Führungsfernmeldebrigade 900

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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Rick (†)

Beitrag von Rick (†) » 25.08.2004 21:49

1987 war die FmKp 901 jedenfalls noch keine Geräteeinheit. Die offizielle Abkürzung ist übrigens GerEinh. GE wurde wohl häufig als Abkürzung der Abkürzung verwendet, ist aber falsch. Wenn HW für 1989 GE angibt, muss sich das schon auf Germany beziehen. Es könnte - rein theoretisch - sein, dass die Kompanie einen anderen Auftrag, beispielsweise im Rahmen einer der damals so beliebten integrierten (multinationalen) Divisionen oder des Allied Rapid Reaction Corps (ARRC) bekommen hat.

HW
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Beitrag von HW » 25.08.2004 23:13

Also die Broschüre ist ja vom Juni 1989, Herausgeber: Standortältester Kastellaun.
Bei der Einheiten-Aufzählung steht es so: Fernmeldekompanie 901 (GE)
Text-Anfang: Die Fernmeldekompanie 901 (Geräteeinheit) wurde am 01.04.1980 in Kastellaun aufgestellt und unterstand bis zum 01.10.1982 dem Fernmelderegiment 90. Ab 01.10.1982 unterseht sie dem FmKdo 900. Sie hat den Auftrag bei Ausfällen oder lagebedingten Veränderungen und Erweiterungen in Netzen der obersten Bundeswehrführung Schalt- und Vermittlungsstellen einzurichten und zu betreiben. Um diesen Auftrag erfüllen zu können sind sämtliche Fernmeldegeräte der Kompanie auf Fahrzeugen installiert, die Kompanie ist somit voll beweglich.
Die Kompanie ist eine Geräteeinheit, d. h. ihr Personal besteht zu 100 % aus Mob-Reservisten, die in einem Verteidigungsfall einberufen werden. Diese werden regelmäßig zur Auffrischung ihrer Kenntnisse zu Mobilmachungsübungen einberufen.
Im Frieden sind 2 Soldaten und 2 Zivilbedienstete für die Instandhaltung der Geräte und Fahrzeuge verantwortlich.
Text Ende.

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Beitrag von vladdes » 25.08.2004 23:27

Zum Schanzerkopf bei Argenthal, der gehört zum Heer und soll angeblich nach Kastellaun gehen. Man wollte diese Verbindung auch vom Salzkopf aus durchführen, dieses war aber auf Grund geographischer Gegebenheiten nicht möglich.
Der ist auf jeden Fall noch aktiv, und irgendwie sieht der sehr seltsam aus.

HW
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Beitrag von HW » 25.08.2004 23:32

Jetzt haste eigentlich den falschen Thread erwischt, passt aber auch hierzu
War schon lange (mehrere Jahre) nicht mehr dort.
Damals sah er noch ganz normal aus, ich glaube sogar nur eine Parabolantenne, die Richtung Norden ging.

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Beitrag von vladdes » 25.08.2004 23:42

Dann hat sich doch einiges verändert! Zumindest sieht es von weitem so aus als wäre mehr als eine Antenne darauf. Nebenan steht noch ein kleinerer Mast. Ich denke mal Mobilfunk. Da bin ich schon öfter vorbeigefahren aber die Parabolspiegel konnte ich auf die Entfernung nicht sehen.

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Beitrag von vladdes » 28.08.2004 20:18

Heute wurde der 40. Geburtstag der Hunsrück-Kaserne gefeiert. Unter anderem war eine Ausstellung zur Geschichte der Fernmelder zu sehen, incl. Schaubild der GSVBw Stand 1992. Dort war auch Kastellaun genannt, neben den schon im Forum aufgezählten in Gießen usw.
Zuletzt geändert von vladdes am 28.08.2004 20:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von vladdes » 28.08.2004 20:29

In der Festschrift steht noch eine weitere interessante Angabe.
Am 01.09.1997 wurde die 3. Kompanie des Fernmelderegiment 920 ausser Dienst gestellt.
Die Entscheidung, dass die 3. Kompanie betroffen ist, resultiert aus der Aufgabe des "Regierungsbunkers" MARIENTHAL.

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Beitrag von HW » 12.09.2004 20:18

Weiter geht es mit der Führungsunterstützungsbrigade (FüUstgBrig)900. Wir kommen jetzt in die 90er Jahre. In diesem Beitrag sind auch Auszüge aus Truppenpraxis/Wehrausbildung 4/1995.

Die Führungsunterstützungsbrigade 900 ist zum 01.04.1994 in Rheinbach aufgestellt worden. In die FüUstgBrig 900 ist das Fernmeldekommando 900 (uns schon bekannt aus den vorhergehenden Aufstellungen) und das Fernmeldekommando 3 (früher für den Fm- und Eloka-Betrieb im III. Korps Koblenz) eingeflossen. Die FüUstgBrig umfasst jetzt ca. 5.000 Soldaten.

