Luftgaukommando VII, München/Pfaffenhofen

Funkmess-, Funkpeil-, Funkleit- und Funkstörtechnik des 2. Weltkriegs
Björn
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Beitrag von Björn » 24.10.2006 16:36

Jetzt kann ich auch endlich mal einen alten Thread rauskramen.....

Da ich heute im Kloster Scheyern war, habe ich natürlich einen kleinen Abstecher in die Umgebung gemacht. Zwei Fragen daher gleich mal vorweg:
wer hat Infos über die Geschichte der Schyrenkaserne und wo genau befand sich die Liegenschaft der GSV?
Wie sieht denn die Zukunft vom "Standort Altomünster" aus?

Und jetzt zum eigentlichen Thema:

die von HW anfangs genannte Funksendezentrale Kienhöfe existiert immer noch und wird nach wie vor militärisch (Bundeswehr) genutzt. Nicht allzu weit davon entfernt befindet sich dann noch der zivile "Sender Wolfsberg".

Die alten Gebäude bei Kreuzholzhausen und Markt Wald gibt es ebenfalls noch - sie werden heute zivil genutzt (wie bereits von HW und mir beschrieben). Markt Wald hat aber auch noch einen aktiven Standort und ebenfalls einen zivilen Sendeturm.

Die Anlage bei Rehling habe ich bisher leider noch nicht "besucht". Weiß zufällig jemand, was daraus geworden ist? HW?

Rick (†)

Pfaffenhofen, Scheyern, Kienhöfe

Beitrag von Rick (†) » 26.01.2007 15:26

Neu zugänglich ist auch die Akte BW1/76342, Scheyern – Pfaffenhofen, Wohnungsfürsorge am Standort, 1958-1976. Die Wohnungsfürsorge hat mich natürlich weniger interessiert, aber es kamen ein paar andere Dinge zum Vorschein, die für uns eine gewisse Bedeutung haben könnten. Eigentlich gehört dieser Beitrag in die Rubrik "Kalter Krieg", schließt aber inhaltlich eher hier an.

15.03.58
Aufstellung der StOV Scheyern.

09.04.58
Stationierung eines Halb-LwFlaBtl als Zwischenunterbringung in der Kaserne Scheyern (Zuweisung der Kaserne an die Luftwaffe 10.01.58 ). Als Endstationierung soll hier eine Luftverteidigungsdivision angesiedelt werden!

10.06.60
In Kienhöfe bei Pfaffenhofen soll eine Einheit der Luftwaffe stationiert werden.

25.07.61
Für das Objekt Kienhöfe entfällt die ursprünglich geplante Verwendung als Standort der Jägerleitausbildung der TSLw 2. Eine zukünftige Nutzung durch die Luftwaffe ist noch unklar. Alle Baumaßnahmen sollen unterbrochen werden.

10.01.62
1. Es ist beabsichtigt, die bisher in Scheyern eingeplante 4./RVKp 121 in Pfaffenhofen/Ilm unterzubringen.
2. Die ehemalige Funkstelle Kienhöfe wird nach Fertigstellung des Unterkunftbereichs der RVKp als Übungs- und Ausbildungsanlage zur Verfügung gestellt.

25.04.62
Zum 01.01.64 ist am Standort Pfaffenhofen die Aufstellung der GVBw (später GSVBw) 66 geplant. Belegung:
1 OLt oder StFw
3 OFw / Fw
3 Uffz
3 HGefr
1 OGefr

10.09.62
Die ursprüngliche Absicht, eine Luftwaffeneinheit im Raum Pfaffenhofen – Kienhöfe unterzubringen, wird nicht weiter verfolgt. Nunmehr ist die Stationierung einer Richtfunkverbindungskompanie (RVKp) und eines FlaRakBtl HAWK geplant.

31.10.62
Zusammenlegung der Standorte Scheyern und Pfaffenhofen zum StO Scheyern / Pfaffenhofen. Stationierung: 4./FmRgt 12 (197 Mann) und HAWK Bttr (151 Mann).

29.10.64
Die GSVBw 66 Pfaffenhofen ist bereits aufgestellt. Das Personal wurde allerdings zur Einweisung vorläufig der GSVBw 61, Jengen, zugeteilt. Die Betriebsaufnahme in Pfaffenhofen war für ca. Mitte 1964 geplant.

01.01.65
Die WBV VI wandelt die StOV Scheyern in eine Außenstelle der StOV Freising um.

12.08.64
Das Teilwerk II („Neues Werk“) des ehemaligen Marine-Bronzewerks Pfaffenhofen über Roth bei Nürnberg wird für Wohnungszwecke der Bundeswehr benötigt. (Gehört eigentlich nicht hierher, steht aber in der Akte und eröffnet ja vielleicht eine weitere Baustelle :) .)

31.03.68
Die ASt Scheyern der StOV Freising wird aufgelöst.

26.06.68
Die Zuweisung der ehemaligen Luftwaffen-Funkstelle Kienhöfe vom 27.02.59 wird aufgehoben, da kein Bedarf mehr besteht.

07.07.69
Mit Zuweisung 66/69 wird die Liegenschaft Kienhöfe neu dem Fü H für den Fernmelde-Einsatz zugewiesen.

08.69
Im Zusammenhang mit der Verlegung der 1./FlaRakBtl 34 von Scheyern nach Rottenburg werden diverse Wohnungen im Raum an Bewerber der 3./34 vergeben.

Björn
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Beitrag von Björn » 06.11.2008 14:49

Ich krame auch mal wieder etwas hervor:

Gestern war ich zufällig in der Nähe und da habe ich endlich mal die alte "Funksendezentrale Rehling" gesucht und auch gefunden. Ich habe leider so gut wie keine Informationen über die FSZ. Das Gelände ist jedoch eindeutig zu identifizieren. Die Gebäude werden heute als "Hardhof" bezeichnet und werden zivil genutzt. In direkter Nachbarschaft befinden sich ein Wasserwerk, ein Pumpwerk und ein Abfallzentrum.

Der "Hardhof" muß allerdings nach dem Krieg eine für uns interessante Geschichte gehabt haben. Der Zaun ist noch relativ gut in Schuss. Es handelt sich um einen typischen (geraden) Maschendrehtzaun mit drei Reihen Stacheldraht. Ich denke nicht, dass man ein normales Wohn- oder Betriebsgebäude für die drei oben genannten Einrichtungen typisch militärisch eingezäunt hat. Da mir für Rehling (im Gegensatz zu vielen anderen derartigen Objekten) aber keinerlei Nutzung durch die Bundeswehr bekannt ist, tippe ich eher auf eine Nachnutzung durch die Amerikaner aus Augsburg/ Gablingen oder auf eine frühere Zivilschutzeinrichtung. Ist einem von euch der "Standort Rehling" irgendwie bekannt?

Leider wird es schon recht früh dunkel, so dass ich das ganze Gelände nicht mehr genau einsehen konnte :cry:
Neben dem Hauptgebäude konnte ich allerdings noch eine Garage und einen Schuppen (evtl. Hundezwinger) erkennen. Weiter hinten im Wald befand sich auch noch etwas, was in der Dämmerung sehr "massiv" aussah. Und auf der Wiese direkt vor der FSZ befinden sich zwei ungewöhnliche Vertiefungen. Das könnten evtl. alte Horchgruben sein.

Hat jemand mehr Infos über Rehling?

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