NATO ACE-High Richtfunkstationen

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
Finn
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Over-The-Horizon-Backscatter Radar

Beitrag von Finn » 27.03.2005 23:16

Danke für die vielen Informationen!

Kurzer "Themenwechsel".
Habe eine interessante Seite über AN/FPS-118 Over-The-Horizon-Backscatter (OTH-B) Radar gefunden:

http://eyeball.sabotage.org/othb-eyeball.htm

Eine wahnsinnig großes Objekt!

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EricZ
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Lammersdorf ACE HIGH Station

Beitrag von EricZ » 04.04.2005 10:51

Moin,

es gibt ja wenn man richtig sucht ein schönes Luftbild vom Lammerdorf (und auch von anderen Einrichtungen).

Bitte mal hier ansehen: http://usarmygermany.com/Units/Signal/A ... GH%204.htm

Grüße, Eric
And I'm hovering like a fly, waiting for the windshield on the freeway...

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Beitrag von Bert » 09.04.2016 21:14

Weiß nicht, ob wir das schon hatten (und habe auch kein besseres Thema gefunden als diesen alten Thread aus dem Jahr 2005)

Bericht der Funkaufklärung des MfS über eine "maritime politisch-operative Aktion" in der Nordsee
Mit Angaben zum Einstieg in die ACE HIGH-Linie Aurich - Torphøj

http://www.stasi-mediathek.de/medien/be ... /blatt/68/
Military Airfield Directory http://www.mil-airfields.de/

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Re: NATO ACE-High Richtfunkstationen

Beitrag von gerri » 13.08.2020 20:14

Lammersdorf war eine reine Relaisstelle und zwar zwischen Feldberg (Schwarzwald) und Aurich-Tannhausen.
Zwei ehemalige Kameraden von mir waren in Feldberg und Lammersdorf Stationsleiter.
Übrigens:In Lammersdorf waren auch Briten stationiert und nicht in Roetgen.
Unweit von Lammersdorf befindet sich auch die WV-Stelle Kleinhau, die ich auch zu damaliger Zeit betreute
(Stationsleiter, MuP207, ZgFhr).

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Frank K.
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Re: NATO ACE-High Richtfunkstationen

Beitrag von Frank K. » 14.08.2020 17:54

Wie ist das zu verstehen ?

Auf der unten genannten Webseite steht das dass Projekt Lammersdorf / Kindsbach «·» IDGZ Dosso dei Galli via AFEZ Feldberg nicht realisiert wurde.

http://www.ace-high-journal.eu/feldberg-.html

Auch auf der Wikiseite zu ACE High ist die Verbindung AFEZ «·» IDGZ nur singulär enthalten - also nirgendwo angebunden.

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Re: NATO ACE-High Richtfunkstationen

Beitrag von gerri » 14.08.2020 21:07

Weil ich lediglich durch Gespräche/Besuchen bei/mit meinen Kameraden und entsprechender Literatur meine Kenntnis habe, stellt sich das für mich wie folgt dar, was z.T. bereits hier angesprochen wurde:
Es gab zum einen das "TropoScatter-" und das "Line of Sight"-System, wobei das letztgenannte dem herkömmlichen Richtfunk entspricht. Eine solche Strecke bestand z.B. zwischen Uedem und Mönchengladbach-Hehn.
Der AT in Uedem steht noch, die Antennen sind noch dran. Die Station, sofern die "Innereien" noch vorhanden sein sollten, ist unbemannt.

Bei meinem letzten Besuch 1992 in Lammersdorf bestätigte mir mein Bekannter, dass alle Verbindungen, also nach Feldberg und Tannhausen, bereits abgeschaltet wurden, die Geräte einschliesslich der Antennen aber noch voll betriebsfähig seien.

Ich vermute, lediglich vermute, dass das damalige LOS in Cip67 integriert wurde. Übergabepunkte in das ESNLw gab es so einige.

In dem angegebenen link steht ja auch explizit, dass das in Planung war, aber CIP 67, nach meinem Empfinden, reine Richtfunkstrecken. Mir ist auch nicht bekannt, dass in Lammersdorf oder Feldberg entsprechendes Gerät eingerüstet war, das z.B. nach Kindsbach erforderlich gewesen wäre, über scatter schon gar nicht.

Ich hoffe, dir ein wenig geholfen zu haben, ansonsten melden.

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Re: NATO ACE-High Richtfunkstationen

Beitrag von Frank K. » 15.08.2020 12:05

Natürlich hast du mir geholfen, danke. Es ist schwer zum Thema mit einem Zeitzeugen zu sprechen.

Wir haben die ACE-High Verbindungen in eine online Karte aufgenommen und möchten das möglichst widerspruchsfrei gestalten. Und da ist die Verbindung AFEZ «·» IDGZ aufgrund der aktuellen Faktenlage solo.

