Bunkerlinie Wetterau-Kinzig-Main-Tauber

Westwall, Atlantikwall, Neckar-Enz-Stellung, Ligne Maginot und andere Befestigungslinien und -anlagen
Gast

Bunkerlinie Wetterau-Kinzig-Main-Tauber

Beitrag von Gast » 10.09.2005 19:33

Fundstück zum Tag des Offenen Denkmals:
Hasselroth
Bunkerlinie Wetterau-Kinzig-Main-Tauber
Adresse: , 63594 Hasselroth Niedermittlau

Beschreibung: 1936 erbaut
Öffnungszeiten am 11.9.:
Führungen: Führungen nach Bedarf

Aktionen: Ausstellung zum Abschnitt Lieblos - Meerholz - Niedermittlau in der Laurentiuskirche 11.30 - 17 Uhr

Ansprechpartner: Info
Tel.: 06055/2900
Da ich mich leider nicht zweiteilen kann (bin hier in Ffm unterwegs; Bunker unter der Villa Mumm & Hochbunker Friedberger Anlage) und dennoch sehr überrascht bin: Weiß jemand von euch etwas darüber? Vielleicht auch Infos, denen man auf einer Radtour mal nachgehen könnte?! Ich bin ja von den Socken, daß da jemand 1936 eine Bunkerlinie errichten wollte oder gar hat... :o

Edith hat nach einigem spielen mit Google ein wenig der Überraschung gemildert, es handelt sich um Teile der Main-Tauber-Stellung, der nördlichen Schwesterlinie der Neckar-Enz-Stellung. Aber nach wie vor war mir neu, daß die eben in der Wetterau auch losgeht.

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Leif
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Beitrag von Leif » 11.09.2005 21:21

Hallo.
Ich habe das Buch im GBV-Katalog (www-gbv.de) gefunden:

Titel: Little Siegfried line : die Geschichte der Wetterau-Main-Tauber-Stellung / Matthias Schneider
Verfasser: Schneider, Matthias
Erschienen: Regensburg : Roderer, 1997
Umfang: 259, IV S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 21 cm
Schriftenreihe: Theorie und Forschung ; 499
Theorie und Forschung ; Bd. 499 : Geschichte ; Bd. 7
Anmerkung: Literaturverz. S. 250 - 259
ISBN: 3-89073-169-4 (kart.) : DM 54.00

Per Fernleihe aus: Hamburg, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg <705>


Viele Grüße,
Leif

Gast

Beitrag von Gast » 13.09.2005 12:55

Naja, so richtig Wetterau ist das nicht mehr, da hast du schon Recht.
Schau dir mal die Seite www.wmts-Gelnhausen.de [inzwischen eingestellt, seite nicht mehr erreichbar; Leif 15/05/2007] an,
Die Jungs haben da was ganz ordentliches zur Stellung gezimmert und viel auch bildlich dokumentiert.

Viele Grüße

Rudi

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Beitrag von darkmind76 » 12.05.2007 16:49

Nicht all zu weit entfernt von mir (5 km Luftlinie) befindet sich auch ein noch relativ gut erhaltener Bunker der Wetterau-Main-Tauber-Stellung (WMTS).
Es handelt sich evtl. um den Bunker 315, wobei ich mir etwas schwer tue mit der Zuordnung.

Gebaut wurde diese Bunkerlinie in den 1930er Jahren und eine kleine "Anhäufung" haben wir hier bei Elsenfeld/Kleinwallstadt, da man hier einen feindlichen Vorstoß erwartete. Eigentlich haben die Amerikaner versucht, alle zu sprengen, doch eher mit wenig Erfolg und so stehen heute noch teilweise versteckt Reste der Bunker in Wald und Wiese, andere sind als Vogelquartiere umfunktioniert. Den ich heute besuchte verwunderte mich etwas, da er irgendwie noch gut erhalten scheint, bis auf die gesprengte Deckenplatte.

