Denkmalgeschütztes Gebäude Herrenstraße 8, Hannover

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Haeuser
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Denkmalgeschütztes Gebäude Herrenstraße 8, Hannover

Beitrag von Haeuser » 11.11.2016 18:35

Hallo zusammen,

ich hoffe ich schreibe mein Anliegen nicht in die völlig falsche Gruppe, ansonsten bitte ich um Verzeihung ich bin neu hier und erst seit einigen Stunden dabei.

Ich komm am Besten auch mal gleich zu meiner frage und zwar geht es um ein Gebäude in der Herrenstraße 8, in Hannover Mitte. Ich selber bin Architekturstudent und nehme gerade betroffenes Gebäude auf dem Papier auseinander. Es kursieren i.wie Gerüchte, dass es der Telekom gehört und deshalb ist es sehr schwer (eher unmöglich) für mich an die Hausakte zu kommen. Meinem Professor liegt sehr viel daran herauszufinden , mit welcher Nutzung die Räume zwischen dem Krieg und jetzt gefüllt waren. i.wie habe ich auch mal etwas von einem Papierlager gehört.

Auf den Bildern sieht man einmal die Denkmalgeschützte Fassade. Im >Schnitt sieht man erst das gesamte Ausmaß der baulichen Umstrukturierung. Im Hinterhof ist damals eine Bombe eingeschlagen und deshalb blieb nur der Vordere Hausteil stehen mit ein paar Räumen und dem Treppenhaus. Irgendwann kam dann jemand, wer auch immer und hat diesen etwas klobig anmutenden Anbau rangesetzt, der wie sogleich auffällt, ein Geschoss weniger hat.

Im Schnitt sind Raumstempel abgesetzt die darauf verweisen, dass im EG eine Netzersatzanlage der OVST1 untergebracht ist. die drei Stockwerke darüber sind Ersatzflächen der OVST1.

Vielleicht kann mir ja schon jemand mit der OVST1 weiterhelfen, habe das mal gegoogelt, aber bin letztendlich nicht soo richtig viel schlauer als vorher.

OK, ich glaube erstmal genug der Worte. Ich bitte darum, sollte jemand i.was ganz vielleicht über dieses Haus wissen oder, weis warum und wieso alles so gemacht wurde wie es nunmal ist, sich auf die Nachricht zu melden. Ich wäre Ihm/Ihr sehr dankbar, da die Ämter in Hannover, Studenten sehr abgeneigt gegenüber sind und man ohne Vollmacht des Eigentümers sowieso eher wenig anstellen bzw. rausfinden kann.


Liebe Grüße und vielen vielen Dank

Jona
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EPmuc
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Beitrag von EPmuc » 11.11.2016 20:16

Also zumindest OVSt ist leicht:
"Ortsvermittlungsstelle"
https://de.wikipedia.org/wiki/Vermittlungsstelle

(War nicht gerade schwer zu finden :-) )
Gruß, Eugen
Heute ist das Morgen vor dem Du dich gestern gefürchtet hast.

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dolphiner
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Beitrag von dolphiner » 11.11.2016 21:46

Wenn ich mit Google Streetview um den Block fahre,
fällt mir in der Einfahrt des Gebäudes nebenan ein Telekom Fahrzeug auf.

Das Gebäude Hausnummer 6 sieht auch seehr nach Telekom aus.
Farbe der Fensterrahmen...
Erst macht es den Eindruck, die OVST befinde sich im ersten und zweiten Stockwerk.
Allerdings ist das die Fassade des Parkhauses.

Zwischen den beiden Straßen gibt es einen Durchgang.
Und das Parkhaus.

Ich glaube eine Ortsbegehung bzw. wenn das Parkhaus öffentlich ist, Befahrung ist keine schlechte Idee.

Die OVST muss in unmittelbarer Umgebung sein.
Meiner Meinung nach im "Telekom Gebäude" nebenan.
Die NEA hat man in der Gebäude hinter der denkmalgeschützten Fassade unter gebracht.
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dolphiner
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Beitrag von dolphiner » 11.11.2016 22:06

Die OVST befindet sich in der Herrenstraße 7.
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Shadow
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Re: Denkmalgeschütztes Gebäude Herrenstraße 8, Hannover

Beitrag von Shadow » 11.11.2016 22:48

Haeuser hat geschrieben:Es kursieren i.wie Gerüchte, dass es der Telekom gehört und deshalb ist es sehr schwer (eher unmöglich) für mich an die Hausakte zu kommen. Meinem Professor liegt sehr viel daran herauszufinden , mit welcher Nutzung die Räume zwischen dem Krieg und jetzt gefüllt waren. i.wie habe ich auch mal etwas von einem Papierlager gehört.
Haeuser hat geschrieben:Irgendwann kam dann jemand, wer auch immer und hat diesen etwas klobig anmutenden Anbau rangesetzt, der wie sogleich auffällt, ein Geschoss weniger hat.
Guten Abend,
"Mal gehört" von einem Papierlager...Passt aber möglicherweise nicht in Dein zeitliches Suchraster "nach dem Krieg" klick

Die "OVST" hat EPmuc schon aufgelöst, es ist die OVSt 511/1, die im Haus Herrenstrasse 7 sitzt. Ausweislich des Schildes an der Strasse ist das das Gebäude rechts daneben. Damit dürfte der jetzige Eigentümer bzw. mindestens Nutzer geklärt sein.

