Das Luftwaffen-Richtfunknetz im süddeutschen Raum

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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Simon
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Salzkopf

Beitrag von Simon » 25.04.2017 18:53

Simon hat geschrieben:Guten Morgen zusammen,

ist der ex-Standort Salzkopf gleich dem Standort Lauschhütte? Wenn nicht habt ihr damit die Stelle zwischen Stromberg und Bingen ;) Weitere RiFu Stellen um meinen Heimatort sind mir nämlich keine bekannt. Und in Stromberg selbst ist auch nix...

Auf dem Salzkopf lag übrigens auch BOS-Funk. Sollte m.W. auch immer noch der Fall sein.

Viele Grüße
Simon
Hallo zusammen,

ich hoffe, es ist nicht schlimm, dass ich dieses alte Thema einmal mehr wiederbelebe.
Ich war heute Mittag auf dem Salzkopf an der ehemaligen RiFu-Station, und es sieht alles noch so aus wie ehedem. Von wegen Rückbau :lol: Weiß jemand, ob das Gelände nach wie vor in Bundeswehrbesitz - respektive BIMA Besitz - ist? Der Grünstreifen der um den Zaun verläuft ist jedenfalls ordentlich gemäht. Und Löcher im Zaun sind semi-professionell geflickt. Allerdings weisen keinen Schilder auf die Anlage hin. Auch am Zaun und dem Tor sind keinerlei Schilder zu finden.

Ich habe ein paar Fotos gemacht, die ich gleich noch anfüge. Die Bilder sind durch bzw. über den Zaun fotografiert. Hat jemand eine Idee oder ahnung, um was es sich bei dem Betoneinstieg und dem Gussstahldeckel von PASSAVANT handelt? Hatte die Liegenschaft einen eigenen Brunnen?

Bezüglich der Anbindung gen Süden in Binger Richtung würde ich sagen, dass diese zum ehemaligen (mittlerweile rückgebauten) Depot auf dem "Hörnchen" in Bingen-Dromersheim verlaufen sein könnte. https://www.geschichtsspuren.de/forum/e ... 86-10.html
Kann das sein? Fernmeldeeinheiten waren dort stationiert. Allerdings wohl nicht der Lufwaffe angehörig.

Viele Grüße

Simon
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...und noch etwas in eigener Sache: www.mach-mit-thw.de

ZAP
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Beitrag von ZAP » 27.04.2017 15:11

Zum Thema Richtfunkstrecken des FmRgmt 12 habe ich noch einige Ergänzungen.
Anfang der 60er Jahre gab es eine Rifu-Trasse von Bann( bei Landstuhl) über Ruppelstein-Schanzerkopf-Atzelberg-
Hohe Wurzel-Kilianstätten bis Gießen. Sie wurde von der 2/FmRgmt12 betrieben. Ich selbst war auf der Relaisstelle
Schanzerkopf. Im Jahr 1965 wurde die Station Schanzerkopf abgebaut und auf dem Ellerspring neu errichtet.
Dort wurden zum erstenmal die Doppelwendelantennen gegen Parabolantennen ausgetauscht. Antennenträger
war der alte Antennenturm der Deutschen Bundespost ( ein weißroter Gittermast mit 3Plattformen). Der Flugplatz
Pferdsfeld war zu keiner Zeit angebunden. Lediglich der Flugfunk u. die Flugsicherungsgeräte wurden dort später
stationiert. Alles befand sich in einem Feldhaus unterhalb des Turmes.Das gesamte Personal der Rifu-Trasse
wurde 1966 von der neuen 7/FmRgmt12 in Büchel übernommen.
Desweiteren gab es schon 1962 eine Richtfunkstrecke von Birkenfeld-Kaserne zum im Bau befindlichen
Bunker Börfink und von dort. zum Erbeskopf. Die damaligen Rifu-Geräte waren nicht das Allerbeste.
Es waren 6Kanal Geräte PPM 6/400 (Pulsphasenmoduliert). Ich glaube, dass ich zu diesem Thema einen kleinen
Beitrag leisten konnte.

Mit freundlichen Grüßen

ZAP

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Cremer
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Beitrag von Cremer » 30.10.2017 18:34

Auf dem Antennenträger Salzkopf sind noch analoge BOS Funkanlagen, GW Netz Brandschutz Landkreis Simmern, Rifu strecken für die integrierte Leitstelle Bad Kreuznach und Rifu des Innenministerium für die mittlere und obere Führungsebene, welche ich in den 90ziger Jahren errichten lies. Ob dies noch in Betrieb ist, weiss ich nicht nach 3 Jahren im Ruhestand.
MfG Euer Fernmelder
Erich Fellgiebel 1935:Nachrichtentruppen sind kostbare, schwer zu ersetzende Mittel der Führung.

afu-dienst
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Re: Das Luftwaffen-Richtfunknetz im süddeutschen Raum

Beitrag von afu-dienst » 09.02.2020 15:45

Auch wenn ich von der Kurzwelle komme, kann ich beitragen, dass in Ebersteinburg (jetzt Stadtteil von BAD) von der 2./FmRgt12 eine WT-Anlage betrieben wurde. Von 66 bis 68 war ich dort als einer der vier Truppführer des Funkzuges der 6./12 stationiert. Wir betrieben die NCS der LWGrp Süd (dhj52) zu den Geschwadern (dhk80) und nach Decimomannu (ijv3) mit RTTY und CW; einmal wöchentlich Übungsbetrieb mit der 4.ATAF in CW, alles aus MAN-Funkwägen. Die Station lag auf dem Burgberg neben den Sportplatz; in Herbst und Winter viel Nebel, was zu einem bemerkenswerten Zwischenfall führte (zum Glück nicht in meiner Schicht): am Sitz der französischen Militärverwaltung in Baden-Baden bestand nach dem Gegenseitigkeitsprinzip die Sowj. Militärverbindungsmission. In der Dämmerung erkannte der UvD vor dem Tor nur ein dickes Fahrzeug mit Stander, öffnete und baute Männchen. Im Hof stiegen dann die Russen aus. Im Detail habe ich nicht erfahren, wie der OFw B... die wieder aus dem Gelände brachte. Als der Kamerad O. sich nach Italien versetzten ließ, wollte er immer sonntags die Lottozahlen erfahren. Mit zui zzo zzl (O für den Namen, L für Lotto, zui nach der ACP131: Achtung) haben wir 5 kHz tiefer die Zahlen im Klartext übermittelt. Blaue Briefe kamen von der Funküberwachung.
Aus einer Bad. Zeitung habe ich einen Artikel von Sarah Kern: "Agentenkrimi im Schwarzwaldhaus" (mit Foto). Bei Interesse melden.

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