Auf dem Bild von Kindsbach im obigen Link sind die erkennbaren Antennen mE Typ LoS. Die Luftlinie Feldberg «·» Kindsbach beträgt ~170 km. Zum Donnersberg ist es noch weiter. Das ist mir schlicht zuviel für eine Richtfunkdirektverbindung. Ist es denkbar das es da noch eine Zwischenstation gab ?

mfg Frank

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Re: NATO ACE-High Richtfunkstationen

Beitrag von zulufox » 15.08.2020 13:36

Hallo,

einige Anmerkungen zu vorherigen Aussagen:

1. Die Troposcatter-Verbindung Feldberg - Dosso dei Galli war lange Jahre in Betrieb, denn sie war die einzig sichere Fernmeldeverbindung zwischen AFCENT/AFNORTH und AFSOUTH. Da die Franzosen ja unter Charles de Gaulle ja aus der militärischen Zusammenarbeit der NATO ausgestiegen waren, konnten über französisches Gebiet auch keine Fernmeldeverbindungen mehr laufen. Und die zwischen Nord- und Südeuropa liegenden neutralen Staaten Schweiz und Österreich durften auch nicht "genutzt" werden.

2. Das CIP-67 (Communication Improvement Program 67) war Verbesserungs- und Ausbauprogramm der NATO-Fernmeldeverbindungen. Darüber gibt es einige Aktenbestände: https://www.deutsche-digitale-bibliothe ... NIZQS4FAWV

3. Troposcatter-Geräte/Verbindungen gab es nicht nur bei der NATO, sondern u.a. auch in den deutschen Flugkörpergeschwadern. Die eingesetzten AN/TRC-80 dienten als eine der zu nutzenden Fernmeldewege zur Übermittlung der Einsatzbefehle.
1985 Troposcatter FKG 2.jpg
Der Antennenspiegel ist noch nicht aufgeblasen.

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Re: NATO ACE-High Richtfunkstationen

Beitrag von gerri » 15.08.2020 17:01

Danke für die weiterführenden Informationen.
ACE High war für mich eigentlich nur nice to know, weil Kameraden von mir Stationsleiter oder auch Unterstützer in LATINA waren. Bei gelegentlichen Besuchen oder auf Lehrgängen, wo man sich zufällig traf, hat man sich natürlich auch ausgetauscht, daher mein Halbwissen.

Ich bin im weitesten Sinne "Richtfunker", eigentlich von der Ausbildung her Techniker in der Übertragungstechnik und habe seit 1959 das "RifuNLw", "ESNLw" und "AutoFüFmNLw" bis 1977 in allen Verwendungen durchlebt, bevor ich eine andere Tätigkeit aufnahm, die aber immer etwas mit der "Fernmelderei" zu tun hatte.

Zu den aufgeführten Punkten:
Zu 1: Da ist alles gesagt
Zu 2: Zum Teil bekannt, habe mit den CIP-Leuten in der Praxis zu tun gehabt, sei es durch Schaltmassnahmen an ÜP oder der Störungsbearbeitung. Das war zumeist kein einfaches Unterfangen, die Kameraden hatten ein etwas anderes Zeitgefühl.
zu 3: Ups, das war mir neu. Bei den damaligen NIKE-Geschwadern wäre es mir aufgefallen, habe dort die FM12/800, EVZ4 und V16 gewartet.
Die HAWK-Geschwader hatten immer einen Anschaltpunkt/Einstieg zu unserem Netz.
Wie es heute, oder in den 80zigern oder danach aussah, da kann ich nicht mitreden.
Übrigens: Nicht, dass wir aneinander vorbeireden: Die Befehlskette, lapidar ausgedrückt zur Zielbekämpfung, ging vom CRC zum BOC, von dort zur entsprechenden Batterie. Als Fernmeldemittel standen Post-Mietleitungen zur Verfügung, als Alternative (Ausfall) o.a. Netz. Zwischen dem CRC und dem BOC standen jeweils vier Leitungen /Kanäle bereit. Diese hatten einen bestimmten Nutzer/Bezeichnung, die sind mir leider entfallen. Vielleicht fällt es mir irgendwann mal wieder ein.
Tja, Erinnerungen.....

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Re: NATO ACE-High Richtfunkstationen

Beitrag von zulufox » 15.08.2020 17:20

Hallo Gerri,

auch die Flugkörpergeschwader hatten ihre 12-Kanal-Endstellen für den mobilen Geschwadergefechtsstand und den mobilen Ausweich-Gefechtsstand und natürlich für die Friedensunterkunft. Eine der Stellen, bei denen das FKG 2 aufgeschaltet wurde, war Kleinhau.

MfG
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