Da Dein Suchraster aber "zwischen Krieg und jetzt" lautet dürfte das damit noch nicht ganz erschöpft sein. Interessant ist wohl die Frage, aus welcher Zeit der Plan bzw. der Anbau stammt. Oder anders gesagt: wie sah der Komplex aus zwischen Bombeneinschlag und der Klötzchenbauwut des heutigen Nutzers aus. Dolphiner hat schon auf die Farbe der Fensterrahmen hingewiesen. Die könnten zwar im Rahmen einer Sanierung farblich der Corporate Identity angepasst worden sein. Allerdings findet sich diese wunderschöne Farbe auch in Form von Streifen in der Fassade wieder. Insgesamt ist das Ensemble in seinem heutigen Aussehen also keine 30 Jahre alt.
Das sich die Telekom als mutmasslicher Eigentümer verschlossen zeigt würde ich erwarten. Allerdings steht Dein Altfassadenteil in der Liste der Baudenkmale. Vielleicht ist ja das Niedersächsische Landesverwaltungsamt - Institut für Denkmalpflege etwas auskunftsfreudiger wenn man sie fragt, wann/mit welchen Auflagen/von wem dieses Hinterhaus an die Fassade angesetzt worden ist.

Thorsten.

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erlenmeier
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OVST, NEA

Beitrag von erlenmeier » 12.11.2016 10:02

Ich habe mit der angesprochenen Fernmeldetechnik, so hiess sie mal, vor einigen Jahren Geld verdient.
A bisserl weiss ich noch darüber.


1.) OVSt=Ortsvermittlungsstelle
Hier laufen alle Leitungen der sog. Teilnehmer (Wohnungen) im Umkreis zusammen. In Großstädten schon mal so um die 50.000 Anschlüsse.
Wenn also einer eine Verbindung zu einem anderen Tel.-teilnehmer wählt, wird dort die Verbindung hergestellt.
So, nun kommt das Aussergewöhnliche.
In einer OVSt konnten sog. Fangschaltungen gesteckt werden, d.h. man konnte so ermitteln woher Lösegeldforderer anriefen. Kennt fast jeder aus TV-Krimis.
Und.... in W(R)estberlin hatte z.B. der Staatsschutz Sonderrechte.
Im Krisenfall wären die Leitungen "wichtiger" Leute bevorzugt behandelt worden. Die "Masse" wäre dann zweitrangig drangewesen.
Auch Sonderleitungen zu Mithördiensten, nenne ich sie mal, waren von der OVSt aus möglich.
Z.Zt. des eisigen Krieges wurden diese Sonderdienste übrigens mit sog. Klinkensteckern gesteckt, wie beim Kopfhörer im Smartphone.

2.) NEA=Netzersatzanlage.
Lebenswichtig für Tel.-verbindungen bei Ausfall des öff. Stromnetzes.
Ein Raum mit ca. 60m2 Grundfläche vollgestellt mit großen Akkumulatoren. Dieses sollten im Notfall die gespeicherte Energie an das Tel.-netz abgeben. Notbetrieb von 1-2 Wochen wäre so möglich gewesen.
Dieselgeneratoren zur Notversorgung kenne ich nur aus großen, uralten Postverwaltungsgebäuden.

Noch fragen?
Vielleicht fällt mir dann noch eine Antwort ein.
Nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch Gegenwart und Zukunft bewältigen.

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MikeG
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Beitrag von MikeG » 12.11.2016 17:34

Moin!

Bei der Nutzung als OVSt musst Du bedenken, dass sich die Technik im Laufe der Jahrzehnte erheblich verändert und verkleinert hat. Während dort in der Nachkriegszeit und zum Teil vielleicht noch bis Ende der 1970er Jahre noch die große, schwere und recht stromhungrige, elektromechanische Technik mit Hebdrehwählern im Einsatz gewesen sein muss, kam dann irgendwann ISDN, Digiraltechnik und schließlich Glasfaser. Ich kenne riesige Vermittlungs- und auch Verstärkerstellen, bei denen heute nicht mal mehr ein ganzer Raum mit Technik belegt ist.

Vielleicht formulierst Du Deine Frage(n) ja noch einmal etwas präziser.

Gruß,
Mike

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erlenmeier
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OVST, NEA

Beitrag von erlenmeier » 12.11.2016 19:33

Moin Mike!

Da ist mir klar!

Ich wollte einfach mal andeuten, was bis in die 90er-Jahre in den Post/Telecom-Gebäuden so möglich und üblich war.

Heute haben es spez. Dienste in der BRD einfacher, wenn Sie aufzeichnen wollen. Online-Zugriff, was natürlich abgestritten werden muss.

Gruß von karl erlenmeier
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Beitrag von htim » 14.11.2016 08:38

Hallo Jona,

vielleicht kann Dir da der "Hannoversche Fernmeldeclub" ( http://www.fernmeldeclub.de/ ) weiterhelfen. Das Museum dieses Clubs war bis vor einigen Jahren in diesem Gebäude (Zugang über die Herschelstr.) untergebracht.
Gruß,
htim

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kuhlmac
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Beitrag von kuhlmac » 14.11.2016 13:03

Das mit dem Denkmalschutz-Landesamt kann ich nur unterstreichen. Ggf. kann dir dein Prof auch eine Bestätigung ausschreiben. Hat in meinem Studium bei der Politik und Verwaltung immer Wunder gewirkt. :) Dann kann man auch bei den städtischen Denkmalschützern anfragen. Hast du schon mal ans Stadtarchiv gedacht? Ggf. kann dir hier auch mit Ansichten und Hinweisen zum Haus auch aus dem direkten Nachkreigszeitraum geholfen werden.
Papierlager scheint zu stimmen; Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... over-Mitte - auch da wird auf die Landesdkm-schützer Bezug genommen.

Ansonsten empfehle ich mal folgende
Lektüre (pag. S. 78) [/url]
"Wir essen jetzt Opa!" Satzzeichen retten Leben!

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