Militärische Fernmeldeleitungen - "NATO-Kabel"

Militärische und militärisch (mit)genutzte Fernmeldeanlagen und -einrichtungen, Netze und Infrastruktur (ohne ELOKA)
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zulufox
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Beitrag von zulufox » 16.12.2014 18:12

Hallo,

um mal auf die Ursprungsfrage zurückzukommen:

Es gab und gibt Infrastruktur-Erdkabel, die im Rahmen von NATO-Bauprogrammen finanziert wurden und werden. Die Bezahlung erfolgte und erfolgt aus einen NATO-Infrastrukturfond.

Ein Beispiel kann ich nennen, das inzwischen durch Aufgabe des der entsprechenden Infrastruktur nicht mehr der Geheimhaltung unterliegt:

1. Der NATO-Flugplatz Pferdsfeld hatte Zeit seiner Nutzung eine Richtfunkendstelle 12-Kanal (Fm 12/800) auf dem zivilen Turm auf dem Ellerspring, dazu noch mehrere Flugfunk-Empfangsanlagen. Die Verbindung zwischen Flugplatz und Ellerspring war durch ein von der NATO finanziertes Erdkabel sichergestellt.


2. Derselbe Flugplatz hatte nach der zum Zeitpunkt seiner Errichtung gültigen NATO-Doktrin einen abgesetzten Kasernenbereich auf dem Dörndich nördlich von Sobernheim (heute Bad S.).
Die beiden Bereiche waren durch zwei auf unabhängigen Trassen verlaufende Erdkabel miteinander verbunden. Auch diese Kabel waren durch das NATO-Infrastrukturprogramm bezahlt worden.

@waYne: Wie definierst du denn den "Mitteldeutschen Raum"?

MfG
Zf :holy:
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kahagee
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Beitrag von kahagee » 16.12.2014 22:55

Außer durch die damalige Bundespost wurden (Erd)Kabel auch durch die DFKG (Deutsche FernKabel Gesellschaft) verlegt, montiert und instandgesetzt.
Gruß kahagee

waYne
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Beitrag von waYne » 17.12.2014 21:14

@Zulufox:

Den Bereich zwischen Mannheim und Kassel ;)

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Militärische Fernkabellinien

Beitrag von Fernmeldeamt » 18.12.2014 18:30

Hallo,

militäreigene Fernkabellinien hat es meines Wissens schon immer gegeben. In unserer Gegend habe ich bislang ein 16 paariges Fernkabel der Wehrmacht sowie etliche 14 paarige Fernkabel der Engländer welche kurz nach dem Krieg verlegt wurden gefunden. Die Engländer verlegten immer 2 Kabel auf einer Trasse (Vermutlich Trägerfrequenztechnik). Ich habe die englischen Kabel bislang in mehreren Orten hier im Umkreis immer außerhalb der Ortschaften gefunden. Manchmal mitten auf dem Acker, manchmal auch bei Baumaßnahmen am Straßenrand. Die Kabel liegen meist in einer Tiefe von 80 Cm und wurden laut Augenzeugen auf verschiedene Art und Weise verlegt.
Ein weiteres Kabel von dessen Existenz ich als Jugendlicher in den Achtziger Jahren bei einer Entspulungsaktion der DFKG erfahren habe ging direkt an unserem Haus vorbei. Die Leute der DFKG waren nicht sehr redselig, wodurch meine Neugier geweckt wurde. Das Kabel lag in einer Tiefe von Ca. einem Meter und wurde bei früheren Baumaßnahmen nie freigelegt.
Bei Gesprächen mit Angehörigen von irgendwelchen Straßenbaufirmen wurde dieses Kabel immer als Natokabel bezeichnet. Ein Angehöriger der Deutschen Bundespost Bezeichnete das Kabel ebenfalls als Natokabel, bestätigte mir aber auch die Einführung des Kabels in die Ovst des Nachbarortes wo sich wohl ein Verstärker befand. Angeblich wäre das Kabel Militärisch als auch zivil genutzt worden.
Einige Angehörige einer Tiefbaufirma erzählten mir von einer Baumaßnahme in Osnabrück wo ein Fernmeldekabel durch einen Bagger zerstört wurde. Das Kabel war auf den Kabelplänen
der Post nicht eingezeichnet. Schon nach kurzer Zeit Kamen Angehörige des Militärs hinzu und das Kabel wurde geflickt. Kosten sind der Baufirma dafür nicht entstanden, jedoch mussten die Beteiligten eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Der Vorfall liegt schon einige Jahre zurück, daher wohl die Redseligkeit der Beteiligten. Der genaue Standort des Vorfalls wurde mir jedoch nicht mitgeteilt. An die Nationalität der Militärangehörigen welch das Kabel geflickt haben, kann ich mich nicht mehr erinnern.
Von Vorfällen dieser Art wurde mir schon öfters berichtet.
Ich gehe davon aus das all diese Fernkabellinien heute nicht mehr in Betrieb sind und durch Glasfaserstrecken ersetzt wurden. Auch die Bundeswehr hat Ihre Standorte über eigene Glasfaserstrecken vernetzt und setzt nicht nur auf angemietete Leitungen. Die Information ist übrigens nicht geheim, sie läßt sich auf den Seiten des BWI nachlesen.