Doch bereits zu Beginn des 2. Weltkriegs waren die Bunker überholt und nutzlos, laut Aussagen wurde hier wohl kein einziger Schuß mehr daraus abgegeben. Es waren hier bei uns vor allem MG-Schartenstände für 5 Mann (Regelbau 1) oder 13 Mann (Regelbau 2). Ab 1944 wurden die Bauwerke meist der Zivilbevölkerung als Luftschutz zur Verfügung gestellt. Die Inhalte der Bunker waren bereits an der Atlantikwall verfrachtet worden oder wurden von der Bevölkerung stiebitzt, so wohl auch ein Teil der Kabel, mit denen die Bunker untereinander verbunden waren.

Die Bunker wurden unter relativ strenger Geheimhaltung hier von ortsansässigen Baufirmen erstellt. Die befestigte Bunkerlinie ging nur bis Klingenberg, von dort an war sie als Mobilmachungsstelle geplant. Die Wahl auf diese Linie (Wetterau-Main-Tauber) fiel, weil es Deutschland lt. dem Versailler Vertrag untersgat war, Bunkeranlagen 50 km östlich des Rheins zu unterhalten oder zu errichten.

Diese Angaben habe ich alle aus einem sehr interessanten Artikel des Heimatmagazins "Spessart" vom April 2002 (hatte ich mal als Abo und hab es bald wieder)

So, und nun noch ein paar Bilder vom Bunker bei Erlenbach:
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Beitrag von darkmind76 » 12.05.2007 16:55

Noch ein paar...es ist nicht die allerhöchste Qualität, teilweise hat meine günstige Kamera mal geblitzt, mal nicht, daher ein paar Farbunterschiede...
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Beitrag von Handlampe » 15.05.2007 19:20

Es handelt sich evtl. um den Bunker 315...
Im Bereich südlich Elsenfeld liegen die Bunker Nummer 309 bis 315 sowie 321 und 322 westlich der Straße Elsenfeld - Erlenbach und der Bahnlinie.
Da der fotografierte Bunker östlich der Straße zu finden ist, handelt es sich wahrscheinlich um die Nummer 316 (MG Schartenstand mit Wirkrichtung W). Noch ein paar Meter weiter östlich liegt Nummer 317.
Die Nummer 315 ist ungefähr 600 m WSW zu finden. Nummer 317 und 315 waren ebenfalls MG-Schartenstände mit Wirkrichtung SSW.

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Beitrag von Handlampe » 15.05.2007 19:24

Die Bunker:
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Beitrag von darkmind76 » 15.05.2007 20:54

Auch hier vielen Dank! War ich also am 316er....ich hab ja das sehr interessante Spessart-Magazin da, wo einige verzeichnet sind, nur mit der richtigen Zuordnung haperte es ein wenig...kann ich nun also weiterschauen...

Manchmal wundere ich mich aber schon, wer alles schon hier war...also so in meiner Gegend...mit solchen Kenntnissen, die meine bei weitem übersteigen :?

Noch 2 Fragen: Auf der Karte sind auch noch 318 und 319 aufgeführt. Sind die noch existent?! Außerdem ist oben auf der Kuppe noch etwas eingezeichnet mit der Nummer 323?! Allerdings war das wohl kein Bunker....leider hört die Liste aus dem Magazin bei 319 auf...

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Beitrag von Handlampe » 15.05.2007 21:13

Manchmal wundere ich mich aber schon, wer alles schon hier war...also so in meiner Gegend...mit solchen Kenntnissen, die meine bei weitem übersteigen
deine Gegend war auch mal meine Gegend... ;)

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Beitrag von Handlampe » 15.05.2007 21:19

Auf der Karte sind auch noch 318 und 319 aufgeführt. Sind die noch existent?!

:?: Von der Straße aus waren sie nicht zu entdecken. Müssten im Wald nördlich der heutigen Bebauung liegen.

Außerdem ist oben auf der Kuppe noch etwas eingezeichnet mit der Nummer 323?! Allerdings war das wohl kein Bunker....
323 war ein Hochstand für Artilleriebeobachter.

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