[erledigt] Norderney, Zivilschutzanlage

Diskussionen und Hinweise rund um die Zivilschutzanlagen-Datenbank
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redsea
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Beitrag von redsea » 13.12.2011 23:24

MikeG hat geschrieben:Die gezeigten Türen würde ich eigentlich eher im 2. Weltkrieg ansiedeln.

Hallo zusammen,

so ist es. Anhängend ein Foto des selben Drucktürtyps in etwas besser erhaltenem Zustand. Hierbei handelt es sich um die Originaltür eines Hochbunkers aus WK II Zeiten in Marl.

Viele Grüße

Kai
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derlub
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Beitrag von derlub » 13.12.2011 23:55

redsea hat geschrieben:Hierbei handelt es sich um die Originaltür eines Hochbunkers aus WK II Zeiten in Marl.
An welche Begründung machst Du das fest, dass diese Drucktür aus dem 2. WK stammt? Welcher HB in Marl ist das?
Zuletzt geändert von derlub am 13.12.2011 23:56, insgesamt 1-mal geändert.

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 14.12.2011 00:11

Moin!

Ich habe mal die DGK5 "besurft" und im Umkreis nur zwei solche Anlagen gefunden. KMZ anbei.

Mike
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janne
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Beitrag von janne » 14.12.2011 08:29

Hallo Mike,
ich habe mit dem Landkreis Verden Navigator gearbeitet.
http://www.landkreis-verden-navigator.de/
Bei einem Zoom bis zur AK 5 erkennt man drei bis vier mögliche Anböschungen in diesem Bereich. Interessant ist auch, dass alle vier in Frage kommenden Grundstücke eine öffentliche Zuwegung zu den Straßen haben oder zumindest einmal hatten. Die Anböschung an auf diesen Grundstücken ist zudem deutlich höher (2-3 m) als bei umliegenden Gärten.
Ich habe die kmz einmal erweitert.

Gruß
Jan
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Beitrag von TimoL » 14.12.2011 13:17

Also von der Lage der einzelnen Bauwerke würde eine Wiedernutzbarmachung nach zivilschutztaktischen Gründen jedenfalls durchaus Sinn machen.

Habt Ihr zufällig Informationen welche Funktion(en) die Bauwerke im WK II hatten ?
"Die einen kennen mich, die anderen können mich!"
- Konrad Adenauer (1876-1967), erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland 1949-1963 -

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Beitrag von janne » 14.12.2011 14:24

Moin Timo,
zunächst tippte ich auf Munitionsdepots. Ich denke von der Bauweise des Eingangs und der Bauform könnte dies durchaus Sinn machen. Diese Annahme steht jedoch im Widerspruch zu der Tatsache, dass die umliegende Helmholz- Siedlung bereits in den 30ern gebaut wurde. Sie Siedlung wurde als Quartier für stationierte Soldaten auf der Insel gebaut. es ist also naheliegend, dass die Bunker dem Schutz der Soldaten dienten. Ein Munitionsbunker wäre gewiss nie in unmittelbarer Nähe zu den Unterkünften gebaut worden.
In den Plänen von Röben über den Festungsbau ist an dieser Stelle auch nichts markiert, was Hinweise liefern könnte. Den DAWA Sonderband Norderney habe ich gestern bestellt. Eventuell ist dort etwas nachzulesen.
Gruß
Jan

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 14.12.2011 14:46

Moin!

Dass es sich ursprünglich um Luftschutzbauten der umliegenden Siedlungen handelte, scheint mir mehr als wahrscheinlich, Munitionslagerung schließe ich aus.

Aber die Frage bleibt halt, ob es eine Wiedernutzbarmachung für den Zivilschutz nach dem Krieg gab.

Bemerkenswert ist, dass drei der vier (?) Bauten auf der DGK5 (Grundkarte) nur als angewallter "Hügel" dargestellt sind, während einer (der nordwestliche) als Bauwerk eingezeichnet ist.

Mike

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Beitrag von janne » 14.12.2011 15:03

Das ist mir auch ein Rätsel. Die Gebäudezeichnung hab ich allerding erst im Plan entdeckt, als ich bereits dort war :?
Wer also bei gelegenheit auf der Insel ist: Unbedingt ansehen!
Wenn ich mich recht entsinne gibt es ein bis zwei Forenmitglieder, die aus Norderney kommen ;)

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Beitrag von redsea » 14.12.2011 18:54

derlub hat geschrieben:An welche Begründung machst Du das fest, dass diese Drucktür aus dem 2. WK stammt? Welcher HB in Marl ist das?

Hallo Christoph,

na das war mir fast klar, dass diese Fragen von Dir kommen wenn es um Drucktüren geht. ;-)


Mir ist dieser Drucktürtyp das erste mal in einem Bunker eines Duisburger Stahlwerkes aufgefallen. Der Mitarbeiter des Unternehmens erklärte mir, das es sich dabei noch um die Originaltür des im Zweiten Weltkrieg errichteten Schutzbaus handelt. In Marl sah ich diesen Typ im Hochbunker an der Garmanstraße wieder. Der Bunker verfügt über zwei Eingänge mit Spiltterschutzvorbau, in denen sich diese Drucktüren befinden. Die Grundfarbe der Türen ist übrigens grün, wobei dies auch eine Rostschutzgrundierung sein könnte.

Viele Grüße

Kai

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Beitrag von derlub » 14.12.2011 19:55

redsea hat geschrieben:
MikeG hat geschrieben:Die gezeigten Türen würde ich eigentlich eher im 2. Weltkrieg ansiedeln.

Hallo zusammen,

so ist es.
Hallo.

Bei der am Anfang dieses Threads gezeigten verrosteten Drucktür auf Norderney und der von Kai gezeigten baugleichen Drucktür im HB Garmanstr. in Marl handelt es sich eindeutig um ein "Nachkriegsmodell", auch wenn ein Mitarbeiter zu einer anderen Tür in Duisburg etwas anderes angibt. Der HB in Marl wurde ja auch als öffentlicher Schutzraum im Kalten Krieg wiederhergerichtet. Dabei hat er offensichtlich wie üblich statt alten Gas- und Splitterschutztüren neue Drucktüren erhalten. Daher ist er auch in unserer ZSA-Datenbank enthalten.

Ansich ist dieses spezielle Modell, aber auch der Bautyp im Allgemeinen (Wölbung in den Schutzraum hinein) nichts ungewöhnliches (nähere Infos zu Thema Wölbung hier). Von diesem speziellen hier gezeigten Modell aber auch von ähnlichen in den Schutzraum hinein gewölbten Drucktüren habe ich bereits unzählige gesehen, die alle in der Zeit des Kalten Krieges eingebaut wurden.
Anbei zwei Beispiele die genau baugleich mit den hier gezeigten sind. Die Drucktüren befinden sich jeweils in Schutzbauten, die in Kombination mit Schulgebäuden Mitte der 1960er Jahre errichtet wurden.

Ich persönlich kenne auch gar keine Drucktüren aus dem 2. Weltkrieg, die gewölbt sind (egal ob nun nach innen oder außen). Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Ergo, der hier behandelte Schutzbau auf Norderney hat nach dem 2. Weltkrieg eine neuartige Schutzraumtür erhalten. Er wurde also teilweise oder vollständig wiederhergerichtet. Bleibt die Frage offen, für welchen Nutzer? Privat, behördlich oder öffentlich. Bei Letzterem wäre es ein Kandidat für unsere ZSA-Datenbank.

Grüße,
Christoph
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