweise hatte ich als Kind genau dort eine 9mm Patrone gefunden. Das war Ende der Sechsziger.

Jürgen

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