Die neue FüUstgBrig 900 ist zuständig für:
- das Amt für Fernmelde- und Informationssysteme der Bundeswehr (AFmISBw) in Rheinbach
- das Heeresführungskommando (HFüKdo) in Koblenz
- die LANDCENT Signal Group in Heidelberg

Das AFmISBw nimmt quasi jetzt die Aufgaben wahr, die früher das FmKdo 900 wahrgenommen hat, nämlich die nationale Führungsfähigkeit der obersten Bundeswehrführung mit elektronischen Führungsmitteln. Die FüUstgBrg 900 ist dem AFmISBw hinsichtlich der Fm-Kräfte der obersten Bw-Führung für den Einsatz und im besonderen Aufgabenbereich unterstellt.

Das HFüKdo führt die nationalen Korps, die deutschen Anteile multinationaler Korps, das Kdo Luftbewegliche Kräfte/4. Div., die Truppen der obersten Bw-Führung und die Heeresführungstruppen.

Die LANDCENT Signal Group hat den Auftrag die Fm-Verbindungen herzustellen, zu halten und die Fm und Infosysteme zu betreiben.
Ihr sind unterstellt:
- Peace Headquarter Communications Company
- FmRgt 280 und 990 (Bw)
- Signal Squadron (UK)
- 1 Signal Squadron (NL)
- 414 Signal Company (US)
- HF Radio Company

Aufgaben der FüUstgBrig 900 im einzelnen:
A für die oberste Bw-Führung:
- nationale Führungsfähigkeit sicherzustellen
- nationale Führungsfähigkeit der Teilstreitkräfte sicherzustellen
- das Fm-System der Bw mit den Fm-Netzen der Verbündeten, der NATO und der DBP Telekom zu verketten und ggf. zu verstärken
- Betreiben von Fm-Zentralen und ausgewählten Standortfernmeldeanlagen in Sonderfällen
- Betreiben der Fm-Zentralen in den Kriegshauptquartieren des BMVg, Arbeitsstab BMVg im Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes sowie weitere HQ für Fü S, Fü L, Fü M/InSan, HQ NSA
- Die Führung von Kräften bei der Erfüllung sonstiger Aufgaben der Bw in Ausnahmesituationen im Inland und im Ausland ist ebenfalls sicherzustellen

B für das HFüKdo:
- Einrichten und Betreiben von Gefechtsständen am Friedenstandort oder am Einsatzort HQ Heer sowie der Führungsmittel zur Informationsübermittlung und -verarbeitung

HW
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Beitrag von HW » 12.09.2004 21:02

Kräfte der Führungsunterstützungsbrigade 900

A für die oberste Bw-Führung:

- FmRgt 920 mit ca. 900 Soldaten in Kastellaun. Auftrag: Fernmeldezentralen für die HQ des BMVg einzurichten und zu betreiben, ein- und mehrkanalige Satellitenverbindungen, sowie Schreibfunkverbindungen im In- und Ausland herszustellen und zu betreiben.

- FmRgt 930 mit ca. 700 Soldaten in Gerolstein (3 Kp) und Mayen (2 Kp). Auftrag: feldmäßige 120-Kanal-Richtfunkverbindungen herzustellen und zu unterhalten.

B für das HFüKdo:

- Stabs- und FmRgt 310 mit ca. 1100 Soldaten in Koblenz. Auftrag: Für alle Einsätze im Frieden, in der Krise und Krieg die notwendigen Führungsmittel zur verfügung zu stellen.

- FmBtl 950 mit ca. 700 Soldaten in Andernach und Mayen. Das Btl ist der Kern der Fernmeldetruppe Operative Information (FmTrOpInfo), eine eigenständige Truppengattung. Auftrag: Einwirken mit Information und Argumenten auf fremde oder gegnerische Streitkräfte, so dass diese über die tatsächliche Lage sowie über die eigene Absicht und Massnahmen unterrichtet sind.

- Topographibatterie 900 mit ca. 100 Soldaten in Koblenz. Auftrag: Herstellen von Führungsunterlagen, dazu sind topographische und landeskundliche Informationen zu erfassen und aufzubereiten.

- Frontnachrichtenlehrkompanie 300 mit ca. 120 Soldaten in Diez an der Lahn. Sie besteht aus 1 aktiven Kp, 2 gekaderten Kp und mehreren selbständigen Zügen im Heer und einem FN-Zentrum der Luftwaffe. Auftrag: Informationen über den Gegner zu gewinnen z. B. durch Befragungen.

- Heeresmusikkorps 300 mit ca. 70 Soldaten in Koblenz.

C für die NATO:

- FmRgt 990 LANDCENT mit ca. 1000 Soldaten z. Z. noch als FmBtl 890 in Philippsburg stationiert. Es wird als FmRgt 990 in Essen aufgestellt.

Das war 1994/1995. Jetzt sind ja seit einigen Jahren schon wieder Änderungen und Umgliederungen durchgeführt worden.

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Beitrag von vladdes » 19.09.2004 19:05

Vielen Dank nochmal HW für die vielen Infos.
Gruss Tobias

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