Mit besten Grüßen
Martin B

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Firefighter112
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Beitrag von Firefighter112 » 19.12.2014 09:35

Hallo zusammen,

ich hab auch ein Beispiel von "NATO-Kabel". In den 80er-Jahren wurde eine Glasfaserleitung vom NATO-WHQ in Ruppertsweiler über eine mir unbekannte Trasse zu einer abgesetzten Richtfunkstellung bei Leimen/Pfalz. Hier befand sich ein Spleiss mit einer Anbindung für die Richtfunkstellung sowie einem weiteren LWL zur US-Richtfunkstellung Langerkopf in direkter Nähe.

In der Richtfunkstellung Leimen wiederum wurden die Signale vom LWL auf Kupfer umgesetzt bzw. per Richtfunk an die zwei HF-Stellung weitergeleitet.

Zudem hatte die Richtfunkstellung noch diverse Zweidrahtleitungen direkt nach Ruppertsweiler sowie zum Langerkopf. Weder Kupferleitungen noch die Glasfaserleitungen sind auf aktuellen Plänen der DTAG ersichtlich.
Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
http://www.ig-area-one.de

CDS
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Beitrag von CDS » 27.01.2015 15:21

Hallo an alle,

ich bin Polier in einer Straßen und Tiefbaufirma im Raum Hanau/Hessen.
Ich hatte bis jetzt 3 mal mit sogenannten "Nato-Kabeln" zu tun.

Das erste mal sollte mitten in einem Wald ein Durchlass erneuert werden durch dem eine Bach gefloßen ist. Ein Teil des Auftrages bestand darin 10m vor und hinter dem Durchlass die Bach zu Renatuieren. Kaum hat der Bagger angefangen ist auch schon eine solch uminöse Leitung zum vorschein gekommen. Interessant hierbei war, dass der Bach durch ein Tal floß mit beidseitig ansteigenden Hängen. Die Verlegung in dem Gebiet war mit Sicherheit nicht einfach gestaltet.

Das zweite mal war bei einem Abriss von einem illegal errichtetem "Häusschen" das mitten im Feld gestanden hat ca 3 km entfernt von einer ehemaligen Kaserne. Auftraggeber war die Gemeinde in desen Gemarkung die Hütte stand. Laut Ausschreibung war hier alles zu entfernen, sprich auch die Bodenplatte. Als wir anfingen waren die Schlößer schon von der Gemeinde entfernt worden. Mich wunderte von vorne herein die massive Bauweise die aus einer 40er Stahlbetonbodenplatte bestand. Ich habe noch spaß gemacht mit meinen Leuten und habe gesagt, die von der Gemeinde haben auch geschlafen, erst hat sich hier jemand verwirklicht indem er unsummen an Beton und Bewehrung beigekahrt hat und im nachhinein sollte man den Schwarzbau abreißen. Da hätte man schon im Bau eingreifen können wie das nun so ist in Deutschland. Die massive Stahltür im Frontbereich wollte ich um den Beton auseinander zu bekommen haben wir dann doch einen Meißel geholt, der Bagger fing an zu stemmen und nach ein paar Minuten ist ein Loch entstanden. Der Fahrer rief mich und sagte zu mir, schau mal da ist ja alles hohl darunter! Als ich dann nachschaute und in das entstandene Loch schaute wollte ich es erst selbst nicht glauben. Doch in diesem Haus waren wie eine Art Knotenpunkt von diesen Kabeln angebracht. Die ersten kamen von der Richtung der ehemaligen Kaserne in ein Kasten und von dort sind 3 andere Leitungen aus verschiedene Richtungen ebenfalls in diesen etwas größeren Kasten gegangen. Ich habe dann auch garnicht großartig nachgefragt was das den nun ist, da es für mich eigentlich offensichtlich war. Wir haben das Loch in der Decke wieder verschloßen, die Bodenplatte belassen wo sie ist und den Randbereich drum herum aufgefüllt, so dass man nichtsmehr davon gesehen hat.
Ich weiß jetzt nicht ob die Gemeinde davon wusste um was es sich hierbei handelte oder ob Sie uns bewusst haben glauben lassen es handele sich hierbei um eine Strebergartenhütte. Nach allem, ist davon auszugehen das die Gemeinde nicht wusste um was es ging. Ich musste ja einen Nachtrag stellen für die Bodenplatte da diese so nicht aufgeführt wurde im LV. Dieser Nachtrag wurde dann jedoch fallen gelassen, da die Bodenplatte ja an ihrem Platz verblieb.

Bei der dritten Begegnung mit diesen Leitungen, war ich nicht sonderlich verwundert. Mittlerweile habe ich einen scharfen Blick um die Baustelle herum. Es sollteein Weg gebaut werden aus einer Army-Kaserne durch ein Waldstück bis auf die nächste Straße. Die Armys sind weg und die Gebäude werden umgebaut zu Schulen etc. deswegen waren wir direkt in und an der Kaserne. Mir fiel in einem Privaten Grundstück ca. 500 m außerhalb dieser Kaserne ein hoher Funkturm auf, ich habe mir gleich gedacht das hier ein Anwohner sich nicht sowas freiwillig in den Garten baut und das eine Verbindung in die Kaserne bestehen müsste. Die Kabelpläne wurden alle von mir eingesehen und in diesem Waldstück waren weit und breit keine Leitungen eingezeichnet, jedoch habe ich jemanden immer einen Querschlag machen lassen um sicher zu gehen keine Leitung zu erwischen. Bei der Verlegung der Kabel für die Laternen ging der Mann kurz auf Toilette. Als ich mich umdrehte gab es einen fürchterlichen schlag, und der Baggerfahrer war wie geschockt. Der Löffel von dem Minibagger war einfach nichtmehr vorhanden, es hat lediglich noch der Schnellwechsler hin und her gebaumelt. Keine 10 min. später sind auch schon Autos mit Blaulicht gekommen und haben das Kabel wieder geflickt. Von welcher institution diese Leute waren konnte man nicht festellen. Sie erzählten was vo nder EoN aber das war nur so daher gesagt. Ich habe auch gesagt das dieses Kabel nicht eingezeichnet war und ich nicht die Kosten dafür tragen würde, daraufhin kam die Antwort, diese Leitungen sind nicht eingezeichnet und werden es auch nicht und es ist nicht mein Verschulden es entstehen hier keine Kosten. Da meinte ich das ich jetzt aber keinen brauchbaren Löffel mehr habe. Den müsste ich selbst bezahlen sagte der eine zu mir. Naja gut daran soll es nicht liegen.

Immer wieder interessant ist, dass bei uns dort Leute auftauchen mit Blaulicht sobald man eines dieser Kabel gezwickt hat. Dies war auch in meinem ersten Erlebnis der Fall. Also müssen doch diese Leitungen auch noch irgendwie in Betrieb sein oder eine Funktion warnehmen, sonst würden die doch garnicht erst kommen oder ??

Gruß aus Hessen

christian1978
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Beitrag von christian1978 » 29.01.2015 19:36

Das ist schon seltsam, wenn es kein ziviler Kabelstrang ist. In Burscheid in Nordrhein-Westfalen wurde ja eine Hauptleitung mit dem Bagger gekappt. Sowas gibt schon einen ordentlichen Knall.
Vor allem, woher wissen die Behörden wo der Kabelstrang zerrissen wurde, wenn die sofort mit Blaulicht an genau diese Stelle kommen ? Seltsam, seltsam...

radar
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Kabel

Beitrag von radar » 29.01.2015 20:14

@christian1978

Das kann man an der Laufzeit eines Prüfsignals messen, welches an der Bruchstelle reflektiert wird. Das Prinzip heißt Zeitbereichsreflektometrie. Es können nicht nur Brüche(Totalreflexion) gemessen werden, sondern auch Quetschungen hierbei ändert sich die Wellenimpedanz.
Gruß
Radar

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Beitrag von HW » 29.01.2015 20:56

Hallo,
zuerst zu dem Blaulicht-Fahrzeugen.
Welche Fahrzeuge mit Kennleuchten für blaues Blinklicht ausgestattet werden dürfen, finden wir in der StVZO und hier im § 52.

Mit einer oder mehreren Kennleuchten für blaues Blinklicht – Rundumlicht – dürfen ausgerüstet sein:

Kraftfahrzeuge, die dem Vollzugsdienst der Polizei, der Militärpolizei, der Bundespolizei, des Zolldienstes, des Bundesamtes für Güterverkehr oder der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung dienen, insbesondere Kommando-, Streifen-, Mannschaftstransport-, Verkehrsunfall-, Mordkommissionsfahrzeuge,

Einsatz- und Kommando-Kraftfahrzeuge der Feuerwehren und der anderen Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes,

Kraftfahrzeuge, die nach dem Fahrzeugschein als Unfallhilfswagen öffentlicher Verkehrsbetriebe mit spurgeführten Fahrzeugen, einschließlich Oberleitungsomnibussen, anerkannt sind,

Kraftfahrzeuge des Rettungsdienstes, die für Krankentransport oder Notfallrettung besonders eingerichtet und nach dem Fahrzeugschein als Krankenkraftwagen anerkannt sind.

So, jetzt ist aber E.ON kein öffentlicher Verkehrsbetrieb (früher waren es die Stadtwerke), heute ist sehr viel privatisiert. Aber auch für diese "Privaten" gibt es Ausnahmen. Ist auch in der STVZO, ich meine § 70, zu finden.

Beispiele dazu: Die U-Bahn-Wache (Sicherheitsdienst) in München hat auch Fahrzeuge mit Blaulicht. Normal nicht zulässig, aber die Fahrzeuge sind Unfallhilfswagen der MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft). Die MVG ist eine GmbH, also "Privat".
Bei der MVG gibt es auch große Lkw mit Tiefladeanhänger und einem Bagger darauf und der Lkw hat Blaulichter. Ich habe jetzt zwar noch kein Fahrzeug von E.ON mit Blaulicht gesehen, aber ich kann mir denken, dass es bei E.ON auch Fahrzeuge mit Blaulicht gibt (Endstördienst).

Zum Wissen, wo ein Schaden in einer Leitung ist. Radar hat ja schon geantwortet. Dazu auch ein aktuelles Beispiel: In einem Bereich unserer Liegenschaft wurde ein Sicherheitszaun erneuert (Doppelstabmatten mit Stacheldrahtreihen und elektronischer Aufschaltung). Die Zaun-Baufirma hat auch vom Gebäudemanagement aktuelle Pläne mit Verlauf der Versorgungsleitungen bekommen. Da der alte Zaun noch stehen bleiben musste, wurde der neue Zaun ca. 30 cm nach innen versetzt. Ein Kleinbagger zog die Linie für den Untergrabschutz und für die Zaunpfosten wurden Löcher mittels Bohrer gebohrt. Nach einigen Stunden kam ein Mitarbeiter eines privaten Kabelnetzbetreibers und erklärte, man habe hier genau wo jetzt der neue Zaun steht, eine Störung im Kabelnetz. Wir waren erstaunt, woher man wusste, dass genau an dieser Stelle der Schaden ist. Das Kabel lief über mehrere Gemeinden und natürlich auch über viele Grundstücke. Aber es war so.

Gruß
HW

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Djensi
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Beitrag von Djensi » 30.01.2015 07:40

Moin,

auch Einsatzfahrzeuge der Wasserwerke (in HH rote Fahrzeuge mit der Aufschrift "Entstördienst") und Gaswerke, somit auch E-on, dürften entsprechende Erlaubnisse erhalten. In Hamburg, wo ja Vattenfall der Strom-Netzbetreiber ist, kann ich mich jetzt nicht an Fahrzeuge mit Blaulicht erinnern. Unter www.blaulichtfahrzeuge.net sind viele Fahrzeuge hinterlegt, allerdings ist das keine vollständige Sammlung.

Grüße ins Wochenende
Djensi

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